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Frauenarbeit ist 100% wert

Zum Equal Pay Day am 23. März erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende und Astrid Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Immer noch verdienen Frauen rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Sie bekommen seltener Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Gewinnbeteiligungen und werden seltener befördert. Viele Frauen arbeiten in prekären und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen. Schwarz-gelb versucht, mit seinem Betreuungsgeld und der Verteidigung des Ehegattensplittings am völlig veralteten Modell des Alleinernährers festzuhalten. Darüber hinaus machen es die immer noch fehlenden Angebote zur Kinderbetreuung Frauen unnötig schwer, Familie und Karriere zu verbinden.

Die ungleiche Bezahlung von Männer und Frauen lässt sich aber nicht alleine dadurch erklären, dass Frauen öfter ihre Karriere für Familie unterbrechen oder freiwillig schlechter bezahlte Berufe wählen würden. Oft werden Frauen schlicht deswegen schlechter bezahlt, weil sie Frauen sind und auch im Jahr 2012 noch immer gegen strukturelle Diskriminierung ankämpfen müssen.

Die für die Gleichstellung zuständige Ministerin Schröder verhindert weiter wichtige Reformen zur Frauenförderung und unternimmt nichts, um etwas an dieser Lohnungleichheit zu ändern. Damit ist und bleibt sie eine Fehlbesetzung für ihr Ministerium.

Wir fordern Ministerin Schröder auf, endlich gegen diese skandalöse Ungerechtigkeit aktiv zu werden. Freiwillige Verpflichtungen zeigen keine Wirkung. Wir wollen ein Gesetz zur Lohngleichheit, das Unternehmen verpflichtet, Diskriminierung zu bekämpfen und die Möglichkeit bietet, wirkungsvolle Sanktionen zu erlassen. Wir fordern, dass Gewerkschaften und Unternehmen Benachteiligung von Frauen bereits in den Tarifverträgen ausschließen. Außerdem brauchen wir ein Klagerecht für Antidiskriminierungsverbände, Gewerkschaften, Mitarbeitervertretungen, Betriebs- und Personalräte sowie einen gesetzlichen Mindestlohn. Das Prinzip ‚Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit‘ muss endlich zur Realität gemacht werden."