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Mehr Einsatz für Mädchen- und Frauenrechte

Zum heutigen Weltmädchentag erklärt Astrid Rothe-Beinlich, frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Der erste Weltmädchentag ist ein internationaler Erfolg, der auch mit einer fraktionsübergreifenden Initiative im Bundestag unterstützt wurde. Es geht um ein starkes Signal, dass Mädchenrechte überall auf der Welt umgesetzt werden. Vor allem Mädchen sind immer wieder betroffen von massiven Diskriminierungen und Misshandlungen. Das fängt beim Zugang zu Bildung an, geht über einen schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung weiter und endet nicht zuletzt bei der menschenverachtenden Genitalverstümmelung.

Durch den schlechten Zugang zu Bildung werden viele Mädchen, gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern, bereits früh an der Entwicklung ihrer Potentiale gehindert. Dabei verlieren nicht nur die Mädchen, sondern auch ganze Gesellschaften. Der Weltmädchentag gibt diesen Mädchen eine Stimme und macht auf ihre Situation aufmerksam.

Nur wenn Mädchen früh gefördert werden und ohne Angst um ihr Leben und mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aufwachsen, ist Gleichstellung weltweit möglich. 75 Millionen Mädchen weltweit haben keinen Zugang zu Bildung und alle drei Sekunden wird ein Mädchen gegen ihren Willen verheiratet, mit dramatischen Folgen. Besonders besorgniserregend ist, dass in vielen Regionen der Welt Genitalverstümmelungen nach wie vor an der Tagesordnung sind. Die Genitalverstümmelung ist ein schwerwiegender und menschenverachtender Eingriff an Frauen und Mädchen, der lebenslange Schmerzen oder sogar den Tod vieler Mädchen bedeutet.

Der Weltmädchentag hat zum Ziel, deutlich zu machen, dass eine positive Entwicklung in den ärmsten Ländern dieser Welt nur mit starken Mädchen und Frauen gelingt. In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit steckt noch viel Potential, eine Förderung von Frauen- und Mädchenstrukturen und ein Einsatz für Mädchen- und Frauenrechte ist hier bisher kaum erkennbar. Anscheinend ist Entwicklungsminister Niebel auf diesem Auge blind. Ohne klare Strategie, ohne ausreichend finanzielle Mittel und ohne Einsicht in den Leitungsebenen des Ministeriums wird hier nichts passieren. Hoffentlich weckt der Weltmädchentag hier einige Verantwortliche auf, allen voran Minister Niebel.

Unsere Solidarität und unser Respekt gilt heute insbesondere der 14jährigen Pakistanerin Malala Yousafzai, die erst am Dienstag wegen ihres Einsatzes für Mädchenrechte Opfer eines Mordanschlags wurde und noch im Krankenhaus um ihr Leben kämpft.“