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Eine Bühne mit dem Schriftzug 'Wir bleiben unbequem'. Daneben das Bild des Planeten Erde
Mit mutiger Politik will der grüne Parteitag die Folgen der Klimakrise beherrschbar halten. Foto: © Rasmus Tanck/gruene.de

Kohleausstieg und saubere Autos

Um die Folgen der Klimakrise beherrschbar zu halten, brauchen wir jetzt mutige Politik für mehr Klimaschutz. Der grüne Parteitag fordert deshalb, dass ab 2030 nur noch abgasfreie Autos zugelassen werden und wir den Kohleausstieg bis 2025 umsetzen. So wollen wir die Energie- und Verkehrswende einleiten.

2016 wird das heißeste jemals gemessene Jahr. Wir brauchen jetzt mutige Visionen, damit wir unseren Planeten für uns und unsere Kinder lebenswert erhalten können. Der grüne Parteitag hat mit seinem Beschluss “Energiewende retten, Verkehrswende einleiten” die Weichen gestellt, damit das gelingt.

Sauber Autofahren ab 2030

Der Verkehr ist eine Hauptursache der Klimaerhitzung. Er ist in der Europäischen Union für ein Viertel des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Um die Ziele des Pariser Klimagipfels einzuhalten, dürfen Autos ab 2050 keine Abgase mehr ausstoßen. Autos haben im Durchschnitt eine Lebensdauer von 20 Jahren. Folglich müssen wir spätestens 2030 damit beginnen, abgasfrei zu fahren. Wir müssen jetzt die Mobilitätswende einleiten. International hat die Wende längst begonnen, nur in Deutschland hinken wir hinterher, weil die Große Koalition beim Klimaschutz trotz großer Ankündigungen bisher versagt.

Eine Frau an einem Redepult. Dahinter ein Bild der Erde.
Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Foto: © Rasmus Tanck/gruene.de

Wir GRÜNE wollen dafür sorgen, dass die Automobilkonzerne sich modernisieren und nicht in einer industriepolitischen Sackgasse stecken bleiben. „Die Mondlandung ist innerhalb von acht Jahren gelungen. Da sollte es möglich sein, innerhalb von 14 Jahren auf abgasfreie Autos umzusteigen“, gab sich Simone Peter auf dem Parteitag kämpferisch.

FAQ: Sauber Autofahren ab 2030

Das Konterfei von Anton Hofreiter.
Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der grünen Bundestagsfraktion Foto: © Rasmus Tanck/gruene.de

Anton Hofreiter ergänzte, dass die Autombilindustrie klare Zielvorgaben braucht, damit sie ihre Ingenieure arbeiten lassen: “Wir GRÜNE stehen dafür, dass es die Automobilindustrie in 20 Jahren auch noch gibt. Und zwar emissionsfrei.“ Die grünen Delegierten folgten dem Antrag des grünen Bundesvorstands, dass ab dem Jahr 2030 nur noch abgasfreie Neuwagen zugelassen werden sollen und Elektroautos konsequent gefördert werden.

Auch die Autoindustrie will auf abgasfreie Autos umsteigen

Ein Mann hinter einem Redepult. Auf dem Redepult: Das Logo der Grünen
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler AG Foto: © Rasmus Tanck/gruene.de

Daimler-Chef Dieter Zetsche, der als Gast eingeladen war, zeigte sich über solche konkreten Zielvorgaben durch die Politik nicht begeistert: „Statt darüber zu diskutieren, wann wir ankommen, geht es darum, beim Tempo zuzulegen.“ Dafür stimmte er der Einschätzung zu, dass die Automobilindustrie nur dann eine Zukunft habe, wenn sie abgasfreie Autos produziert. Um den Umstieg auf abgasfreie Fahrzeuge zu ermöglichen, müssen flächendeckend Ladesäulen für Elektromobile ausgebaut werden.

Darüber hinaus beschlossen die Delegierten, die Kfz-Steuer konsequent am Verbrauch und CO2-Grenzwerten auszurichten, umweltschädliche Subventionen abzubauen und die Dienstwagenbesteuerung umweltfreundlich und sozial gerechter zu gestalten. Um die veraltete Trennung zwischen öffentlichem und Individualverkehr aufzuheben, soll außerdem das Carsharing gefördert und die Regeln für den öffentlichen Verkehr modernisiert werden, damit das Mitfahren bei anderen einfacher wird.

So kommen wir mit Bahn und Rad günstig und bequem von A nach B

Aber in Münster wurde nicht nur über den Automobilsektor diskutiert. Bahnfahren ist in Deutschland oft viel zu kompliziert und entwickelt sich manchmal geradezu zum Abenteuer. Seit Jahren vernachlässigt die Bundesregierung die Schienenverkehrspolitik und investiert zu wenig in die Schiene. “Vor 100 Jahren sollte das Eisenbahnnetz elektrifiziert werden, heute sind wir nur bei 60 Prozent”, so der grüne Verkehrsexperte Michael Cramer. Wenn wir die Klimakrise bewältigen wollen, muss auch die Bahn ihren Beitrag leisten.

Deshalb soll der Bahnverkehr schneller, unkomplizierter und bezahlbarer gestaltet werden. Wir wollen mehr Geld in die Schiene stecken, regelmäßige Verbindungen im Fernverkehr ausbauen und die Fernzüge besser mit Regional- und Nahverkehr verknüpfen. Bei der Bahn muss Diesel durch emissionsfreie Antriebe ersetzt werden. Eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz ist auch, den Güterverkehr und den Flugverkehr verstärkt auf die Schiene zu verlagern.

Auch der zunehmenden Zahl von Radfahrerinnen und Radfahrern muss Rechnung getragen werden. Wir haben uns entschieden, dass der Bund gemeinsam mit Ländern und Kommunen Radschnellwege baut und ein Netz von hochwertigen Radfahrwegen entsteht.

Raus aus der dreckigen Kohle bis 2025

Eine Frau spricht in ein Mikro.
Regine Günther, Leiterin des Fachbereichs Energie und Klima beim WWF Foto: © Rasmus Tanck/gruene.de

Neben der Verkehrswende müssen wir auch die Energiewende retten, um die Folgen der Klimakrise beherrschbar zu halten. Doch die Große Koalition hält bislang am Klimakiller Kohle fest und bremst beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Gastrednerin Regine Günther vom WWF forderte zu entschlossenem Handeln auf und warnte: “Es geht nicht nur um den Klimaschutz, sondern um einen Spitzenplatz bei der wirtschaftlichen Erneuerung. Deutschland fällt rapide zurück.”

Die grünen Delegierten setzten diese Forderung direkt um: Anstelle der Forderung des grünen Bundesvorstands, den Kohleausstieg bis 2035 umzusetzen, beschlossen die grünen eine noch mutigere Zielsetzung aus: Bis 2025 soll Deutschland vollständig aus der Kohlekraft aussteigen.

Beschluss

Fragen und Antworten: Sauber Autofahren ab 2030