Raus aus der Armutsfalle!

Die grüne Grundsicherung: ein Leben in Würde und Chancen auf Arbeit für alle.

Über einer Tür steht das Wort Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0) Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze ist eine Debatte über die Zukunft der sozialen Sicherung entbrannt: Wie hoch ist ein menschenwürdiges Existenzminimum? Was brauchen Menschen, die sich in sozialer Notlage befinden, vom Staat? Wie können wir ihnen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen? Und was ist die richtige Balance von Fördern und Fordern?

 

 

Acht Schritte zur Grünen Grundsicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben in der Regierung die sogenannte Hartz-IV-Reform mit getragen – ein schmerzhafter Kompromiss. Wir haben daraufhin Vorschläge entwickelt, wie die Fehlentwicklungen von Hartz IV beseitigt werden können. Mit der Grünen Grundsicherung liegt ein Konzept auf dem Tisch, durch das die ursprünglichen Ziele der Reform erreicht werden können: eine armutsfeste Existenzsicherung und eine Politik des Förderns, der Motivation und der Anerkennung, die ohne Sanktionen auskommt. Wir fordern konkret:

  1. Die Regelsätze des Arbeitslosengeldes II müssen für einen alleinstehenden Erwachsenen auf mindestens 420 Euro angehoben und in regelmäßigen Abständen an die Preisentwicklung angepasst werden.

  2. Kinder und Jugendliche brauchen eigenständige Regelsätze. Diese müssen ihren tatsächlichen altersgerechten Bedarf berücksichtigen.

  3. Bedarfsgemeinschaften müssen abgeschafft werden. Sie benachteiligen vor allem Frauen und zementieren ihre finanzielle Abhängigkeit. Dies wollen wir über eine erhebliche Abschmelzung des Ehegattensplittings finanzieren.

  4. Wer ALG II bezieht, muss gleichzeitig bessere Möglichkeiten haben, sich Geld dazu zu verdienen.

  5. Die Jobcenter müssen erhalten bleiben, denn wir wollen Arbeitssuchenden Unterstützung aus einer Hand anbieten. Damit die Zuständigkeit der Kommunen für soziale Hilfe mit der Zuständigkeit der Bundesarbeitsagentur für Förderung und Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbunden werden kann, muss das Grundgesetz geändert werden.

  6. Statt alle Arbeitssuchenden schematisch über einen Kamm zu scheren, wollen wir eine echte individuelle Betreuung und Vermittlung. Die Hilfebedürftigen müssen zukünftig das Recht haben, zwischen verschiedenen Maßnahmen zu wählen. Ihre eigenen Vorschläge und die jeweilige Qualifikation haben dabei Priorität.

  7. Wir wollen weg von der Unkultur des Misstrauens und des Bestrafens. Solange die von uns geforderten Änderungen bei der Förderung in der Praxis der Arbeitsagenturen nicht umgesetzt sind, fordern wir die Aussetzung sämtlicher Sanktionen (Sanktionsmoratorium).

  8. Die 400.000 dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeitslosen brauchen endlich eine Perspektive. Sie wollen wir durch langfristig geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wieder integrieren: in der kommunalen Kulturarbeit, bei der ergänzenden Unterstützung älterer Menschen im Haushalt, als Unterstützung in Kitas oder Schulen, aber auch im Naturschutz. Den Lohn zahlen wir aus den Mitteln, mit denen wir bisher Arbeitslosigkeit finanzieren: ALG II, Wohngeld, Fortbildungstöpfe.

Warum Hartz IV nicht funktioniert

Als die rot-grüne Regierung im Jahr 2002 plante, die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammen zu legen, sollte das ein erster Schritt zu einer sozialen Grundsicherung für alle sein. Sozialhilfe-EmpfängerInnen waren bis dato von den Angeboten des Arbeitsamtes ausgeschlossen – und oft gefangen in einer Spirale von Alimentierung, Untätigkeit und weiterem sozialen Abstieg. Das sollte die Reform ändern und dafür vor allem in mehr Förderung und Arbeitsvermittlung investieren.

Diese Ziele wurden nicht erreicht. CDU/CSU und FDP nutzten 2003 ihre Mehrheit im Bundesrat, um das Hartz-IV-Gesetz erheblich zu verschärfen. Nach 2005 beschloss die Große Koalition weitere Verschärfungen. Die bei den Arbeitsmarktreformen versprochene Balance zwischen Fördern und Fordern kam nie zustande. Verschärfte Zumutbarkeits- und Sanktionsregelungen führten dazu, dass auf Arbeitssuchende großer Druck ausgeübt wird, jedwede Beschäftigung anzunehmen. Die Würde der Arbeitslosen wurde dadurch höchst antastbar.

Westerwelle hetzt die Armen gegen die Ärmsten

Wochenlang hat Guido Westerwelle eine beispiellose Kampagne gegen Langzeitarbeitlose geführt. Während die Karlsruher Richter die Berechnung der ALG-II-Sätze für verfassungswidrig erklären, unterstellt der FDP-Chefpopulist den Hartz-IV-Empfängern ein Leben in „spätrömischer Dekadenz“ und stellt sie unter generellen Missbrauchsverdacht. Und derselbe Westerwelle, der fordert, dass sich Leistung endlich lohnen müsse, verhindert gemeinsam mit der CDU/CSU faire Löhne, indem er sich gegen Mindestlöhne stemmt. Gerade die Geringverdiener, die Westerwelle gegen Arbeitslose aufhetzt, leiden am meisten unter der Lohndumping-Politik von Schwarz-Gelb.

Muss sich Arbeit lohnen?

Es ist falsch, wenn Westerwelle behauptet, mit Arbeit hätte man weniger Geld als mit Hartz IV, denn Kindergeld, -zuschlag und Wohngeld stärken Arbeitende. Selbst wer trotz Arbeit mit Arbeitslosengeld II "aufstocken" muss, hat mehr Geld als nicht arbeitende ALG II-Bezieher. Fakt ist aber auch, dass der Niedriglohnsektor wächst und immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können. Diese Ungerechtigkeit löst jedoch kein niedrigerer Regelsatz, sondern nur ein anständiger Lohn!

Deshalb fordern wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro in der Stunde. Damit Lohndumping nicht mit Hilfe von Leiharbeit in die Betriebe getragen wird, fordern wir für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter einen Risikozuschlag in Höhe von zehn Prozent des Bruttolohns vergleichbarer Beschäftigter. Außerdem wollen wir Geringverdiener durch ein Progressivmodell bei den Sozialabgaben entlasten: Je geringer das Einkommen, desto geringer soll auch der Prozentsatz an Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenbeiträgen sein. Wer weniger als 2000 Euro brutto verdient, wird dadurch spürbar entlastet. Mehr Infos: gruene-bundestag.de/progressivmodell

Wie viele Sanktionen sind notwendig?

Unser Ziel ist eine Grundsicherung die ohne Sanktionen auskommt. Die Realität ist: Langzeitarbeitslose nutzen Hartz IV keineswegs als soziale Hängematte, sondern bemühen sich aktiv um Arbeit. Die Missbrauchsquote liegt unter zwei Prozent. Natürlich, wer eine Grundsicherung erhält, muss bereit sein, der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Viele tun das bereits heute. Solange aber die Jobcenter den Fähigkeiten und Wünschen von Arbeitssuchenden keine Rechnung tragen, solange viel gefordert, aber wenig gefördert wird, solange dürfen keine Sanktionen verhängt werden.

Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze?

Neue Arbeitsplätze sind die wirksamste Waffe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Deshalb haben wir ein Konzept vorgelegt, wie wir durch gezielte Investitionen in die Zukunftsfelder Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Betreuung, Gesundheit und Pflege in den nächsten Jahren neue, zukunftsfeste Arbeitsplätze schaffen können.

 

Hintergrundinformationen und Kommentierung des Bundesverfassungsgerichtsurteil von Markus Kurth, MdB und Sprecher der GRÜNEN für Sozial- und Behindertenpolitik

Regelsatzurteil ist Ohrfeige für die Bundesregierung

Antrag der Grünen Bundestagsfraktionen zu den Regelsätzen von heute

Kurzzusammenfassung: Entscheidung und Entscheidungsgsgründe
Bundesverfassungsgerichtsurteil


Hintergrundinformation zu Hartz-IV-Regelsätzen und zum heutigen Urteil

 

Weitere Hintergrundinformationen (als PDF):

Gemeinsame Erklärung des Bundesvorstands und Landesvorstände
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(11. Januar 2010)

Hartz-IV-Satz rauf, Förderungsmöglichkeiten stärken: Ergebnisse der Evaluierungs-AG „Hartz IV"

Aufbruch zu neuer Gerechtigkeit: Reform des ALG II - Parteitagsbeschluss 2007

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

30 grüne Jahre (27): Eine Chronik der Sozialreformen

Von Schröders Agenda 2010 über die Hartz-Reformen bis zum grünen Konzept einer Grundsicherung. Teil 27 der "Grünen Geschichte(n)": Chronik der Sozialreformen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/225x130_Armut_leralle_flickr_CC_BY-NC-SA_20.jpg

Soziale Sicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die sozialen Sicherungssysteme zukunftstauglich machen, denn unser bestehendes Sozialsystem ist an seine Grenzen gestoßen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/SteffiLemke_225_05.JPG

Grün regiert besser

Auf dem Länderrat wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Weichen stellen, um Schwarz-Gelb spätestens im Jahr 2013 abzulösen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Schnecke_Zeit_mad1120_Flickr_CC_BY-NC-SA_20_225.jpg

Zeit nehmen

Für mehr Lebensqualität den bewussten Umgang mit Zeit neu lernen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/mutter-kinder_225_01.JPG

Ganztagsschulen statt Chipkarten

Cem Özdemir zur Debatte um Bildungsgutscheine und Rente mit 67. Der Grünen-Vorsitzende warnt vor falschen Prioritäten und Scheindebatten.

Kommentare

würg!
18-12-10 00:38
Eine echte Grundsicherung hatten wir schon mal. Sie nannte sich Arbeitslosenhilfe. Grünfaschos haben geholfen, sie abzuschaffen. Die Grünen sind eine neoliberale Lohndumpingpartei!
Silvia
14-12-10 08:11
Hallo Mitstreiter,
da gehen mir die Forderungen nicht weit genug! All das erscheint mir als ein weiteres "herumdoktern" an einem maroden System. Ein System, daß sich an der Definition über materielle Leistung definiert. Ein System daß den "Wert" des Menschen und seiner Leistung vorgibt.
Da muss sich grundlegend eine Änderung in unsren Köpfen stattfinden. Wert abgekoppelt von diesem gesellschaftlich festgelegten Leistungsprinzip.
Die Antwort für mich -
Bedingungsloses Grundeinkommen!
Colanuss
12-12-10 20:50
Ja, Christian... Sehr sympathische Einstellung...
Ich finde die Idee der Gruenen, eine Grundsicherung zu etablieren, durchaus sinnvoll und gut! Aber diese Grundsicherung darf sich nicht an einem Hartz4 + x orientieren, sie muss sich an einer kulturtauglichen Teilhabe orientieren, an einem Bedarf auf kulturtauglichem Niveau... Und dafür reicht ein pauschal festgesetzter Betrag von 420 € nicht aus... Kino, Konzerte, Lesungen, Studium, Feierabendbier, Orientierungsphase, Selbststudium, politisches und ehrenamtliches Engagement, und noch vieles mehr, all das muss mit einer Grundsicherung möglich sein!!! So ist Freiheit zu realisieren... Mit einem entsprechendem Grundeinkommen würde ich mich zum Beispiel berufen fühlen, Tierschutz zu betreiben oder mich aktiv gegen Atomkraft zu engagieren... Das wäre eine Chance, eine Chance auf Freiheit!
Christian
12-12-10 20:34
Es ist zu begrüßen, das Bündnis 90/DIE GRÜNEN, zum heutigen Zeitpunkt die Hartz IV-Gesetzgebung kritisch betrachtet, aber man muss trotzdem mit aller Entschiedenheit immer wieder darauf hinweisen, dass gerade diese Partei zusammen mit der SPD, in der damaligen rot-grünen Regierung, die Wegbereiter dieser verhängnisvollen Hartz IV-Gesetzgebung waren, die ein Teil der AGENDA 2010 war und ist. Die wiederum eine "abgespeckte" Variante der "Chicagoer Schule des inzwischen verstorbenen neoliberalen Ökonomen und Nobelpreisträgers Milton Friedman"war und ist. Es wurde damit der größte Sozialabbau in Deutschland seit dem Ende des II. Weltkrieges eingeleitet, der sich bis heute unvermindert fortsetzt. ("Sparpacket" der derzeitigen neoliberalen schwarz-gelben Bundesregierung)
Gerade die Hartz IV-Gesetzgebung machte es erst möglich, dass in Deutschland flächendeckend der Niedriglohnsektor Fussfassen konnte und bis zum heutigen Tage sich fortsetzt.
schwarze gräfin
25-11-10 11:56
So langsam reicht es doch echt. Ich bin eine unterhaltspflichtige Mutter, mir bleiben von meinem Einkommen grade mal 900 Euro. (Ich bezahle 700!) Ich habe keine Möglicheit Wohngeld zu bekommen, keine Befreiungen für Zuzahlungen, etc. weil ich zu viel verdiene. Dumm ist nur, das Geld habe ich ja gar nicht. Unterm Strich geht es mir mit einem Vollzeitjob schlechter, weil ich Kinder bekommen habe und mich von meinem Partner getrennt habe. Ich habe weniger zur Verfügung als mit Hartz 4. Wo ist da die Gerechtigkeit? Wen es wirklich noch wundert, dass es immer weniger Kinder in Deutschland gibt, sollte sich mal mit dem Unterhaltsunrecht befassen. Ich werde in meinem nächsten Leben mit Sicherheit auch keine mehr bekommen.
Ingrid
22-11-10 12:45
Die Forderung der Grünen nach einem Mindestlohn von 7,50 € ist vom Ansatz her richtig, nur sind 7,50 € viel zu wenig. Auch wer putzt, pflegt, einräumt, fährt oder sonstige Arbeiten verrichtet für die keine besondere Qualifikation erforderlich ist, muß von dem Geld leben können. Diese Menschen verrichten offensichtlich notwendige Arbeit, und geben ihre Zeit her. Vor allem sollten Mini-Jobs wieder abgeschafft oder pro Person zeitlich begrenzt werden, damit wieder vernünftig bezahlte und sozial abgesicherte Stellen entstehen. Die Mini-Jobs waren als Ergänzung gedacht, aber sie domnieren mittlerweile die Stellenanzeigen. Das bedeutet doch, daß dieses Instrument der Arbeitsmarktpolitk auf den Prüfstand gehört.
Stranger56
18-11-10 12:11
Raus aus der Armutsfalle!
Das ich nicht lache. Wer hat denn dafür gesorgt das Hartz IV eingeführt wurde. Wer??? Die Brandstifter rufen nach der Feuerwehr!!
Ingrid Barth
10-11-10 15:37
Es war ein grosser Fehler, denn die Hartzgesetze öffneten das Tor zu immer mehr prekären Beschäftigungsverhältnisen, Minijobs.Damals wurden uns Minijobs als angebliche Chnace, in reguläre Arbeit zu gelangen, angepriesen.jetzt haben wir den lat, es wurde immer mehr wiedlich augenutzt von Arbeitgebern. Und obendrein sitzt Du als Arbeitssuchender doppelt in einer Falle und sozialen Sackgase:Die ARGE kann dich zwingen, zumutbare Arbeit (zu grausigsten Tarifen...)anzunehmen. Du bleibst dadrin-ohne Perspektive-hart und immer härter ungeschützt schuften. Wer sich nicht fügt, kriegt massiv Ärger.
Darüberhinaus eröffneten diese Gesetze ausserdem ein weites und lukratives Feld der Scheinweiterbildung-flächendeckend gibt es ein Geschäft mit Arbeitsuchenden, wie sinnlose Maß- nahmen.Zwangsverordner per ARGE-tolle Aussichten.Der Bunderechnungshof kritisier dies ebenso seit Jahren, auch diese elenden 1-Euro-Jobs-auch als Transfermittelverschwendung obendrein-es hilft ja den Menschen garnicht.
Das pure Schikaneszenario für Lohnsklaverei.So oder so, Du bleibst bettelarm.....

Selber am eigenen Leib erlebt.
Colanuss
08-11-10 10:45
Warum wird an Hartz4 überhaupt gebastelt? Warum kann man nicht einsehen, dass es ein Fehler war? Warum nicht abschaffen und ein vernünftiges Konzept verwenden...

Was mir wirklich nicht einleuchtet, ist auch die Tatsache, dass man als hervorragend ausgebildete Fachkraft in Hartz4 rutschen kann, obwohl der Fachkräftemangel so groß ist...

Was mir nicht einleuchtet ist die Tatsache, dass gerade bei Arbeitslosen keine Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden, denn gerade ein Arbeitsloser hat die Zeit und sicher auch den Willen dazu, seine Chancen zu verbessern.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich immer mehr hin zu projekt- oder autragsbezogener Arbeit, weil es dem Arbeitgeber zu teuer ist, sich Stammbelegschaften zu halten, die zwischendurch auch mal eine ruhige Kugel schieben können...
Das kann man gut finden, muss es aber nicht. Wenn es aber schon so ist, dann braucht man ein faires Modell, mit dem man seine Arbeitskraft auftragsbezogen anbieten kann, ohne nach Auslaufen des Vertrages wieder in die beschriebene Armutsfalle zu rutschen, ohne sich von Zeitarbeitsfirmen verleihen lassen zu müssen. Wenn ich schon verliehen werden soll, dann will ich mich selbst verleihen, nicht noch weitere Bandwürmer von meiner Arbeitskraft profitieren zu lassen...

Ich denke, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen der bessere Weg ist, Freiheit zu schaffen.

Auch die Definition von Leistung in unserer Gesellschaft gehört einmal überdacht. Was ist es denn, was menschliche Arbeitskraft so teuer macht?
Das ist nicht der eigene Anspruch, das ist die Tatsache, dass man als Arbeitskraft ausgepresst wird, wie eine Zitrone, während der Unternehmer umso mehr verdient, je mehr Arbeitskräfte er einspart und durch Maschinen, durch Zeitarbeit ersetzt...

Es kann nicht die Lösung sein, der Bevölkerung einen Tiefstand der Arbeitslosenzahlen vorzulügen, sogar von Jobwundern zu sprechen... Solches Verhalten verdient bestenfalls einen Farbbeutel ins Gesicht...
LeCh
05-11-10 20:12
7,50 Mindestlohn wird wirklich nicht reichen 160Std = 1200 Brutto, das ist momentan nicht wirklich Lebenswert. Selbst wenn man Altersversorge(privat) Miete, Versicherungen und Co. abziehen würde, bleibt da nichts übrig, um ggf den wohlverdienten Urlaub oder mal ein kleines Extra sich zu leisten.

Schafft 1 euro jobber ab!
Schafft Zeitarbeitsfirmen ab!

Schafft einen mindestlohn von 10,-€ an!
Schafft einen Maximallohn von 5000,-€ an!
Kommentar

Wir freuen uns auf Meinungen zu diesem Artikel. Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen.
Die Kommentarfunktion dient nicht dazu, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen. Dafür haben wir ein Kontaktformular.



CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.