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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN danken mit einem Banner an der grünen Bundesgeschäftsstelle allen Menschen, die die Bundesrepublik zu einer bunten, lebhaften und offenen Republik gemacht haben. Besonderer Dank gilt dabei nach 50 Jahren deutsch-türkisches Anwerbeabkommen auch der ersten Generation von Einwandererinnen und Einwanderern, die schwerste Arbeit geleistet haben und dabei halfen, die Bundesrepublik wieder aufzubauen.

Danke in 24 Sprachen von Türkisch, Spanisch, Italienisch über Ungarisch und Griechisch bis hin zu Hebräisch, Vietnamesisch und Dänisch ist auf dem Banner zu lesen. Denn dieses so wichtige Jubiläum für die Bundesrepublik Deutschland solle nicht für staatstragende Reden herhalten, sagte Cem Özdemir bei der Enthüllung. Vielmehr wolle man all jenen Menschen danken, die angepackt haben. "Es geht uns um die symbolische Anerkennung gegenüber der ersten Generation, zu der auch meine Eltern gehörten", so der grüne Bundesvorsitzende.
Die türkischen Einwanderer haben Deutschland geprägt
1955 wurde das erste Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Italien abgeschlossen, es folgten Abkommen mit Spanien, Griechenland, Ex-Jugoslawien und mit der Türkei. Heute kaum noch vorstellbar, aber Anfang der sechziger Jahre herrschte in Deutschland Arbeitskräftemangel. Am 30. Oktober 1961 wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen unterzeichnet. Mehr als zweieinhalb Millionen Türkeninnen und Türken bewarben sich zwischen 1961 und 1973 um eine Arbeitserlaubnis. Nur jeder Vierte erhielt sie.
An eine tiefgehende Integration wurde damals von beiden Seiten nicht gedacht. Vielmehr handelte es sich um eine Art Zweckgemeinschaft. Beide Seiten gingen davon aus, dass die angeworbenen Arbeiterinnen und Arbeiter früher oder später wieder in ihre Heimat zurückkehren würden.
Doch viele blieben, prägten Deutschland und gestalteten das Wirtschaftswunder mit. "Ich danke allen, die mitgeholfen haben, das Nachkriegsdeutschland wieder aufzubauen und mit dazu beigetragen haben, Deutschland wieder eine Zukunft zu geben", sagte dazu die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth.
Baustelle: Integration
Cem Özdemir und Claudia Roth verwiesen jedoch auch darauf, dass es trotz vieler positiver Aspekte noch immer viele Baustellen gebe. Die Einwanderinnen und Einwanderer sollten ein Recht auf die deutsche Staatsbürgerschaft haben, und Kinder, die aus ausländischen Familien stammten, müssten auch die gleiche Chancen auf Bildung haben. "Entscheidend ist nicht, wo einer herkommt, sondern wo er hin will", sagte Cem Özdemir. Es sei ein langer Weg, bis wir die gleichen Chancen für alle erreicht hätten, aber nur dies sei das einzig richtige Ziel.
Bereits 1973 wurden alle Anwerbeakommen gestoppt, die Rezession von 1966/67 und die 1973 folgende Ölkrise schwächten die deutsche Wirtschaft. Zu diesem Zeitpunkt lebten schätzungsweise 500.000 bis 800.000 Türken in Deutschland. Heute zählen die Türken mit 2,5 Millionen zur zweit größten Einwanderungsgruppe in Deutschland. Rund ein Drittel davon besitzen einen deutschen Pass.
Die Migrationsrichtung hat sich geändert
Aber die Zahl der türkischen Auswandererinnen und Auswanderer ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Migrationsrichtung hat sich längst umgekehrt: 2008 lag die Zahl der Türken die nach Deutschland zogen bei ca. 27.000. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verließen, im selben Jahr knapp 35.000 Türken Deutschland - die meisten davon sind gut ausgebildet. Deutschland kann es sich mit seinem drohenden Fachkräftemangel eigentlich nicht leisten, auf qualifizierte Menschen zu verzichten.
Anlässlich 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen verwies Claudia Roth darauf, dass die in Deutschland lebenden Menschen gleiche Rechte erhalten müssen, wie zum Beispiel das Wahlrecht. Auch müsste die Einbürgerung erleichtert und Mehrstaatlichkeit ermöglicht werden, betonte die grüne Bundesvorsitzende. "Eine Einwanderungsgesellschaft zwingt die Menschen nicht, sich zu entscheiden. Wir brauchen in Deutschland eine Willkommenskultur."