Text: "Der September wird Grün. Unterstütze die grünen Wahlkämpfe", daneben ein schwarzer Kreis mit einem grünen Kreuz drüber.

Gemeinsam anders

Jeder Mensch ist anders. Und alle gehören dazu. Eine Gesellschaft für alle Menschen!

 Foto: © Reinhild Kassing (Mensch zuerst)

In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Menschen.
Jeder Mensch ist anders.
Und jeder Mensch ist wichtig.
Alle Menschen gehören zu Deutschland dazu.

Wir Grüne wollen eine Gesellschaft für alle Menschen.
Unsere Gesellschaft sind alle Menschen in Deutschland.
Das nennt man auch: eine inklusive Gesellschaft.

Vom 25. bis 27. November 2011 war in Kiel eine große Tagung von den Grünen.
Die Tagung heißt: Bundes-Delegierten-Konferenz.
Dort haben wir Grüne Beschlüsse geschrieben.
Ein Beschluss heißt: Vielfalt leben in einer inklusiven Gesellschaft
Ein anderer Beschluss heißt: Inklusives Gemeinwesen – Eine Gesellschaft für alle


Ein Kopf hinter einer Zeitung. Auf der Zeitung ein Daumen nach oben.
Europäisches "easy-to-read"-Logo. Foto: Inclusion Europe

Hier geht es zu den beiden Beschlüssen

Beschlüsse der Bundesdelegiertenkonferenz in Kiel (25. bis 27. November 2011) in leichter Sprache

Eine Gesellschaft für alle Menschen!

Jeder Mensch ist anders. Und alle gehören dazu!


Beschlüsse der Bundesdelegiertenkonferenz
in Kiel (25. bis 27. November 2011)
in schwerer Sprache

Inklusives Gemeinwesen – Eine Gesellschaft für Alle!

Vielfalt leben in einer inklusiven Gesellschaft


Vom 25. bis 27. November 2011 war in Kiel eine große Tagung von den Grünen.
Die Tagung heißt: Bundes-Delegierten-Konferenz.
Der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Kurth hat dort gesprochen.
Es geht um die grüne Integrations- und Inklusionspolitik.
Die Rede ist untertitelt.



Ab hier geht es weiter in schwerer Sprache:

Der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Kurth hat in seiner Rede auf der letzten BDK in Kiel (siehe Video oben) von dem "hochgradig defizitären" Pinguin gesprochen, wenn dieser danach beurteilt werde, ob er hüpfen oder fliegen könne – das erste kann er leidlich, das zweite gar nicht. Betrachtet man den Pinguin hingegen in seinem Element, dem Wasser, ist er ein hervorragender Schwimmer und Taucher. Man kann eben gar nicht angemessen beurteilen, ob jemand Defizite hat, wenn man selektiv Eigenschaften herauspickt und nicht berücksichtigt, was tatsächlich alles in einem Individuum steckt. Es kommt eben darauf an, wie jemand mit seinen Fähigkeiten in und mit seiner Umgebung kommuniziert, sich bewegt und entfaltet, so Markus Kurth. Und es kommt natürlich auch darauf an, wie sehr die Umgebung das Individuum dabei unterstützt oder eben daran hindert, teilzuhaben.

Wenn BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von "inklusiver Gesellschaft" sprechen, denken sie eben nicht daran, den Pinguin in eine Förderschule zu stecken, um ihn irgendwie doch noch flugfähig zu machen. Jeder und jede soll sich in einer inklusiven Gesellschaft mit seinen und ihren Fähigkeiten einbringen, sich weiterentwickeln und teilhaben können.

Auf der BDK in Kiel 2011 haben die Grünen über dieses Leitbild der inklusiven Gesellschaft diskutiert und zwei Beschlüsse gefasst, die sich in einer Zusammenfassung in Leichter Sprache finden (siehe oben).

Der Beschluss „Vielfalt leben in einer inklusiven Gesellschaft“ lautet in Leichter Sprache: "Jeder Mensch ist anders. Und alle gehören dazu!". Und dort heißt es über die

inklusive Gesellschaft:

  • Alle Menschen gehören dazu.
  • Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
  • Alle Menschen können selbst bestimmen, wie sie leben wollen.
  • Alle Menschen können überall mitmachen.
  • Es gibt keine Hindernisse und Barrieren.
  • Kein Mensch wird schlecht behandelt.

Das sind Sätze in Leichter Sprache – sie kann offensichtlich helfen, die Dinge etwas klarer auf den Punkt zu bringen.

Genau für dieses Leitbild der inklusiven Gesellschaft wollen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einsetzen. Das heißt vor allem: Barrieren abbauen, Diskriminierung bekämpfen und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen – für alle!

 Foto: © Reinhild Kassing (Mensch zuerst)

Auch brauchen wir einen Perspektivwechsel von Integration zu Inklusion. Der Begriff "Inklusion" wird heute oft im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderung benutzt. In Abgrenzung zum Ausdruck "Integration" soll er verdeutlichen, dass bestimmte soziale Gruppen bereits zur Gesellschaft gehören, aber noch nicht gleichberechtigt sind.

Konsequent zu Ende gedacht bedeutet dies aber auch, dass wir bei anderen benachteiligten oder diskriminierten Gruppen von Inklusion sprechen müssen – denn auch sie gehören von Anfang an zur Gesellschaft und müssen nicht erst eingegliedert werden. Das beinhaltet gerade auch die zweite, dritte und vierte Generation von Menschen mit Migrationshintergrund – sie sind hier geboren und hier zu Hause. Die Kinder, Enkel und Urenkel der eigentlichen Einwanderer der ersten Generation sind ein Teil des "Wir".


Der zweite Beschluss der BDK Kiel 2011 lautet „Inklusives Gemeinwesen - Eine Gesellschaft für alle“ (die Zusammenfassung in Leichter Sprache trägt den Titel "Eine Gesellschaft für alle" – siehe oben). BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern hier eine Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

Am 13. Dezember 2006 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen das „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, die UN- Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). In Deutschland trat sie am 26. März 2009 in Kraft. Mit ihrer Ratifizierung verpflichtet sich Deutschland in allen seinen Institutionen und in seinem Gemeinwesen, den Gestaltungs- und Handlungsraum der Menschen mit Behinderungen zu garantieren und Barrieren aller Art abzubauen und so eine Grundvoraussetzung einer inklusiven Gesellschaft zu erfüllen

Inklusion entsprechend der UN-BRK verändert die bisherige Perspektive. Es geht nicht darum, Menschen mit Behinderungen in die bestehenden Strukturen für Menschen ohne Behinderungen zu integrieren, sondern die gesellschaftlichen Strukturen so zu verändern, dass sie der Vielfalt der menschlichen Lebenslagen – auch die von Menschen mit Behinderungen und Unterstützungsbedarf – gleichermaßen gerecht wird. Dies betrifft alle Lebensphasen: angefangen vom Besuch der gemeinsamen Kindertagesstätte (KiTa), einer gemeinsamen Schule und inklusiven Bildung, der beruflichen Teilhabe und Arbeitsplätzen an denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen arbeiten, über das selbstbestimmte Wohnen – auch im Alter und bei intensiven Unterstützungsbedarf - bis hin zur Gewährleistung umfassender Barrierefreiheit im Sozialraum und bei der öffentlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Infrastruktur.

Die Politik von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will Hindernisse gezielt abbauen, die die gleichberechtigte Teilhabe sozialer Gruppen an der Gesellschaft erschweren und deren sozialen Aufstieg verhindern. Grüne Inklusionspolitik hat zum Ziel, Lösungen zu entwickeln, von denen alle von sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen und Gruppen profitieren können: Arme Menschen und deren Kinder, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, aber auch ältere Menschen oder Lesben, Schwule und Transgender.

Uns ist bewusst, dass eine Politik der Inklusion Hindernisse und Barrieren nicht von heute auf morgen aus dem Weg räumen kann. Ungleichheiten werden auch weiterhin existieren. Doch Politik muss sagen, wo sie hin will. In diesem Sinne ist eine Politik der Inklusion Mittel zum Zweck der Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft.

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