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Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

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Claudia Roth und Hanni Lévy sitzen an einem Tisch und sprechen miteinander. Im hintergrund sind Parteitagsdelegierte zu sehen.
Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth begrüßte die Holocaust-Überlebende Hanni Lévy auf dem grünen Parteitag. Foto: © Rasmus Tanck

"Widerstand ist Vermächtnis und Verpflichtung zugleich"

Am heutigen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begrüßten die GRÜNEN auf ihrem Parteitag die Holocaust-Überlebende Hanni Lévy.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth begrüßte Hanni Lévy am Samstagmorgen auf dem grünen Parteitag in Hannover:

„Der heutige Tag muss vor allem eines sein: Erinnerung. Am 27. Januar 1945, heute vor 73 Jahren stieß die Rote Armee ein Tor auf. Es war der Eingang zum monströsesten Ort in einem ohnehin monströsen System. Die Pforte zu einer Hölle namens Auschwitz. Dieses Mal würde das Tor nicht wieder verschlossen werden. Es blieb geöffnet. Es ermöglichte uns allen den schwierigen, aber nötigen Pfad zu Aufarbeitung und Versöhnung. Es war in diesem Moment, da zwei Worte ihren Ursprung fanden: Nie wieder.

Dieses 'nie wieder' aber setzt voraus, dass wir uns erinnern. Immer und immer wieder. Als Erinnern in die Gegenwart. Als Erinnern in die Zukunft. Und das ist heute wichtiger denn je. Hier sitzt Hanni Lévy. Eine unendlich beeindruckende Dame. Fast 94 Jahre jung. Aufrecht und zugewandt, humorvoll und nahbar, die allein durch ihre dramatische Lebensgeschichte etwas beweist, das wir ebenso wenig vergessen sollten. Dass es nämlich selbst in den dunkelsten Stunden Menschen gab, die Haltung bewiesen haben, tiefen Humanismus und echten Mut. Selbst in den dunkelsten Stunden gab es Widerstand. Auch der ist Teil unserer Geschichte, ist Vermächtnis und Verpflichtung zugleich. Widerstand ist möglich.

Hanni Lévy wurde 1924 geboren in Berlin. Ihren Vater verlor sie früh, er starb 1940 an den Folgen der Zwangsarbeit. Ihre Mutter starb nur zwei Jahre später, weil sie nur ganz mangelhaft ärztliche Versorgung bekommen hat. Ihre Großmutter starb im selben Jahr. Sie wurde nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Von da an war Hanni Lévy auf sich allein gestellt. Als Jüdin in einer Stadt, die sich bald schon rühmen würde, 'judenfrei' zu sein. Hanni Lévy tauchte unter und lebte fortan wie 7.000 andere, so genannte 'Unsichtbare', mitten in Berlin mit der ständigen Angst im Herzen, entdeckt zu werden. Und viele wurden entdeckt. Nur 1700 Menschen von ihnen überlebten. Hanni Lévy ist eine davon. Sie hat überlebt dank der bedingungslosen Hilfe von Menschen wie Elfriede Most, Grete Most, Viktoria Kolzer.“

Heute sprach Hanni Lévy auf dem grünen Parteitag: