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Willie B. Thomas via Getty Images
Thema

Gleichberechtigung verwirklichen

Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Frauen selbstverständlich mitentscheiden, teilhaben und selbstbestimmt leben. Von der Arbeit bis zur Familie und im Netz.

Was Gleichberechtigung für uns bedeutet

  1. Selbstbestimmung

    Über den eigenen Körper bestimmen zu können, ist ein Menschenrecht und das muss selbstverständlich auch für Frauen gelten. Das gilt vom Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch bis zu “Ja heißt Ja” im Strafrecht. Mehr erfahren ↓

  2. Finanzielle Unabhängigkeit

    Wir sagen Gender-Pay-Gap, Gender-Care-Gap und Gender-Pension-Gap den Kampf an. Frauen wollen wirtschaftlich unabhängig sein, um ihr Leben selbst zu gestalten. Das ist nicht zuletzt Teil von Gewaltprävention. Mehr erfahren ↓

  3. Entschieden gegen Gewalt an Frauen

    Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelschicksal, sie ist ein gesellschaftliches Versagen. Frauenhäuser sind überfüllt, Anzeigen verlaufen im Sand, Täter kommen oft ungeschoren davon. Es ist die Pflicht des Staates für Schutz und Hilfe auch bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt zu sorgen. Das ist eine Frage der inneren Sicherheit. Mehr erfahren ↓

Frauen verdienten 2025 noch immer 16% weniger als Männer. Dafür leisten sie im Schnitt 43% mehr Sorgearbeit - unbezahlt. Das zeigt uns: Vom Ideal des gleichen Lohns für gleichwertige Arbeit sind wir noch weit entfernt. Auch ist noch nicht von Parität in Bundesregierung und Bundestag zu sprechen. Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag ist 2025 gesunken. Täglich wird eine Frau Opfer von Partnerschaftsgewalt. 2024 wurde fast jeden Tag eine Frau Opfer eines Femizids. Dem Anspruch, dass Frauen sich sicher fühlen können, werden wir gesellschaftlich nicht gerecht.

Dass Gewalt, Lohnungleichheit und Ausgrenzung auch bei uns immer noch nicht effektiv bekämpft, sondern oft noch toleriert werden, nehmen wir nicht hin. Echte Gleichberechtigung ist längst überfällig.

Feminismus ist ein gemeinschaftliches Projekt

Ungerechtigkeiten zu beseitigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ungleiche Geschlechterverhältnisse treffen nicht nur Frauen. Auch queere Menschen und Männer leiden unter patriarchalen Strukturen. Trans* Personen beispielsweise erleben eine überdurchschnittlich hohe Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Fast 75% der Suizidopfer sind Männer. 2025 hat das BKA einen Anstieg queerfeindlicher Straftaten um fast 13% verzeichnet. Feminismus kämpft gegen patriarchale Rollenbilder und damit für mehr Freiheit für alle Geschlechter. Feminismus geht uns alle an. Und er funktioniert nur gemeinsam. 

Unser Plan für eine geschlechtergerechte Gesellschaft

Für starke Selbstbestimmungsrechte von Frauen

Eine gerechte Gesellschaft duldet keine Kontrolle über den Körper anderer. Selbstbestimmung ist keine Verhandlungssache. Sie ist Voraussetzung für ein freies Leben, unabhängig vom Geschlecht.

Schwangerschaftsabbrüche gehören raus aus dem Strafgesetzbuch.  Ungewollt Schwangere brauchen Hilfe, keine Drohung mit dem Strafrecht. Ein Recht auf Beratung in verlässlich abgesicherten, vielfältigen Beratungsstellen unterstützt Schwangere. Verpflichtende Wartefristen zwischen Beratung und Abbruch hingegen sind Bevormundung, keine Fürsorge.  Und wer Selbstbestimmung ernst meint, macht sie nicht vom Geldbeutel abhängig: Schwangerschaftsabbrüche und ärztlich verordnete Verhütungsmittel müssen kostenfrei und niedrigschwellig zugänglich sein.  

Selbstbestimmung gilt selbstverständlich auch bei sexuellen Handlungen. Deshalb fordern wir die längst überfällige Reform des Sexualstrafrechts hin zum Prinzip "Nur Ja heißt Ja". Sex ohne eindeutiges Ja ist keine Grauzone – er ist strafbar. Das gilt bei Schockstarre genauso wie bei Meinungsänderung. Wer das ignoriert, schützt Täter statt Betroffene. 

Gegen Hass und Gewalt im Netz

Immer häufiger müssen vor allem Frauen mit ansehen, wie ihr Gesicht mit Hilfe von KI auf fremde Körper montiert wurde – Material, das sie bloßstellt, sexualisiert und erniedrigt. Und das Erschreckende: Wer so etwas herstellt und verbreitet, macht sich in Deutschland damit noch immer nicht strafbar.

Das Erstellen und Verbreiten von Deepfake-Pornografie muss endlich zur Straftat werden, ebenso wie heimliche sexualisierte Bildaufnahmen. Wer digitalen Missbrauch ermöglicht, macht sich mitschuldig. Das gilt für Täter genauso wie für die Plattformen, die ihnen eine Bühne bieten.

Wir dulden nicht länger, dass große Plattformen Hass und Gewalt gegen Frauen einfach laufen lassen, weil es ihrem Geschäftsmodell nützt. Wir fordern durchsetzungsstarke Regeln und Aufsichtsbehörden, die sanktionieren. 

Wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen stärken

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss endlich selbstverständlich sein. Die Europäische Union hat uns zur Durchsetzung ein starkes Hilfsmittel an die Hand gegeben: die Entgelttransparenzrichtlinie. Denn nur wenn es Transparenz über Löhne in einem Betrieb gibt, kann man Ungerechtigkeiten bekämpfen.  Deutschland muss dringend handeln und die Bundesregierung tut nichts.  Zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit gehört, dass frauendominierte Berufe nicht schlechter bezahlt werden als männerdominierte. Deshalb wollen wir mehr Tarifverträge in frauendominierten Berufen, denn Tarifbindung senkt die Lohnlücke. Anreize die Frauen in die Teilzeitfalle locken und damit in finanzielle Abhängigkeit müssen endlich weg: das Ehegattensplitting wollen wir für Neu-Ehen zugunsten einer Individualbesteuerung mit übertragbarem Freibetrag reformieren und Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführen.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen schützt vor Gewalt und Altersarmut.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Leben und Arbeit müssen wieder zusammenpassen: Flexibilisierung von Arbeitszeit im Sinne der Beschäftigten und das Recht auf Rückkehr zur Vollzeit sind dafür wichtige Instrumente. Wir wollen Eltern ermöglichen, partnerschaftlich Berufs- und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Vereinbarkeit entsteht unter anderem, wenn Sorgearbeit geteilt wird. Derzeit übernehmen Frauen immer noch den Löwenanteil an unbezahlter Sorgearbeit, ohne dafür abgesichert zu werden. Daher wollen wir Eltern dazu anregen, ihre Elternzeit paritätisch aufteilen. Zur Unterstützung sollen sie mehr Elterngeld bekommen. Denn: Teilen sich Eltern ihre Elternzeit gerecht auf, setzt sich das häufig später auch in der familiären Aufgabenverteilung fort.  

Grundlage für eine gute Vereinbarkeit ist und bleibt der Ausbau einer hochwertigen und verlässlichen Kinderbetreuung. Denn nur wenn Eltern ihre Kinder gut betreut wissen, können sie sich engagiert in die Arbeitswelt einbringen. Und auch für Pflege und Betreuung alter Menschen muss die Infrastruktur, auch ambulant deutlich besser werden.  

Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt bekämpfen

Deutschland hat ein Gewaltproblem: Für zu viele Frauen gehört Gewalt zum Alltag. Fast jeden Tag ein Femizid, 400 Fälle von Partnerschaftsgewalt am Tag – daran dürfen wir uns nicht gewöhnen. Jede Gewalttat ist eine zu viel. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Frauen sicher sein und sich sicher fühlen können. Mit dem Gewalthilfegesetz haben Betroffene einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung. Damit sie diesen wahrnehmen können, braucht es dringend flächendeckend Beratungsstellen und mehr bedarfsgerechte Frauenhausplätze. Annäherungsverbote müssen in Fällen von häuslicher Gewalt effektiv durchgesetzt werden können, zum Beispiel durch den Einsatz der elektronischen Fußfessel. Um Taten zu verhindern brauchen wir Präventionsarbeit. Opfer von Vergewaltigungen brauchen flächendeckend qualifizierte medizinische Notfallversorgung – inklusive anonymer Spurensicherung und der „Pille danach“.

Viele geflüchtete Frauen und Mädchen sind vor, während und/oder nach der Flucht von Gewalt betroffen. Gewaltbetroffene Frauen, deren Aufenthaltsstatus von ihrem Ehemann oder Partner abhängt, sollen einen eigenständigen Aufenthaltstitel erhalten können. Damit diese Frauen ihr Recht leichter einfordern können, brauchen sie  Beratung und Hilfestrukturen, die sie erreichen können.  

Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung bekämpfen

Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung, die vor allem Frauen betrifft. Wir müssen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizei und Justiz stärken, um internationale Netzwerke von Menschenhandel und Zwangsprostitution zu zerschlagen. Opfer von Menschenhandel sollen ein sicheres Bleiberecht bekommen, unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft im Strafverfahren.  

Sexarbeit ist gesellschaftliche Realität. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter*innen variieren stark. So wie es ist, darf es nicht bleiben. Insbesondere prekär arbeitende Sexarbeiter*innen sind häufig einem erhöhten Risiko für Gewalt ausgesetzt. Für den Schutz der Menschen gibt es großen Handlungsbedarf: Die Rechte und die Gesundheitsversorgung von Sexarbeiter*innen müssen wir menschenrechtsbasiert stärken. Wir brauchen genügend Beratungsstellen insbesondere für Prostituierte in prekären Situationen und einen besseren Zugang zur sozialen Sicherung und Wohnraum und nicht zuletzt Entstigmatisierung des Berufes. 

Gute Gesundheitsversorgung für Frauen sicherstellen

Ein Gesundheitssystem, das Frauen systematisch übersieht, gefährdet Leben. Über Jahrzehnte wurde Medizin am männlichen Körper entwickelt, erforscht und gelehrt, während Frauen falsch diagnostiziert, ignoriert oder mit Schmerzen weggeschickt wurden. Wir fordern: Geschlechtsspezifische Forschung, Ausbildung und Versorgung. Frauengesundheit, einschließlich der Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt, darf nicht länger Nebensache der Medizin sein.

Dass Schwangere in Deutschland teils monatelang nach einer Hebamme suchen müssen, ist ein Skandal. Wir fordern eine flächendeckende, ausreichende Hebammenversorgung für alle Schwangeren.

Und wir akzeptieren nicht, dass ein Gesundheitswesen, das zu großen Teilen von Frauen getragen wird – in der Pflege, in der Geburtshilfe, in der Praxis – in seinen Führungsetagen fast ausschließlich männlich bleibt. Deshalb: verbindliche Quoten und echte, bessere Arbeitsbedingungen, damit Frauen nicht nur die Versorgung leisten, sondern auch die Entscheidungen treffen. 

Eine Rente, die Altersarmut verhindert

Die Gesetzliche Rentenversicherung ist für Frauen die wichtigste Quelle ihrer Altersvorsorge. Grundrente und das Rentenniveau müssen gesichert bleiben. Frauen brauchen außerdem bessere Möglichkeiten, eigenständige Rentenansprüche aufzubauen: durch existenzsichernde Löhne, den Abbau von Entgeltungleichheit, eine Umverteilung von Sorgearbeit sowie eine verlässliche Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege. Wer Angehörigen pflegt, darf dafür im Alter nicht bestraft werden. Pflegenden Angehörigen müssen für ihre Arbeit deshalb Rentenansprüche gutgeschrieben werden. Ebenso müssen Erziehungszeiten sich positiv auf die Rente auswirken. 

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