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1977 - 1979

Vorgeschichten: Ende der Siebziger Jahre bilden sich erste grüne Listen. SPD-Bundesgeschäftsführer Egon Bahr sieht in ihnen "eine Gefahr für die Demokratie".

1977

  • Seit dem Frühjahr 1977 werden in der Bundesrepublik grüne und bunte Listen gegründet. Im Oktober gewinnt die »Grüne Liste Umweltschutz« einen Sitz im Kreistag von Hildesheim. Im Landkreis Hameln/Pyrmont kann die »Wählergemeinschaft Atomkraft Nein Danke« mit 2,3 Prozent ebenfalls ein Mandat erringen.
  • Im November konstituiert sich die am 11. Mai gegründete »Umweltschutzpartei Niedersachsen« (USP) als »Landesverband Niedersachsen« einer künftigen »Grünen Liste Umweltschutz« (GLU). Die GLU versteht sich als wertkonservative Partei.

 

1978

  • In Bayern gewinnt im März eine grüne Liste in Erlangen ein Kreistagsmandat. Die »Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher« (AUD), die sich als »Deutschlands erste Umweltschutzpartei« versteht, erringt ein Kreistags- und ein Gemeinderats-Mandat. Bei Kreistagswahlen in Schleswig-Holstein gelingt grünen Listen in zwei Kreisen nahe des AKW Brokdorf der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.
  • Bei den Landtagswahlen in Hamburg erreichen am 4. Juni die »Bunte Liste« 3,5 und die GLU ein Prozent. Im Stadtteil Eimsbüttel erringt die »Bunte Liste« zwei Man-date in der Bezirksversammlung. Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen bekommt die GLU 3,9 Prozent.
  • Ehemalige CSU-Mitglieder und UmweltschützerInnen gründen am 9. Juli eine »Grüne Liste Bayern Bund freier Wähler«.
  • Am 12. Juli verläßt der CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl seine Partei und gibt einen Tag später die Gründung der »Grünen Aktion Zukunft« (GAZ) bekannt.
  • Zu den Landtagswahlen in Hessen treten im Oktober die GAZ und die Grüne Liste Hessen an und erreichen 0,9 bzw. 1,1 Prozent.
  • In Bayern treten die »Grüne Liste Bayern«, GAZ und AUD im Oktober als »Die Grünen« zur Landtagswahl an und erzielen 1,8 Prozent.

 

1979

  • Am 16./17. März gründen rund 500 Delegierte von AUD, GLU, GAZ und anderen Initiativen zur Europawahl das Listenbündnis DIE GRÜNEN. Zu Vorsitzenden dieser »Sonstigen politischen Vereinigung« (SPV) werden gewählt: Helmut Neddermeyer (GLU), Herbert Gruhl (GAZ), August Haußleiter (AUD). Für die Europawahl werden unter anderem nominiert: Petra Kelly, Herbert Gruhl, Baldur Springmann, Carl Amery, Joseph Beuys. Das Listenbündnis erreicht bei den Wahlen im Juni 3,2 Prozent.
  • Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen erreicht die »Bremer Grüne Liste« am 7. Oktober 5,1 Prozent. Mit vier Mandaten kommen erstmals Grüne in ein Landesparlament.
  • Im November 1979 findet in Offenbach die zweite Versammlung der SPV DIE GRÜNEN statt. Die rund 1000 Delegierten beschließen, ihre Vereinigung im Januar 1980 in eine Partei umzuwandeln.
  • Im Dezember einigen sich die NATO-Staaten auf den »NATO-Doppelbeschluß«. Dieser Beschluss wird zum zentralen Bezugspunkt der neuen Friedensbewegung.