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Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

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35 grüne Jahre (6): GRÜNE in Aktion

Wie war es, als die Grünen in den Bundestag einzogen? Oder später regierten? Diese und andere prägende Meilensteine der Grünen Chronik werden hier in 35 Geschichten anlässlich unseres 35. Geburtstags in Erinnerung gerufen.

Kreativ und subversiv

Aktion für den in Abschiebehaft gehaltenen türkischen Flüchtling Cemal Altun, 15.7.1983 mit Lukas Beckmann (r.) und Wolf Biermann (l.).

Bundestagsabgeordnete, die tote Bäume ins Plenum tragen, Botschaften stürmen und Gleise blockieren, das ist neu für die bundesrepublikanische Öffentlichkeit. Während sich die etablierten Parteien auf Pressemitteilungen und Infotische konzentrieren, sorgen DIE GRÜNEN mit spektakulären politischen Aktionen für Aufsehen. Bis heute gehört die Zuspitzung politischer Botschaften in unkonventionellen symbolischen Aktionen und Bildern zum festen Repertoire grüner Kampagnen.

1983 sorgte der Fall Cemal Altun für deutschlandweite Proteste. Der 23 Jahre alte Kurde sollte an die Türkei ausgeliefert werden. Obwohl er ein anerkannter Asylbewerber war, hatte er 13 Monate in Abschiebehaft verbracht. Der türkische Staat behauptete, Altun sei an einem Attentat auf den türkischen Handelsminister beteiligt gewesen.

Am 15. Juli 1983 setzten sich Petra Kelly, Gert Bastian und Wolf Biermann daraufhin in einen Käfig und ketteten sich an den Zaun des Bundeskanzleramts. Wolfgang Wieland, seinerzeit Cemal Altuns Anwalt und heute Bundestagsabgeordneter der GRÜNEN, verhandelte mit dem damaligen Staatssekretär für Justiz, Klaus Kinkel. Aber es nützte alles nichts. Am 30. August 1983 sprang Cemal Altun aus einem Fenster des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg und nahm sich das Leben.

 

Hier geht es zu allen Episoden unserer Serie "Grüne Geschichte(n)".

Weitere Jahreszahlen und Grüne Ereignisse finden Sie in unserer Überblicks-Chronik.


Quelle Abb.: Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich Böll Stiftung