Raus aus der Armutsfalle!

Die grüne Grundsicherung: ein Leben in Würde und Chancen auf Arbeit für alle.

Über einer Tür steht das Wort Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0) Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze ist eine Debatte über die Zukunft der sozialen Sicherung entbrannt: Wie hoch ist ein menschenwürdiges Existenzminimum? Was brauchen Menschen, die sich in sozialer Notlage befinden, vom Staat? Wie können wir ihnen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen? Und was ist die richtige Balance von Fördern und Fordern?

 

 

Acht Schritte zur Grünen Grundsicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben in der Regierung die sogenannte Hartz-IV-Reform mit getragen – ein schmerzhafter Kompromiss. Wir haben daraufhin Vorschläge entwickelt, wie die Fehlentwicklungen von Hartz IV beseitigt werden können. Mit der Grünen Grundsicherung liegt ein Konzept auf dem Tisch, durch das die ursprünglichen Ziele der Reform erreicht werden können: eine armutsfeste Existenzsicherung und eine Politik des Förderns, der Motivation und der Anerkennung, die ohne Sanktionen auskommt. Wir fordern konkret:

  1. Die Regelsätze des Arbeitslosengeldes II müssen für einen alleinstehenden Erwachsenen auf mindestens 420 Euro angehoben und in regelmäßigen Abständen an die Preisentwicklung angepasst werden.

  2. Kinder und Jugendliche brauchen eigenständige Regelsätze. Diese müssen ihren tatsächlichen altersgerechten Bedarf berücksichtigen.

  3. Bedarfsgemeinschaften müssen abgeschafft werden. Sie benachteiligen vor allem Frauen und zementieren ihre finanzielle Abhängigkeit. Dies wollen wir über eine erhebliche Abschmelzung des Ehegattensplittings finanzieren.

  4. Wer ALG II bezieht, muss gleichzeitig bessere Möglichkeiten haben, sich Geld dazu zu verdienen.

  5. Die Jobcenter müssen erhalten bleiben, denn wir wollen Arbeitssuchenden Unterstützung aus einer Hand anbieten. Damit die Zuständigkeit der Kommunen für soziale Hilfe mit der Zuständigkeit der Bundesarbeitsagentur für Förderung und Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbunden werden kann, muss das Grundgesetz geändert werden.

  6. Statt alle Arbeitssuchenden schematisch über einen Kamm zu scheren, wollen wir eine echte individuelle Betreuung und Vermittlung. Die Hilfebedürftigen müssen zukünftig das Recht haben, zwischen verschiedenen Maßnahmen zu wählen. Ihre eigenen Vorschläge und die jeweilige Qualifikation haben dabei Priorität.

  7. Wir wollen weg von der Unkultur des Misstrauens und des Bestrafens. Solange die von uns geforderten Änderungen bei der Förderung in der Praxis der Arbeitsagenturen nicht umgesetzt sind, fordern wir die Aussetzung sämtlicher Sanktionen (Sanktionsmoratorium).

  8. Die 400.000 dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeitslosen brauchen endlich eine Perspektive. Sie wollen wir durch langfristig geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wieder integrieren: in der kommunalen Kulturarbeit, bei der ergänzenden Unterstützung älterer Menschen im Haushalt, als Unterstützung in Kitas oder Schulen, aber auch im Naturschutz. Den Lohn zahlen wir aus den Mitteln, mit denen wir bisher Arbeitslosigkeit finanzieren: ALG II, Wohngeld, Fortbildungstöpfe.

Warum Hartz IV nicht funktioniert

Als die rot-grüne Regierung im Jahr 2002 plante, die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammen zu legen, sollte das ein erster Schritt zu einer sozialen Grundsicherung für alle sein. Sozialhilfe-EmpfängerInnen waren bis dato von den Angeboten des Arbeitsamtes ausgeschlossen – und oft gefangen in einer Spirale von Alimentierung, Untätigkeit und weiterem sozialen Abstieg. Das sollte die Reform ändern und dafür vor allem in mehr Förderung und Arbeitsvermittlung investieren.

Diese Ziele wurden nicht erreicht. CDU/CSU und FDP nutzten 2003 ihre Mehrheit im Bundesrat, um das Hartz-IV-Gesetz erheblich zu verschärfen. Nach 2005 beschloss die Große Koalition weitere Verschärfungen. Die bei den Arbeitsmarktreformen versprochene Balance zwischen Fördern und Fordern kam nie zustande. Verschärfte Zumutbarkeits- und Sanktionsregelungen führten dazu, dass auf Arbeitssuchende großer Druck ausgeübt wird, jedwede Beschäftigung anzunehmen. Die Würde der Arbeitslosen wurde dadurch höchst antastbar.

Westerwelle hetzt die Armen gegen die Ärmsten

Wochenlang hat Guido Westerwelle eine beispiellose Kampagne gegen Langzeitarbeitlose geführt. Während die Karlsruher Richter die Berechnung der ALG-II-Sätze für verfassungswidrig erklären, unterstellt der FDP-Chefpopulist den Hartz-IV-Empfängern ein Leben in „spätrömischer Dekadenz“ und stellt sie unter generellen Missbrauchsverdacht. Und derselbe Westerwelle, der fordert, dass sich Leistung endlich lohnen müsse, verhindert gemeinsam mit der CDU/CSU faire Löhne, indem er sich gegen Mindestlöhne stemmt. Gerade die Geringverdiener, die Westerwelle gegen Arbeitslose aufhetzt, leiden am meisten unter der Lohndumping-Politik von Schwarz-Gelb.

Muss sich Arbeit lohnen?

Es ist falsch, wenn Westerwelle behauptet, mit Arbeit hätte man weniger Geld als mit Hartz IV, denn Kindergeld, -zuschlag und Wohngeld stärken Arbeitende. Selbst wer trotz Arbeit mit Arbeitslosengeld II "aufstocken" muss, hat mehr Geld als nicht arbeitende ALG II-Bezieher. Fakt ist aber auch, dass der Niedriglohnsektor wächst und immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können. Diese Ungerechtigkeit löst jedoch kein niedrigerer Regelsatz, sondern nur ein anständiger Lohn!

Deshalb fordern wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro in der Stunde. Damit Lohndumping nicht mit Hilfe von Leiharbeit in die Betriebe getragen wird, fordern wir für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter einen Risikozuschlag in Höhe von zehn Prozent des Bruttolohns vergleichbarer Beschäftigter. Außerdem wollen wir Geringverdiener durch ein Progressivmodell bei den Sozialabgaben entlasten: Je geringer das Einkommen, desto geringer soll auch der Prozentsatz an Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenbeiträgen sein. Wer weniger als 2000 Euro brutto verdient, wird dadurch spürbar entlastet. Mehr Infos: gruene-bundestag.de/progressivmodell

Wie viele Sanktionen sind notwendig?

Unser Ziel ist eine Grundsicherung die ohne Sanktionen auskommt. Die Realität ist: Langzeitarbeitslose nutzen Hartz IV keineswegs als soziale Hängematte, sondern bemühen sich aktiv um Arbeit. Die Missbrauchsquote liegt unter zwei Prozent. Natürlich, wer eine Grundsicherung erhält, muss bereit sein, der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Viele tun das bereits heute. Solange aber die Jobcenter den Fähigkeiten und Wünschen von Arbeitssuchenden keine Rechnung tragen, solange viel gefordert, aber wenig gefördert wird, solange dürfen keine Sanktionen verhängt werden.

Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze?

Neue Arbeitsplätze sind die wirksamste Waffe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Deshalb haben wir ein Konzept vorgelegt, wie wir durch gezielte Investitionen in die Zukunftsfelder Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Betreuung, Gesundheit und Pflege in den nächsten Jahren neue, zukunftsfeste Arbeitsplätze schaffen können.

 

Hintergrundinformationen und Kommentierung des Bundesverfassungsgerichtsurteil von Markus Kurth, MdB und Sprecher der GRÜNEN für Sozial- und Behindertenpolitik

Regelsatzurteil ist Ohrfeige für die Bundesregierung

Antrag der Grünen Bundestagsfraktionen zu den Regelsätzen von heute

Kurzzusammenfassung: Entscheidung und Entscheidungsgsgründe
Bundesverfassungsgerichtsurteil


Hintergrundinformation zu Hartz-IV-Regelsätzen und zum heutigen Urteil

 

Weitere Hintergrundinformationen (als PDF):

Gemeinsame Erklärung des Bundesvorstands und Landesvorstände
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(11. Januar 2010)

Hartz-IV-Satz rauf, Förderungsmöglichkeiten stärken: Ergebnisse der Evaluierungs-AG „Hartz IV"

Aufbruch zu neuer Gerechtigkeit: Reform des ALG II - Parteitagsbeschluss 2007

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30 grüne Jahre (27): Eine Chronik der Sozialreformen

Von Schröders Agenda 2010 über die Hartz-Reformen bis zum grünen Konzept einer Grundsicherung. Teil 27 der "Grünen Geschichte(n)": Chronik der Sozialreformen.

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Soziale Sicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die sozialen Sicherungssysteme zukunftstauglich machen, denn unser bestehendes Sozialsystem ist an seine Grenzen gestoßen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/SteffiLemke_225_05.JPG

Grün regiert besser

Auf dem Länderrat wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Weichen stellen, um Schwarz-Gelb spätestens im Jahr 2013 abzulösen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Schnecke_Zeit_mad1120_Flickr_CC_BY-NC-SA_20_225.jpg

Zeit nehmen

Für mehr Lebensqualität den bewussten Umgang mit Zeit neu lernen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/mutter-kinder_225_01.JPG

Ganztagsschulen statt Chipkarten

Cem Özdemir zur Debatte um Bildungsgutscheine und Rente mit 67. Der Grünen-Vorsitzende warnt vor falschen Prioritäten und Scheindebatten.

Kommentare

renate
23-07-10 13:57
34- Jahre hintereinander Vollzeit berufstätig, dann kam die Entscheidung zur EU und die ersten produktiven Arbeitsplätze verschwanden.
Glücklicherweise weitere zwei Jahre Vollzeit berufstätig dann wurde von Rot-Grün entschieden, dass man doch Minijobs schaffen könnte, seitdem bin ich Minijobber und der Arbeitgeber freut sich. Einen weiteren Minijob aufzunehmen erfreut aber keinen Arbeitgeber, denn dann müssten jeder von beiden mehr Sozialabgaben für mich leisten. Somit hat man mich zum Minijobber gemacht und dafür werde ich nun schon von der letzten und nun auch weiterhin von dieser Regierung beschimpft und sie machen sich weiterhin Gedanken darüber wie man mich noch tiefer sinken lassen kann. Mit 57 Jahren also soll ich meine Einrichtung auf künftig vielleicht 25qm reduzieren auf Bett, Schrank und Tisch wie eine in einer Zelle lebende. Den Gefangenen geht es da wohl doch besser denn diese verfügen über einen Gemeinschaftsraum.
horst
18-07-10 19:15
hartz4 muss weg , da es unsozial und ungerecht ist.
nicht reden handeln. traut ihr euch ????

hartz 4 fördert die minijobs und zwingt die menschen
niedriglohnjobs anzunehmen.
das ist die größte sauerei. arbeitgeber sind richtig froh das es dieses gesetz gibt. sie können schalten und walten wie sie wollen und die leute ausnehmen.

ohne diese korrektur werde ich weder grün noch sonst jemanden wählen.
Markus
29-06-10 15:32
Es langt nicht, dass die Grünen auf der einen Seite gegen die Westerwelle FDP schimpfen, auf der anderen Seite aber bei Bedarf eine Koalition auf Landes- oder Bundesebene mit ihnen eingehen würde.

Wer Veränderungen möchte, der kann diese Minipartei nicht ständig umwerben. Nicht die Reichen müssen ständig miteinbezogen werden, sondern die Armen.

Wer die Reichen aus der Gesellschaft ausschließt, nur der kann eine nachhaltige Veränderung bewirken.

Reichtum darf nicht der soziale Persilschein sein.
Wer will, dass der Mensch in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt, der muss Geld ausschließen.
Surp
27-06-10 21:08
@ jo

denken sie mal darüber nach, was ich schreibe, bevor sie Angst um ihren Arbeitsplatz bekommen.

Wir besitzen eine unfassbare Mengen an unötigen Gesetzten, Verordnungen etc., die unsere Gesellschaft weit mehr schaden als sie ihr nützen.

Denken sie mal ernsthaft über die genannten Berufbilder nach und warum sie zum Großteil überflüssig sind, ich habe nie gesagt alle.

Das was ich mir wünsche, hat nichts mit Höhlen zu tun. Nur bin ich der Meinung, dass unser quantitatives Wachstumsdogma unglaublich dumm ist.

P.S.: Absurd ist was wir zurzeit tun, aber die wenigsten Menschen möchten es sehen, wenn sie von unserem kranken System profitieren. Übrinegsn ist das was ich schreibe inetwa das, was Straubhaar schrieb, wenn sie den kennen.
Jo
26-06-10 10:45
@ Surp

Ich bitte hier mal um eine nähere Erläuterung, warum die von ihnen genannten Berufsgruppen unproduktiv sind?

Mal abgesehen davon, dass das System, das sie vorschlagen absurd ist, aber das wissen sie ja selbst schon, ist meines Wissens auf dieser Seite nirgends von einem BGE die Rede, warum auch, die, die genug verdienen brauchen auch kein BGE im allgemeinen Sinne. Sollte man allerdings ein BGE für niedrig entlohnte umsetzen wollen, bin ich der Meinung, dass es natürlich nur fair ist, diesen Zuschuss prozentual, dem Gehalt entsprechend zu verringern, d.h. je größer das Gehalt, desto geringer/nicht vorhanden ist der BGE.

Um nur auf zwei ihrer Gehaltsgruppen anzuspielen, den Finanzbeamten und den Anwalt, möchte ich mitteilen, dass Anwälte unter anderem bei Gerichtsverfahren eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen, ihr Vorschlag diese "freizusetzen", ruft in mir eine Vorstellung hervor, die doch sehr an das Dritte Reich grenzt, in welchem es genug schuldig gesprochene gab, die eigentlich unschuldig waren.
Finanzbeamte braucht man auch weiterhin, denn sie kontrollieren nicht nur die von ihnen genannten Aspekte, sondern auch andere Ausgaben (Strassenbau, Bildung, Forschung usw. )

Wenn ich sie also hier richtig verstehe sind sie der Meinung wir würden am besten alle in die Höhlen zurückkriechen in denen wir vor ein paar Tausend Jahren noch gelebt haben.
Surp
22-06-10 21:32
Ein BGE wäre leicht fianzierbar, wenn man unser Steuersystem grundsätzlich reformiert. 2 Steuern reichen:

25 - 30 % Umsatzsteuer auf alles (keine Ausnahmen)
40 - 60 % Einkommensteuer auf das gesamte Einkommen keine Abschreibungsmöglichkeiten und Gegenrechnung von Aufwendungen. Einzelunternehmen können, wenn sie wollen sich in Kapitalgesellschaften umwandeln. (lieber 40%)
Einführung PKW-Maut etc.

Pensionen und Renten entfernen/einfrieren.
Alle Subventionen abbauen.
Beamte 1/3 weniger verdienen lassen als Angestellte, da sie unkündbar sind.
Abschaffung Kündigungschutz etc.


alle unproduktiven Menschen "freisetzten"

Steuerberater
Finanzbeamte
Anwälte
Bürokraten
Personalabteilungen
SV-Angestellte
ARGE
etc. etc.

Man sieht es wäre leicht, aber wer bitte würde da mitmachen, der vom jetzigen System nicht profitiert und das sind verdammt nicht wenig Ménschen, sie machen dies aber auf Kosten der gesamten Gesellschaft und vorallem auf Kosten derer, die nicht mitspielen dürfen!

Außerdem hätte die Vernichtung unproduktiver Arbeit viele positive ökologische Aspekte.

P.S.:Arbeit ist doch zum Großteil nur dazu dar zu bestimmen, wer was von Kuchen bekommt darf und hat garnichts mit Produktivität zu tun.
Guenter
20-06-10 12:12
Zitat:
"Als die rot-grüne Regierung im Jahr 2002 plante, die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammen zu legen, sollte das ein erster Schritt zu einer sozialen Grundsicherung für alle sein."
Das ist m. E. Schönfärberei, um sich reinzuwaschen, das zeigt sich trotz aller schönen Worten in den widersprüchlichen Aussagen in diesem Beitrag.
Das sollen die Sanktionen ausgesetzt werden, dann soll es NUR Sanktionen geben, wenn gefördert wird und dann wird gesagt, natürlich muß man bereit sein, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, wenn man eine Grundsicherung erhält.
Das zeigt, wie man immer noch verstrickt ist im Fordern und drum herum redet.
Nein, natürlich muß man nichts tun um zu atmen, sich zu ernähren, zu wohnen, das sind Grundrechte, wie auch die gesundheitliche Versorgung.
Der Mensch hat eine Würde, auch wenn er zu nichts Nutze ist, leben muß er trotzdem
Warum dieser Eiertanz um eine Grundsicherung, die dann doch nicht bedingungslos sein soll, wenn es nur eine verschwindend geringe Minderheit geben soll, die sich darauf völlig zurückziehen?
13-06-10 19:03
ich wende mich an Sie, da ich denke, dass ich ein hervorragendes Beispiel für die Notwendigkeit der Grundabsicherung für Kinder abgebe und eventuell
sowohl Politiker als auch unsere Gesetzgebung in Punkto Alleinerziehung aufrütteln könnte:

Ich bin nun seit genau 10 Jahren eine alleinerziehende Mutter von drei Kinder. Schon am Tage des Auszuges meines Ex-Mannes
hatte ich meinen ersten Job nach 9 Jahren Erziehungszeit.Damals habe ich um meinen Verdienst von 10 DM noch kämpfen müssen.
Es war eine einfache Bürotätigkeit. Meine drei Söhne waren damals 4,6 und 8. Ich wollte niemals vom Staate abhängig sein und ich wollte meinen
Söhnen eine gute Ausbildung und ein normales Leben finanzieren. Darum habe ich 10 Jahre gekämpft.Ich besaß nach langem Kampf einen Titel
auf Unterhalt von 980 €. Das reichte um zunächst halbtags klar zu kommen. Inzwischen waren schon 14.000 € Unterhaltschulden angelaufen.

Ich habe eine kleine Kariere gemacht, ich bin eine Kämpferin, klug und auch hübsch, das hat alles geholfen.

Heute arbeite ich leider ganztags und verdiene ich 1.900 € netto plus Weihnachts und Urlaubsgeld.
Meine Söhne sind jetzt 14, 16 und 18. Sie gehen auf ein Gymnasium. Sie wollen Abitur machen und studieren.
Vor zwei Jahren habe ich sogar ein Haus kaufen können. Schuldensumme Unterhalt inzwischen über 20.000€.

Letztes Jahr bekam ich dann nur noch 680,-€ Unterhalt, eine Mangelfallberechnung. Mein Ex-Mann hat noch 2 Kinder in die Welt gesetzt.
Auf der Seite dieser 2 Kinder wird seitens des Jugendamtes der Lohn bei ihm gepfändet. Er führt allerdings eine aktive Beziehung mit der Frau!?

Nun ja, auch da habe ich den "Hintern zusammengekniffen" und weiter gekämpft. An meiner Karriere gefeilt, meine Kinder versorgt, das Alltägliche halt.
2 Berufe und nur 24 Stunden Zeit.
Nun bekommen ich nur noch 460€ Unterhalt für drei fast erwachsenen Kinder. Es reicht nicht mehr! Meine Fixkosten bekomme ich noch genau gedeckt und Lebnsmittel,
und dann bin ich schon bei -2 € im Monat. Keine Anziehsachen, keine Bücher, etc.
Ich hatte heute ein Gespräch mit dem Jugendamt und die sagten, dass ich dann jetzt den Unterhalt ausgleichen müsse, da meine Kinder älter als 12 Jahre seien und der Statt nichts bezahlt.
Sowohl Wohngeld, als auch soziale Leistung wird von meinem Verdienst berechnet.
Ich soll also im Sinne unserer Gesetzgebung Erziehung von drei Kinder bewältigen und auch ihren Unterhalt bezahlen!!!!!??????

Rechne ich jetzt die Differenz aus, zwischen Sozailamt und arbeiten gehen, ist diese gerade ca. 100,- € für eine Doppelbelastung der anstrengensten Art.

Ich kann mich an ein Gesetz erinnern, das da besagt, der eine ist für die erzieherische, der andere Elternteil für die finanzielle Betreung der Kinder verantwortlich.
Wieso muss ich nun beide tragen?

Laut Gesetz darf ich nicht auf Kindes-Unterhalt verzichten, aber muss ich ja doch, laut Amt.

Es gibt da eine Riesterrente auf meine Namen, sehr lukrativ mit drei Kinder, hey, aber ich muss diese mit über 100€ im Monat bedienen, damit ich diese lukrative Zulage überhaupt bekomme.
Kann ich nicht zahlen, wovon denn?

Mein Leben ist ein Witz geworden. Meine Bemühungen sind lächerlich.
Morgen habe ich einen Lehrgang in Projektmanagement, aber wofür?
Morgen werde ich einen Termin bei der Arge machen.
Mein Ex-Mann und der Deutsche Staat haben es doch geschafft eine Kämpferin in die Knie zu zwingen!

Vielleicht haben Sie ja Intersesse diese Geschichte zu verwenden.
Ich kann Ihnen gerne zwecks Recherche alles belegen.
Und vielleicht, aber auch nur vielleicht rüttelt diese Geschichte an unfairen Gesetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Eckern

Sabine.eckern@arcor.de
13-06-10 19:02
ich wende mich an Sie, da ich denke, dass ich ein hervorragendes Beispiel für die Notwendigkeit der Grundabsicherung für Kinder abgebe und eventuell
sowohl Politiker als auch unsere Gesetzgebung in Punkto Alleinerziehung aufrütteln könnte:

Ich bin nun seit genau 10 Jahren eine alleinerziehende Mutter von drei Kinder. Schon am Tage des Auszuges meines Ex-Mannes
hatte ich meinen ersten Job nach 9 Jahren Erziehungszeit.Damals habe ich um meinen Verdienst von 10 DM noch kämpfen müssen.
Es war eine einfache Bürotätigkeit. Meine drei Söhne waren damals 4,6 und 8. Ich wollte niemals vom Staate abhängig sein und ich wollte meinen
Söhnen eine gute Ausbildung und ein normales Leben finanzieren. Darum habe ich 10 Jahre gekämpft.Ich besaß nach langem Kampf einen Titel
auf Unterhalt von 980 €. Das reichte um zunächst halbtags klar zu kommen. Inzwischen waren schon 14.000 € Unterhaltschulden angelaufen.

Ich habe eine kleine Kariere gemacht, ich bin eine Kämpferin, klug und auch hübsch, das hat alles geholfen.

Heute arbeite ich leider ganztags und verdiene ich 1.900 € netto plus Weihnachts und Urlaubsgeld.
Meine Söhne sind jetzt 14, 16 und 18. Sie gehen auf ein Gymnasium. Sie wollen Abitur machen und studieren.
Vor zwei Jahren habe ich sogar ein Haus kaufen können. Schuldensumme Unterhalt inzwischen über 20.000€.

Letztes Jahr bekam ich dann nur noch 680,-€ Unterhalt, eine Mangelfallberechnung. Mein Ex-Mann hat noch 2 Kinder in die Welt gesetzt.
Auf der Seite dieser 2 Kinder wird seitens des Jugendamtes der Lohn bei ihm gepfändet. Er führt allerdings eine aktive Beziehung mit der Frau!?

Nun ja, auch da habe ich den "Hintern zusammengekniffen" und weiter gekämpft. An meiner Karriere gefeilt, meine Kinder versorgt, das Alltägliche halt.
2 Berufe und nur 24 Stunden Zeit.
Nun bekommen ich nur noch 460€ Unterhalt für drei fast erwachsenen Kinder. Es reicht nicht mehr! Meine Fixkosten bekomme ich noch genau gedeckt und Lebnsmittel,
und dann bin ich schon bei -2 € im Monat. Keine Anziehsachen, keine Bücher, etc.
Ich hatte heute ein Gespräch mit dem Jugendamt und die sagten, dass ich dann jetzt den Unterhalt ausgleichen müsse, da meine Kinder älter als 12 Jahre seien und der Statt nichts bezahlt.
Sowohl Wohngeld, als auch soziale Leistung wird von meinem Verdienst berechnet.
Ich soll also im Sinne unserer Gesetzgebung Erziehung von drei Kinder bewältigen und auch ihren Unterhalt bezahlen!!!!!??????

Rechne ich jetzt die Differenz aus, zwischen Sozailamt und arbeiten gehen, ist diese gerade ca. 100,- € für eine Doppelbelastung der anstrengensten Art.

Ich kann mich an ein Gesetz erinnern, das da besagt, der eine ist für die erzieherische, der andere Elternteil für die finanzielle Betreung der Kinder verantwortlich.
Wieso muss ich nun beide tragen?

Laut Gesetz darf ich nicht auf Kindes-Unterhalt verzichten, aber muss ich ja doch, laut Amt.

Es gibt da eine Riesterrente auf meine Namen, sehr lukrativ mit drei Kinder, hey, aber ich muss diese mit über 100€ im Monat bedienen, damit ich diese lukrative Zulage überhaupt bekomme.
Kann ich nicht zahlen, wovon denn?

Mein Leben ist ein Witz geworden. Meine Bemühungen sind lächerlich.
Morgen habe ich einen Lehrgang in Projektmanagement, aber wofür?
Morgen werde ich einen Termin bei der Arge machen.
Mein Ex-Mann und der Deutsche Staat haben es doch geschafft eine Kämpferin in die Knie zu zwingen!

Vielleicht haben Sie ja Intersesse diese Geschichte zu verwenden.
Ich kann Ihnen gerne zwecks Recherche alles belegen.
Und vielleicht, aber auch nur vielleicht rüttelt diese Geschichte an unfairen Gesetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Eckern
Roland
13-06-10 15:15
Deiner Ansicht Martin muss man uneingeschränkt beipflichten.

Aber die Frage der Finanzierung ist damit leider immer noch nicht annähernd andiskutiert.

Firma Z wird sich, wenn Steuern und Abgaben aufgrund des Grundeinkommens bei ansonsten vergleichbaren Verhältnissen im internationalen Vergleich zu hoch sind, ins Ausland verabschieden. Das Ende ist, Herr G ist arbeitslos, die Firma Z im Ausland und Deutschland wird das Grundeinkommen solange bezahlen, wie es sich am Kapitalmarkt noch refinanzieren kann/darf.

Die Finanzierungsfrage ist die, die sich wirklich stellt. Nicht die Anspruchsgrundlage für ein Grundeinkommen.

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