Text: "Der September wird Grün. Unterstütze die grünen Wahlkämpfe", daneben ein schwarzer Kreis mit einem grünen Kreuz drüber.
Vater spielt mit Kind auf Spielplatz
Grüne Zeitpolitik fordert: Mehr Zeit für sich und die Familie. Foto: © dpa

Zeit zum Leben

Wir leben in einer Zeit, in der sich Arbeit und Freizeit immer mehr verdichten und der Beruf immer mehr in die freie Zeit hineinragt. Viele Menschen hetzen ihrem Alltag nur noch hinterher. Wir GRÜNE wollen erreichen, dass den Menschen neben der Arbeit genug Zeit bleibt, um für sich und andere zu sorgen.

  • Grüne Zeitpolitik schafft Freiräume für Familie, Fürsorge und Freizeit – durch eine eigenständige Existenzsicherung und flexiblere Arbeitszeitgestaltung.
  • Grüne Zeitpolitik trägt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei, indem sie es Frauen und Männern ermöglicht, sich beruflich und privat selbst zu verwirklichen.
  • Grüne Zeitpolitik denkt an Geringverdiener, Alleinerziehende und Selbständige – alle Menschen müssen sich Zeit für Erholung und Familie leisten können.

Wer hat schon das Gefühl, genügend Zeit zu haben? Genug Zeit, den Kindern wirklich zuzuhören. Zeit, um die Arbeit mit einem zweiten, ruhigen Blick zu begutachten. Zeit, um bei der Nachbarin im Treppenhaus auf einen Schwatz stehen zu bleiben. Zeit, für die Eltern da zu sein, wenn es für sie mühsamer wird mit dem Alter. Und zwischen all dem auch noch Zeit für die eigene Erholung zu finden.

Das Leben ist ein Puzzle aus vielen unterschiedlichen Bereichen und Aufgaben – der Job, die Familie, die Partnerschaft, der Haushalt, die Freundinnen und Freunde, das gesellschaftliche Engagement, die Hobbies. Mehr und mehr Menschen kommt es so vor, als müssten sie sich ständig zerreißen und hetzen, um ihren Alltag stemmen zu können. Schon Kinder und Jugendliche in unserer gestressten Gesellschaft klagen über Zeitdruck, der durch eine immer weiter zunehmende Verdichtung der Bildungszeiten entsteht.

Mehr Zeit für Familie, Fürsorge und Freizeit

Grüne Zeitpolitik hat deshalb zum Ziel, dass all diese unterschiedlichen Bereiche und Aufgaben besser in ein Leben passen. Welche politischen Stellschrauben können wir drehen, damit es für Frauen und Männer leichter ist, Beruf und Familie zu vereinbaren?

Damit sie zum Beispiel auch wegen der 13-jährigen Tochter im Job zeitweise kürzertreten können – und nicht nur für den Säugling. Oder damit eine Freiberuflerin auch mal ein Projekt ablehnen kann, um die verschleppte Bronchitis auszukurieren. Was können wir verändern, damit der erwachsene Sohn seine Mutter pflegen kann, ohne um seine berufliche Existenz bangen zu müssen? Und was braucht die Alleinerziehende, die es wegen ihrer zwei Minijobs bisher nie schafft, bei der Schultheateraufführung ihrer Kinder dabei zu sein?

Natürlich brauchen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen in erster Linie eine bessere Bezahlung und soziale Absicherung. Aber auch sie brauchen zeitliche Freiräume, um für sich und andere zu sorgen. Grüne Zeitpolitik ist deshalb auch eine Gerechtigkeitsfrage. Denn eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen können. Und: Demokratie braucht Zeit. Sie braucht Menschen, die Zeit und Engagement investieren, um sich einzumischen und mitzugestalten.

Die Nachhaltigkeit, der sorgsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen, ist Teil unserer grünen Identität. Grüne Zeitpolitik konzentriert sich auf den sorgsamen Umgang des Menschen mit sich selbst und seinen Mitmenschen. Denn Überlastung, Stress und Zeitnot führen zum Raubbau – an der eigenen Person, der eigenen Gesundheit, an den Beziehungen zu den Menschen, die im Leben wichtig sind. So wie wir Grüne keinen Raubbau an der Natur wollen, wollen wir auch nicht, dass Menschen an sich selbst Raubbau betreiben.

Grüne Zeitpolitik orientiert sich an sechs Leitideen:

1. Arbeit so gestalten können, dass sie ins Leben passt

Wir wollen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Einfluss auf die Frage haben, wo und wann sie arbeiten.

2. Menschen brauchen Raum, sich umeinander zu kümmern

Wir wollen, dass Menschen Zeit für Fürsorgeaufgaben haben und Frauen und Männern eine partnerschaftliche Aufteilung unbezahlter Arbeit ermöglichen.

3. Beruf und Familie – Zeit fair teilen

Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, indem wir den Eltern mehr Zeit für Familie und eine partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben ermöglichen.

4. Selbstbestimmte Zeit – auch für Menschen, die wenig Geld haben

Wir wollen, dass es sich alle Menschen leisten können, Zeit für ihre Erholung oder die Familie zu finden.

5. Arbeit entschleunigen – gute Ideen brauchen Zeit

Wir wollen Zeit für einen aufmerksamen Blick links und rechts des Terminkalenders ermöglichen, um die Arbeitsqualität und die Gesundheit der Menschen zu stärken.

6. Auch Selbstständige brauchen mal Zeit und Erholung

Wir wollen Selbständige und Freiberufler sozial besser absichern und ihnen damit Zeiten der Fürsorge und Erholung ermöglichen.

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