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Text: "BDK 2018", darunter "26. & 27. Januar in Hannover".

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Schwarz-Weiß-Fotoaufnahme des zerstörten Atomreaktors in Tschernobyl.
30 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl sind in Europa noch immer Atomkraftwerke in Betrieb - wir setzen uns weiter für den konsequenten Atomausstieg ein.

„Tschernobyl hat vielen von uns vor 30 Jahren die Augen geöffnet“

Vor 30 Jahren explodierte im Atomkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor und setzte radioaktive Stoffe frei. Die Folgen waren verheerend: Giftiger Niederschlag gelangte in viele Länder Europas und machte die Gefahren der Atomkraft einer breiten Öffentlichkeit deutlich. Simone Peter und Cem Özdemir erzählen, wie sie die Nuklearkatastrophe erlebt haben.

Porträtfoto einer Frau (Simone Peter in den 1980ern).
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl hat Simone Peter motiviert, sich für Erneuerbare Energien und den Atomausstieg stark zu machen.

Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Der Super-Gau von Tschernobyl war ein einschneidendes Ereignis. Ich erinnere mich gut, wie aus einem Atomunfall in weiter Ferne innerhalb weniger Tage eine Katastrophe mit unfassbarem Ausmaß wurde. Meine Mutter ließ als saarländische Gesundheitsministerin Spielplätze und Schulhöfe sperren, gab Verzehrempfehlungen aus und warnte vor dem Aufenthalt im herannahenden Regen. H-Milch und Trockenfrüchte waren bald ausverkauft, im Garten wurde Salat und Gemüse untergepflügt. Pilze und Wild bleiben bis heute in manchen Regionen ungenießbar. Im selben Jahr 1986 ging im grenznahen französischen Ort Cattenom, nur 35 Kilometer von meiner Heimatstadt Dillingen entfernt, trotz erbitterten Widerstands der Menschen aus der Region eine der größten Atomzentralen Europas ans Netz. Für mich war spätestens dann klar: Der Kampf gegen die Atomkraft und der Einstieg in die Erneuerbaren Energien werden meinen weiteren Lebensweg prägen. Tschernobyl hat vielen von uns vor 30 Jahren die Augen geöffnet. Lasst uns heute bei den Schrottmeilern Europas nicht einfach wegsehen.“

Porträtfoto eines Mannes (Cem Özdemir in den 1980ern).
Cem Özdemir demonstrierte bereits in den 1980ern gegen Atomkraft.

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Schon zu Schulzeiten in den 80ern wurde ich Mitglied bei den Grünen und war gegen Atomkraft aktiv. In der Nähe meiner Heimatstadt Bad Urach, bei Mittelstadt, gab es einen Reservestandort für ein Atomkraftwerk, gegen den wir immer wieder demonstriert haben. Zur Zeit des Super-GAUs von Tschernobyl war ich 20 Jahre alt. Ich erinnere mich an die Tage, als in den Nachrichten von einer ominösen radioaktiven Wolke berichtet wurde, aber noch nicht bekannt war, was genau passiert war. Zunächst konnten sich viele Menschen in meinem Umfeld nicht vorstellen, dass diese Wolke bis zu uns kommen würde. Sie ketteten sich auch an die Hoffnung, dass so etwas in deutschen AKWs nicht möglich sei.“

Dossier: Tschernobyl - 30 Jahre nach der Katastrophe

Zum 30. Jahrestag der Nuklearkatastrophe hat die Heinrich-Böll-Stiftung ein Dossier zusammengestellt, das ihr hier findet.