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Zeichen der Schuld und Verantwortung

Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt zum Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande in Oradour-sur-Glane:

„Der Besuch von Bundespräsident Glauck in Oradour-sur-Glane ist eine Verbeugung vor den Opfern eines barbarischen Naziverbrechens. Fast alle Bewohner des Dorfes, 642 Menschen, wurden im Zuge der sogenannten ,Partisanenbekämpfung‘ von SS-Truppen erschossen oder bei lebendigem Leibe verbrannt. Noch heute stehen Besucher fassungslos vor den Überresten des damals vollständig zerstörten Dorfes.

Wenn Bundespräsident Gauck als erster hoher Repräsentant der Bundesrepublik den Ort besucht, dann ist das ein lange überfälliges Zeichen der historischen Schuld und Verantwortung angesichts des im deutschen Namen begangenen Verbrechens. Es ist auch ein Zeichen gegenüber den Familien der Opfer, die mit dem Verbrechen, das an ihren Angehörigen begangen wurde, leben müssen. Ein Innehalten am Ort des Verbrechens kann helfen, damit angesichts dieser schmerzlichsten Erinnerung menschliche Nähe wieder möglich wird.

Dieses Innehalten muss aber auch ein Zeichen der Kritik an der unzureichenden Aufarbeitung des Massakers von Oradour-sur-Glane in Deutschland sein. Nur ein einziger Täter wurde in Deutschland zur Rechenschaft gezogen und 1983, nachdem er lange unerkannt in der DDR lebte, zu lebenslanger Haft verurteilt. 1997 kam er wieder frei. Auch auf eine finanzielle Entschädigung mussten die Familien der Opfer bisher verzichten. Auch diese Fehler und Versäumnisse in der Aufarbeitung sind Teil der deutschen Verantwortung und müssen beim
Besuch von Bundespräsident Gauck Thema sein.

Dieser historische Besuch ist auch eine Ermahnung, welche Verantwortung Deutschland bis heute für das Gelingen eines gemeinsamen Europas in Frieden, Demokratie und Wohlstand trägt.“