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Die gefüllte Columbiahalle
Foto: @ Ingo Kuzia

Bitter enttäuscht

Das grüne Wahlergebnis von etwa 8 Prozent ist eine herbe Niederlage. Katrin Göring-Eckardt, Jürgen Trittin und der Bundesvorstand haben nun eine klare und ehrliche Analyse des Wahlkampfes angekündigt. Dabei gehe es um die Frage, warum die gesellschaftlichen Mehrheiten für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit nicht in politische Mehrheiten umgewandelt werden konnten.

Katrin Göring-Eckardt erklärte bei der Wahlparty in der Berliner C-Halle, die Wahlziele des grünen Bundestagswahlkampfes seien nicht erreicht worden: „Leider konnten wir viele nicht von der ökologischen Wende überzeugen, die wir brauchen, um die Gesellschaft in die Zukunft zu führen.“ Es würde nun eine schwere Zeit anstehen. Aber so wie der Wahlkampf gemeinsam bestritten worden wäre, so würde man auch gemeinsam wieder aus dem Loch kommen. „Perspektivisch können wir die Mitte unserer Gesellschaft erreichen, die wir für eine ökologische Neuorientierung dringend brauchen“, so die grüne Spitzenkandidatin.

Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin bedankten sich bei den Mitgliedern für einen extrem engagierten Wahlkampf. Die Partei hätte sich wacker geschlagen und dem heftigen Gegenwind getrotzt, der uns nicht nur von der politischen Konkurrenz, sondern auch von mächtigen Interessengruppen entgegenschlug.

"Wir haben gegen massiven Gegenwind gekämpft"

Jürgen Trittin fasste die doppelte Niederlage des Wahlabends zusammen: „Wir wollten starke GRÜNE und Schwarz-Gelb durch Rot-Grün ablösen. Beide Ziele haben wir verpasst.“ In der Gesellschaft würden sich viele Menschen für mehr Bildung und mehr Solidarität mit den Armen in der Welt aussprechen. Es müsste nun schonungslos analysiert werden, warum diese Menschen nicht erreicht worden wären. Rückblickend auf den Wahlkampf stellt der grüne Spitzenkandidat fest: „Es tobte ein Richtungskampf im Land. Und zwar besonders bitter bei der Frage, wie die Energiewende umgesetzt werden soll.“ Klar sei aber trotz der Wahlniederlage, dass wir GRÜNE unserer Verantwortung für die Rettung der Energiewende gerecht werden müssen. „Man verliert ein Spiel, dann steht man auf und kämpft weiter“, machte der Spitzenkandidat der Partei Mut.

Solidarische Aufarbeitung mit Verantwortung für die Gesamtpartei

Auch die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir dankten den grünen Wahlkämpfern. „Es war keine Wahl gegen die Energiewende“, sagte Cem Özdemir. Wir GRÜNE würden weiterhin Verantwortung für die Jahrhundertthemen Ökologie und Nachhaltigkeit übernehmen. Wichtig sei jetzt eine gemeinsame Aufarbeitung des Wahlergebnisses.

„Ich kann nur eines sagen: Dass ich bitter enttäuscht bin von diesem Ergebnis“, erklärte Claudia Roth. „Das ist eine heftige Niederlage.“ Jetzt müsse analysiert werden, warum gesellschaftliche Mehrheiten – etwa beim Mindestlohn oder der Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften – nicht in politische Mehrheiten umgewandelt werden konnten. Das müsse jetzt genau in den Gremien diskutiert werden – intensiv, solidarisch und in Verantwortung für die Gesamtpartei.

Bundestagswahl 2013

Vorläufiges Endergebnis

CDU/CSU: 41,5

SPD: 25,7

GRÜNE: 8,4

FDP: 4,8

Linkspartei: 8,6

AFD: 4,7

Sonstige: 6,3

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