Finanzen

Grüne Finanzpolitik orientiert sich am Leitbild der Nachhaltigkeit. Mit dem Green New Deal schaffen wir Jobs mit Zukunft, erschließen neue Wachstumsmärkte und bewahren unsere Lebensgrundlagen.

Börse, Foto: Tobias Leeger/Flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0)

Damit der Staat die notwendigen Zukunftsinvestitionen tätigen kann, müssen wir die Verschuldung abbauen und einen langfristig ausgeglichenen Haushalt erreichen. Deshalb brauchen wir eine Stabilisierung der Steuereinnahmen. Steuersenkungen müssen voll durch die Streichung von Steuervergünstigungen gegenfinanziert sein.

Unser Steuersystem muss einfacher und gerechter werden. Wir treten für eine gleichmäßige Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit der Einzelnen ein, die nicht nach Einkommensarten und –quellen unterscheidet. Wir wollen Steuergeschenke und Subventionen – insbesondere umweltschädliche – abbauen, Steuerflucht und –hinterziehung konsequent bekämpfen und das Ehegattensplitting abschmelzen.

Betriebsverlagerungen ins Ausland dürfen nicht steuerlich begünstigt werden. Wir akzeptieren nicht, dass Unternehmen hohe Gewinne einfahren, aber keine Steuern zahlen. Die ökologische Steuerreform wollen wir weiterentwickeln, um den sparsamen Umgang mit Ressourcen und Investitionen in energiesparende Technologien zu fördern. Die Steuer auf große Privatvermögen soll wieder eingeführt und große Erbschaften stärker besteuert werden. Die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer muss verbreitert werden, denn sie ist die wichtigste Finanzierungsbasis der Kommunen.

Die Wirtschaftspolitik wollen wir auf europäischer Ebene besser koordinieren. Es ist höchste Zeit, einen effektiven Ordnungsrahmen für die globale Wirtschaft zu schaffen. Denn wir wissen, dass wir für die Herausforderungen des Klimawandels und zur Bekämpfung der globalen Armut auch auf die Dynamik und Innovationskraft funktionierender Märkte angewiesen sind. Insbesondere ist jetzt eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte nötig, um die nächste Krise zu verhindern.

Wir kämpfen für eine Finanztransaktionssteuer, die den Finanzsektor an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligt und Spekulationen bremst. Diese muss jetzt auf europäischer Ebene eingeführt werden. Zudem brauchen wir eine funktionsfähige europäische Bankenaufsicht.

Der Kasino-Kapitalismus hat abgewirtschaftet. Er ist ein zynisches Spiel nach dem Muster "Die Gewinne dem Unternehmen (und seinen Anteilseignerinnen und Anteilseignern), die Verluste trägt die Gesellschaft". Während die Steuerzahler immer noch für die Kosten der Krise aufkommen dürfen, verdienen sich Banken und Finanzakteure längst wieder eine goldene Nase. Die Ursachen der Krise sind bekannt, werden aber nicht angegangen. Das gefährdet auch die Einlagen derer, die nicht das große Rad drehen.

Außerhalb der Börsen werden fernab jeder Aufsicht rund 95 Prozent der Finanzgeschäfte abgewickelt. Dazu gehört auch der billionenschwere Handel mit Derivaten. Auch deshalb erleben wir an den Rohstoffmärkten beinahe täglich spekulationsgetriebene Preisrekorde. Das bedeutet teurere Lebensmittel und belastet die Verbraucher.

Außerdem sind wir gegen steuerliche Privilegien für Finanzprodukte. Es ist nicht gerechtfertigt, ihnen Vorteile gegenüber Umsätzen aus der Realwirtschaft zu gewähren.

Grüne Marktwirtschaft setzt Anreize für Investitionen in Sparsamkeit und Effizienz und reduziert dadurch Folgekosten. Preise sollen die ökologische Wahrheit sagen. "Wachstum um jeden Preis" lehnen wir ab und fragen, ob das Wachstum zu Lasten der Zukunft oder zu Lasten anderer Länder geht. Wir definieren Fortschritt ökologisch, sozial und gerecht.


Hintergrundinformationen als PDF:

Die Krise bewältigen - für einen Green New Deal - Parteitagsbeschluss 2008

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Wirtschaft

Nur eine grüne Marktwirtschaft, die ökologischen und sozialen Zielen verpflichtet ist, ist zukunftsfähig.

Dagegen: Kasino-Kapitalismus

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Haushalt

Für Zukunftsinvestitionen müssen wir die Verschuldung abbauen und einen langfristig ausgeglichenen Haushalt erreichen.

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Steuern

Grüne Haushalts- und Steuerpolitik orientiert sich am Leitbild der Nachhaltigkeit.

Dafür: Regulierung der Finanzmärkte

Kommentare

Stephan Müller
25-10-12 13:40
Hallo Gregor,
habe gerade eben dein Kommentar gelesen, während ich dabei war mich über die Ziele und Inhalte der Grünen Partei zu informieren.

Du sagst, 80k€ im Jahr wäre im Endeffekt nicht wirklich viel und würde bereits ein guter Facharbeiter schon verdienen. Also ich bin da etwas baff... ich weiß nicht wo du lebst ??
Ich selber bin Elektronik-Ingenieur, schon seit knapp 5 Jahre berufstätig, und arbeite in einer großen Firma, die auch nicht gerade schlecht zahlt. Und ich habe erst jetzt nach 4 Jahren die 50k€ Bruttoeinkommen pro Jahr überschritten. Um aber auf deine 80k€ zu kommen, müsste ich die Stelle wechseln und mind. als Projektleiter arbeiten. Und Du willst mir nun sagen, dass ein qualifizierter Facharbeiter schon mehr verdient als ich ???
Also sorry, aber ich versteh dich zu diesem Punkt irgendwie nicht!
Mal als Anmerkung: Mein Einkommen zum Berufsstart lag bei ca. 40k€/Jahr (brutto versteht sich)

Dass die Mietpreise in solchen teuren Städten wie München oder Frankfurt extrem hoch sind, weiß ich mittlerweile. Da hast du wiederum recht, wenn du sagst, dass dein höheres Einkommen das wieder kompensieren muss.
Ich selber wohne aufm Land in der Ortenau, daher bin ich eher noch glimpflich davon gekommen :)

Man kann sich sicherlich über die 80k€ Schwelle streiten.
Aber jemanden, der 80k€ verdient, als quasi Normalverdiener zu bezeichnen, halte ich für übertrieben.
Die meisten Ingenieure liegen eher im Bereich 45-70k€ würde ich erfahrungsgemäß behaupten.
Die 80k€ Schwelle ist daher zugegeben schon etwas knapp.
Ich persönlich würde 100k€ vorschlagen...
Henry Paul
17-06-12 11:12
noch nicht einmal zum Thema haben die GRÜNEN den Fiskalpak und den ESM gemacht; nicht auf der Webpage, nicht im Programm, nicht in den Köpfen der Grünen und deren Vordenker (sorry, Nachplapperer!).

Und die Grünen stimmen dem selbstverständlich zu. Deutschland als unselbständiger Vollzugs-Idiot der internationalen Kapitalverbrechen... das wird kommen, wenn der Fisklapakt und der ESM ratifiziert würde.

Hey, Ihr Grüne, besinnt Euch mal auf Eure staatsbürgerliche Eigen-Lob-Reden und lest mal die Vertragstexte ( die im übrigen geheim sind !!!!) ( Wikipedia, Buergerwille, Verfassungsbeschwerde.eu usw).

Wenn Ihr das mittragt, seid Ihr genau die gleichen Verräter wie die SPD und die CDU/CSU. Der ESM ist das ERMÄCHTIGUNGSGESETZ des internationalen Kapitals... scheisst Euch nicht ins Hemd, seid mutig und verhalte Euch endlich so, wie Ihr es immer lauthals rausposaunt!
Henry Paul
gregor der 2.
11-06-12 11:49
Hallo,
nach Euren Beschlüssen in Kiel muss ich Euch meine Meinung zukommen lassen, was ich auch noch nie für oder gegen eine Partei gemacht habe! Eure Beschlüsse haben mich aber so beschäftigt, daher diese Mail.
Ich sympatisiere mit den Grünen schon lange und habe Euch auf Europaeben auch schon gewählt. Nach den Beschlüssen aus Kiel ist für mich leider eine erneute Wahl der Grünen ausgeschlossen.
Den Spitzensteuersatz einheitlich in Deutschland bei 80k€/Jahr festzulegen finde ich überhauptnicht OK. Fragen Sie doch mal einen Alleinverdiener der in München, Hamburg oder sonnst in einer Grossstadt (ausser Berlin) lebt, Miete in der Stadt zahlen, nun selbst für's alter vorsorgen, evtl. an Kinder denkt, mobil sein muss und auch mal vor hat, sein Grundbedürfnis, wie einem eigenen kleinen Heim, nachkommen will. Das ist mit 80k€/Jahr in Deutschland ja jetzt schon fast nicht mehr möglich! Um dieses Geld heutzutage zu verdienen muss man eine extreme Arbeitsleistung erbringen und meist bekommt man dies ja auch nicht einfach so monatlich sondern max. durch Bonizahlungen irgendwann am Jahresende. Für in Städten leben und arbeitende Menschen reicht dieses Gehalt gerade aus, um noch an die Träume und einigermassen beruhig an das Alter denken zu können.
Ich bin auch für eine gerechte Umverteilung da die Schere sichtlich extrem auseinander geht. So wie Ihr es aber plant, trifft es wieder genau die falschen- man ist mit dieser Summe weder reich noch ein Spitzenverdiener in Deutschland. Diese Summe ist ein Normalgehalt bei gut qualifizierten Facharbeitern- und diese nehmen den enormen und wachsenden Druck in deutschen Firmen Tag-für-Tag, aus oben genannten Gründen, auf sich.

Besteuert doch mal die wirklich grossen Einkommen- bin mir auch sicher, dass ein Grossteil von denen das auch akzeptiert. Ein wirklicher Spitzenverdiener ist sicherlich weit über 150k€/Jahr - und dabei müsste auch noch auf die regionale Kostensituation geachtet werden.
Auch ist eine Erhöhung der Erbschaftssteuer kurzsichtig und vollkommen gegen den deutschen Mittelstand und auch gegen Arbeitsplätze. Warum zweimal versteuertes Vermögen nochmals besteuern und damit die Fortführung kleiner und mittlerer Betriebe über Generationen hinweg erschweren- unserem Rückrad an Leistung, sicherer Arbeitsplätze, Innovationen und Ideen behindern und auffordern, frühzeitig zu liquidieren und das Vermögen ausser Landes zu investieren?
Zu dem Thema noch eines: der Mindestlohn ist richtig- muss aber auch regional gesehen werden! Es ist doch ein Unterschied, ob man in München oder Schwerin lebt!

Es wäre klasse, wenn Ihr auch eine Partei der mittleren Verdiener und Ihrer Bedürfnisse währt- Grün ist auch für uns extrem wichtig und richtig. Um Euch aber wählen zu können, muss die Wirtschafts-, Finanz- und vor allem Sozialpolitik auch unseren Bedürfnissen und Sichtweisen entsprechen!

Ich bin gespannt, was sich tut und ob Ihr mir irgendwann eine wirkliche Alternative bieten könnt!
Gregor
Gregor
27-11-11 08:53
Hallo,
nach Euren Beschlüssen in Kiel muss ich Euch meine Meinung zukommen lassen, was ich auch noch nie für oder gegen eine Partei gemacht habe! Eure Beschlüsse haben mich aber so beschäftigt, daher diese Mail.
Ich sympatisiere mit den Grünen schon lange und habe Euch auf Europaeben auch schon gewählt. Nach den Beschlüssen aus Kiel ist für mich leider eine erneute Wahl der Grünen ausgeschlossen.
Den Spitzensteuersatz einheitlich in Deutschland bei 80k€/Jahr festzulegen finde ich überhauptnicht OK. Fragen Sie doch mal einen Alleinverdiener der in München, Hamburg oder sonnst in einer Grossstadt (ausser Berlin) lebt, Miete in der Stadt zahlen, nun selbst für's alter vorsorgen, evtl. an Kinder denkt, mobil sein muss und auch mal vor hat, sein Grundbedürfnis, wie einem eigenen kleinen Heim, nachkommen will. Das ist mit 80k€/Jahr in Deutschland ja jetzt schon fast nicht mehr möglich! Um dieses Geld heutzutage zu verdienen muss man eine extreme Arbeitsleistung erbringen und meist bekommt man dies ja auch nicht einfach so monatlich sondern max. durch Bonizahlungen irgendwann am Jahresende. Für in Städten leben und arbeitende Menschen reicht dieses Gehalt gerade aus, um noch an die Träume und einigermassen beruhig an das Alter denken zu können.
Ich bin auch für eine gerechte Umverteilung da die Schere sichtlich extrem auseinander geht. So wie Ihr es aber plant, trifft es wieder genau die falschen- man ist mit dieser Summe weder reich noch ein Spitzenverdiener in Deutschland. Diese Summe ist ein Normalgehalt bei gut qualifizierten Facharbeitern- und diese nehmen den enormen und wachsenden Druck in deutschen Firmen Tag-für-Tag, aus oben genannten Gründen, auf sich.

Besteuert doch mal die wirklich grossen Einkommen- bin mir auch sicher, dass ein Grossteil von denen das auch akzeptiert. Ein wirklicher Spitzenverdiener ist sicherlich weit über 150k€/Jahr - und dabei müsste auch noch auf die regionale Kostensituation geachtet werden.
Auch ist eine Erhöhung der Erbschaftssteuer kurzsichtig und vollkommen gegen den deutschen Mittelstand und auch gegen Arbeitsplätze. Warum zweimal versteuertes Vermögen nochmals besteuern und damit die Fortführung kleiner und mittlerer Betriebe über Generationen hinweg erschweren- unserem Rückrad an Leistung, sicherer Arbeitsplätze, Innovationen und Ideen behindern und auffordern, frühzeitig zu liquidieren und das Vermögen ausser Landes zu investieren?
Zu dem Thema noch eines: der Mindestlohn ist richtig- muss aber auch regional gesehen werden! Es ist doch ein Unterschied, ob man in München oder Schwerin lebt!

Es wäre klasse, wenn Ihr auch eine Partei der mittleren Verdiener und Ihrer Bedürfnisse währt- Grün ist auch für uns extrem wichtig und richtig. Um Euch aber wählen zu können, muss die Wirtschafts-, Finanz- und vor allem Sozialpolitik auch unseren Bedürfnissen und Sichtweisen entsprechen!

Ich bin gespannt, was sich tut und ob Ihr mir irgendwann eine wirkliche Alternative bieten könnt!
Gregor
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