Fleischeslust
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In der Wirtschaftskrise sind besonders Jugendliche mit geringer Ausbildung von Arbeitslosigkeit bedroht. Welche Hebel jetzt bewegt werden müssen, um die Chancen auf einen Job zu erhöhen, sagt Brigitte Pothmer

Eine DGB-Studie führt die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit auf die Wirtschaftskrise zurück. Hat die Bundesregierung genug zum Schutz der Jugendlichen getan?
Die große Koalition hat die Ausbildungsmisere auf dem Arbeitsmarkt noch verschärft, weil sie den Jugendlichen keine berufliche Perspektive geboten hat. Wir haben auch in den Hochkonjunkturtagen bis zum Jahr 2008 320.000 Altbewerberinnen und Altbewerber gehabt, die keinen Ausbildungsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen haben. Darauf hat die Bundesregierung mit immer neuen Förderprogrammen reagiert. Diese setzten die Jobsuchenden in eine Warteschleife, ohne die Chancen auf ein Arbeitsplatz zu erhöhen. Darum brauchen wir ein Konzept, das den Jugendlichen eine abschlossene Ausbildung anbietet. Das ist unser "Dual-Plus".
Was heißt das konkret?
Neben Betrieb und Berufsschule sollen überbetriebliche Ausbildungsstätten entstehen, die den Jugendlichen eine Möglichkeit zur Ausbildung bieten. So schaffen wir mehr Lehrstellen. Denn für Betriebe besteht die Möglichkeit, nur einen Teil der Ausbildung zu übernehmen, einen weiteren Teil übernehmen die überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Das duale System wird somit um eine dritte Säule zu einem Dual-Plus erweitert.
Welchen Zusammenhang siehst du zwischen Bildung und Arbeitslosigkeit?
Eines der größten Probleme der Arbeitslosigkeit ist die geringe Qualifikation. 500.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Schulabschluss. Bei nur geringen schulischen Qualifikationen droht die Arbeitslosigkeit. Die Veranwortung dafür tragen die Bundesländer, die ja für die Bildung zuständig sind.
Was muss jetzt geändert werden?
Zunächst müssen die Bundesländer ihre Hausaufgaben machen und sehr viel mehr in die schulische Qualifikation investieren. Das, was auf dem Bildungsgipfel verändert worden war, reicht bei weitem nicht. Diese Maßnahmen müssen jetzt unterlegt werden mit klaren einzelnen Schritten und Etappen, sonst sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.
Inwiefern können Unternehmen in die Pflicht genommen werden, neue Ausbildungsplätze anzubieten?
Man kann Unternehmen nicht dazu zwingen, Jugendliche einzustellen. Politik kann nur an die Vernunft der Unternehmen appellieren und ihnen klar machen, dass der bevorstehende Fachkräftemangel sie besonders treffen wird, wenn sie jetzt Jugendlichen keine Perspektive geben. Die Jugendlichen, die sie heute nicht einstellen, könnten die jungen Arbeitskräfte sein, die später fehlen werden.
Reichen denn Appelle aus?
Nein. Die Bundesregierung und Arbeitsminister Olaf Scholz haben außer Appellen und Warteschleifen nichts anzubieten. Jugendliche sind die Ersten, die in der Arbeitslosigkeit versinken, weil sie nach ihrer Ausbildung im Regelfall nur zeitlich befristete Arbeitsplätze und Leiharbeitsplätze angeboten bekommen. Wir wollen ihnen anbieten, in regionalen Transfergesellschaften Werte zu schaffen, so dass sie Arbeit und Einkommen haben und ihr Wissen und Fertigkeiten auch sinnvoll nützen können.
Ist da die grüne Forderung nach einem Mindestlohn von 7,50 Euro nicht kontraproduktiv?
Nicht im geringsten. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Lohnhöhe und der Vernichtung von Arbeitsplätzen. Das zeigt der Blick auf alle europäischen Länder, die ja bis auf wenige Ausnahmen Mindestlöhne haben.