Finanztransaktionssteuer: Petition bis zum 4. Dezember mitzeichnen!

Wenn bis zum 3. Dezember 50.000 Menschen die Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer unterzeichnen, wird es zu dem Thema eine Anhörung des Bundestages geben. Höchste Zeit also, dieses Grüne Anliegen zu unterstützen und die Petition mitzuzeichnen!

Die offizielle Zeichnungsfrist für die Petition endet zwar erst am 25. Dezember, doch zu einer Anhörung kommt es nur, wenn 50.000 Unterschriften binnen drei Wochen eingehen – und dafür ist der Stichtag der 4. Dezember!  Bereits im Programm zur Bundestagswahl 2009 hatten Bündnis 90/Die Grünen ihre Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer fest verankert – und wir werden auch in der Opposition weiter dafür kämpfen.

Es ist schlicht ungerecht, dass fast jedes Produkt mit einer Umsatzsteuer belegt ist, Finanzprodukte aber nicht. In Zeiten, in denen die Finanzmarktkrise gerade Entwicklungsländer in massive Schwierigkeiten bringt, die zum Ausbruch der Krise keinerlei Beitrag geleistet haben, gilt das ganz besonders. Neben Maßnahmen wie einer Kerosinsteuer oder einer Flugticketabgabe halten wir auch die Finanztransaktionssteuer für ein essentielles Instrument innovativer Entwicklungsfinanzierung auf internationaler Ebene. Abgesehen vom Aufkommen, das durch eine Finanzumsatzsteuer generiert und etwa für die Umsetzung der UN-Milleniums-Ziele verwendet werden könnte, halten wir Grünen die Stabilisierungswirkung für einen zweites entscheidendes Argument für die Steuer.

Bereits im März 2009 hat die Grüne Bundestagsfraktion aus diesem Grund einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die Einführung einer Finanzumsatzsteuer auf EU-Ebene fordert. Langfristig sollte die Steuer zwar global gelten, wir halten jedoch die Einführung auf europäischer Ebene für einen sinnvollen ersten Schritt – bereits dann könnten bei einem Steuersatz von nur 0,01% fast 70 Mrd. Euro jährlich eingenommen werden. Der Antrag wurde leider mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP abgelehnt.

Auch in der neuen Legislaturperiode werden wir uns daher weiter für eine Finanztransaktionssteuer stark machen, die stabilisierend und gerecht ist. Wir werden Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble immer wieder an ihre befürwortenden Aussagen zu einer Finanztransaktionssteuer erinnern. Im Gegensatz etwa zu Äußerungen französischer oder britischer Spitzenpolitiker klingen ihre Bekenntnisse zu einer Finanzumsatzsteuer leider nach wie vor äußerst zurückhaltend. Um dieses Thema auf der politischen Agenda endlich nach vorne zu bringen, hoffen wir, dass auch Sie mit Ihrer Unterschrift unter die Petition dazu beitragen, dass es zu einer öffentlichen Anhörung im Bundestag kommt!

Links:

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Zur Kasse bitte

Apfelkuchen und Wohnzimmerschränke werden beim Verkauf mit einer Umsatzsteuer belastet, Finanzprodukte nicht. Die Finanzumsatzsteuer könnte für mehr Gerechtigkeit sorgen. Wir erklären, wie sie funktioniert.

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So einfach ist das nicht...

Wir haben uns vier Behauptungen über die Folgen der Finanzumsatzsteuer genommen und liefern hier Gegenargumente.

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Finanzprodukte besteuern

Eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte wäre gerecht und würde die Finanzmärkte stabilisieren, meint Gerhard Schick.

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Gekommen um zu bleiben

Wie das Internet mehr und mehr unseren Alltag bestimmt. Ein Gastbeitrag von Adrian Rosenthal für den schrägstrich.

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Stärkt Japans Anti-AKW-Bewegung

Mit einer Petition sollen 10 Millionen Stimmen gesammelt und so der Ausstieg aus der Atomkraft in Japan erreicht werden.

Kommentare

Claus Eutin
04-12-09 20:17
Sorry, die links aus dem vorherigen Kommentar funktionieren nicht einwandfei. Deshalb hier noch einmal:

Börsenumsatz-Steuer
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsenumsatzsteuer

Versicherungssteuer
http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherungsteuer_%28Deutschland%29

DAX seit 1959:
http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959

Jetzt sollte es funktionieren...
Claus Eutin
04-12-09 20:07
In der Bundesrepublik (vorher bereits in Deutschen Reich) hatte es eine Börsenumsatzsteuer gegeben:

"Die Börsenumsatzsteuer wurde in Deutschland je nach Wertpapierart mit 1 bis 2,5 Promille des Kurswertes berechnet und auf den Wertpapierabrechnungen gesondert ausgewiesen. ... Im Jahre 1991 wurde diese Steuer in Deutschland abgeschafft."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsenumsatzsteuer#Geschichte_der_B.C3.B6rsenumsatzsteuer_in_Deutschland

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Finanzmärkte bzw. die Gesamtwirtschaft der Bundesrepublik bis zur Abschaffung der Börsenumsatzsteuer im Jahr 1991 gedarbt hätten. Besorgniseregend sind für mich eher die extremen Ausschläge der 90er und die des beginnenden Jahrunderts (s. Verlauf des DAX seit 1959 http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959).

Ein anderes Beispiel:

Seit 1989 ist die Versicherungssteuer in der Bundesrepublik von 5% bis auf das heutige allg. Mehrwertssteuer-Niveau von 19% gestiegen (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherungsteuer_%28Deutschland%29). Dass die gesamte Versicherungsbranche in der Bundesrepublik seit 1989 daniederliegt, kann ich nicht erkennen.

Claus Eutin
Peter Bering
04-12-09 16:16
Hallo Stefan B.,
ich habe da ein echtes Verständnisproblem !
Du bleibst tatsächlich, wie schon Hartmut Schmid festgestellt hat, jegliche Argumente schuldig !
Im Gegenzug wird im Petitionsantrag sorgfältig argumentiert, dass so ziemlich jede Dienstleistung zumindest mit Mehrwertsteuer besteuert wird, nur Finanzdienstleistungen und Flugkerosin nicht !
Eine Finanztransaktionssteuer hätte die jetzige Finanzkrise zumindest abgemildert, weil die Oberpfennigfuchser einiges an automatisiertem Hin- und Her-Transferieren um des zehntel Prozentes Willen wohl hätten bleiben lassen.
Hartmut Schmidt
04-12-09 14:05
Zitat: Eine Börsenumsatzsteuerwürde zum kompletten Zusammenbruch des Finanzsystems führen

gibt es ausser dieser platten Behauptung irgendeine nachvollziehbare Begründung?
Die KFZ-Steuer - beispielsweise - führt auch nicht zum Zusammenbruch des Verkehrswesens.

Dass das Finanzsystem auch ohne Transaktionssteuer bereits so gut wie zusammengebrochen war, ist immerhin von vielen Seiten bestätigt worden. Es ist offensichtlich höchste Zeit, das Finanzsystem insgesamt in seiner heutigen Form in Frage zu stellen.
Stattdessen wird es mit Milliardenaufwand subventioniert...
Stefan B.
04-12-09 11:58
Ja, eine in Deutschland einmalig eingeführte Steuer, die zum vollständigen Kollaps des deutschen Finanzsystems führt und zur totalen Apokalypse!
Das Finanzsystem ist die Ader unserer Wirtschaft. Die Schwellenländer gehen übriegns als absolute Gewinner der Krise hervor. Eine Börsenumsatzsteuer würde zum kompletten Zusammenbruchs des Finanzsystems führen.
Thea Philipp-Schöllermann
03-12-09 22:13
Ich halte die Finanztransaktions-und Kerosinsteuer
für unabdinglich.
Kommentar

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