Zwei Mädchen hocken auf dem Waldboden und werfen Laub in die Höhe.
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Wir holen Kinder aus der Armut und fördern Familien

Familien sind so vielfältig wie das Leben. Wir Grüne unterstützen alle Familien - ob mit oder ohne Trauschein, alleinerziehend oder verpartnert. Familien leisten viel. Viele sind mit ihrem Alltag und Leben zufrieden. Doch immer mehr Eltern machen sich finanzielle Sorgen oder ihnen droht zwischen Familie und Beruf die Puste auszugehen. Mit unserem grünen Familienbudget wollen wir Familien mit zusätzlich 12 Milliarden Euro pro Jahr entlasten und die Kinderarmut verringern. Wir schaffen in den nächsten Jahren weitere 350.000 Krippen- und Kitaplätze und regeln gesetzlich, dass ausreichend Erzieherinnen und Erzieher für unsere Kinder da sind.

Öfter wirklich mit voller Aufmerksamkeit für die Kinder da zu sein, sich mit Ruhe den pflegebedürftigen Eltern zu widmen oder einfach mal Zeit für sich zu haben, um sich aus den Mühen des Alltags heraus zu begeben. Das wünschen sich immer mehr Eltern. Immer mehr Frauen und Männer möchten sich auch die Aufgaben in der Familie oder die Arbeit im Haushalt partnerschaftlich teilen.

In den vergangenen Jahren wurden viele Kita- und Krippenplätze geschaffen. Dieser Ausbau der Angebote für die Kinder ist ein großer Erfolg. Aber bis 2020 werden weitere 350.000 Plätze gebraucht. Uns ist wichtig, dass es sich um Plätze in richtig guten Krippen, Kitas und Kindergärten handelt. Eltern wollen mit einem guten Gefühl zur Arbeit fahren und ihre Kinder gut versorgt wissen. Kinder brauchen Fachkräfte, die ihnen Zeit widmen und sie individuell fördern. Leider hat sich die Qualität der Angebote seit Jahren nicht wirklich verbessert. Und es gibt zu wenige Erzieherinnen und Erzieher für unsere Kinder. Das wollen wir Grüne ändern.

Das Einkommen von Familien und die Chancen von Kindern sind in Deutschland ungerecht verteilt. Auch in unserem wohlhabenden Land haben Familien oft nicht genug Geld für ein gutes Leben. Gut 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Besonders Alleinerziehende sind oft arm. Das ist ein trauriges Bild für unser wohlhabendes Land. Wir wollen die viel zu hohe Kinderarmut bekämpfen und sorgen dafür, dass alle Kinder gleich gute Chancen im Leben erhalten.

Wir Grüne sorgen dafür, dass Familien mehr Unterstützung erhalten: Mit einer ausreichenden Zahl wirklich guter Kitas und Schulen, die allen Kindern helfen, ihre Potenziale zu entfalten. Dazu muss es eine verbindliche Regelung geben, wie viele Kinder von einer Erzieherin oder einem Erzieher betreut werden. Mit der Einschulung darf das ganze Arrangement in der Familie nicht zusammenbrechen. Daher wollen wir den Ausbau von Ganztagsschulen vorantreiben bzw. einen Anspruch auf Hortbetreuung schaffen. Wir stehen für eine wirksame Familienförderung, die Kinderarmut verhindert und Familien entlastet. Dazu wollen wir mit dem grünen Familienbudget Familien künftig jährlich mit 12 Mrd. Euro zusätzlich unterstützen. Neue Arbeitszeitmodelle sollen helfen, dass die Arbeit besser ins Leben passt. Dazu wollen wir das Elterngeld zur KinderZeit Plus weiter entwickeln und die PflegeZeit Plus einführen.

Wir machen eine Politik, die Familien in allen Formen und Modellen unterstützt. Deshalb sorgen wir dafür, dass die finanzielle Absicherung von Kindern und Familien nicht länger vom Lebensmodell der Eltern abhängt. Den sozialen Eltern, also Menschen, die wie in vielen Patchwork-Familien langfristig Verantwortung für ein Kind übernehmen, ohne dessen leibliche Eltern zu sein, fehlt ein rechtlicher Rahmen für ihre Familienform. Und das, obwohl sie feste Wegbegleiterinnen bzw. Wegbegleiter ihrer Kinder sind. Hier wollen wir das Familienrecht weiterentwickeln.

Das haben wir vor: So entlasten wir Familien und verhindern Kinderarmut

  1. Wir werden ein Familienbudget von jährlich 12 Mrd. Euro auflegen, um Familien insgesamt stärker zu fördern und Kinderarmut zu lindern. Das Familien-Budget besteht aus drei Reformteilen. Mit uns werden die Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung so bemessen, dass sie den tatsächlichen Bedarf decken, auch den für Teilhabe am sozialen Leben, an Bildung, Kultur und Mobilität. Mit unserem Kindergeld-Bonus garantieren wir, dass Kinder in Familien mit geringem Einkommen und von Alleinerziehenden bekommen, was sie zum Leben brauchen – und zwar aus einer Hand und ohne es beantragen zu müssen. Eltern mit geringen Einkommen erhalten den Kindergeld-Bonus in voller Höhe. Bei höherem Einkommen der Eltern wird der Betrag abgeschmolzen. In der Kindergrundsicherung werden Kindergeld und Steuerfreibeträge für Kinder zusammengefasst. Damit beenden wir die Ungerechtigkeit, dass sich die staatliche Unterstützung für Kinder am Einkommen ihrer Eltern bemisst, und wir entlasten Familien mit mittlerem Einkommen. Diese neue Kindergrundsicherung sollte mit der Einführung einer Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Grundfreibetrag verknüpft werden. Eltern, die heute bereits verheiratet oder verpartnert sind, können zwischen dem alten Ehegattensplitting und dem neuen Familientarif plus Kindergrundsicherung wählen. Der Familientarif sieht eine individuelle Besteuerung der Partner mit doppeltem Grundfreibetrag vor. Das heutige Bildungs- und Teilhabepaket erreicht sein Ziel nicht und soll deswegen abgeschafft werden. Wir wollen stattdessen die bisherigen Leistungen für die betroffenen Kinder zum Teil durch einen vom Bund finanzierten kostenfreien Zugang zu den entsprechenden Angeboten und zum Teil im Regelsatz gewähren.
  2. Wir wollen verhindern, dass Eltern die Puste ausgeht. Daher wollen wir mit unserer KinderZeit Plus das Elterngeld weiter entwickeln, flexibilisieren und verlängern: Jeder Elternteil hat Anspruch auf acht Monate Unterstützung. Weitere acht Monate können die Eltern frei untereinander aufteilen. Im ersten Lebensjahr des Kindes können beide Eltern – nacheinander oder gleichzeitig – vollständig aus dem Beruf aussteigen. Danach wird eine Reduzierung der Arbeitszeit finanziell abgefedert. Um sich das Mehr an Zeit für die Familie leisten zu können, gleichen wir das geringere Einkommen mit einer Lohnersatzleistung aus. Außerdem wollen wir das bestehende Recht auf Teilzeit um ein Rückkehrrecht auf den alten Stundenumfang ergänzen. Zudem wollen wir das Recht auf Home-Office als Ergänzung zum Büroarbeitsplatz einführen.
  3. Mit uns wird es mehr und vor allem wirklich gute Kita-Angebote und Schulen geben. Unser Ziel sind gute Kitas überall. Mindeststandards für die Qualität wollen wir gesetzlich festlegen – damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder, für Vor- und Nachbereitung und Elterngespräche haben. Eine Erzieherin oder ein Erzieher sollen künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren bzw. höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Kinder sollen ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Angebot frühkindlicher Bildung und Betreuung bekommen. Grundsätzlich ist unser Ziel, beitragsfreie Bildung von Anfang an zu ermöglichen– so auch in Kitas. Da es aber noch vielerorts an Angeboten mangelt und die Qualität so verbesserungsbedürftig ist, wollen wir zunächst sicherstellen, dass keinem Kind wegen der Kita-Gebühren der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Wir wollen deutlich mehr Ganztagsschulen schaffen, um weiterhin gute Betreuung zu gewährleisten bzw. einen Anspruch auf Hortbetreuung schaffen. Der Bund soll dafür mit den Ländern zusammenarbeiten dürfen und diesen Ausbau mitfinanzieren. Die Änderung des Grundgesetz für den Digitalpakt war ein erster wichtiger Schritt.

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