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Text: Neue Zeiten. Neue Antworten. Grundsatz wird Programm.

Hauptinhalte

Ökolandbau statt Gentech und Tierfabriken

Futtermittelskandale und immer aggressiver auftretende Lobbygruppen machen die Arbeit für kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe und die Sicherheit für uns VerbraucherInnen nicht einfacher. Wir erklären, wie diese Herausforderungen gemeistert und unsere Landwirtschaft zukunftsfähig gemacht werden kann.

Der ländliche Raum ist ein unverzichtbarer Grundpfeiler für unsere Wirtschaft. Zugleich tragen die Landwirte die Verantwortung für eine nachhaltige und gesunde Nahrungsmittelproduktion. Das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern ist in den vergangenen Jahren aber deutlich gesunken. Die Monopolstellung weniger transnationaler Konzerne führt zur Entstehung eines Preisdrucks, der Landwirte oft vor die Wahl stellt, entweder in immer größerem Umfang zu produzieren oder zwangsläufig unter die Räder zu kommen.

Ein Großteil der Agrarsubventionen der Europäischen Union (EU) floss in die Industrialisierung der Landwirtschaft, mit unzähligen Folgen für die Umwelt und uns Menschen, während für Agrarumweltprogramme zu wenig Geld da ist. Immer mehr Landwirte suchen daher nach Möglichkeiten, aus diesem System auszusteigen. Grüne Landwirtschaftsminister haben in den Ländern erste Schritte eingeleitet, damit die Agrargelder mehr für die Stärkung der ländlichen Räume und für Umweltmaßnahmen eingesetzt werden können. Dazu gehört die Unterstützung regionaler Vermarktungsketten und des ökologischen Landbaus. Damit bieten wir Landwirten die Möglichkeit, anders Geld zu verdienen als mit Masse.

Eine neue EU-Agrarpolitik?

Ab 2014 führt die EU das so genannte „Greening“ in ihre Agrarförderung ein. So soll ein Betrieb künftig weniger Fördermittel erhalten, wenn dieser Mindeststandards beim Umweltschutz nicht erfüllt. Trotz dieser neuen Ausrichtung gelang es der mächtigen Agrar- und Lebensmittellobby, im Zusammenspiel mit Konservativen, Liberalen und Sozialisten im Europaparlament, die Reform durch zahlreiche Sonderausnahmen stark zu verwässern. Auch die Umsetzung des „Greening“ durch Schwarz-Rot in Deutschland lässt zu wünschen übrig. Kanzlerin Merkel und ihr Agrarminister Schmidt haben sogar einer Einschränkung des Pestizideinsatzes auf ökologischen Rückzugsflächen eine Absage erteilt. Damit sabotiert die Bundesregierung nicht nur alle Bemühungen zum Artenschutz, sie riskiert auch den Verlust der EU-Direktzahlungen in der nächsten Förderperiode.

Gentechnik und die Rolle des internationalen Handels

Aktuell verstärken Agrochemie-Konzerne ihre Bemühungen, gentechnisch veränderte Lebensmittel in Europa durchzusetzen. Schwarz-Rot tut sich hier vor allem durch Nichtstun und Aussitzen hervor. So hat die Bundesregierung mit ihrer Enthaltung im EU-Ministerrat ein grundlegendes Nein der EU zur Zulassung des Genmais 1507 verhindert. Gentechnisch manipulierte Pflanzen sind nicht nur gegen mehrere Pestizide resistent, sie produzieren auch noch selbst verschiedene Giftstoffe. Das hat zur Folge, dass permanent ein ganzer Chemiecocktail die Ackerflächen und Gewässer vergiftet.

Gesunde Tiere = gesunde Nahrung

Eine nachhaltige Landwirtschaft ist nur dann möglich, wenn die Nutztiere artgerecht leben können. Derzeit leiden aber unzählige Tiere unter krankmachenden Bedingungen, nur damit Fleisch möglichst billig produziert wird. In gigantischen Tierfabriken werden Schweine oder Hühner zu Tausenden unter dem gleichen Dach zusammengepfercht. Um die unglaublichen Strapazen der Mast zu überstehen, werden sie mit Antibiotika vollgepumpt. Das hat auch massive Folgen für unsere eigene Gesundheit. 2009 hatte die Europäische Union den Tierschutz erstmals als Wert vertraglich verankert. Dies muss sich nun auch in der Gesetzgebung und den Richtlinien der EU widerspiegeln.

Grüne Kernpunkte für eine nachhaltige Landwirtschaft

  • Ökologischer Landbau als Leitbild: EU-Agrarzahlungen müssen sich nach ökologischen und sozialen Standards richten.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, regionalen Verarbeitern und den Verbraucherinnen und Verbrauchen muss gestärkt werden.
  • Gegen marktbeherrschende Monopolstellungen und unlautere Vertragspraktiken muss konsequenter vorgegangen werden.
  • Keine Gentechnik auf unseren Tellern: Der Zulassungsprozess auf EU-Ebene muss den Willen der EU-Bürger respektieren, die keine Gentechnik wollen. Als letzte Möglichkeit müssen Mitgliedstaaten die Möglichkeit bekommen, sich gegen den Gen-Anbau zu entscheiden.
  • Käfighaltung und Qualzuchten müssen EU-weit beendet und regionale Schlachthöfe gefördert werden, um Tiertransporte zu verringern.

Für weitere Informationen zur grünen Agrarpolitik in Europa:

http://www.gruene-europa.de/landwirtschaft-und-fischerei-40.html

http://www.martin-haeusling.eu/images/attachments/Broschuere_Ressourcen_fuerWebsite_2.pdf



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 Foto: gruene.de (CC BY 3.0)