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Genitalverstümmelung – Mädchen und Frauen auch bei uns wirksam schützen

Zum Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung an Frauen und Mädchen erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende, und Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand und Frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Nach wie vor werden weltweit Millionen von Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt und leiden ein Leben lang an den Folgen dieser schweren Körperverletzung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass beinahe jede vierte Betroffene an den unmittelbaren und langfristigen Folgen der Verstümmelung stirbt.

Auch in Deutschland leben nach Berechnungen von Terre des Femmes circa 24.000 Frauen, die bereits von Genitalverstümmelung betroffen sind und mindestens 6.000 Mädchen und Frauen, die als gefährdet gelten.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Genitalverstümmelung als Fall schwerer Körperverletzung ins Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Auch wenn Mädchen dazu ins Ausland gebracht werden, muss eine Möglichkeit zur strafrechtlichen Verfolgung der TäterInnen bzw. derjenigen, die Frauen und Mädchen zur Genitalverstümmelung zwingen, geschaffen werden.

Um Genitalverstümmelung zu unterbinden, brauchen wir Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote, aber auch spezielle Weiterbildungen für Ärztinnen und Ärzte, für Polizistinnen und Polizisten sowie für das pädagogische und juristische Personal.

Weibliche Genitalverstümmelung verletzt sowohl zivile und soziale als auch politische und kulturelle Menschenrechte von Frauen, wie zum Beispiel das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und (reproduktive) Gesundheit, aber auch das Recht auf Selbstbestimmung. Weibliche Genitalverstümmelung führt zu schwersten Traumatisierungen bei den betroffenen Frauen. Ihre internationale Ächtung ist Grundlage für den Kampf gegen diese eklatante Menschenrechtsverletzung gegenüber Frauen. Dieser Kampf muss aber auch Teil der Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern sein, in denen diese Körperverletzung besonders verbreitet ist.“