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Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

Hauptinhalte

Text auf grünem Hintergrund: "Neue Zeiten. Neue Antworten. Feminismus wird Programm."
Foto: © gruene.de

Feministischer Zukunftskongress

Wir laden Euch herzlich zur diesjährigen Bundesfrauenkonferenz ein, die am 7. und 8. September 2018 in Leipzig stattfinden wird. Mit dabei sind unter anderem Sookee, Anne Wizorek, Kübra Gümüşay, Stina Werenfels, Charlotte Wiedemann, Ilse Lenz, Steffi Lohaus und viele grüne Feministinnen.

Hier geht es zum Bericht der Bundesfrauenkonferenz 2018 in Leipzig.

Ob Aufhebung des §219a oder #Metoo – über Feminismus, sexuelle Selbstbestimmung und Sexismus wird debattiert. Das ist gut und wichtig. Doch gleichzeitig werden antifeministische Parolen in ganz Europa laut und hart erkämpfte Frauenrechte in Frage gestellt.

Die Bundesfrauenkonferenz ist nach dem Startkonvent der nächste große Meilenstein auf dem Weg zum neuen grünen Grundsatzprogramm. Zwei Tage lang werden wir hier diverse, kontroverse und zukunftsweisende Debatten zu aktuellen und grundsätzlichen feministischen Fragestellungen führen.

Auswahl feministischer Fragen

• Wie stellen wir sicher, dass unser Feminismus sich inklusiv weiterentwickelt und alle Frauen – ob mit Behinderung oder ohne, egal welcher Hautfarbe, sexuellen Identität, zugeschriebener Herkunft oder Religion – einbezieht?

• Wie können wir (die überwiegend von Frauen geleistete) unsichtbare Arbeit sichtbar machen, angemessen honorieren und Arbeit gerecht zwischen den Geschlechtern verteilen?

• Wie können wir die Veränderungen durch Digitalisierung im Arbeits- und Lebensalltag so gestalten, dass sie eine Chance bieten für eine lernende, geschlechtergerechte und solidarische Gesellschaft?

• Wie stellen wir sicher, dass Frauen selbstbestimmte Akteurinnen in Fragen der Reproduktionsmedizin bleiben/werden?

Wie kann eine internationale Care-Politik aussehen, die nicht zulasten von Frauen und Kindern in weniger wohlhabenden Ländern geht?

Hier ist der Ort, an dem wir mit euch diskutieren, Feminismus weiterentwickeln und queer-feministische Errungenschaften feiern. Hier ist die Gelegenheit für feministische Vernetzung von Politik und Zivilgesellschaft.

Wir freuen uns auf Dich und eine feministische, bunte und politische Konferenz!

Programm

FREITAG, 07. SEPTEMBER 2018

Das ist unsere Zeit

Feminismus ist aktuell. Feminismus ist vielfältig. Feminismus ist in Bewegung. Feminismus bringt Strukturen ins Wanken. Gemeinsam mit Feminist*innen aus Medien, Kultur und Politik wollen wir am Freitag diskutieren und feiern!

16:00 Uhr Anmeldung und Ankommen


17:00 Uhr

Begrüßung
• Gesine Agena, stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grußwort der GRÜNEN Sachsen
• Christin Melcher, Landesvorstandssprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen

Talk
• Claudia Roth, MdB: Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags
• Sookee, Rapperin

18:00 Uhr Podiumsdiskussion "Welcher Feminismus? Streit. Bewegung. Zukunft."
• Gesine Agena, stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
• Kübra Gümüşay, Journalistin, Bloggerin und Aktivistin
• Prof. Dr. Ilse Lenz, Soziologin
• Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
• Charlotte Wiedemann, Autorin und Journalistin

19:30 Uhr Pause und Buffet

20:30 Uhr Feministischer Rap von Sookee

21:00 Uhr Verleihung des "Green Pussyhat" - Der grün-feministische Preis

• Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

22:00 Uhr Musik und Party mit DJane Charly



SAMSTAG, 8. SEPTEMBER 2018

Feminismus wird Programm

Auf dem Weg zum neuen grünen Grundsatzprogramm führen wir in den Workshops diverse, kontroverse und zukunftsweisende Debatten zu aktuellen und grundsätzlichen feministischen Fragestellungen.

08:30 Uhr Anmeldung und Ankommen
08:30 Uhr Yoga für Frühaufsteherinnen
(parallel zur Anmeldung)

09:30 Uhr Begrüßung
• Gesine Agena, stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
• Katja Meier, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen
• Terry Reintke, MdEP

10:00 Uhr Feminist Analytics: Konfliktlinien und Spannungsfelder

„#metoo & what to do: Prävention von sexualisierter Gewalt“
• Dr. Mithu Sanyal, Journalistin und Autorin

„Grenzenlos feministisch. Frauen, Flucht und Seenotrettung“
• Armaghan Naghipour, Anwältin für Migrationsrecht

„Daumen runter für Sexismus: Strategien gegen Antifeminismus im Netz“
• Anne Wizorek, Autorin und Beraterin für digitale Medien

„Feminismus und Religion: (Wie) geht das zusammen?!“
• Dr. Meltem Kulaçatan, Religionspädagogin und Politikwissenschaftlerin

„Karrierefrauen, Supermütter, Selbstoptimiererinnen: Lasst uns über Kapitalismus reden!“
• Luise Meier, Autorin

„Intersektional und solidarisch: Von der Theorie in die Praxis.“
• Stefanie Lohaus, Mitherausgeberin des Missy Magazine

10:45 Uhr Pause

11:00 Uhr Infostationen zum Grundsatzprogramm

„Was hat der Klimawandel mit Feminismus zu tun? Wie funktionieren Algorithmen in Bezug auf Geschlecht?“ An sechs Info-Stationen erfährst du mehr über das Grundsatzprogramm und kannst dich einbringen.

Cluster 1: Ökologie
Lisa Badum, MdB

Cluster 2: Wirtschafts- und Sozialpolitik
Claudia Müller, MdB

Cluster 3: Digitalisierung
Madeleine Henfling, MdL

Cluster 4: Wissensgesellschaft und Bioethik
Katrin Langensiepen, Sprecherin BAG Behindertenpolitik
Sandra Detzer, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg

Cluster 5: Außen- und Europapolitik
Sara Nanni, Sprecherin BAG Frieden und Internationales

Cluster 6: Vielfältige Gesellschaft
Ricarda Lang, Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND

11:00 Uhr Feminismus für Anfängerinnen und Fortgeschrittene

Our Favorite F-Word – Warum wir Feminismus brauchen

11:00 – 12:00

• Mariella Kessler, Frauen-, Inter-, Trans- und Genderpolitische Sprecherin Grüne Jugend
• Ami Lanzinger, Grüne Jugend Bayern

Wir leben im 21. Jahrhundert, das Frauenwahlrecht feiert seinen 100. Geburtstag und der Auftrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik ist in unserer Verfassung verankert. Ist damit nicht schon alles erreicht und Feminismus vielleicht überflüssig geworden? Nein. Lohnunterschiede, Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen oder tief verankerte Geschlechterrollen zeigen uns, dass der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht beendet ist. Was bedeutet in der heutigen Zeit also Feminismus? Wie hat er sich entwickelt und warum brauchen wir feministische Perspektiven heute noch so dringend? Gemeinsam wollen wir grundlegenden Fragen wie der Bedeutung des Geschlechterverhältnisses und feministischer Kämpfe nachgehen.

Müssen wir das Rad immer neu erfinden? Austausch über Feminismus verschiedener Generationen

11:00 – 12:00

• Anne Wizorek, Autorin und Beraterin für digitale Medien
• Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
• Charlotte Blücher, Sprecherin Grüne Jugend Sachsen

„Altfeministinnen“ und „Jungfeministinnen“ – diese Bezeichnungen dienen als Symbole innerfeministischer Konflikte. Doch wie sehen Unterschiede zwischen Feministinnen verschiedener Generationen tatsächlich aus und lässt sich eine solche Grenze anhand des Alters überhaupt ziehen? In diesem informellen Gespräch möchten wir Frauen aus verschiedenen Generationen miteinander ins Gespräch bringen. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben wir hinsichtlich unserer Erfahrungen, Problemlagen und politischen Ziele? Was verbindet uns und wie können wir voneinander lernen? Welchen Feminismus brauchen und wünschen wir uns heute eigentlich?

12:00-14:00 Uhr Mittagessen

12:30 Uhr Workshops

Neue Schutzstandards für Frauen? Rechtsnormen vor und nach der Ratifizierung der Istanbul-Konvention aus europapolitischer Sicht

12:30 – 13:30
Neue Schutzstandards für Frauen? Rechtsnormen vor und nach der Ratifizierung der Istanbul-Konvention aus europapolitischer Sicht

• Sibylle Steffan (Moderation), Sprecherin BAG Europa
• Anna Cavazzini, Sprecherin BAG Europa
• Dr. Heike Rabe, Deutsches Institut für Menschenrechte

Mit dem Inkrafttreten des „Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt“ im Februar diesen Jahres ist Deutschland völkerrechtlich an die Istanbul-Konvention gebunden. Ihre Umsetzung bedeutet nicht nur die Anpassung deutscher Gesetze an die Konvention, sondern auch die Sicherstellung einer schutzgewährenden Infrastruktur, z.B. durch Frauenhäuser, Beratungsstellen oder die Möglichkeit zur anonymen Beweissicherung nach geschlechtsspezifischer Gewalt. Doch welche neuen Schutzstandards schaffen diese Anforderungen tatsächlich in der Praxis? Und wie hängt ihre Effektivität eigentlich mit der europapolitischen Debatte zusammen, in der die Konvention oft unter dem Stichwort „Gender-Wahn“ denunziert wird?

Frauen mit Behinderung – Selbstbestimmt leben

12:30 – 14:15
Frauen mit Behinderung – Selbstbestimmt leben

• Katrin Langensiepen, Sprecherin BAG Behindertenpolitik
• Stina Werenfels, Regisseurin

Inklusion ist in aller Munde. Dennoch werden Menschen mit Behinderung in ihrer sexuellen Selbstbestimmung oftmals eingeschränkt oder diskriminiert; häufig werden sie von Kindheit an als Personen ohne selbstbestimmte Sexualität behandelt. Gemeinsam möchten wir Ausschnitte aus dem Film „Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ (Presseheft) anschauen und mit der Regisseurin des Films, Stina Werenfels, diskutieren. Bei Anmeldung zu diesem Workshop wird ein Link zum vollständigen Film bereitgestellt.

Sexism sells? Vernetzungstreffen zu kommunalpolitischen Strategien gegen sexistische Werbung

12:30 – 13:30
Sexism sells? Vernetzungstreffen zu kommunalpolitischen Strategien gegen sexistische Werbung

• Dr. Gesine Märtens, Gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion Leipzig
• Mitglieder des AK Frauen- und Gleichstellungspolitik

Ein lasziv geöffneter Mund, um Hotdogs zu verkaufen, nackte Frauenkörper, um Autos oder Pizza zu bewerben – all das ist eher Norm als Ausnahme im öffentlichen Raum. Frauen werden dadurch auf genormte Vorstellungen eines Idealkörpers reduziert, der unabhängig vom beworbenen Produkt die Attraktivität desselben steigern soll. In Leipzig ist es gelungen, das Verbot sexistischer Werbung in die relevanten kommunalen Satzungen und Verträge aufzunehmen, sodass Werbung im öffentlichen Raum durch die Stadtverwaltung verboten werden muss, wenn sie sexistisch ist. Eine zentrale Rolle in der Erzielung dieser Regelung spielten hierbei der Kreisverband Leipzig und die grüne Stadträtin Gesine Märtens. Auch in anderen Städten werden Grüne aktiv.

In diesem kurzen Vernetzungstreffen werden Gesine Märtens und Mitglieder des AK Frauen- und Gleichstellungspolitik über ihre Vorgehensweise informieren, diskutieren und andere Kreisverbände und Interessierte über politische Strategien für ein Verbot sexistischer Werbung auf der kommunalen Ebene beraten.

Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Antifeminismus

13:00 – 15:30
Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Antifeminismus

• Judith Rahner, Amadeu Antonio Stiftung
• Britta Haßelmann, MdB
• Katja Meier, MdL

Eine aggressive und lautstarke rechte Minderheit betreibt die zunehmende Radikalisierung von Denken, Sprache und Handeln in unserem Land. Der Hass, der dabei verbreitet wird, trifft Engagierte in Initiativen, Kommunen, Bund und Ländern. Der erstarkende Rechtspopulismus geht dabei fast immer mit Antifeminismus Hand in Hand und arbeitet am gesellschaftlichen Rollback. Die Erscheinungsform ist vielfältig: als Fraktion in unseren Parlamenten, als Initiative auf der Straße (sogenannter „Frauenmarsch“) und als Troll-Netzwerke im Internet. Wie begegnen wir der Herausforderung ohne die Agenda der anderen zu befördern? Gemeinsam mit Judith Rahner, Britta Haßelmann und Katja Meier könnt ihr diskutieren, Erfahrungen austauschen und Strategien erarbeiten.

Trans*form – Frausein in unserer Gesellschaft

16:00 ­– 17:00
Trans*form – Frausein in unserer Gesellschaft

• Rita Nowak, Sprecherin der BAG Lesbenpolitik
• Tanja Lindner, Leiterin „Lili Marlene – Transidenten Lebenshilfe“, Dortmund

Insbesondere transgeschlechtlichen Frauen wird – auch aus feministischen Kreisen – oft abgesprochen, „echte“ Frauen zu sein. Sie sehen in transgeschlechtlichen Frauen eine Gefahr für Gleichberechtigung oder Weiblichkeit an sich. Wir wollen mit euch über die Selbstdefinition von Geschlecht sprechen, stellen Fragen zum „Schubladendenken“ und wollen insbesondere über Queerfeminismus aus Sicht von Trans*-Personen diskutieren.

Trust Women – Sexuelle Selbstbestimmung

13:00 – 14:30
Trust Women – Sexuelle Selbstbestimmung

• Ulle Schauws, MdB
• Katja Krolzik-Matthei, Sozialpädagogin und Sexualwissenschaftlerin
• Dr. Viola Hellmann, Gynäkologin

Trust women – Frauen vertrauen! Das muss insbesondere dann gelten, wenn es um das fundamentale Recht geht, selbst über den eigenen Körper zu entscheiden. Sind Frauen schwanger, wird ihnen dieses Recht jedoch immer noch abgesprochen. Aktuell zeigen das die Debatten um die Paragrafen 218 und 219a StGB. Wir fragen: Wie stellen wir uns politisch und strategisch in dieser polarisierten Debatte um Schwangerschaftsabbrüche auf? Meinen wir mit "mein Körper, meine Entscheidung!“ alle das Gleiche oder Unterschiedliches? Wie steht es um die Versorgungslage von Frauen rund um Schwangerschaft und Geburt? Wie steht es um Beratungsstellen und in welchen Bereichen brauchen wir einen Ausbau der Beratung?

Ideen bewegen: Changemakerinnen in Podcast und Vlogs

12:30 – 13:30
Ideen bewegen: Changemakerinnen in Podcast und Vlogs

• Tatiana Braun, Creative Producerin „dasprogramm“

In diesem Workshop möchten wir inspirierende Changemakerinnen vorstellen: Mit unserem Podcast #ideenbewegen schaffen wir eine Plattform für gute Nachrichten und treffen mutige Menschen, Visionär*innen, Querdenker*innen und Nonkonformist*innen, mit denen wir uns auf eine Reise in eine bessere Zukunft begeben. Was treibt sie an? Was inspiriert sie und woher schöpfen sie ihren Mut? Und vor allem: wie lautet ihre gute Nachricht? Außerdem zeigen wir, wie komplexe und aktivistische Themen filmisch umgesetzt werden können. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen möchten wir in kleinen Gruppen und auf spielerische Weise Ideen für Medienformate entwickeln, die interessanten Frauen eine Stimme geben.

Mehr Wertschätzung für Care-Berufe – Hebammenarbeit sichern

14:00 – 15:00
Mehr Wertschätzung für Care-Berufe – Hebammenarbeit sichern

• Kordula Schulz-Asche, MdB, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik
• Mareike Engels, MdHB, Sprecherin der BAG Frauenpolitik
• Petra Tremel, Hebamme

Hebammen, Erzieherinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen - noch immer ist der Frauenanteil in diesen Berufen sehr hoch. Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen sind alles andere als angemessen. Auch deshalb arbeiten hier sehr viele in Teilzeit und die Verweildauer im Beruf ist kurz. Altersarmut ist damit vorprogrammiert. Wie können wir zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufwertung von Care-Berufen kommen?

Beispielhaft zeigen sich die Probleme bei der Arbeit von Hebammen. Nur mit Hebammen gibt es gute Geburtshilfe. Mit ihnen kann das Recht von Frauen auf die freie Wahl des Geburtsortes, eine selbstbestimmte Geburt und einen guten Start ins Familienleben verwirklicht werden. Die Versorgung und ihre hohe Qualität muss flächendeckend gesichert sein. Auch sollten Hebammen nicht wegen unzumutbaren Versicherungskosten, schlechter Bezahlung oder schlechten Arbeitsbedingungen ihren Beruf aufgeben müssen. Doch bereits heute finden viele Frauen in Deutschland nach nur wenigen Schwangerschaftswochen keine Hebamme für die Wochenbettbetreuung mehr. Wie schaffen wir es die Versorgung mit Hebammenleistungen im gesamten Land sicherzustellen?

Gleichzeitig steigen die professionellen Anforderungen an die Care-Berufe, auch an den Hebammenberuf – Stichwort: Akademisierung. Wie sichern wir einen gerechten Zugang aller zu Gesundheit und Bildung? Wie schaffen wir es die gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufe ganz oben auf die Agenda der Gesundheitspolitik zu stellen?

Sicherer mit dem Smartphone surfen

14:00 – 15:30
Sicherer mit dem Smartphone surfen

• Ephi, Informatikerin

Ihr seid öfter mit eurem Smartphone im Internet unterwegs und habt euch schon mal gefragt, wie sicher eure Daten dabei sind? In diesem Workshop werden wir uns anschauen, welche Daten im Hintergrund herumgeschickt werden und welche Möglichkeiten es gibt, sich davor zu schützen.
Der Workshop ist darauf angelegt praktisch am eigenen Smartphone auszuprobieren, also kommt gern mit eurem Smartphone vorbei. Der Workshop ist für Android- und iOS-Smartphones geeignet und es ist kein technisches Vorwissen nötig.

Intersektionalität – Die 4. Welle des Feminismus

14:30 – 15:30
Intersektionalität – Die 4. Welle des Feminismus

• Dr. Ines Kappert, Leitung Gunda-Werner-Institut
• Stefanie Lohaus, Herausgeberin Missy Magazine

Feminismus ist wieder im Aufwind. Trotzdem gibt es wie immer viele innerfeministische Debatten und auch Kämpfe. Gefeiert und umstritten sind derzeit Feminismen, die Mehrfach-diskriminierungen in den Blick nehmen. Für sie scheidet sich die Gesellschaft nicht mehr vor allem in Frauen und Männer, sondern in Frauen mit und ohne finanziellem oder kulturellem Kapital, mit und ohne Behinderungen, people of color etc. Sie grenzen sich damit klar vom sogenannten Differenzfeminismus oder Gleichstellungsfeminismus ab. Worin besteht der Konflikt? Was steht auf dem Spiel? Wie lässt sich ein inklusiver Feminismus in Realpolitik übersetzen? Diese und andere Fragen möchten wir mit euch diskutieren.

Feministischer Stadtrundgang – Leipzig, die Wiege der deutschen Frauenbewegung

14:00 – 15:30 Außenbereich -Treffpunkt: Eingangshalle der Museen im GRASSI
Feministischer Stadtrundgang – Leipzig, die Wiege der deutschen Frauenbewegung

• Gerlinde Kämmerer, Dipl.-Kulturwissenschaftlerin und Gästeführerin

Vor 150 Jahren wurde in Leipzig der Allgemeine Deutsche Frauenverein gegründet. Auf den Spuren der Begründerinnen der ersten deutschen Frauenbewegung, deren Mitstreiterinnen und der Töchtergeneration bietet Gerlinde Kämmerer einen historischen Stadtspaziergang an. Hier werden Personen, Gebäude, Denkmäler, Straßennamen in ihrer Beziehung zur Leipziger Frauengeschichte, dazu Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt in Vergangenheit und Gegenwart vorgestellt.

Feminismus und Religion – Grüne Positionen

15:30 – 16:30
Feminismus und Religion – Grüne Positionen

• Bettina Jarasch, MdA
• Hasret Karacuban, Sprecherin BAG Migration

Religion und Feminismus stehen seit jeher in einem Spannungsverhältnis, gleichzeitig ist religiöses Leben in Gemeinschaften ohne das Engagement von Frauen kaum denkbar. Unsere von religiös-weltanschaulicher Pluralität geprägte Gesellschaft steht zudem vor der Herausforderung, klar zwischen Religionskritik und Rassismus zu differenzieren. Insbesondere im Blick auf den Islam werden diese Fragen zurzeit heftig diskutiert. Wir wollen mit Blick auf den Grundsatzprogrammprozess diskutieren, wie eine differenzierte Position aussehen kann und wie Religiosität und Feminismus zusammengehen können.

Let´s Talk – Feministische Streitfragen

14:30 – 15:30
Let´s Talk – Feministische Streitfragen

• Dr. Meltem Kulaçatan, Religionspädagogin und Politikwissenschaftlerin
• Lisa Badum, MdB
• Kattrin Bauer, Referentin für Frauenpolitik Bundestagsfraktion
• Sandra Hildebrandt, Mitglied im Präsidium des Bundesfrauenrats

Wie können in der weißen Mehrheitsgesellschaft Probleme in marginalisierten Gruppen benannt und diskutiert werden, ohne dabei zu stigmatisieren? Diskussionen darüber haben die Kraft Initiativen zu sprengen und Bündnisse zu erschweren. Werden beispielsweise patriarchale Strukturen in migrantischen Communities benannt, gibt es teils berechtigte, teils reflexhafte Rassismusvorwürfe. Wie können Feministinnen solidarisch und produktiv über Religion, Kultur und Zusammenleben streiten? Wie können wir unterschiedliche Ansichten aushalten und welche Grenzen gibt es?

Emanzipatorischer Wind aus dem Osten? Feministische Perspektiven aus und auf Ostdeutschland

15:30 – 16:30
Emanzipatorischer Wind aus dem Osten? Feministische Perspektiven aus und auf Ostdeutschland

• Monika Lazar, MdB
• Simone Schmollack, Journalistin und Sachbuchautorin

In der Diskussion um aktuelle Problemlagen in der Gleichstellung der Geschlechter zeigen sich oft Diskrepanzen zwischen den alten und neuen Bundesländern. In Folge der unterschiedlichen Traditionen in Ost- und Westdeutschland scheinen frauenpolitische Ziele im Osten immer ein Stück greifbarer: Bessere Kitabetreuung, ein geringerer Gender Pay Gap, ein schnellerer Wiedereinstieg in den Beruf, vollzeitnahe Arbeitszeiten und höhere Renten bei Frauen. Gleichzeitig sind Ostdeutsche in Politik und Wirtschaft oft unterrepräsentiert: Nur vier Ostdeutsche sitzen in den Vorständen der 30 Dax-Konzerne – und drei von ihnen sind Frauen. Wie sind diese Tatsachen aus feministischer Perspektive zu bewerten? Und was können wir für unsere feministischen Kämpfe eigentlich aus Ostdeutschland lernen?

Leihmutterschaft: Zwischen Kinderwunsch und Service

12:30 – 14:00
Leihmutterschaft: Zwischen Kinderwunsch und Service

• Peggy Piesche, Referentin Gunda-Werner-Institut
• Dr. Christa Wichterich, Soziologin und Autorin

Die Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin machen es möglich, dass ein nicht-erfüllter Kinderwunsch doch noch realisiert werden kann. In Deutschland sind Eizell“spende“ und Leihmutterschaft verboten. Es werden zahlreiche Debatten um den Zugang zu diesen Technologien geführt, und es bedarf noch eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses darüber, ob und inwieweit kinderlose Personen und Familienmodelle jenseits der heteronormativen Vater-Mutter-Kind-Kernfamilie diese nutzen dürfen. Dabei wird aber über Leihmütter wenig gesprochen: Frauen, die im globalen Süden oder Osten ihren Körper für die Auftragsarbeit bereitstellen und zwar meist aus ökonomischen Zwängen heraus. Länder wie Indien haben mittlerweile Fragen zur Verwertbarkeit ihrer Bürger*innen gestellt und ein Verbot ausgesprochen.

Der Workshop möchte beide Diskussionen miteinander verbinden und das Spektrum zwischen Reproduktionstechnologien und globalen Teilhabemöglichkeiten ausloten. Wer kann, darf, ja soll Familie gründen und wer wird dafür in den Dienst genommen? Wie vereinbaren sich (fehlende) gesetzliche Regelungen in Deutschland mit der (deutschen) Bevölkerungspolitik und was brauchen wir um eine gerechtere globale Reproduktionsmedizin gewährleisten zu können?

Out & Proud & Visible – Die Vielfalt lesbischer Sichtbarkeit

16:00 – 17:00
Out & Proud & Visible – Die Vielfalt lesbischer Sichtbarkeit

• Josefine Paul , MdL Nordrhein-Westfalen
• Ulle Schauws, MdB
• Gudrun Fertig, Verlegerin L-MAG und SIEGESSÄULE

Spätestens seit dem ersten deutschen Dyke* March im Jahr 2012 ist deutlich: Lesbische Sichtbarkeit und Lebensfreude auf der Straße setzen ein deutliches Zeichen dafür, dass Lesben in allen Lebensbereichen auf unterschiedliche Weise existieren und sichtbar werden – sei es im LSBTIQ*-Kontext, in den Medien, in der Politik oder auch der Arbeitswelt. Die Zugänge zu diesem Thema sind hierbei oft verschieden und von persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung und dem eigenen Umfeld geprägt. In diesem Workshop wollen wir uns genau über diese Perspektiven und über Wege zu noch mehr Solidarität und lesbischem Empowerment austauschen.

Von Pummelchen bis fette Fotze - Von Eiscreme, Bodyshaming und Sexismus

16:00 – 17:00
Von Pummelchen bis fette Fotze - Von Eiscreme, Bodyshaming und Sexismus

• Ricarda Lang, Bundessprecherin der Grünen Jugend

Dick, unattraktiv, Pummelchen, dicke Sau oder fette Fotze - als dicke Frau, die selbstbewusst eine politische Meinung vertritt, gehören solche Anfeindungen leider zum Alltag. Egal, zu welchem Thema man sich äußert - Steuergerechtigkeit, Antifaschismus oder Kohleausstieg - immer folgen Kommentare, die sich auf das Äußere beziehen. Woher kommt die Abwertung von dicken Frauen? In welchem Verhältnis steht sie zu allgemeinen Körper- und Schönheitsnormen und patriarchalen Strukturen? Und wie können feministische Gegenstrategien aussehen? Diese Fragen wollen wir in diesem Workshop diskutieren und den feministischen Claim "Riots not Diets" mit Leben füllen.

Digitalisierung – Chance und Herausforderung für die feministische Praxis

16:00 – 17:00
Digitalisierung – Chance und Herausforderung für die feministische Praxis

• Madeleine Henfling, MdL
• Julia Woller, Sprecherin BAG Frauenpolitik
• Lorena Jaume-Palasí, Mitgründerin und Geschäftsführerin „AlgorithmWatch“

Das Internet kann ein Raum der Inklusion und eine Chance für den Feminismus sein. Das zeigen feministische Bewegungen wie #metoo, #aufschrei und #ausnahmslos. Doch der virtuelle Raum reproduziert auch Machtstrukturen und besonders Frauen* und LSBTIQ*-Menschen sind von Diffamierung und Diskriminierung im Netz betroffen. Wie können wir die Veränderungen durch Digitalisierung im Arbeits- und Lebensalltag so gestalten, dass sie eine Chance bieten für eine lernende, geschlechtergerechte und solidarische Gesellschaft? Und was haben Algorithmen eigentlich mit Feminismus zu tun?

17:30 Uhr FemSlam: "Was Frauen wollen"
• Marsha Richarz, Poetry Slammerin

18:00 Uhr Ende

Ab 19:00 Uhr Kneipentour mit dem Kreisverband Leipzig

Kneipentour

Bitte meldet euch über die Anmeldemaske für die Kneipentour an. Angeboten werden folgende Touren:

Die Südschleife in der Leipziger Südvorstadt. Besucht werden können im Rahmen dieser Tour u.a. Cafe Grundmann, die Hafenbar, das Dr. Hops, Horns Erben und das Hotel Seeblick. Es gibt Hintergrundinfos zu den Kneipen und auf den Zwischenwegen auch zum Stadtteil Leipzig Südvorstadt. Es werden maximal drei Kneipen auf dieser Tour angesteuert. Führung durch Leipziger AK-Mitglied Magdalena Jehle
Treffpunkt: Tagungsort
 
Die Plagwitz-Kanaltour. Besucht werden können im Rahmen dieser Tour u.a. Biergarten Felsenkeller, Landtagsabgeordnetenbüro Claudia Maicher von Bündnis 90/Die Grünen, Terassenufer Karl-Heine-Kanal beim Stelzenhaus und das Kaiserbad. Es gibt Hintergrundinfos zu den Kneipen und auf den Zwischenwegen auch zum Stadtteil Leipzig-Plagwitz, seiner Industriekultur und dem Kanalsystem. Führung durch AK-Mitglied Martin Biederstedt
Treffpunkt: Felsenkeller in Plagwitz, Karl-Heine-Straße 32, 04229 Leipzig

Tour "Auf die Gottschedstraße mit uns!" Besucht werden können im Rahmen dieser Tour u.a. die Freiluft-Bar des Hotel Innside mit Blick über Leipzig, der Pilot (Cafe des Schauspielhauses), die Luise und die Vodkaria . Es gibt Hintergrundinfos zu den Kneipen und auf den Zwischenwegen auch zur Leipziger Innenstadt und Tradition des Leipziger Waldstraßenviertels. Führung durch AK-Mitglied Mandy Tanneberger

Begleitprogramm

Dieses Begleitprogramm wird am Samstag, den 08.09. angeboten:
- Stand zu Onlinebeteiligung im Grünen Netz mit Gewinnspiel
- Feministischer Merchandise mit Slinga Illustration
- Fotoecke
- Schmuckwerkstatt

Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

Organisatorisches und Anmeldung

Die Bundesfrauenkonferenz ist offen für alle Personen, die sich als Frau definieren. Die Konferenz wird in der Businesslounge, Mahlmannstr. 1-3 in 04107 Leipzig stattfinden.

Hier ist das vorgesehene Hotelkontingent einsehbar. Darüber hinaus ist auch eine Buchung über herkömmliche Hotelanbieter möglich. Außerdem bietet der Kreisverband Leipzig eine Bettenbörse an. Eine aktuelle Übersicht aller bereits vorhandenen Angebote können unter info@gruene-leipzig.de bzw. unter 0341 / 21 55 930  (Kristen Stock) abgefragt werden. Die Räume und Toiletten des Tagungsortes sind möglichst rollstuhlgerecht, ein Zugang zu den Aufzügen ist über die Tiefgarage möglich. Unterstützungsbedarf kann angefragt werden. Bei Rückfragen wendet euch bitte an bundesfrauenkonferenz@gruene.de

 

Liebe Frauen,
aufgrund des großen Interesses und vielen Anmeldungen mussten wir die Anmeldung vorzeitig schließen.

Vielen Dank für euer Verständnis!