Angriff auf Venezuela: Erneuerbare Energien machen die Welt sicherer

Was in Venezuela passiert, zeigt: Die noch immer weltweit hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist ein globales Sicherheitsrisiko. Über den Klimaschutz hinaus sind die Energiewende und der massive Ausbau von Green-Tech-Lösungen längst zu einer sicherheitspolitischen Frage für uns in Deutschland als recht rohstoffarmes Land geworden. Eine Politik, die gezielt auf europäische Souveränität setzt, würde für mehr Energiesicherheit sorgen, unsere fossile Abhängigkeit von den USA lösen und für mehr Wertschöpfung innerhalb der Europäischen Union sorgen.
Das Jahr 2026 beginnt weltpolitisch unruhig: Der Angriff Trumps auf Venezuela setzt den Trend fort, dass die Weltordnung auf Basis des Völkerrechts zunehmend relativiert wird. Trump spricht offen aus, dass es ihm um den Zugriff auf Öl geht. Fossile Ressourcen bündeln Kapital, geopolitischen Einfluss und Macht in den Händen weniger. Aus dem US-Angriff auf Venezuela erwächst für Europa eine strategische Entscheidung: weiter an fossile Abhängigkeiten gebunden und damit erpressbar bleiben – oder die eigene Energiesouveränität durch den massiven Ausbau von Green Tech, Erneuerbaren Energien und strombasierten Lösungen stärken. Der weltweite Trend geht schon lange weg von fossilen Brennstoffen, hin zu strombasierten Lösungen in vielen Bereichen, vor allem der Elektromobilität. In Deutschland liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien bei etwa 60 Prozent, vor allem im Frühling und Sommer schon bei bis zu 75 Prozent der Gesamtstromerzeugung.
Wenn der amerikanische Präsident militärische Gewalt ohne jede völkerrechtliche Grundlage einsetzt und anschließend offen erklärt, sich die Ölreserven eines fremden Landes aneignen zu wollen, dann ist das der klassische Imperialismus vergangener Jahrhunderte.
Ökologische Politik entzieht Autokraten ihre Machtbasis
Auch wenn die erneuerbaren Energiequellen schon etwa 60 Prozent zur Stromerzeugung beitragen, werden immer noch gut 77 Prozent des gesamten deutschen Energiebedarfs, inklusive der Energie für Verkehr, Wärme und Industrieprozesse, aus fossilen Energiequellen gedeckt, also aus Kohle, Erdöl und Gas. Diese fossilen Energieimporte kommen auch Deutschland als Volkswirtschaft teuer zu stehen. Wir bezahlen gleich mehrfach für die fatale Abhängigkeit von fossilen Energieimporten: Jedes Jahr überweist Deutschland rund 80 Milliarden Euro ins Ausland, also etwa zwei Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung, nur für den Import von Öl und Gas auch aus Staaten, die mit autokratischen Regimes und Diktatoren an der Spitze damit auch Kriege gegen unsere Freiheit finanzieren. Deshalb ist eine engagierte ökologische Politik viel mehr als nur Politik für Umwelt, Natur und Klima, sondern auch Freiheits- und Friedenspolitik für uns in Europa.
Europa hat die Chance, den Wandel aktiv zu gestalten
Die USA unter Trump weiten die umweltschädliche Ölförderung weiter aus, versuchen fossile Geschäftsmodelle des 20. Jahrhunderts zu verlängern, um die Profite von US-Ölmultis weiter zu erhöhen. Es ist der Versuch der restlosen Ausbeutung unserer Erde. China fährt zweigleisig, setzt bei seiner Stromerzeugung noch stark auf Kohle. Gleichzeitig baut China die erneuerbaren Energien massiv aus, holt bei den Green-Tech-Produkten stark auf und verändert so die Weltwirtschaft. Etwa 64 Prozent der weltweit im Bau befindlichen Solar- und Windenergiekapazität, nahezu doppelt so viel wie alle anderen Länder der Welt zusammen, werden derzeit in China installiert. Europa kann weiterhin Vorreiterin sein, ihren entschlossenen Weg der erneuerbaren Energie fortsetzen und den Markt an Green-Tech-Lösungen anführen. Denn erneuerbare Energien sind nicht nur günstiger und nachhaltiger, sondern auch dezentraler und demokratischer.
Europäische Souveränität sichert Freiheit und Sicherheit
Deshalb gehört zur europäischen Souveränität im umfassenden Sinn auch die Idee der Europäischen Energieunion. Mit erneuerbaren Energien und Green Tech-Lösungen können wir mehr Energiesouveränität erlangen, unsere europäische Abhängigkeit von den USA abbauen und zugleich neue Wertschöpfung im Land beziehungsweise in der EU halten. Die Fertigung und der Export von Batterien, Elektroautos, Wärmepumpen und Solaranlagen kann die Resilienz unserer europäischen Volkswirtschaften stärken und die industrielle Basis unseres Landes fit für das 21. Jahrhundert machen.
Eine moderne Industrie „made in Europe“, die sich unabhängig aufstellt von den Handelskonflikten der Trump-Administration – diese strategische Aufgabe müssten sich Bundeskanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche zur Chefsache machen.


