Erster Diversitätsrat 2026

Klar ist: Vielfaltspolitik bleibt nicht bei Beschlüssen stehen, sondern braucht konkrete Strukturen, kontinuierlichen Austausch und Beteiligung. Hier liest du, was wir aus dem ersten Diversitätsrat 2026 mitgenommen haben.
Bericht des Vielfaltsreferats
Pegah Edalatian stellte die Arbeit des Vielfaltsreferats sowie dessen Vorhaben für das Jahr 2026 vor. Im Mittelpunkt standen der Vielfaltstopf, die laufende Vielfaltserhebung, das Empowerment- und Mentoringprogramm sowie neue Ansätze des community-basierten Arbeitens.
In der Aussprache diskutierten die Delegierten die Auswahlverfahren der Empowerment-Programme, die Einbindung der Bundesarbeitsgemeinschaften in Community-Prozesse und die Weiterentwicklung der Vielfaltserhebung. Zudem wurde zur Teilnahme am Diversitätsrat am 28.08.2026 sowie am Vielfaltskongress vom 29.–30.08.2026 in Berlin geworben.
Sichtbarkeit verteidigen. Solidarität leben. Queere Rechte europaweit stärken
Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete der Antrag „Sichtbarkeit verteidigen”. Solidarität leben. Queere Rechte europaweit stärken“, der vom Präsidium eingebracht und einstimmig beschlossen wurde. Der Beschluss setzt ein klares Zeichen für die Verteidigung queerer Rechte in Europa und betont die Notwendigkeit internationaler Solidarität angesichts zunehmender Angriffe auf LSBTIQA*-Personen. Der Diversitätsrat beschloss konkrete Maßnahmen der Grünen zur Stärkung queerer Sichtbarkeit und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Dazu gehören die Unterstützung von Prides, insbesondere in Ostdeutschland, der Ausbau deutsch-polnischer Kooperationen mit den polnischen Grünen, Vernetzungs- und Austauschformate rund um das 25-jährige Jubiläum der Warschau Pride sowie Maßnahmen zum Community-Building und die stärkere Einbindung queerer Parteistrukturen.
BAG-Religionen wird Teil des Diversitätsrats
Der Diversitätsrat beschloss mit großer Mehrheit die Aufnahme der BAG-Religionen in das Gremium.
In der Debatte wurde die zunehmende Diskriminierung religiöser Minderheiten thematisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Partei ihre Strukturen weiterentwickeln kann, um die Perspektiven von Menschen einzubeziehen, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Diskriminierung oder Ausgrenzung erfahren. Es wurde auch darüber diskutiert, wie religiöse Vielfalt im Diversitätsrat sichtbarer gemacht und die Beteiligung bislang unterrepräsentierter religiöser Perspektiven gestärkt werden kann, ohne dabei die Religionen der Mehrheitsgesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen.
Durch den Beschluss wird die Beteiligung religiös vielfältiger Perspektiven im Diversitätsrat künftig gestärkt.
Für eine wirklich inklusive GRÜNE Partei
Einstimmig angenommen wurde auch der von der BAG-Behindertenpolitik initiierte Antrag „Für eine wirklich inklusive GRÜNE Partei“.
In der Debatte wurde deutlich, dass Menschen mit Behinderung innerhalb der Partei auf strukturelle Barrieren und ableistische Diskriminierung stoßen und in politischen Entscheidungsprozessen oft nicht ausreichend vertreten sind. Der Antrag bekräftigt den Anspruch von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Inklusion als Querschnittsaufgabe zu verstehen, und fordert eine stärkere Beteiligung von Menschen mit Behinderung an politischen Entscheidungen.
Konkret werden Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit, zur Stärkung von Unterstützungsangeboten und zum Abbau struktureller Hindernisse innerhalb der Partei gefordert.
Maßnahmen gegen strukturelle und geschlechtsspezifische Gewalt sowie Diskriminierung
Der Diversitätsrat hat Maßnahmen gegen strukturelle und geschlechtsspezifische Gewalt sowie Diskriminierung in Parteistrukturen beschlossen. Diese zielen insbesondere auf den Ausbau von Präventions- und Unterstützungsstrukturen, eine stärkere Sensibilisierung innerhalb der Partei sowie ein kontinuierliches Monitoring bestehender Maßnahmen ab. Damit sollen Erfahrungen von Betroffenen sichtbarer gemacht und diskriminierende Strukturen nachhaltig abgebaut werden.
Bereitstellung einer Informationsplattform und Dokumentation der Sitzungen und Tätigkeiten des Diversitätsrats
Zur Wahrnehmung der im Vielfaltsstatut und in der Geschäftsordnung festgelegten Aufgaben des Diversitätsrats soll im Grünen Netz eine interne Plattform eingerichtet werden. Auf dieser werden relevante Dokumente und Informationen zentral gebündelt und strukturiert zur Verfügung gestellt.
Feministische Führungskompetenz konsequent stärken
Abschließend zielt der Beschluss zur Stärkung intersektional feministischer Führungskompetenz in der Partei darauf ab, ein gemeinsames Verständnis von „Feminist Leadership“ unter Einbeziehung relevanter Gremien und externer Expertise zu erarbeiten und darauf aufbauend entsprechende Schulungsangebote für verschiedene Parteiebenen zu entwickeln.
Bericht des Vielfaltsreferats
Pegah Edalatian stellte die Arbeit des Vielfaltsreferats sowie dessen Vorhaben für das Jahr 2026 vor. Im Mittelpunkt standen der Vielfaltstopf, die laufende Vielfaltserhebung, das Empowerment- und Mentoringprogramme sowie neue Ansätze des community-basierten Arbeitens.
In der Aussprache diskutierten die Delegierten die Auswahlverfahren der Empowerment-Programme, die Einbindung der Bundesarbeitsgemeinschaften in Community-Prozesse und die Weiterentwicklung der Vielfaltserhebung. Zudem wurde zur Teilnahme am Diversitätsrat am 28.08.2026 sowie am Vielfaltskongress vom 29.–30.08.2026 in Berlin geworben.
Gemeinsam beim Impuls: Communities erreichen und einbinden
Im Anschluss an den Diversitätsrat nahmen zahlreiche Delegierte am “IM/PULS - Forum für Zukunft” teil. Das Vielfaltsreferat organisierte einen Workshop zum community-basierten Arbeiten und diskriminierungssensibles Freiwilligenmanagement und Mobilisierung.
Die Teilnehmenden diskutierten gemeinsam mit Karim El-Helaifi von den Neuen Deutschen Organisationen, wie vielfältige Grüne Communities besser erreicht und langfristig eingebunden werden können. Im Workshop „Freiwilligenmanagement 101” ging es zudem um diskriminierungssensibles Organizing, Engagementförderung und den Aufbau lokaler Strukturen.
Auch beim diesjährigen Diversitätsrat wurde deutlich: Vielfaltspolitik bleibt nicht bei Beschlüssen stehen, sondern braucht konkrete Strukturen, kontinuierlichen Austausch und Beteiligung.


