Auf Zukunft setzen

Mit grünen Ideen 1 Million neue Jobs schaffen

Fritz Kuhn, Renate Künast und Jürgen Trittin, die Verfasser des Papiers "Auf Zukunft setzen"

Die Bundeskanzlerin setzt mit ihren Konjunkturpaketen auf ein
kunterbuntes und richtungsloses Sammelsurium, ihr Lieblingskind
"Abwrackprämie" ist nach Meinung sämtlicher Experten ökonomischer und
ökologischer Unsinn. Die Regierung ist in der Krise hilflos. Sie hat
nicht verstanden, dass aus dieser Rezession nur der gestärkt hervorgeht,
der jetzt die Weichen für die grüne Ökonomie der Zukunft stellt.

Wir Grünen setzen in der Krise auf eine konsequente Politik der sozialen
und ökologischen Erneuerung unserer Marktwirtschaft. Wir brauchen jetzt
eine kluge Ordnungspolitik verbunden mit massiven Investitionen in
Klimaschutz, Bildung und soziale Gerechtigkeit. Investitionen auf Kosten
künftiger Generationen, wie sie jetzt notwendig sind, sind einzig und
allein dann zulässig, wenn sie den Grundstein für künftigen Wohlstand
legen. Die Chance für einen Strukturwandel zu einer nachhaltigen Art des
Wirtschaftens ist jetzt da.

Mit unseren grünen Ideen können wir in den nächsten Jahren *mindestens
eine Million neue Arbeitsplätze* schaffen. Im Unterschied zu den
diversen Konjunkturprogrammen der Bundesregierung haben wir ein Konzept
verstetigter Investitionen über einen Zeitraum von vier Jahren. Wir
wollen die ökologische Modernisierung in allen Wirtschaftsbereichen
vorantreiben, den Jobboom in der Umweltbranche verstärken und mit
Investitionen in Bildung und Gesundheit für mehr soziale Gerechtigkeit
und neue Arbeitsplätze sorgen. Das verlangt einen Mix aus klarer
Ordnungspolitik (etwa CO2-Grenzwerte), neuen Finanzierungsinstrumenten
wie der Bürgerversicherung oder den Bildungssoli, veränderten
Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt (Stichwort Progressivmodell)
sowie zusätzlichen und vorgezogenen staatlichen Investitionen – etwa zur
Gebäudesanierung oder Bildungsinvestitionen - , die jetzt gegen die
Krise wirken.

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Dafür: 1 Million neue Jobs

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Arbeit

Unsere Position zum Thema Arbeit.

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Anders wirtschaften

Ein Grüner New Deal für neue Arbeit und Innovation

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/wirtschaft-225.jpg

So wird der Blaumann grün

Wie schaffen wir einen neuen Aufschwung? Ein Beitrag von Renate Künast und Jürgen Trittin

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Wirtschaft

Nur eine grüne Marktwirtschaft, die ökologischen und sozialen Zielen verpflichtet ist, ist zukunftsfähig.

Kommentare

micha
11-02-10 19:16
ist natürlich schon etwas spät dafür, aber ich will doch was zu den kommentaren von björn & co. sagen:
&Björn: Die Arbeitsplätze fallen nicht in 10 Jahren wieder weg. Es handelt sich nicht um einmalige Ausgaben wie die Abwrackprämie, sondern um Schaffung neuer Rahmenbedingungen, unterstützt durch Anschubfinanzierungen. Sicher, irgendwann sind alle Gebäude saniert - aber nicht in 10 Jahren. Das braucht eher 30, und wie bei Heizungssanierungen ist dann bald die nächste fällig. Und im Sozialbereich wird der Bedarf an menschlicher Arbeit eher zunehmen, da geht es nur darum, das so zu finanzieren, dass es sich trägt.
@Fianzierung, @Skeptisch: Immerhin wären es investitive Ausgaben, nicht Konsumausgaben wie jetzt bei Schwarz-Gelb. Und es ging immer nur um einen Bruchteil der Summe, die die jetzt ausgeben. Denn nicht alles muss der Staat finanzieren, der muss nur die Voraussetzungen für private Investitionen schaffen. Die 1 Mio. Jobs errechnen sich aus verschiedenen Branchen, nicht nur durch Gebäudesanierung - und sie sind konservativ gerechnet. Ziel war, die Wirtschaft insgesamt anzukurbeln, Leute wieder in Arbeit zu bringen, die dann wieder konsumieren können und dadurch mehr Jobs schaffen. (Diese indirekten sind aber nicht mitgerechnet.) Und gleichzeitig Deutschland fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen, durch Innovation und Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen.
Das wird nun mit Schwarz-Gelb leider nicht geschehen - die verstehen weder was von nachhaltiger Haushaltspolitik noch von Marktwirtschaft und Wirtschaftspolitik.
Björn
15-09-09 10:56
Ich denke, dass der Ansatz der grünen Ökonomie nicht schlecht ist. Was allerdings wird sein, wenn nach, sagen wir 10 Jahren, die meisten Investitionen getätigt sind und nur wenig Bedarf an weiteren ist? Auf der Hand liegt ja wohl, dass Arbeitsplätze die bis dahin geschaffen wurden auch wieder wegfallen werden. Nennen Sie das etwa nachhaltige Wirtschaft?
Björn
15-09-09 10:49
Ich denke, dass der Ansatz der grünen Ökonomie nicht schlecht ist. Was allerdings wird sein, wenn nach, sagen wir 10 Jahren, die meisten Investitionen getätigt sind und nur wenig Bedarf an weiteren ist? Auf der Hand liegt ja wohl, dass Arbeitsplätze die bis dahin geschaffen wurden auch wieder wegfallen werden. Nennen Sie das etwa nachhaltige Wirtschaft?
Fianzierung?
27-08-09 22:40
Wie soll das alles finaziert werden? Noch mehr Staatsausgaben, obwohl nichtmal der Haushalt ausgeglichen ist und die Einnahmen im Moment wegbrechen?
Ich bin eher skeptisch..
Skeptisch
25-07-09 17:28
1 Million neue Jobs durch Gebäudesanierung? Durch mehr staatliche Ausgaben?

Die Grünen wollen also nichts anderes als das schon heute hochverschuldete Deutschland tiefer in den Schlamm zu ziehen. So eine Politik ist geradezu deutschlandfeindlich.
Arim
10-06-09 23:31
Ich habe heute Abend einen Gedanken, es lohnt sich sicherlich weiter zu lesen.

Wir leben in einer Zeit der Veränderung. Das streitet sicherlich niemand ab. Es wird in absehbarer Zeit nicht mehr viel sein wie die vergangen Jahrzehnte.

Wie können wir aber aus den unnangenehmen Begleiterscheinunngen gewinnen?
Was sind die Belange der Menschen heute? Wir können wir die Lebensqualität wirklich verbessern? Über den materiellen Konsum scheint das offensichtlich nicht umsetzbar zu sein. Nur die "materielle" Ebene betrachtet gibt es da für mich zwei wesentliche Bereich. Umwelt in der wir uns aufhalten und die Ebene der Nahrung, die daraus resultiert.

Ich denke, dass beide Bereiche aus der aktuellen Phase der deutlichen Veränderung sehr gewinnenn könnenn!

Ganz offensichtlich können wir die steigenden Arbeitslosenzahlen maximal bremsen, dennnoch wird es unangehmer werden als allen lieb ist.

Ich habe einen konkreten Vorschlag, sowohl die Bereiche Umwelt, Ernährung und Arbeit zu kombinieren.

Menschen, die als Arbeitslos gelten und Leistungen aus dem Sozialsystem erhalten wird anngeboten in den Bereichen biologische Landwirtschaft und regenerative Energien zu arbeiten. Dies kann durch finanzielle Anreize geschehen (ich denke besser nicht mit Druck durch Verpflichtung).
Damit in den Sektoren aber nicht Arbeitsplätze gefährtet sind, die bestehen oder nicht weiter eingestellt wird, kann man vorbeugen. Jede Firma, die eine Person unbefristet neu einstellt, bekommt unentgeldlich eine Arbeitskraft zusätzlich. Diese Person erhält weiterhin Leistungen aus der Sozialkasse.
Der Arbeitgeber zahlt ein Gehalt, hat aber zwei Arbeitskräfte gewonnen. Ist die gestellte Arbeitskraft so gut, dass diese eingestellt wird, bekommt der Arbeitgeber wieder eine Person gestellt.

Auswirkungen:
- Die Arbeitslosen bekommen eine Möglichkeit der Beschäftigung und ebenso Perspektive wieder in ein angestelltes Arbeitsverhältnis zu kommen.
- Die Bereiche, die wir von Seiten der Gesellschaft und Politik unterstützen wollen werden gestärkt. (Sicherlich gibt es noch weitere sinnvolle Bereiche neben den geanntenn, die mir aber am wichtigsten erscheinen....)
- Die Lebensqualität der Bevölkerunng steigt.

Ich denke, dass dieses Konzept schrittweise auch über nationale Grenzen leben kann. Ebenso scheint mir, dass damit auch globale Unausgewogenheit ausgeglichen werden kann. Denn hier wird die nationale Wirtschaft gestärkt ohne auf Export ausgerichtet zu sein. Sicherlich ist es auch eine Begleiterscheinung, aber nicht der Focus.

Ich habe versucht meine Gedanken möglichst konkret zu schildern, auf konkreteres verzichtet, damit es noch lesbar ist........................

Ich danke Ihnen fürs Lesen und würde mich freuen, wenn der Gedanke nicht so schlecht ist und möglicherweise eine Grundlage für Gespräche sein kann.
Niels
08-06-09 20:48
Ich hab da meine Zweifel ob das wirklich nachhaltiges Wirtschaften ist wenn man einfach Geld ausgibt.
Planwirtschaft ist zu oft schiefgegangen
Kraus
07-06-09 16:12
Ich würde mir auch sehr gerne u.a. euer Autorenpapier anschauen, da ich noch unentschlossen bin, welcher Partei ich heute meine Stimme gebe, aber der Download funktioniert leider nicht!
Hendrik
06-06-09 14:26
"Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft." - stimmt.

"Ökologie schafft Arbeitplätze" - stimmt.

"Stärkere Förderung d. Selbstständigkeit als Erwerbsform" - JA!

"Wettbewerb stärken" (hier: im Bereich Medikamente und Pflege) - JA!

Super Papier! Die Richtung stimmt - die Kernaussage, die ich lese, ist: Die fruchtbare Verbindung "Wirtschaft und Umwelt" wird ausgebaut! Ich hoffe, dass sich die Grünen nicht nur an dieser Stelle so deutlich zum Wettbewerb und zur Selbstständigkeit als Erwerbsform bekennen und somit zur favorisierten Option für viele ökologisch denkende Menschen werden, die geichzeitig fest an die Soziale Marktwirtschaft glauben.
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