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Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

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Annalena Baerbock und Robert Habeck stehen auf der Parteitagsbühne und klatschen in die Hände.
Annalena Baerbock und Robert Habeck sind die neuen Parteivorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Foto: © Dominik Butzmann

Grüner Generationswechsel: Parteitag wählt Vorstand neu

Die GRÜNEN leiten den Generationswechsel ein: Annalena Baerbock und Robert Habeck wurden am Samstag auf dem Parteitag in Hannover als neue Vorsitzende gewählt. Auch Bundesvorstand und Parteirat wurden neu gewählt.

Wahlen Bundesvorstand

Annalena Baerbock steht am Redepult auf der Parteitagsbühne.
Annalena Baerbock ist Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Foto: © Rasmus Tanck

Annalena Baerbock wurde mit 64,45 Prozent zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. „Was unsere Partei bei aller Zukunftsmusik niemals verlernen sollte, ist die Welt zu beschreiben, wie sie ist, auch wenn es weh tut. Jede gute Politik beginnt damit, wenn man Realitäten anerkennt, damit man sie ändern kann.“ eröffnete Baerbock ihre Bewerbungsrede. Mit Blick auf die Popularität ihres möglichen Ko-Vorsitzenden Robert Habeck fügte sie hinzu: „In einer Zeit, wo wir 100 Jahre Frauenwahlrecht haben und im Bundestag die Frauen nur noch an ein paar Händen abzuzählen sind, wählen wir hier heute nicht nur die Frau an Roberts Seite, sondern die neue Bundesvorsitzende.“ Weitere Schwerpunkte ihrer Rede waren die Stärkung der Europäischen Union, soziale Gerechtigkeit, der Einsatz für den Familiennachzug und die Bekämpfung der Klimakrise: „Die Klimakrise ist die größte Bedrohung unseres Planeten. Da kann man noch so oft die Klimaziele als unverbindlich erklären. Die Arktis schmilzt sehr verbindlich, liebe Union und liebe SPD!“ Anja Piel, die sich ebenfalls als Bundesvorsitzende bewarb, erhielt 34,78 Prozent der Stimmen.

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Biografie Annalena Baerbock

Annalena Baerbock, geb. 1980 in Hannover, verheiratet, zwei Töchter, ist Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

"Gemeinsam ein bisschen die Welt verbessern. Daran wirken wir alle mit. Ob beim liebevollen Aufziehen der eigenen Kinder oder der Pflege Älterer, beim Fahren des Busses, damit die anderen zur Arbeit kommen, oder beim Bau der neuen Solaranlage. Ob beim Einsatz gegen Rechts oder als Helferin im Katastrophengebiet – zu Hause oder in der Ferne. Für diese zigtausend kleinen und großen Gesten des Miteinanders einen nachhaltigen Rahmen zu schaffen, dazu möchte ich als Politikerin beitragen. Leitmotiv dafür ist für mich noch immer: Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt.

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf südlich von Hannover zog es mich zunächst in größere Städte. Ich studierte in Hamburg Politikwissenschaft sowie Öffentliches Recht und machte in London einen Master im Völkerrecht an der LSE. Nach einigen Zwischenstopps u.a. in Straßburg beim Europarat sowie beim British Institute of International and Comparative Law arbeitete ich von 2005 bis 2008 als Referentin für die Brandenburger Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter in Brüssel und Potsdam. Danach ging es für ein Jahr in die Grüne Bundestagsfraktion als Referentin für Außen- und Sicherheitspolitik. Von 2009 bis 2013 war ich Landesvorsitzende der Brandenburger GRÜNEN. Ende 2012 wurde ich zudem in den Parteirat unserer Bundespartei gewählt. Als grüne Spitzenkandidatin für Brandenburg zog ich 2013 in den Deutschen Bundestag ein und wurde 2017 wieder gewählt.

Politisch kam ich vor allem über die Europapolitik zu BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und nach Brandenburg. Im Europawahlkampf 2004 lernte ich nicht nur meinen heutigen Ehemann kennen, sondern fand bei den Brandenburger GRÜNEN auch meine politische Heimat. Thematische Schwerpunkte meiner Arbeit als Bundestagsabgeordnete sind die Klimapolitik und die Europapolitik. Ich setze mich dafür ein, dass Deutschland seiner internationalen Verantwortung endlich wieder gerecht wird und die Energiewende zu einem Erfolg führt. Als leidenschaftliche Europäerin ist es mir zudem ein Anliegen, daran mitzuwirken, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht nur in Deutschland, sondern gerade auch in Europa nicht weiter auseinander geht."

Bewerbungsschreiben von Annalena Baerbock

Hier findest Du das Bewerbungsschreiben von Annalena Baerbock.

Robert Habeck redet auf der Parteitagsbühne.
Robert Habeck ist Parteivorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Foto: © Rasmus Tanck


Robert Habeck wurde mit 81,33 Prozent zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt.
Der frisch gewählten Parteivorsitzenden Baerbock zugewandt begann er: „Annalena, was für ein Auftritt! Vielleicht habe ich ja Glück und darf der Mann an Deiner Seite sein.“ In seiner Bewerbungsrede forderte er seine Partei auf, vom Zentrum aus zu denken und niemanden gehen zu lassen. Habeck sieht eine Kluft zwischen zwischen dem Gefühl in der Gesellschaft und der Verhaltensstarre in der Politik. Es brauche Umverteilung und eine härtere Versteuerung von Kapital und von Vermögen wenn wir wollten, dass sich Menschen an den Rändern nicht verabschieden. Dazu gehöre auch, Menschen ihre Meinung zu lassen und sich trotzdem für das Gemeinsame einzusetzen: „Dann geben wir Halt und Orientierung ohne die Suche nach vorne aufzugeben.“ Es gelte weiter: Zukunft wird aus Mut gemacht. Machen heiße, sich einzumischen und daraus entstehe irgendwann auch Macht: „Ich will zurück zum Optimismus des Anfangs und zu der Bereitschaft, sich einzumischen. Und der Anfang ist immer die Gegenwart. Machen wir sie zu unserer Zeit.“

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Biografie Robert Habeck

Robert Habeck, geb. 1969 in Lübeck, verheiratet, vier Söhne, ist Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

"Schriftsteller, Vater, Parteivorsitzender in Schleswig-Holstein, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Landtag und Minister, das alles war ich. Aber zu dem, was ich bin, hat mich mehr gemacht: Die Natur, die ich erlebte, die Bücher, die ich las, die Menschen, denen ich begegnete.

Schreiben war mein Leben, bevor Politik es wurde. Zusammen mit meiner Frau, Andrea Paluch, teilte ich mir Beruf und alles rund um die Kinder. Wir schrieben unsere Bücher zusammen und ich vermute, wir haben exakt gleich viele Windeln gewechselt.

Ohne Politik wäre es bequemer gewesen. Ich hatte mich gemütlich eingerichtet in meinem Leben, hatte viele Kinder um mich, schrieb Bücher. Aber ich hatte mich eingeigelt, und begann, auf die blöden Politiker zu schimpfen. Und dann raffte ich mich auf, fuhr zu einer grünen Mitgliederversammlung und kam als Kreisvorsitzender zurück. Seitdem bin ich Politiker mit Haut und Haar.

Seit 2012 bin ich Draußenminister. Als Minister bin ich im Grunde für alles verantwortlich, was draußen ist: Meer, Deiche, Moore, Weiden, Wälder, Kühe und Schweine, Schweinswale und Wölfe, Stromtrassen, Atomkraftwerke, Windkraftanlagen. Das Ministerium, das ich leite, vereint alle klassisch grünen Themen. Die meisten von ihnen stehen im Widerstreit. Landwirtschaft gegen Umwelt, Fischerei gegen Meeresschutz, Küstenschutz gegen Nationalpark, Energiewende gegen Umwelt. Aber hier liegt der Sinn von Politik: um die richtige Lösung ringen. Verantwortung und Idealismus widersprechen sich dabei nicht, sie bedingen sich.

Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen und der womöglich gar nicht mehr so großen Koalition macht sich politische Ratlosigkeit breit. Diese politische Lethargie zu knacken und die großen politischen Aufgaben anzugehen, das ist unsere Aufgabe! Und weil ich nicht damit zufrieden bin, wenn andere regieren, habe ich für den Bundesvorsitz kandidiert und möchte jetzt als Bundesvorsitzender gemeinsam mit allen Engagierten die Grünen zu einem kraftvollen Bündnis machen."

Bewerbungsschreiben von Robert Habeck

Hier findest Du das Bewerbungsschreiben von Robert Habeck.


Michael Kellner wurde mit 74,19 Prozent zum Politischen Bundesgeschäftsführer wieder gewählt.
In seiner Rede bezeichnete er die GRÜNEN als „Anti-Egal-Partei“, die der Mehrheit ein Angebot für gleiche Rechte und für Europa mache. Dabei dürfe niemand zurück gelassen werden. Deutschland gehe es gut, aber nicht allen Menschen in Deutschland gehe es gut: „Das gesellschaftliche Klima kühlt ab. Zukunftsängste machen sich breit. Politik ist für die Menschen da. Sie ist da, um Hoffnung zu geben und Ängste zu nehmen.“ Während Kellners Amtszeit verzeichneten die GRÜNEN einen Zuwachs von über 6.000 Mitgliedern auf einen neuen Höchststand von über 65.000 Mitgliedern. Er wolle, dass die Partei weiter wachse und dabei gerade der Osten unterstützt werde. Dabei möchte er die Beteiligungsmöglichkeiten für Mitglieder weiter ausbauen und mit der Partei gemeinsam den Weg zu einem neuen Grundsatzprogramm gehen.


Benedikt Mayer wurde mit 9
4,03 Prozent zum Bundesschatzmeister wieder gewählt. Er machte deutlich, dass solides Wirtschaften für die Partei wichtig sei und ist nach dem Ausscheiden von Cem Özdemir nunmehr das dienstälteste Mitglied im neuen Bundesvorstand.


G
esine Agena wurde mit 92,07 Prozent als stellvertretende Bundesvorsitzende gewählt und ist weiterhin frauenpolitische Sprecherin der Partei. Da sie vor wenigen Wochen Mutter geworden ist, konnte sie selber nicht auf dem Parteitag sein und wurde von Toni Hofreiter vorgestellt, der ihre Arbeit der letzten Jahre lobte: „Gesine hat dafür gesorgt, dass wir GRÜNE eine enge Verbindung zur jungen, feministischen Bewegung haben.“ Eine feministische Politik sei immer eine Politik, die für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft sorge und dafür stehe auch Gesine Agena, so Hofreiter. Besonders hob er außerdem Agenas Einsatz für Flüchtlinge und gegen Rechtsextremismus hervor.


Jamila Schäfer
wurde mit 55,03 Prozent ebenfalls als stellvertretende Bundesvorsitzende gewählt und wird gleichzeitig europäische und internationale Koordinatorin. „Lasst uns vor allem die jungen Menschen davon überzeugen, für Europa zu kämpfen.“ rief die 24-jährige in ihrer Rede den Parteitagsdelegierten zu. Beteiligung sei das beste Mittel gegen Demokratieverdrossenheit und Rechtspopulismus: „Bei uns kann man eintreten, um erst Europa und dann die Welt zu retten und das kann ich nur jedem empfehlen.“ Besonders wichtig sei es ihr dabei, den Schwächsten zu helfen, statt sie gegeneinander auszuspielen. „Ich will, dass wir auch noch in 50 Jahren und darüber hinaus auf diesem Planeten friedlich und solidarisch gemeinsam leben können.“ Anna Cavazzini, die sich ebenfalls als stellvertretende Bundesvorsitzende bewarb, erhielt 43,21 Prozent der Stimmen.

 

Biografien, Kontaktdaten und Pressebilder

Hier gibt es alle Informationen zum neu gewählten Bundesvorstand.

Fünf Menschen stehen auf einer Bühne.
Unser neuer Bundesvorstand: Michael Kellner, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Jamila Schäfer und Benedikt Mayer. (v.l., nicht auf dem Foto: Gesine Agena)  Foto: © Rasmus Tanck

Wahlen Parteirat

Viele Menschen stehen auf einer Bühne.
Unser neugewählter grüner Parteirat. Foto: © Rasmus Tanck

In den neuen sechszehnköpfigen Parteirat wurden gewählt: Katja Dörner, Katrin Göring-Eckardt, Katharina Fegebank, Sigi Hagl, Britta Haßelmann, Madeleine Henfling, Anton Hofreiter, Ska Keller, Erik Marquardt, Christian Meyer, Omid Nouripour, Jutta Paulus, Malte Spitz. Die beiden Bundesvorsitzenden, Annalena Baerbock und Robert Habeck, sowie der Politische Bundesgeschäftsführer, Michael Kellner, gehören dem Gremium aufgrund ihres Amtes an.

Die Bewerbungsreden für den Parteirat als Videos gibt es im grünen youtube-Kanal.

Wahlen Bundesschiedsgericht

Dem neuen Bundesschiedsgericht gehören an: Hartmut Geil (Vorsitzender), Anna von Notz (stellvertretende Vorsitzende), Paula Riester (Beisitzerin), Jessika Hazrat (stellvertretende Beisitzerin), Axel Schwätter (stellvertretender Beisitzer).