Die Hände einer sitzenden älteren Frau sind zu sehen und werden von zwei Händen einer Pflegekraft gehalten.
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Wir sorgen für gute Pflege

Grüne Pflegepolitik stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Unsere Aufmerksamkeit gilt den Menschen, die auf Pflege oder Unterstützung angewiesen sind. Sie sollen selbstbestimmt und gut versorgt in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Genauso liegen uns diejenigen am Herzen, die sich um die Pflege einer nahestehenden Person kümmern. Sie wollen wir entlasten. Und wir haben die Situation derjenigen im Blick, die in Pflege- und Gesundheitsfachberufen arbeiten. Sie verdienen mehr Anerkennung, Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland. Das ist eine gute Nachricht. Die Bevölkerungspyramide steht damit allerdings auf dem Kopf. Während die Zahl der älteren Menschen stetig ansteigt, schrumpft die Zahl der Kinder und Jugendlichen. Für die Pflege bedeutet das: zu wenige Pflegepersonen versorgen immer mehr Pflegebedürftige.

Das bekommen diejenigen zu spüren, die sich privat um die Pflege einer nahestehenden Person kümmern. Immer noch werden annähernd drei Viertel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, teilweise mit Hilfe eines Pflegedienstes. Doch immer mehr Familien wohnen weit voneinander entfernt. Außerdem sind die pflegenden Angehörigen zu einem großen Teil selbst schon in gehobenem Alter und es sind oft Frauen. Mit der steigenden Frauenerwerbstätigkeit verschärft sich für sie das Problem der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Bislang finden Menschen, die die Pflege einer nahestehenden Person übernehmen, noch zu wenig Unterstützung. Das wollen wir ändern: Für sie schaffen wir deswegen mehr Angebote, die sie entlasten und unterstützen. Dabei denken wir nicht nur an Familienmitglieder. Denn oft sind es Nachbarinnen, Bekannte oder Freunde, die sich um die Pflege eines Menschen kümmern. So unterstützen wir mehr Menschen bei der Pflege.

Die andere Gruppe, die die steigende Arbeitsbelastung zu spüren bekommt, sind professionelle Pflegekräfte. In den allermeisten Stationen und Pflegediensten besteht bereits ein chronischer Personalmangel. Viele Pflegekräfte in Deutschland kämpfen jeden Tag gegen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen. Von der Bundesregierung werden sie bisher alleine gelassen: Die Personalnot in der Pflege ist ein ungelöstes Problem. Wie in anderen Frauenberufen fehlt es an gesellschaftlicher Anerkennung und gerechter Bezahlung. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket wollen wir hier umgehend gegensteuern: mit fairer Bezahlung, ausreichend Personal und mehr Mitsprache.

Zu Recht fragen sich viele Menschen: Werde ich im Alter gut versorgt sein? Finde ich noch eine gute Pflege? Das wollen wir sicherstellen. Pflegebedürftige Menschen sollen selbstbestimmt und so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Dafür brauchen sie ein vielfältiges und gutes Angebot an Pflege und Unterstützung sowie persönliche Beratung.

Das haben wir vor: So verbessern wir die Pflege in Deutschland konkret

  1. Wir wollen pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dafür setzen wir auf ein vielfältiges Angebot an Pflege und Betreuung vor Ort. Alternative Wohnformen wie generationsübergreifendes Wohnen und Pflege-WGs wollen wir stärker fördern. Damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen die für sie passenden Angebote finden, schaffen wir einen Rechtsanspruch auf umfassende Beratung durch unabhängige Fall-Manager und –Managerinnen. Die Qualität von Pflege muss für alte Menschen und ihre Angehörigen einfacher zu erkennen sein. Da hat sich der heutige Pflege-TÜV als unbrauchbar erwiesen. Wir setzen auf ein neues Bewertungssystem, das sich nach der tatsächlichen Ergebnis- und Lebensqualität richtet. Zudem wollen wir ein unabhängiges und multidisziplinär besetztes Institut für Qualität in der Pflege errichten.
  2. Wer für einen pflegebedürftigen Menschen Verantwortung übernimmt, hat mehr Unterstützung und Wertschätzung verdient. Mit der grünen PflegeZeit Plus bieten wir deshalb einen dreimonatigen Lohnersatz und jährlich eine 10-tägige bezahlte Freistellung, wenn kurzfristig Unterstützung nötig wird. Dieses Angebot steht nicht nur Familienmitgliedern, sondern auch Nachbarinnen, Freunden oder Bekannten zur Verfügung, die sich um eine pflegebedürftige Person kümmern. Um pflegende Angehörige in ihrem Alltag zu unterstützen, wollen wir Beratung und Information, flexible Tages- und Nachtpflege sowie Hol- und Bringdienste ausbauen.
  3. Für professionelle Pflegekräfte bringen wir zügig ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Fachkräftemangel auf den Weg, das den Pflegeberuf attraktiver macht. Mit einem Sofortprogramm schaffen wir in Krankenhäusern umgehend mehr Pflegestellen. Um eine faire Bezahlung in der Pflege voranzubringen, werden wir uns bei den Tarifpartnern für einen Tarifvertrag Soziales stark machen. Um mehr Personal in die Krankenhäuser und Einrichtungen der Altenpflege zu bekommen, muss man erst einmal den Bedarf richtig ermitteln. Dafür fehlt bis heute eine wissenschaftliche Grundlage. Wir stehen für verbindliche Regelungen zur Personalausstattung ein, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.
  4. Wir wollen Mitspracherechte für Pflege- und Gesundheitsberufe in den Selbstverwaltungsgremien des Pflege- und Gesundheitssystems sicherstellen. So können diese Berufsgruppen ihre Erfahrungen und Sichtweise besser einbringen.
  5. Um die Pflege nachhaltig und solidarisch zu finanzieren, schlagen wir die grüne Bürgerversicherung für die Pflege vor. Daran beteiligen sich alle Bürgerinnen und Bürger nach ihren finanziellen Möglichkeiten und alle Einkommensarten werden berücksichtigt. Die Leistungen der Pflege-Bürgerversicherung werden regelmäßig an die Lohn- und Inflationsentwicklung angepasst. Damit wirken wir einseitigen Kostensteigerungen für Pflegebedürftige entgegen.