Grünes Klimawaldprogramm

Waldschutz ist Klimaschutz ist Waldschutz

August 14, 2019
Ein grüner Laubwald, durch den ein kleiner Weg führt.
© Getty / Nikada

Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben: Dafür stellen wir ein Klimawaldprogramm vor, das die wichtigsten Maßnahmen für eine dringend benötigte Waldwende weg von Forstplantagen hin zu naturnahen Laubmischwäldern aufzeigt.

Durch die dramatische Klimakrise ist unser Wald in seiner Existenz bedroht. Zu wenig Regen, Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen den Wald schon seit Jahren massiv. Durch den Dürresommer 2018 und die Hitzeperioden dieses Jahres droht jetzt ein Waldsterben 2.0. 40 Millionen Bäume sind bundesweit bereits abgestorben. Besonders gefährdet sind naturferne Nadelmonokulturen aus Fichten und Kiefern, die auf Grund ihres schnellen Wachstums seit zwei Jahrhunderten bevorzugt angepflanzt worden sind – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkämen. Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Zugleich sind ein Ökologisierung der Waldbewirtschaftung und mehr alte, naturnahe Wälder ein zentraler Baustein einer erfolgversprechenden Klimapolitik. So können Wälder wichtige „Verbündete“ im Kampf gegen die Klimakrise sein. Sie sind Wasserspeicher, Luftfilter, Bodenschützer, und sie sind Klimaschützer indem sie Kohlenstoff speichern und als Senken für den Klimakiller CO2 fungieren. Wir brauchen Wälder, die für die Auswirkungen der Klimakrise am besten gewappnet sind, und bestmöglich als Kohlenstoffspeicher fungieren können. Die Politik ist mehr denn je gefordert, jetzt die richtigen Weichen zu stellen, um unseren Kindern und Kindeskindern naturnahe, stabile und klimafeste Wälder zu hinterlassen. Wir Grüne im Bund gemeinsam mit den Grünen in den Ländern legen dazu ein Klimawaldprogramm vor, das die wichtigsten Maßnahmen für einen Wald der Zukunft beschreibt.

Das grüne Klimawaldprogramm

Wir wollen Waldbesitzer*innen mit einem Klimawaldprogramm dabei unterstützen, naturnahe Wälder mit standortheimischem hohem Laubwaldanteil entstehen zu lassen. Wir sehen die öffentlichen und privaten Waldbesitzer*innen als Partner beim Klimaschutz. Viele wirtschaften schon heute naturnah noch vieles ist zu tun.

Aufbau von naturnahen und klimastabilen Wäldern fördern

Auf zerstörten Flächen soll wieder Wald wachsen, neue Wäldern sollen in Retentionsräumen, Auen, Niederungen und auf Industriebrachen entstehenFördermittel aus Steuergeldern müssen streng nach dem Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistung und entsprechend an ökologischer Kriterien gebunden werden, deren Umsetzung kontrolliert wird, wie das bei FSC zertifizierten Wäldern der Fall ist. Wer naturnahe Wälder aufbaut, wird belohnt. Wer weiter auf Baumplantagen setzt, geht leer aus.

Forstplantagen zu Wäldern umbauen

Das Zeitalter reiner Monokulturen auf bestehenden „Anbauflächen“ muss ein Ende haben. Der Umbau von Plantagen- und Monokulturen zu naturnahen, klimabeständigeren Mischwäldern mit hohem Laubbaumanteil liegt in unserem elementaren Interesse und ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir wollen einen Waldzukunftsfonds von einer Milliarde Euro für die nächsten Jahre als erste Finanzspritze für den kranken Wald auflegen.

Mehr Wildnis im Wald zulassen

Wir brauchen eine Urwald-Offensive in Deutschland, so dass dort ungeachtet von menschlichen Eingriffen Natur wieder Natur sein kann und die „Urwälder von morgen“ wachsen. Wälder müssen wieder bis zur natürlichen Zerfallsphase alt werden dürfen. Bislang sind wir aber von dem Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie, fünf Prozent der Waldfläche der Natur zu überlassen, noch weit entfernt. Die Bundesregierung soll dafür dauerhaft einen ausreichend finanzierten Wildnisfonds einrichten, damit diese Flächen gesichert werden können. Die öffentliche Hand soll vorangehen und zehn Prozent ihrer Wälder wieder der Natur überlassen, wie das in den grün mitregierten Ländern bereits erfolgreich umgesetzt wird.