Drei junge Personen sitzen draußen an einem Tisch und lesen oder schreiben in ein Buch. Aus der Vogelperspektive fotografiert.

Wir investieren in Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten

Bildung ist der Schlüssel zu einem guten Leben. Viel zu oft bestimmt heute noch die Herkunft eines Kindes über Chancen und den späteren Erfolg im Leben. Wirtschaft und Gesellschaft brauchen die Ideen und die Kraft aller jungen Menschen. Darum müssen unsere Kitas, Schulen, Berufsschulen und Hochschulen besser werden. Sie sollen allen gleiche Chancen auf ein gutes Leben ermöglichen. Dafür steht die grüne Bildungspolitik.

Es ist leider immer noch so: Reinhard aus Zwickau, Melis aus Aachen und Anna aus Offenbach – sie haben nicht die gleichen Chancen auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft. Kinder bringen vieles aus ihren Elternhäusern mit, die einen eher Ballast, die anderen gute Beziehungen. Manche haben tolle Kitas und Schulen in ihrem Stadtteil, bei anderen bröckelt der Putz von der Decke und es gibt zu wenig Erzieherinnen und Erzieher. Das Ergebnis sehen wir bei den Bildungserfolgen. Die Zukunft von Kindern und Jugendlichen hängt sehr stark von sozialer Herkunft ab, weniger von tatsächlichem Talent und Fleiß.

Wir Grüne nehmen das nicht hin. Denn eine gerechte und offene Gesellschaft braucht gute Bildung für alle. Jede und jeder soll sich wahrgenommen und dazugehörig, gefordert und unterstützt fühlen. Dazu gehören Kitas, die jedes einzelne Kind unterstützen. Alle Kinder sollen gerechte Startchancen bekommen. Das ist die Voraussetzung, um Bildungsarmut zu verhindern. Kinder brauchen in allen Schulen gute Bedingungen: gute Lehrerinnen und erreichbare Sozialarbeiter, funktionierende Toiletten und Turnhallen, gute Betreuung bis in den Nachmittag. Dafür wollen wir Schulen im ganzen Land mehr Geld und mehr Unterstützung geben.

Von der Schule aus sollen alle einen Weg in eine gute Zukunft sehen und gehen. Deswegen wollen wir die grüne Ausbildungsgarantie: Jede und jeder Jugendliche soll direkt nach der Schule eine anerkannte Berufsausbildung beginnen können. Sie sollen auch dann nicht gebremst werden, wenn die Konjunktur mal lahmt.

Wer an die Hochschule geht, braucht gute Studienbedingungen und ein auskömmliches BAföG. Nicht Geld und „Familientradition“, sondern Lust aufs Lernen sollen das Studieren ermöglichen. Nur wenn die Lehre an unseren Hochschulen gut und der Lebensunterhalt sicher ist, können alle erfolgreich studieren und das aus sich rausholen, was in ihnen steckt.

Und mit 25 ist für uns noch lange nicht Schluss: Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Unsere BildungsZeit Plus fördert die Weiterbildung für alle. Menschen, die sich auch später im Leben weiterbilden wollen, unterstützen wir beim Lebensunterhalt und den Fortbildungskosten. So können auch die weiterlernen, denen das bisher niemand bezahlt oder zutraut.

In all diesen Fragen sollen Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Es ist absurd, dass unsere Verfassung diese Kooperation verbietet. Dieses Kooperationsverbot in der Bildung muss fallen. Dann darf der Bund Länder und Kommunen endlich dabei unterstützen, die Kitas, Schulen, Berufsschulen und Hochschulen für alle zu verbessern.

Das haben wir vor: So machen wir das Bildungssystem gut und gerecht

  1. Jedes Kind ab eins soll einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in einer guten Kita haben. Mindeststandards für die Qualität wollen wir gesetzlich festlegen. Damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder und auch für Elterngespräche haben, wollen wir festlegen, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren bzw. höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Wir investieren in die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher. Der Bund soll sich mit drei Milliarden Euro an den zusätzlichen Kosten beteiligen. Die Sprachförderung wollen wir stärken. Grundsätzlich wollen wir beitragsfreie Bildung von Anfang an, auch in den Kitas. Doch an erster Stelle stehen für uns jetzt der Ausbau der Kitas und eine bessere Qualität. Klar ist, dass kein Kind von einer Kita ausgeschlossen sein darf, weil sich die Eltern diese nicht leisten können. Deshalb sollen Elternbeiträge überall sozial gestaffelt sein.
  2. Wir wollen in den nächsten fünf Jahren insgesamt zehn Milliarden Euro an die Kommunen geben, damit sie 10.000 Schulen fit für die Zukunft machen können. Die Große Koalition hat 2006 das absurde Verbot für Bund, Länder und Kommunen, bei der Bildungsfinanzierung zu kooperieren, in die Verfassung geschrieben. In den laufenden Bund-Länder-Finanzverhandlungen hat sie nun ihr eigenes Verbot leicht gelockert. Nutzen will sie das allerdings nicht, denn sie will den Kommunen nur mit Kleckerbeträgen helfen. Für mehr Qualität ist eine gute personelle Ausstattung wichtig. Mit einem Bundesprogramm wollen wir Schulen in benachteiligten Stadtquartieren und Regionen mit mehr pädagogischem Personal und mehr Mitteln ausstatten, damit individuelle Förderung gelingt und mehr Bildungsgerechtigkeit entsteht.
  3. Wir wollen das Kooperationsverbot komplett aufheben. Bund, Länder und Kommunen sollen gemeinsam ihre Verantwortung für eine offene Gesellschaft mit gut ausgebildeten Menschen übernehmen können. Wenn das Kooperationsverbot gefallen ist, wollen wir ein neues Ganztagsschulprogramm mit vier Milliarden Euro auflegen. Das alte rot-grüne Programm hat viel in Bewegung gesetzt. Hier wollen wir anknüpfen.
  4. Mit unserer Ausbildungsgarantie wollen wir allen Schulabgängern den Weg in die Ausbildung erleichtern. Jede und jeder Jugendliche erhält bis zum 30. September eines Jahres verbindliche Angebote für einen Ausbildungsplatz. Gelingt der Wechsel in einen Betrieb nicht, soll es eine betriebsnahe Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten geben, die zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Kammerprüfung führt. Kleine und hochspezialisierte Unternehmen können sich stärker an der Ausbildung beteiligen. Sie steuern einzelne Ausbildungsteile bei. Um Ausbildung attraktiv zu machen, schaffen wir das Schulgeld ab und setzen uns für ein kostengünstiges Auszubildendenticket ein. Wir befürworten branchen- und regionsspezifische Umlagen zur solidarischen Finanzierung der Berufsausbildung. Wir wollen allen Auszubildenden ein eigenständiges Leben ermöglichen. Deshalb fordern wir eine Stärkung der Tarifautonomie und ergänzend zu den einzelnen Tarifverträgen eine Mindestausbildungsvergütung. Gleichzeitig setzten wir uns dafür ein, dass die Berufsausbildungsbeihilfe einfacher in Anspruch genommen werden kann und sich die Höhe realistisch an den Lebenshaltungskosten orientiert.
  5. Das BAföG wollen wir sofort verbessern: Mit höheren Elternfreibeträgen, damit mehr Familien profitieren. Und mit höheren Fördersätzen, damit weniger Studierende nebenbei arbeiten müssen. Das BAföG soll automatisch erhöht werden, wenn die Lebenshaltungskosten steigen. Es muss auch für Teilzeitstudiengänge geöffnet werden. Die bisherige Mietkostenpauschale wollen wir an den regionalen Durchschnitt anpassen. Mittelfristig wollen wir den Umbau in ein Zwei-Säulen-Modell. Dazu gehören eine Basisförderung, die allen Studierenden als Zuschuss zusteht und eine zweiten Säule, die den Studierenden aus ärmeren Elternhäusern als Vollzuschuss zukommt. Am Ende des Studiums sind Studierende dann schuldenfrei. Denn zurückgezahlt werden muss beides nicht. Studiengebühren lehnen wir ab.
  6. Und auch im späteren Leben muss es möglich sein, sich weiterzubilden oder beruflich zu verändern. Mit einem Mix aus Zuschuss und Darlehen sorgen wir dafür, dass Menschen die Zeit und die Kosten für eine Weiterbildung aufbringen können: Dafür steht die grüne BildungsZeitPlus.

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