Raus aus der Armutsfalle!

Die grüne Grundsicherung: ein Leben in Würde und Chancen auf Arbeit für alle.

Über einer Tür steht das Wort Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Armut, Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0) Foto: leralle/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze ist eine Debatte über die Zukunft der sozialen Sicherung entbrannt: Wie hoch ist ein menschenwürdiges Existenzminimum? Was brauchen Menschen, die sich in sozialer Notlage befinden, vom Staat? Wie können wir ihnen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen? Und was ist die richtige Balance von Fördern und Fordern?

 

 

Acht Schritte zur Grünen Grundsicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben in der Regierung die sogenannte Hartz-IV-Reform mit getragen – ein schmerzhafter Kompromiss. Wir haben daraufhin Vorschläge entwickelt, wie die Fehlentwicklungen von Hartz IV beseitigt werden können. Mit der Grünen Grundsicherung liegt ein Konzept auf dem Tisch, durch das die ursprünglichen Ziele der Reform erreicht werden können: eine armutsfeste Existenzsicherung und eine Politik des Förderns, der Motivation und der Anerkennung, die ohne Sanktionen auskommt. Wir fordern konkret:

  1. Die Regelsätze des Arbeitslosengeldes II müssen für einen alleinstehenden Erwachsenen auf mindestens 420 Euro angehoben und in regelmäßigen Abständen an die Preisentwicklung angepasst werden.

  2. Kinder und Jugendliche brauchen eigenständige Regelsätze. Diese müssen ihren tatsächlichen altersgerechten Bedarf berücksichtigen.

  3. Bedarfsgemeinschaften müssen abgeschafft werden. Sie benachteiligen vor allem Frauen und zementieren ihre finanzielle Abhängigkeit. Dies wollen wir über eine erhebliche Abschmelzung des Ehegattensplittings finanzieren.

  4. Wer ALG II bezieht, muss gleichzeitig bessere Möglichkeiten haben, sich Geld dazu zu verdienen.

  5. Die Jobcenter müssen erhalten bleiben, denn wir wollen Arbeitssuchenden Unterstützung aus einer Hand anbieten. Damit die Zuständigkeit der Kommunen für soziale Hilfe mit der Zuständigkeit der Bundesarbeitsagentur für Förderung und Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbunden werden kann, muss das Grundgesetz geändert werden.

  6. Statt alle Arbeitssuchenden schematisch über einen Kamm zu scheren, wollen wir eine echte individuelle Betreuung und Vermittlung. Die Hilfebedürftigen müssen zukünftig das Recht haben, zwischen verschiedenen Maßnahmen zu wählen. Ihre eigenen Vorschläge und die jeweilige Qualifikation haben dabei Priorität.

  7. Wir wollen weg von der Unkultur des Misstrauens und des Bestrafens. Solange die von uns geforderten Änderungen bei der Förderung in der Praxis der Arbeitsagenturen nicht umgesetzt sind, fordern wir die Aussetzung sämtlicher Sanktionen (Sanktionsmoratorium).

  8. Die 400.000 dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeitslosen brauchen endlich eine Perspektive. Sie wollen wir durch langfristig geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wieder integrieren: in der kommunalen Kulturarbeit, bei der ergänzenden Unterstützung älterer Menschen im Haushalt, als Unterstützung in Kitas oder Schulen, aber auch im Naturschutz. Den Lohn zahlen wir aus den Mitteln, mit denen wir bisher Arbeitslosigkeit finanzieren: ALG II, Wohngeld, Fortbildungstöpfe.

Warum Hartz IV nicht funktioniert

Als die rot-grüne Regierung im Jahr 2002 plante, die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammen zu legen, sollte das ein erster Schritt zu einer sozialen Grundsicherung für alle sein. Sozialhilfe-EmpfängerInnen waren bis dato von den Angeboten des Arbeitsamtes ausgeschlossen – und oft gefangen in einer Spirale von Alimentierung, Untätigkeit und weiterem sozialen Abstieg. Das sollte die Reform ändern und dafür vor allem in mehr Förderung und Arbeitsvermittlung investieren.

Diese Ziele wurden nicht erreicht. CDU/CSU und FDP nutzten 2003 ihre Mehrheit im Bundesrat, um das Hartz-IV-Gesetz erheblich zu verschärfen. Nach 2005 beschloss die Große Koalition weitere Verschärfungen. Die bei den Arbeitsmarktreformen versprochene Balance zwischen Fördern und Fordern kam nie zustande. Verschärfte Zumutbarkeits- und Sanktionsregelungen führten dazu, dass auf Arbeitssuchende großer Druck ausgeübt wird, jedwede Beschäftigung anzunehmen. Die Würde der Arbeitslosen wurde dadurch höchst antastbar.

Westerwelle hetzt die Armen gegen die Ärmsten

Wochenlang hat Guido Westerwelle eine beispiellose Kampagne gegen Langzeitarbeitlose geführt. Während die Karlsruher Richter die Berechnung der ALG-II-Sätze für verfassungswidrig erklären, unterstellt der FDP-Chefpopulist den Hartz-IV-Empfängern ein Leben in „spätrömischer Dekadenz“ und stellt sie unter generellen Missbrauchsverdacht. Und derselbe Westerwelle, der fordert, dass sich Leistung endlich lohnen müsse, verhindert gemeinsam mit der CDU/CSU faire Löhne, indem er sich gegen Mindestlöhne stemmt. Gerade die Geringverdiener, die Westerwelle gegen Arbeitslose aufhetzt, leiden am meisten unter der Lohndumping-Politik von Schwarz-Gelb.

Muss sich Arbeit lohnen?

Es ist falsch, wenn Westerwelle behauptet, mit Arbeit hätte man weniger Geld als mit Hartz IV, denn Kindergeld, -zuschlag und Wohngeld stärken Arbeitende. Selbst wer trotz Arbeit mit Arbeitslosengeld II "aufstocken" muss, hat mehr Geld als nicht arbeitende ALG II-Bezieher. Fakt ist aber auch, dass der Niedriglohnsektor wächst und immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können. Diese Ungerechtigkeit löst jedoch kein niedrigerer Regelsatz, sondern nur ein anständiger Lohn!

Deshalb fordern wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro in der Stunde. Damit Lohndumping nicht mit Hilfe von Leiharbeit in die Betriebe getragen wird, fordern wir für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter einen Risikozuschlag in Höhe von zehn Prozent des Bruttolohns vergleichbarer Beschäftigter. Außerdem wollen wir Geringverdiener durch ein Progressivmodell bei den Sozialabgaben entlasten: Je geringer das Einkommen, desto geringer soll auch der Prozentsatz an Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenbeiträgen sein. Wer weniger als 2000 Euro brutto verdient, wird dadurch spürbar entlastet. Mehr Infos: gruene-bundestag.de/progressivmodell

Wie viele Sanktionen sind notwendig?

Unser Ziel ist eine Grundsicherung die ohne Sanktionen auskommt. Die Realität ist: Langzeitarbeitslose nutzen Hartz IV keineswegs als soziale Hängematte, sondern bemühen sich aktiv um Arbeit. Die Missbrauchsquote liegt unter zwei Prozent. Natürlich, wer eine Grundsicherung erhält, muss bereit sein, der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Viele tun das bereits heute. Solange aber die Jobcenter den Fähigkeiten und Wünschen von Arbeitssuchenden keine Rechnung tragen, solange viel gefordert, aber wenig gefördert wird, solange dürfen keine Sanktionen verhängt werden.

Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze?

Neue Arbeitsplätze sind die wirksamste Waffe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Deshalb haben wir ein Konzept vorgelegt, wie wir durch gezielte Investitionen in die Zukunftsfelder Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Betreuung, Gesundheit und Pflege in den nächsten Jahren neue, zukunftsfeste Arbeitsplätze schaffen können.

 

Hintergrundinformationen und Kommentierung des Bundesverfassungsgerichtsurteil von Markus Kurth, MdB und Sprecher der GRÜNEN für Sozial- und Behindertenpolitik

Regelsatzurteil ist Ohrfeige für die Bundesregierung

Antrag der Grünen Bundestagsfraktionen zu den Regelsätzen von heute

Kurzzusammenfassung: Entscheidung und Entscheidungsgsgründe
Bundesverfassungsgerichtsurteil


Hintergrundinformation zu Hartz-IV-Regelsätzen und zum heutigen Urteil

 

Weitere Hintergrundinformationen (als PDF):

Gemeinsame Erklärung des Bundesvorstands und Landesvorstände
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(11. Januar 2010)

Hartz-IV-Satz rauf, Förderungsmöglichkeiten stärken: Ergebnisse der Evaluierungs-AG „Hartz IV"

Aufbruch zu neuer Gerechtigkeit: Reform des ALG II - Parteitagsbeschluss 2007

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30 grüne Jahre (27): Eine Chronik der Sozialreformen

Von Schröders Agenda 2010 über die Hartz-Reformen bis zum grünen Konzept einer Grundsicherung. Teil 27 der "Grünen Geschichte(n)": Chronik der Sozialreformen.

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Soziale Sicherung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die sozialen Sicherungssysteme zukunftstauglich machen, denn unser bestehendes Sozialsystem ist an seine Grenzen gestoßen.

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Grün regiert besser

Auf dem Länderrat wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Weichen stellen, um Schwarz-Gelb spätestens im Jahr 2013 abzulösen.

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Zeit nehmen

Für mehr Lebensqualität den bewussten Umgang mit Zeit neu lernen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/mutter-kinder_225_01.JPG

Ganztagsschulen statt Chipkarten

Cem Özdemir zur Debatte um Bildungsgutscheine und Rente mit 67. Der Grünen-Vorsitzende warnt vor falschen Prioritäten und Scheindebatten.

Kommentare

grüne wildsau
11-01-13 12:19
Das wäre was gewesen, wenn die mittlerweile gerosteten und ergrauten Antiatomritter mit der gleichen Leidenschaft schon seit dreißig Jahren auch für soziale Gerechtigkeit gekämpft hätten! Leider wirkt das heute alles so, als versuchte man, die alten Öko-Kraftwerke sozialverträglich nachzurüsten. Der ganzheitliche Politik-Ansatz ist wie viele andere Träume des großartigen Anfangs in den Achtzigern auch, am Rand des Weges zur Macht liegengeblieben.
Ökologie ist eine Geisteshaltung und bedeutet viel mehr als Antiatomkraftbewegung, oder nicht? Wo sind die ökologischen Vordenker von einst? Mit dieser intellektuellen Kraft könnte man auch heute neue Aufbrüche inszenieren! RECHNET den Schwachmaten allüberall doch endlich mal die Folgen einer nicht nachhaltigen Politik vor, verdammt noch mal! Und RECHNET VOR, was nachhaltige Konzepte bringen! Kleiner Tipp: Die Nachhaltigkeitsexperten schlechthin sitzen bei der Munich Re.
Das sieht doch ein Blinder: Deutschland ist dabei, seine wichtigsten Standortfaktoren: Bildung und Sozialstaat, für Generationen kaputt zu machen. Sollte das den großen Finanzinvestoren, denen wir die Zinsen für die gigantischen Schulden zahlen, nicht einleuchten, dass Geld langfristige Anlagen liebt, die auch in fünfzig oder hundert Jahren noch hohe Renditen abwerfen, eben weil wir die langfristig renditeminimierenden Faktoren wie soziale Ungleichheit, teuren Ankauf von Fachpersonal, weil die heimischen Qualifikationsstrukturen marode sind, gigantische Infrastrukturausfälle (so hoch kann kein ALG2 oder BGE sein, um den Verlust öffentlicher Infrastruktur auszugleichen), ich weiß gar nicht, wo ich da aufhören soll! - Ökologisches Denken und Privatisierung sind wie Feuer und Wasser, das geht gar nicht zusammen. Und wir haben es absolut selbst in der Hand, ob die heutigen Herren des Universums von der Geschichte eines Tages als Idioten beurteilt werden! Macht bitte bei der Bundestagswahl nicht den Fehler nach der scheintoten SPD zu schielen: Setzt auf ein eigenständiges soziales Profil: Macht den Leuten endlich klar, was Ökologie bedeutet!!!
enttäuschter Bürger
17-11-12 16:34
Ihr Grünen hättet dem Hartz 4 Gesetzt nie zustimmen dürfen, als Schröder es einführen wollte.
Ein Gesetzt das in vielfacher Weise gegen das Grundgesetzt der BRD verstösst.
Ein ALG 2 Empfänger hat keine freizügigkeit mehr. Durch Bedarfsgemeinschaften steht "Ehe und Familie" nicht mehr unter besonderen Schutz. Das Recht auf freie Berufswahl besteht auch nicht mehr, denn ein ALG 2 Empfänger darf nicht kündigen, wenn er eine neue Stelle hat bei der er gleichviel oder weniger verdient. Egal was Ihr jetzt noch macht, ihr habt Millionen Menschen im ALG2 Bereich eine Menge Ärger gemacht, als Dank dafür werdet ihr nächstes Jahr noch weniger Wähler haben, da bin ich mir sicher.
uzi
30-09-12 12:48
Man vermisst ein Eingeständnis, dass die Grünen zusammen mit der SPD mit Hartz IV massive Scheiße gebaut haben. Und auch dieses Wischiwaschi zu den Sanktionen ist Unfug.
Nun braucht ihr allerdings nicht davon ausgehen, dass das schon vergessen ist. Die Grünen haben die Arbeitnehmer verraten und das spricht so langsam auch bei den blindesten Nixmerkern rum.

Im Grundgesetz steht nicht, dass man eine Gegenleistung für Sozialleistungen zu erbringen hat, wenn man hilfebedürftig ist. Das ist die neoliberale Ideologie der Arbeitgeberverbände und des BDI, die hier nach wie vor grüne Hirne weich macht. Die Grünen sind eine Londumping-Partei.
Die Gruselgeschichten von faschistoider Schikane, die in den ARGEN an Hilfebedürftigen verbrochen werden sind zahlreich.
Es ist nicht zu erkennen, an welcher Stelle die Grünen sich dem ernsthaft entgegenstellen.

Der Sozialstaat indes ist eine zivilisatorische Errungenschaft, die nicht nur den Armen nützt, weil sie Frieden im Land schafft. Es gibt halt Leute, die setzen stattdessen lieber auf Barbarei, aber die wähle ich nicht.

Außerdem haben die Grünen mehrheitlich für den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr gestimmt. Wer den Tod von Menschen, Frauen, Kindern in Kauf nimmt, um deutsche Wirtschaftsinteressen durchzusetzen, braucht mir nicht mit dem Schutz der Natur und unserer Resourcen kommen.
mir ist übel
29-09-12 17:42
wenn ich die forderungen der grünen lese,wird mir jedesmal kotzübel.
alle diese kosten,müssen die in lohn stehenden arbeiter und
angestellten bezahlen.die sozialabgaben werden steigen.
die netto einkommen werden sinken auf allg 2 level.
wer wird dann die renten erwirtschaften?
das einzige was bleibt sind eure einkommmen.
ihr schmarotzer. mir fällt nix mehr ein.
eines macht mich immer zornig,wenn grüne minister schwören,
das wohl der deutschen zu mehren.
ein mafiosi ist ehrlicher!
Karl Gernholz
15-09-12 12:56
Davos 2005 – Die Offenbarung

„Erstens: Wir haben ein System der Altersicherung, das auf Beiträgen basiert, die aus den Unternehmen kommen und von den Beschäftigten im Unternehmen bezahlt werden.........Es bestand also die Aufgabe, neben der Umlagefinanzierung ein System der Kapitaldeckung aufzubauen. Es ging darum, eine neue Balance zu schaffen zwischen der Alterssicherung über kollektive Systeme einerseits und der eigenen Vorsorge andererseits. Wir werden im Zusammenhang mit der Altersversorgung das reale Eintrittsalter in die Rente......deutlich nach oben bringen müssen“.

„Zweitens: Wir haben in Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme das es weltweit gibt.....das nur einen einzigen Schwachpunkt hat: Es ist zu teuer. Wir brauchen eine neue Balance zwischen Solidarität........und eigener Vorsorge....
Diese Belastungen bedeuten zum Beispiel, dass Ausgaben fürs Krankengeld von den Betroffenen selber getragen werden. Das gleiche gilt für andere Leistungen in diesem System. Das Steuerungsmittel heißt: Gesundheit hat ihren Preis. Und man muss sich an dem Preis, der Gesundheit kostet, auch selber beteiligen“.

„Drittens: Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.........und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt......Wir haben die Veränderung der sozialen Sicherungssysteme auch gemacht, um Ressourcen frei zu bekommen, für die großen gesellschaftlichen Investitionen......Wir müssen jedoch besser werden bei der Exzellenz (Elite), und wir müssen deswegen Exzellenz – Förderung nicht nur in den universitätsunabhängigen Forschungsinstituten betreiben“.

„Meine Damen und Herren, dieses Programm, das wir gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt haben, beginnt zu wirken“.

Verkürzte Zitate aus der Rede des Ex- Bundeskanzlers Gerhard Schröder auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos 2005.

Das Programm, die Agenda 2010 beginnt zu wirken. Armut, Krankheit, Selbstmorde, zerstörte Biografien, zerrüttete Familienstrukturen in Deutschland und Europa sind die Folge. Das Syndikat aus Politik, Banken, Versicherungen, Arbeitgebern und einigen Medien, hat ihr Ziel, die Gesellschaft zu spalten, erreicht. Die Anzahl der Dollar Millionäre und Milliarde ist in den letzten Jahren in Deutschland auf weit über 800.000 gestiegen, auf Kosten der unteren-, mittleren- und oberen Unterschicht und der unteren- und mittleren Mittelschicht. Der Kreuzzug des internationalen Kapitals hat gerade erst begonnen.

Der Inhalt der Rede G. Schröders hört sich eher harmlos an, der Gehalt aber, die Auswirkungen für weite Teile der Bevölkerung ist katastrophal. Das Eliten Projekt Europa, wird durch eine gigantische Umverteilung finanzieller Ressourcen von Unten nach Oben mit brachial Gewalt gegen das eigene Volk durchgesetzt.

Menschenrechte und die die Menschenwürde stehen unter finanziellem Vorbehalt. Die Gesundheit der Menschen im Niedriglohnsektor, der H4 Empfänger und weniger betuchten Rentnern wird angegriffen. Das Solidarprinzip wurde faktisch außer Kraft gesetzt. Die privaten Zusatzversicherungen wurden durch Rot – Grün protegiert. Schwarz – Gelb hat im Windschatten zugestimmt. Etwa 12 Millionen Menschen verfügen aber nicht mehr, nicht zuletzt durch die Einführung der Hartz Gesetze und des Niedriglohnsektors, über die finanziellen Mittel, Zusatzversicherungen abzuschließen. Wer kein Geld hat, ist selber Schuld. Solidarität und Demokratie, werden beständig und abseits der Öffentlichkeit, weiter ausgehöhlt und demontiert.


Zum Schluss ein Zitat von der asozialsten Partei Deutschlands und einem seiner Vertreter: Franz Müntefering von 2006:

„Nur wer arbeitet, soll auch Essen“.

Davos 2005: Die Offenbarung einer eiskalten, menschenverachtenden und geistig deformierten Elite.
Ingrid
17-08-12 21:35
Liebe Grüne,
bitte stellt Anträge zur strengeren Regulierung der 400,- € Jobs. Als dies eingeführt wurde, gab es ein Wochenstundenlimit. Mittlerweile schuften die Leute aber mehr als 15 Stunden pro Woche für die Mini-Jobs und sehr viele ehemalige Vollzeitstellen, für die eine Berufsqualifikation erforderlich ist, werden in zwei oder drei 400Euro-Jobs verhackstückt, um an den Löhnen und Nebenkopsten zu sparen. Daher meine Forderung: Obergrenze 12 Stunden pro Woche und nur zulässig für Hilfstätigkeiten ohne besondere Ausbildung. Zusätzlich bitte Gesetzesvorlagen zur strengen Kontrolle der Arbeitgeber von sogenannten 'Aufstockern'. Hier sollte die Arbeitsagentur beauftragt und befugt werden, evtl. zusammen mit der Zollbehörde (die machen ja auch Schwarzarbeiterkontrollen) bei den Arbeitgebern zu kontrollieren, warum die Menschen für ihre Voll- oder Teilzeitstelle nicht ausreichend bezahlt werden. Die Betriebe müssen dadurch zu ausreichender Bezahlung gezwungen werden, es kann nicht sein daß Lohnkosten gewinnbringend zu Lasten der Allgemeinheit eingespart werden.
Gast2
16-08-12 17:54
Es stellt sich nicht die Frage ob der Regelsatz zu niedrig ist, sondern wieso so viele Menschen keine Arbeit/ kein Einkommen haben.

Denkt mal über das betrügerische Geldsystem nach, die einzig wahre Ursache für die Misere. http://video.google.com/videoplay?docid=-2537804408218048195

und da wären wir außerdem bei den Eckpfeilern der grünen Politik, die auch nicht ganz unschuldig an dem Dilemma ist.

- Frauen sollen alle arbeiten gehen
- viele Einwanderer sollen in unser Land kommen
- die Grenzen sollen auf und das Kapital soll frei und
globalisiert agieren können. (also die Arbeit in die
billigsten Länder verlegen können)
- jeder Europäer soll hier arbeiten können
- die Energie soll immer teurer werden
- der Euro soll durch Geldrucken
gerettet werden (Inflation und Kaufkraftverlust)
- ganz viele Sozialleistungen sollen aus dem Füllhorn
geschüttet werden, obwohl sie jeweils die Lohnnebenkosten
verteuern
usw.
Denkt mal über Euro Politik nach bevor Ihr ein Heulkonzert wegen Harz IV veranstaltet.
fight4life
16-08-12 16:47
Hallo, ich möchte mit dem Zitat dieses Artikels (Urheber unbekannt) auf die extrem missliche Lage aufmerksam machen in der ich sogar persönlich stecke. Hier ist beharrliche Arbeit und unnachgiebige Forderung von Nöten.
Zitat: "Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist der Staat aus Art. 1 Abs. 1 GG i.V.m. dem Sozialstaatsgebot des Art. 20 Abs. 1 GG verpflichtet, dem mittellosen Bürger die Mindestvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Dasein erforderlichenfalls durch Sozialleistungen zu sichern (vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 29. Mai 1990 – Az.: 1 BvL 20/86 u.a. = BVerfG 82, 60, 85).
Das Gebot dieses Sicherungsauftrags wird durch § 31 SGB II nicht mehr verfassungskonform umgesetzt, weil die Regelungen des § 31 SGB II die verfassungsmäßige Pflicht des Staates zu diesem Sicherungsauftrag außer Kraft setzt. Mit der vollständigen Kürzung des ALG II bei wiederholter Pflichtverletzung nach § 31 SGB II oder erstmaliger Pflichtverletzung nach § 31 Abs. 5 SGB II, wird der bedürftige Bürger seiner Grundrechte auf Wohnung, Nahrung und ärztliche Versorgung und damit eines menschenwürdigen Daseins beraubt. Mit der gegenwärtigen Fassung des § 31 SGB II wird der Sachbearbeiter zum Herrscher über Leben und Tod des Bedürftigen. Mit der gegenwärtigen Fassung des § 31 SGB II verstößt der Staat gegen Art. 1 Abs. 1 und 2 GG, Art. 2 Abs. 2 GG, Art. 3 Abs. 1 GG, Art. 6 GG, Art. 13 Abs. 1 GG, Art. 20 Abs. 1 GG, Art. 25 GG. Durch § 31 SGB II werden dem Bedürftigen de facto seine staatsbürgerlichen Rechte zwangsweise aberkannt." Zitat Ende.

Danke
Stefan
16-07-12 11:34
Diese ganzen Hartz-Geschichten aus Kommentaren, Videos, Bilder, usw. sollten komplett aus dem Internet genommen werden, die Verfassungsrichter müssen zu einer Entscheidung kommen. Es liegen Klagen über die Regelsätze und auch sonstige Bestandteile in Karlsruhe vor. Wer nach fast 10 Jahren die Arbeitsmarktreform wieder nachbessern will, kommt dafür zu spät. Eine neue Reform muss her, siehe Grundeinkommen für Geringverdiener, Geringvermögende unter 30.000 und ohne regelmäßige Einkommen, Rente bleibt unberücksichtigt, und fertig!
Niko
10-07-12 17:43
Schließe mich einem der Vorredner an - BGE, oder das Kreuzle is fort.
Kommentar

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