Zur Kasse bitte

Herr Poppe-Salbach isst gerne Apfelkuchen und handelt mit Aktien. Die Mehrwertsteuer beim Bäcker ist für ihn Normalität und sie stört ihn nicht. Aber wenn er jetzt eine Finanzumsatzsteuer auf seine Börsengeschäfte bezahlen müsste, würde das seinen hochspekulativen Tageshandel gehörig verhageln.

Wenn Herr Poppe-Salbach drei Brötchen und ein Stück Apfelkuchen kauft, muss der Bäcker sieben Prozent des Verkaufspreises an das Finanzamt abführen. Will sich Herr Poppe-Salbach eine neue Couch und einen neuen Wohnzimmerschrank anschaffen, geht er ins Möbelhaus und bezahlt an der Kasse nicht nur den Preis für die Einrichtungsgegenstände, sondern auch 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Mehrwert- beziehungsweise Umsatzsteuer fällt immer dann an, wenn ein Produkt von A an B verkauft wird. Für Herrn Poppe-Salbach ist diese Steuer Alltag und ihn stört sie nicht.

Doch Herr Poppe-Salbach ist nicht nur Apfelkuchen-Liebhaber und Eigenheimbesitzer, sondern auch Aktienhändler. Der gute Mann liebt es, im großen Stil Anteile einzukaufen, die Kurse zu beobachten und schon nach wenigen Stunden die Aktien wieder zu verkaufen. Langfristige Investitionen in ein Unternehmen interessieren Herrn Poppe-Salbach nicht. Aktien sind für ihn berechenbare Kurven, nicht mehr und nicht weniger.

Stellt Herr Poppe-Salbach es geschickt an, werden aus einer Million Euro innerhalb von ein paar Stunden eine Million und 1.500 Euro. Er steckt diese 1.500 Euro in sein virtuelles Portemonnaie und freut sich. Denn von dem hin- und hergeschobenen Geld will niemand etwas haben. Der Handel mit Aktien ist in der Europäischen Union weitgehend steuerfrei. Das freut Herrn Poppe-Salbach, weil er dann am nächsten Tag ein noch größeres Stück Apfelkuchen kaufen und die Schrankwand schon noch ein paar Wochen wieder ersetzen kann, wenn er doch lieber ein anderes Modell hätte.

Weil es ungerecht ist, dass Herr Poppe-Salbach mit Geld spekulieren und Gewinne ohne Abzüge einstreichen kann, wenn doch sonst jedes Produkt mit einer Mehrwertsteuer belastet wird, sollte es auch eine Umsatzsteuer auf Finanzprodukte geben, finden wir GRÜNEN. Die grüne Finanzumsatzsteuer würde nicht nur auf Aktien sondern auf alle Geschäfte mit Finanzprodukten aufgeschlagen werden. So wird auch die Finanzbranche gerechter an der Finanzierung öffentlicher Ausgaben beteiligt.

Aber die Steuer hat noch einen zweiten positiven Effekt: Wenn unser Aktienhändler Poppe-Salbach kauft, verkauft, kauft und wieder weiterverkauft, würde bei jeder dieser Transaktion eine sehr geringe Steuerabgabe von beispielsweise 0,01 Prozent anfallen. Es wäre also für ihn nicht mehr so attraktiv, die Aktien nach wenigen Stunden wieder zu verkaufen, um auch noch die kleinsten Gewinne abzugreifen, weil er jedes Mal die Finanzumsatzsteuer auf den kompletten Betrag bezahlen müsste. Würde er also an 200 Tagen im Jahr eine Million Euro in Aktien jeweils kaufen oder verkaufen, müsste er auch jeden Tag die Finanzumsatzsteuer abdrücken. Lässt man die Gewinne bei diesen Geschäften aus den Augen, würden für Herrn Poppe-Salbach bei einem Satz von 0,01 Prozent auf das ganze Jahr bezogen 20.000 Euro an Finanzumsatzsteuer anfallen. Weil Herr Poppe-Salbach beim Daytrading, also Handelsgeschäften innerhalb eines Tages, auf sehr kleine Kursschwankungen wettet, kann es durchaus sein, dass er an diesen 200 Tagen mit einem Einsatz von einer Million Euro gar nicht mehr als 20.000 Euro Gewinn macht. Und dieser Gewinn würde sofort als Finanzumsatzsteuer einbehalten werden.

Würde er sein Geld dagegen einmalig für ein Jahr anlegen und dann seine Aktien wieder verkaufen, müsste er nur ein Mal 100 Euro Finanzumsatzsteuer zahlen. Herr Poppe-Salbach würde sich sicherlich sehr gut überlegen, ob er noch jeden Tag auf das Glücksspiel des schnellen Handels setzt, oder ob er sein Geld nicht lieber langfristig investiert. Und wenn viele Leute so handeln, wird kurzfristige und oft schädliche Spekulation wirksam begrenzt.

Auch Kleinanleger müssten sich nicht um ihre Rendite sorgen. Kauft jemand eine Aktie für 100 Euro für seine Altersvorsorge und hält diese 20 Jahre, bekäme er bei einer Rendite von nur zwei Prozent pro Jahr etwa 45 Euro über den gesamten Anlagezeitraum. Davon zahlt er nur eine Finanztransaktionssteuer von einem Cent (bei einem vorgeschlagenen Steuersatz von 0,01 Prozent). Damit liegt seine Steuerbelastung auf die Rendite bei weniger als 0,03 Prozent. Das macht deutlich, dass es eben gerade nicht Kleinsparer sind, die belastet werden.

Es gibt noch weitere Behauptungen über die negativen Folgen einer Finanzumsatzsteuer. Wir liefern für vier dieser Behauptungen Gegenargumente.

Technisch wäre die Finanzumsatzsteuer sehr leicht einzuziehen, weil alle Transaktionen an den Börsen elektronisch registriert werden. Mittels einer Software könnte die Steuer eingezogen und an die betreffenden Finanzbehörden weitergeleitet werden. Bei einem Steuersatz von 0,01 Prozent könnten laut dem österreichischen Wirtschaftsinstitut pro Jahr EU-weit 65 Milliarden Euro an Steuern eingenommen werden – das ist etwa die Hälfte des aktuellen EU-Jahreshaushalts. Ein kleiner Teil dieser Einnahmen müssten den Mitgliedsländern zur Verfügung gestellt werden, die sich für eine Finanzumsatzsteuer entscheiden – es wäre ein Anreiz, sich diesem System anzuschließen. Der größere Teil müsste aber in den EU-Haushalt fließen und zur Finanzierung der Europäischen Union beitragen.

 

ZUR GESCHICHTE EINER STEUER AUF FINANZPRODUKTE

Prof. Dr. Rudolf Hickel, Forschungsleiter Finanzpolitik an der Universität Bremen, schreibt in einer Stellungnahme zur „Öffentlichen Anhörung zur Finanztransaktionssteuer“ am 17. 5. 2010 in Berlin: „Die Idee einer Besteuerung eines von den produktionswirtschaftlichen Vorgängen abgespaltenen spekulativen Handels mit Finanzvermögen ist nicht neu. John Maynard Keynes, der erstmals systematisch die Triebkräfte und Folgen von Spekulationen analysiert hat, schlug im Rahmen seiner „Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ (1936) eine Besteuerung der Aktienumsätze vor. 1978 hat James Tobin eine Besteuerung des Devisenhandels mit dem Ziel gefordert, „Sand in das Getriebe“ dieses Handels mit spekulativen Finanzmarktprodukten zu streuen. Während 1991 die 1948 in Deutschland eingeführte Steuer auf Börsenumsätze abgeschafft wurde, gilt heute die britische „Stamp Duty“ (Stempelsteuer) mit 0,5 Prozent auf den Nennwert von Aktien als prominenter Beleg für die Machbarkeit einer nationalen Besteuerung von Spekulationsgeschäften (2006 ca. fünf Milliarden Euro Einnahmen).“

 

Das Ende der bloßen Vermutung - warum die Robin Hood-Steuer jetzt kommen muss!
Ein Kommentar von Barbara Unmüßig

Fotos:
Kuchen: mightymightymatze/flickr.com (CC BY-NC 2.0)
Bank: Leo Reynolds/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Börsensaal: Travel Aficionado/flickr.com (CC BY-NC 2.0)

 

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Finanzprodukte besteuern

Eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte wäre gerecht und würde die Finanzmärkte stabilisieren, meint Gerhard Schick.

Finanztransaktionssteuer: Petition bis zum 4. Dezember mitzeichnen!

Wenn bis zum 3. Dezember 50.000 Menschen die Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer unterzeichnen, wird es zu dem Thema eine Anhörung des Bundestages geben. Höchste Zeit also, dieses Grüne Anliegen zu unterstützen und die Petition mitzuzeichnen!

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So einfach ist das nicht...

Wir haben uns vier Behauptungen über die Folgen der Finanzumsatzsteuer genommen und liefern hier Gegenargumente.

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Wir statt Gier

Gerade jetzt in der Krise stehen die Grünen zu ihrem Ziel eines geeinten Europas. Doch dafür muss sich einiges ändern.

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Steuern

Grüne Haushalts- und Steuerpolitik orientiert sich am Leitbild der Nachhaltigkeit.

Kommentare

Thomas
27-06-12 19:55
Es ist schon echt erschreckend, dass Leute mit NULL Ahnung von Risiko und wohl ohne jeglichen eigenen Erfahrungen im Börsenhandel geschweige denn Daytrading Kommentare darüber schreiben. Unglaublich..

1. Herr "Poppe-Salbach" ist Daytrader. Er geht mit jedem Kauf einer Aktie ein (hoffentlich begrenztes) Risiko ein. Entwickelt sich die Aktie nicht in die erwartete Richtung macht er einen Verlust. Diesen trägt alleine er. (Bei seinem Apfelkuchen hat er kein Risiko, diesen kauft er und kann hat ihn in der Hand). Fängt er an zu Zocken geht er früher oder später pleite - aber es würde dann wohl auch keinen interessieren, da er nur sein eigenes Geld verzockt hat und nicht systemrelevant ist. Ebenso interessiert es keinen, wenn der Handwerker um die Ecke pleite geht, weil er schlecht gewirtschaftet hat.
Herr "Poppe-Salbach" muss also mit seinem Kapital wirtschaften - und nicht zocken - vorausgesetzt er will damit unterm Strich Gewinne erwirtschaften.
2. Herr "Poppe-Salbach" ist kein Hellseher. Er wird also im Durchschnitt nicht mehr als 50% Gewinner-Geschäfte erzielen. Durch Fehler oder unvorhergesehene Situationen eher weniger. Er muss deshalb strategisch und besonnen vorgehen.
3. Herr "Poppe-Salbach" ist Daytrader. Er ist also an einem einzigen Tag Angebot und Nachfrage zugleich! Er kauft und verkauft - oder umgekehrt und stabilisiert damit den Preis, als Akteure die immer nur kaufen oder verkaufen! Das können sich leider viele nicht vorstellen, weil sie es noch nie gesehen/erlebt haben.
4. Herr "Poppe-Salbach" handelt womöglich für ein Unternehmen. Dieses kann seinen Sitz sehr schnell in das eurpäische Ausland versetzten. Sein Kumpel, der Kleinanleger ist und gerne mal um die 20 Aktien im Depot hat und diese etwa 1x im Jahr aufgrund der turbulenten Wirtschaftslage umschichten muss, kann das nicht und zahlt. Er zahlt trotz seiner Bereitschaft ein Risiko einzugehen, dass er in jeder Aktie Verluste erleiden kann, die Steuer. Nämlich 20 x 0,1%. Das sind 2% auf sein eingesetztes Kapital alleine für die Börsensteuer! Auf mögliche Gewinne zahlt er dann nochmals die Abgeltungssteuer 25%+Soli und beim Kauf eines Apfelkuchens mit diesem Geld nochmals die Mehrwertssteuer! Was sind realitsiche Renditen bei moderatem Risiko in Aktien? In guten Jahren vielleicht 4-6%. In schlechten vielleicht -4% bis -6% (potentielle hohe/niedrige RENDITE = potentiell hohes/niedriges RISIKO.
Eine Umsatz- bzw. Mehrwertssteuer bezahlt übrigens IMMER nur der Endverbraucher, da dieser einen Mehrwert hat. Verschiedene Unternehmen in einer Produktionskette (z.B. Zwischenhändler) können diese Steuer immer absetzen oder weiterreichen, an wen? Den ENDVERBRAUCHER.
4. Daytrader wie Herr "Poppe-Salbach" sind wichtig, da an den Börsen oder welchen (z.B. Wochen-)Markt auch immer nur gekauft und verkauft werden kann, wenn es GENÜGEND Käufer UND Verkäufer gibt. Gibt es nicht genügend Marktteilnehmer kann man auch seine 20 Jahre alten Aktien nicht zum letzten Preis verkaufen, sondern muss entweder (unendlich lange?) warten oder jemanden zu einem (meist) deutlich schlechteren Preis verkaufen, was wiederrum die Rendite mindert.
5. Die regulierten Börsen sind nicht Ursache sondern nur ein Spiegelbild der Finanzkrise. Die Verursacher sind (Investment-)Banken & Versicherungen, die im AUßERBÖRSLICHEN Interbankenhandel intransparente und GEHEBELTE Produkte mit VERSCHLEIERTEN Risiken gehandelt und auf das Prinzip Hoffnung gesetzt hatten. Das Prinzip ging nach Einbruch der US Immobilienblase nicht auf. Hätten die Banken Ihr Risiko verstanden und dementsprechend die Geschäfte (rechtzeitig) abbrechen können, nachdem eine Verlustschwelle erreicht wurde, wäre nichts passiert. Die Banken hatten aber ihre Risiken nicht verstanden und es gab auch nicht genügend Käufer und Verkäufer, um Geschäfte rechtzeitig abbrechen zu können, dazu wurde mit Risikokapital spekuliert, das gar nicht exisiterte. Das muss man dann "ZOCKEN" nennen. Dies ist unbestritten gefährlich und schädlich für die gesamte Volkswirtschaft. Wäre aber das Risiko verständlich gewesen, der Markt für die gehandelten Produkte transparent und liquide genug, sodass Geschäfte mit kleinem Verlust rechtzeitig hätten beendet werden können (so wie das an regulierten Börsen der Fall ist), dann wäre es kein Zocken gewesen, sondern spekulieren (lat. specuale=beobachten, spähen). Spekulieren ist nicht schädlich oder gefährlich - im Gegenteil. Viel alltägliches beruht auch auf Spekulation, denken Sie bitte einmal darüber nach!
6. Bleibt zu Hoffen, dass Banken, die essentiell für unser Geldsystem sind reguliert werden, sodass sie nicht mit Geld zocken können, das sie nicht besitzen.

Mit freundlichen Grüßen.
Achim
21-01-12 14:04
@ Günther und Ludu

Nur leider ist der Finanzmarkt schon lange nicht mehr auf Aktien beschränkt. Schon lange beherrschen z.B. Währungstransaktionen oder Derivatgeschäfte den Markt. Eine Abgeltungssteuer auf Aktiengewinne betrifft also nur einen (mittlerweile) kleinen Teil der Gewinne der Finanzbranche.

Ich glaube, ihr habt keine Vorstellung davon, wie sich der Finanzmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat. Wenn es nur Aktien gäbe hätten wir ja gar nicht dieses Bankenproblem. Aber heutzutage gibt es Banken, deren Buchwert ein Vielfaches eines europäischen Staates sein kann. (!!!) Das kommt daher, dass die Banken immer mehr und immer undurchsichtigere Geschäfte machen, und sich die Umsätze auf ein Niveau gesteigert haben, das vollkommen irreal überbewertet ist. Es gibt in der Finanzwelt so viel Geld, dass wenn man es auf einen Schlag ausgeben wollte, man schon lange gar keinen realen Gegenwert mehr hätte. Es sind alles Buchwerte, die durch irgendwelche mathematischen - rechtlichen Konstruktionen entstehen, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben.

Was die Politiker gerne verschweigen: Wenn man den ganzen Finanzmarkt in die Tonne kloppen würde, wäre die reale Welt völlig unberührt. Was sollte auch passieren, wenn weltweit ein paar Computer nicht mehr rechnen? Aus mehr besteht der Finanzmarkt nämlich nicht.

Es sind nur ein paar Bankencomputer, die rechnen. Sonst nix. Das angebliche Geld sind ein paar Zahlen, generiert von Maschinen. Das ist doch vollkommen irreal!!!!!
Günther
16-12-11 20:14
Wenn die angeblichen Finanzspezialisten der GRÜNEN solche falschen Beiträge schreiben muss man sich nicht wundern, dass bei der Politik dieser Partei bisher nur Unsinn geboren wurde. Wie schon gesagt zahlen Verkäufer automatisch mind. 26% Steuern auf Gewinne. Und dies hat der Autor wohlweislich verschwiegen. Ja Täuschen ist das Markenzeichen dieser Partei. Hartz IV , Öffnung der Finanzmärkte, Atomstrom nein - aber gegen alles sein, erst das Beamtentum abschaffen wollen ( s. Büttikofer 2005 und andere) und jetzt nach dem Beamtenwählerpotential gilt alles nicht mehr. Usw. usw.
Ludu
26-11-11 08:31
Also wenn ich Aktien mit Gewinn wieder verkaufe fällt für mich zumindest die Abgeltungssteuer von ca. 26% an. Frage mich warum das in diesem Zusammenhang nicht erwähnt wird ...und meines Wissens nach ist das in den meisten EU-Ländern auch der Fall (wobei die Sätze unterschiedlich hoch sind).
Diese ganze Diskussion um die Finanz-Transaktionssteuer ist in meinen Augen also nur wiedermal eine simple Steuererhöhung...
Achim
30-10-11 14:11
@schwachsin

"nur weil einer weiß wie man Geld macht, will man ihm nun alles wieder abknüpfen?..."

1. Schwachsinn schreibt man mit zwei n.

2. "Alles" wieder abknüpfen. Klar, es geht ja um "Alles". Das ist genau die Polemik die ich meinte.

3. Geld machen - ein Aktienhändler macht kein Geld - die Aktien sind alle völlig überbewertet, das Geld das an der Börse gehandelt wird hat gar keinen realen Gegenwert, deshalb bricht das System ja auch zusammen, wenn alle gleichzeitig verkaufen.

4. Geld machen - hat das für irgendjemand außer dem Geldmacher einen Wert? Worin liegt genau die Wertschöpfung vom Geld machen? Was hat die Gesellschaft davon? Ohne einen realen, von realen Firmen geschaffenen Gegenwert hat alles was an der Börse passiert überhaupt keinen Sinn.

5. Geld ist nur wertvoll, wenn man etwas damit kaufen kann. Mit Geld Geld zu machen ist ein Schildbürgerstreich erster Güte. Ich empfehle den letzten Teil der Serie "Per Anhalter durch die Galaxis", da wird schön beschrieben was aus Menschen wird die sich nur noch für Luftschlösser interessieren. Am besten fand ich die Stelle in der ein Bänker dazu rät, alle Bäume niederzubrennen um die Inflation einzudämmen, da die Währung aus Blättern besteht. Sehr anschaulich.
Achim
28-10-11 12:37
An die ganzen Finanzlobbyisten die hier versuchen mit Polemik und Arroganz irgend jemanden zu überzeugen:

Ihr könnt plärren soviel ihr wollt. Den Finanzmarkt in dieser Form braucht kein Mensch. Eure FDP wird nicht mehr im nächsten Bundestag sitzen, weil die Menschen von diesem irrealen, völlig am Leben vorbeigehenden Finanzmüll die Schnauze gestrichen voll haben.

Ihr habt noch nicht begriffen, dass es viel mehr Menschen mit gesundem Menschenverstand gibt, die genau wissen, dass kein Mensch von Aktien satt wird, als ihr euch vorstellen könnt. Die Menschen die ich kenne schütteln alle den Kopf, weil sie es nicht fassen können, wie man diesen völlig aufgeblähten, von Trugbildern und unsinnigen Werten durchzogenen Finanzapparat so ernst nehmen kann. Es ist für sie was es ist: Eine Massenhalluzination. Und das ganz ohne Gras und LSD.

Und ihr habt nicht begriffen, dass die Menschen sich nicht nur für GELD interessieren - sie haben auch keinen Bock drauf, immer nur schauen zu müssen, dass sie nicht von irgendeinem Markt verarscht werden. SIE FINDEN DAS WEDER KOMISCH NOCH SINNVOLL UND SEHEN AUCH KEINEN AUSDRUCK VON FREIHEIT DARIN. Vielmehr finden sie es einfach nur anstrengend und blödsinnig.

Der Finanzmarkt ist nichts anderes als ein Computerspiel, das Geld ist nur virtuell im Rechner, und Aktienwerte sind Luftschlösser. WAS BRINGT DIESES SPIEL DEM GEMEINWOHL, AUßER DASS WERTVOLLE ZEIT UND SCHAFFENSKRAFT FÜR WENIGE REICHE VERGEUDET WIRD?????

Und wer von "der Wirtschaft" redet hat noch nicht begriffen, dass es "die eine Wirtschaft" gar nicht gibt. Es ist ein komplexes Gebilde aus Interessen, und wir alle sind Teil davon. Und vielleicht begreift ihr auch mal, dass es auch noch Leute geben muss, die sich etwas kaufen können, und zwar nicht nur Aktien, sondern REALE Dinge.

Und noch ein Wort zu der Besteuerung: Im realen Leben ist es auch so, dass Verkäufe UND Gewinn besteuert werden. Und ich wüsste nicht, warum das in der irrealen Finanzwelt nicht auch so sein sollte. Da könnt ihr noch lange rumlamentieren, die Leute sind nicht mehr so doof eure Beleidigte-Leberwurst-Reden zu glauben.

Ihr sucht ja nur nach fadenscheinigen Argumenten, weil euch die Besteuerung einfach nicht gefällt. Ihr wollt weiter euer Spielzeug haben, und ihr seid beleidigt, wenn es euch jemand wegnehmen will. Aber eine Steuer ist eine Steuer, und wir können sie einfach einführen, weil es uns so gefällt. Mein Mitleid mit Aktienhändlern, Bänkern und Geldbesitzern hält sich da in sehr engen Grenzen. Ich bin auch nicht so blöd zu glauben, dass o.g. Personen allzu viel Mitleid für mich oder die Allgemeinheit empfinden.

Aber immer von der Allgemeinheit gerettet werden wollen, wenns mal schiefging, na DANKE! WER BRAUCHT DENN DAS??????

Finanzmarkt GO HOME!!!!! Ihr seid OBSOLET!!!!!!!
Martin
24-10-11 13:48
Die deutschen Bürger haben genug von der Zockerei auf den Finanzmärkten, deren Verluste sie jedes Mal über Steuererhöhungen ausgleichen müssen. Bitte setzen Sie sich intensiv dafür ein, eine Finanztransaktionssteuer in der EU zu verwirklichen - insbesondere auch beim Hochfrequenzhandel! Auch Leerverkäufe müssen künftig eingedämmt werden.

Ein möglicher Weg, die Umsetzung einer Finanztransaktionssteuer zu beschleunigen wäre vielleicht ein Bürgerentscheid.

Meine Stimme ist den Grünen sicher.
18-10-11 19:48
Ob die Auswirkungen einer auf einige Länder begrenzten Transaktionssteuer in den Griff zu bekommen sind?
Und wer verhindert, dass sie ständig - wie alle anderen Steuern auch - erhöht werden?
Wäre da ein Verbot des Day-Traderhandels nicht wirksamer und
überschaubarer?
Werner
08-10-11 08:28
Vorweggesagt, ich bin dafür dass alles kurzfristige Wirtschaften jeder Art mit hohen Steuern belegt werden muss.
Trotzdem ist es unseriös wenn Sie behaupten, dass auf Brötchen Mehrwertsteuer anfällt und auf Aktien nicht. Es fallen Abgeltungssteuer von 25% + Soli + eventuell Kirchensteuer an, egal ob ich Aktien 3 Minuten oder 3 Jahre später wieder verkaufe. Solche falschen Aussagen auf dem Internetportal einer Bundespartei ist mehr als amateurhaft und bin kein Grünenhasser.
meeri
21-06-11 16:43
... von der Sache her erschüttert mich auch dieses grüne Geschwätz nicht - sorry, dass ist eine Neiddiskussion. Könnt ihr mal anfangen den Kopf richtig zu benutzen, BITTE!
Ich handele zwar nicht mit Aktien und habe nicht viel, aber wenn Poppe-Salbach, Roth, Merkel oder sonst wer das Geld hat, dann wird er es auch ausgeben, oder gar investieren. Dann Fallen aber wieder eine Unmenge von Steuern an. Auch das Geld was er zum Kauf eingesetzt hat, ist (meist) versteuert gewesen.
Und selbst wenn davon grünen Ökostrom gekauft wird - dann zahlt er schon wieder Steuern.
Wenn er mit Aktien handeln möchte, soll er es machen, sein Risiko, seine Gewinne, oder beteiligt ihr ihr euch an den mgl. Verlusten bei solchen Geschäften?
Außerdem Kapitalerträge u.a. aus Aktiengeschäften sind erst nach einem Jahr steuerfrei - davor: 25%!
Müsstet ihr auch wissen!!!
Wir haben doch längst schon eine grundgesetzwidrige Steuern auf Steuern!

Hört doch BITTE endlich mit dieser Trampelbock-Neiddiskussion auf.

DANKE

ps: wenn ihr schon neue Steuern für Alle wollte: Sauerstoffbezugssteuer und eine Sonneneinstrahlungsnutzungssteuer - bestimmt 'ne tolle Sache
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