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Welt-Aids-Tag: Prävention, Antidiskriminierung und globaler Zugang zu Medikamenten stehen im Mittelpunkt

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2017 erklären Simone Peter und Cem Özdemir, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland weiter konstant bleibt und sie weltweit sogar fällt: Vom Ziel einer Welt, in der niemand mehr an Aids erkranken muss, sind wir noch weit entfernt. 3 100 Menschen haben sich laut offiziellen Zahlen 2016 in Deutschland an HIV infiziert, weltweit waren es 1,8 Millionen. Das zeigt, dass Prävention weiterhin im Mittelpunkt der Bemühungen stehen muss. Dazu gehören alle bisher schon erfolgreichen Präventionsstrategien, aber auch neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP), die von den Krankenkassen bislang nicht finanziert wird.

Weil moderne Therapien und eine verbesserte medizinische Versorgungslage Betroffenen inzwischen die nahezu gleichen Lebens- und Altersperspektiven bieten wie Nicht-Infizierten, haben viele Infizierte eher mit Zurückweisung und Ausgrenzung zu kämpfen als mit den gesundheitlichen Folgen der Infektion. Deswegen sind Solidarität mit den Betroffenen und eindeutige Antidiskriminierungsstrategien dringend notwendig. Stigmatisierung und Ausgrenzung müssen wir entschlossen entgegentreten. Es geht um ein offenes, selbstbestimmtes und diskriminierungsfreies Leben für Betroffene in allen Lebensbereichen.

Weiterhin wichtig bleibt aber auch der globale Blick auf HIV und Aids. Die Vereinten Nationen haben bis 2020 neben der Reduzierung der HIV-Neuinfektionszahl um 75 Prozent die sogenannten "90-90-90-Ziele" formuliert. Das heißt: 90 Prozent der Infizierten sollen von ihrer Infektion wissen, 90 Prozent sollen Zugang zu Medikamenten haben und 90 Prozent der Therapierten sollen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze aufweisen. Diese Ziele sind noch lange nicht erreicht, weltweit, aber auch in Deutschland. Wir dürfen deshalb bei den Anstregungen gegen die Immunkrankheit nicht nachlassen."