Einwanderung, Integration und Asylpolitik

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Integration ist für uns der Prozess zu einem Leben in geltendem rechtlichen Rahmen mit sozialer Chancengleichheit, Bildung und kultureller Selbstbestimmung.

Deutsche und türkische Fußballfans feiern gemeinsam, Foto: qnibert00/Flickr.com (CC BY-NC 2.0)

Migrantinnen und Migranten sind Teil unserer Gesellschaft. Vielfalt ist Bereicherung und bedeutet zugleich Herausforderung. Wir wollen ein Land, das Zuwanderer willkommen heißt und sie in unserer Mitte integriert – sozial und politisch. Wir fordern von ihnen Engagement und Integrationswillen, aber dafür müssen wir Migranten und Migrantinnen auch gleiche Rechte und gleiche Chancen bieten.

Integration fordert nicht die Unterwerfung unter eine "deutsche Leitkultur", sondern das Erlernen der Sprache, den Respekt vor dem Gesetz und den Werten des Grundgesetzes. Förderung des Spracherwerbs und Zugang zum Arbeitsmarkt sind Schlüsselaufgaben der Integrationspolitik. Außerdem kämpfen wir für das kommunale Wahlrecht für Zugewanderte, eine erleichterte Einbürgerung und die doppelte Staatsbürgerschaft ein. Migrantinnen sind Hauptträgerinnen des Integrationsprozesses, deshalb wollen wir Integrationskonzepte frauenspezifisch gestalten und die Rolle von Migrantinnen stärken.

Deutschland braucht Einwanderung – gerade angesichts des drohenden Fachkräftemangels. Das rot-grüne Zuwanderungsgesetz von 2002 hat erstmals legale Einwanderung geregelt. Dieses Gesetz müssen wir weiter entwickeln. So setzen wir uns bei der Arbeitskräftezuwanderung für ein Punktesystem als flexibles Steuerungsinstrument ein: Zuwandererinnen und Zuwanderer können sich nach klaren Kriterien bewerben, die vom Einwanderungsland nach eigenem Bedarf festgesetzt und angepasst werden können.

Ein menschenwürdiges Asyl- und Aufenthaltsrecht ist Kernanliegen grüner Politik. Deshalb wollen wir eine großzügige Bleiberechtsregelung, die Kettenduldungen beendet. Abschiebung in Krisengebiete verurteilen wir. Auch "illegal" in Deutschland lebenden Menschen stehen die grundlegenden Menschenrechte zu.

 

Hintergrundinformationen als PDF:

Für die Wiederherstellung der Vernunft in der Integrationspolitik, Parteitagsbeschluss 2010

60 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention – Verbesserung der
Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland und Europa, Parteitagsbeschluss 2010

Humanitäres Aufnahmeprogramm für Afghanistan, Parteitagsbeschluss 2010

Keine Zwangsrückführungen von Minderheitenangehörigen in das Kosovo!, Länderratsbeschluss 2010

Redemanuskript von Cem Özdemir zum Thema: "Migrationsrecht als Einwanderrecht - fortdauernde Utopie oder reale Erwartung?" (31.01.2010)

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Flüchtlinge

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Migrantinnen und Migranten sind Teil unserer Gesellschaft.

Einwanderung

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Demokratie

Eine starke Demokratie lebt von der Einmischung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Wir stehen für die demokratische Teilhabe.

Dafür: Integration

Außenpolitik

Wir vertreten ein Konzept der erweiterten Außen- und Sicherheitspolitik, das Schwerpunkte setzt auf zivile Konfliktprävention und -bearbeitung.

Kommentare

Martin
09-12-12 19:39
Anspruch und Wirklichkeit. damit hat mich meine Geschichtslehrerin immer genervt. Doch es stimmt, die Ziele der grünen währen realistisch wenn jeder Zuwanderer mindestens einen Hauptschulabschluss hätte, den willen besäße die deutsche Sprache zu erlernen und die Gleichberechtigung (von Mann und Frau) aktzeptieren würde. Ohne jetzt zu Veralgemeinern, behaupte ich, dass manche (nicht alle) Immigranten (vor allem aus der Türkei) keinen Integrationswillen zeigen und keine bis unzureichende Schulbildung besitzen. Denn warum soll man Deutsch lernen wenn man in der Bäckerei eh auf türkisch bestellen kann und 90% aller Nachbarn die gleiche Sprache sprechen? Warum sich mit Deutschen anfreunden, wenn doch eh alle Türken sind? Es tut mir wirklich weh wenn ich den Scherbenhaufen der deutschen Integrationspolitik sehe und überall wie die Probleme todgeschwiegen werden. Mein bester freund z.B ist gebürtiger Russe spricht fast akzentfrei Deutsch und ist gelernter Automechaniker. Klar kann das nicht auf jeden zutreffen aber der Wille muss da sein.
Richi
04-11-12 18:26
"Deutschland braucht Einwanderung, gerade angesichts des drohenden Fachkräftemangels".
Wollen die Grünen dem "drohenden Fachkräftemangel" durch Öffnung der Grenzen begegnen ? Gibt es eine Studie wieviele der Migranten lesen und schreiben können?
Wieviele eine Berufsausbildung haben mit dem man auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Chance hat ? Solange mir keine seriöse Studie das Gegenteil beweist, behaupte ich daß obig gestellte Fragen mit unter 10% beantwortet werden müssen.
Man sollte vielleicht ach mal die Familienplanung in den betroffenen Ländern ansprechen. Der Herr Familienvorstand ist nur dann ein ehrbarer Mann, wenn er möglichst viele Kinder gezeugt hat. Daß er diesen Kindern dann keine Perspektive bieten kann, tut seiner Ehre keinen Abbruch.
Mel
01-11-12 13:03
Die politischen Folgen der ausufernden Zuwanderung, ob Asyl, Illegal oder Legal aufgrund EU oder Länderabkommen, werden von den Grünen erheblich verharmlost bzw. einfach verschwiegen. Die praktischen Alltagsfolgen z.B. auch für den Durchschnittsbürger, der sich aufgrund begrenzter finanzieller Mittel seine Wohnorte, Kitas und Schulen für die Kinder nicht ständig neu aussuchen kann, werden nicht ehrlich diskutiert. Mit dem Vorwurf des Rassismus u.ä. wird jegliche Kritik oder Hinweis auf Probleme, die die einheimische Bevölkerung hat, plattgemacht. Es wird immer nur von Bereicherung, Vielfalt usw. geschwärmt ohne das wirklich genau zu benennen oder gar gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich zu bewerten. Aber haben wir nicht auch eine Gesellschaft, demokratische Verfassung und Kultur (z.b. auch die mühsam erkämpfte Gleichberechtigung), die es zu bewahren und zu entwickeln gilt? Eine Gesellschaft, die ja genug eigene Probleme von Arbeitsprekariat bis Kinderarmut zu lösen hat, kann doch nicht grenzenlos helfen und integrieren. Zudem sollten die Bürger aktiver mitbestimmen, wieviel legale Zuwanderung und Schutz für Asylbewerber akzeptiert und erfolgreich integriert werden kann. Nur so kann gewährleistet werden, daß Asylbewerbern mit wirklichem Asylgrund auch weiterhin in unserem Land geholfen wird, aber eben nur auf legalem Weg. Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten so viele Menschen aus allen Ländern aufgenommen, gibt den Kindern eine Schulbildung, zahlt Geld für Wohnung und Lebensunterhalt, zahlt sogar Sprachkurse und Arbeitsintegration, so daß der Vorwurf von Ausländerfeindlichkeit u.ä. fast anachronistisch wirkt. Jedoch ist illegale Einwanderung nicht einfach so zu akzeptieren und nachträglich zu legalisieren, das verletzt demokratische Bürgerrechte und die Gesetze des Landes. Eine offenere Diskussion zu diesen Themen ist nötig.
Perthu
30-10-12 23:57
Aus meinem Roman Der Hirschgeselle:
Es war dies (Stadt) ein Dschungel voller fremdartiger Lebewesen, geboren aus Völkern aller Erdteile. Kaum Werte hatten Bestand, so man sich darin verirrte, nur Eigenarten zählten und hatten Vorrang vor allem anderen. Das Miteinander war von Spannungen geprägt, denn ein jeder nahm vom anderen an, was ihm gut dünkte, und pfiff auf den Rest des Glaubensgebäudes, dem die Gegebenheiten entsprungen waren.
Was blieb, war ein Durcheinander, in dem sich behauptete, wer selbstbewusst auftrat und durchsetzte, was ihm wichtig schien. Einst als Bereicherung gedacht, war diese Vielfalt der Kulturen längst zur Last geworden, an der schleppte, wer sich seiner geistigen Begriffe sicher war. Eine ständige Bedrängnis ging davon aus, alles zu dulden, was sich nicht einfügen mochte und auch fehl am Platz, aber jemandem heilig war. So bot sich immer weniger Raum zur Entfaltung verbindlicher Werte, die allen Gruppen gemein waren.
Der flotusanische Staat, der aus Machtstreben die Aufnahme von Zuwanderern aller Herkunftsländer stets befürwortet hatte, ging nun daran zugrunde, dass sich die Lager spalteten und bekriegten, um ihrer jeweiligen Stoßrichtung zur Geltung zu verhelfen. Längst war das Land mehrsprachig und musste erkennen, dass sich keine Einheit schaffen ließ, selbst wenn manche Neubürger sich einfügten und Altgediente manch neue Wege aufnahmen, da sie die zwingende Notwendigkeit einsahen, wollten sie nicht als gestrig gelten.
Die Rolle der Frau verschob sich, da manch Zugereister sie von oben herab betrachtete: Frauen nannten nach ihrem Dafürhalten keine Seele ihr Eigen! So begegneten sie ihnen herablassend bis feindselig, verhüllten die ihren und warfen den anderen Leichtlebigkeit vor. Es war an der Tagesordnung, das Frauen sich gefallen lassen mussten, nicht beachtet zu werden, es sei denn als willfähriges Spielzeug junger Burschen, die großmächtig auftraten und sich herausnahmen, die Regeln zu setzen.
...
Ali.G:
21-10-12 13:23
Mann Mann, die Grünen kommen aus einer Zeit, die sich überholt hat. Die Mehheit (Hypothese!) ist gegen einen eine weitere Zuwanderung. Es gibt genügend Untersuchungen die eine negative Sozialbelanz der Zuwanderung postulieren, nicht nur was bestimmte Formen von Krininalität betrifft. Die Grünen projezieren ein Menschenbild (ihr Menschenbild) auf Personengruppen, die ganz anders funktionieren. Und die Erklärung von Zuwanderern als Opfern hat die Fehlentwickungen erst möglich gemacht. Und das eine schrumpfende Gesellschaft Zuwanderung brauch, ist schlichweg eine Falschaussage. Man muss eine Strategie für die Zeit bis der Überschuss an älteren Menschen das zeitliche gesegnet hat, entwerfen. Und eine geringere Bevölkerungsichte ist doch öklogisch oder nicht?
Und die Welt retten wollen ist vermessen.
EBM
08-10-12 12:40
Die Grünen und ihre Anhänger haben leider immer noch nicht verstanden was Integration wirklich bedeutet. Das sage ich als in Deutschland Geborener mit Migrationshintergrund. Einfach die Grenzen aufzumachen, wie es einige hier fordern, ist nicht Integration. Viele Migranten haben überhaupt kein Ahnung wie eine freiheitlich demokratische Gesellschaft funktioniert und bringen oft totalitäre und archaische Bräuche mit, die dann auch noch zur Ghettobildung und Parallelgesellschaften führen. Die Grünen verkaufen sich selbst als die Vorkämpfer für Freiheit, aber fordern Gleichzeit Nachsichtigkeit für archaische Rituale wie Beschneidung, Zwangsindoktrination bei Muslime(selbst bei Erwachsenen), Zwangsheirat, Ehrenmord, Kopftuchzwang, Nichtteilanhme am Schwimmunterricht usw. Als Grüne müßte von Ihnen ein Aufschrei der Empörung zu hören sein, aber man hört nichts, gar nichts! Sie sind mehr damit beschäftigt deren Kritiker zu zerlegen als den Migranten mit archaischen Ansichten klare Grenzen aufzuzeigen und diese auch durchzusetzen.
Ich gehe sogar soweit zu sagen, die Grünen verhindern Integration, da sie die Nachkommen von Migranten aus archaisch geprägten Familien im Stich lassen und deren Eltern unter dem Deckmantel von Erziehungsrecht und angeblicher Religionsfreiheit einfach gewähren lassen. Sogar Migranten aus dem Berliner Stadtteil Neu-Kölln fordern zunehmend diese heuchlerische Nachsichtigkeit zu beenden, da wirklich integrierte Migranten immer wieder in den selben Topf geworfen werden, wie welche, die es nicht sind. Wacht endlich mal auf!
Solaris
06-07-12 00:09
Wie seid Ihr denn drauf? Wer soll das alles bezahlen? Wer kann das verantworten, daß Deutchland sämtliche Immigranten aufnimmt. Wo kommt das Geld her. Deutschland ist kein Einwanderungsland, sondern ein Auswanderungsland von Fachkräften. Die Immigranten schaden nicht nur Deutschland, sondern auch deren Herkunftsländern. Ein wenig Mathematik kann den Grünen nicht schaden oder sind das alles Sozialwissenschaftler.
Gast
18-06-12 16:45
An using:

Was heißt denn "Wir"? Also ich beute niemanden aus und verdränge auch niemanden. Was kann unser Volk dafür das internationale Banken und Konzerne andere Völker ausplündern(uns übrigens auch)? Das sind doch nicht "Wir".
using
05-06-12 19:58
@Gast 10.05.2012

Um Ihr Gleichnis zu Ende zu führen:

Unsere Kultur verdrängte andere Kulturen, wir beuteten ander Länder aus, wir benutzten ihre Arbeitskraft. Diese getretenen Menschen werden in Zukunft keine andere Wahl haben, als in den Westen einzuwandern, denn wir beuten sie immer noch aus (Fischfang vor der Westküste Afrikas) schieben preisgünstige Lebensmittel in arme Länder, sodass sie noch nicht einmal Landwirtschaft betreiben können, da keiner die Saxchen kaufen wird. Sie arbeiten für sehr, sehr wenig Geld am Tag und erledigen harte Arbeit, damit wir Baumwollpullis tragen können. Unsere Kultur ist geprägt von einer globalisierten Welt und jetzt bekommen wirs eben zurück. Das ist nur gerecht, finden Sie nicht auch? Wir können noch so hohe Mauern bauen, sie werden trotzdem kommen.

Liebe Grüße, Justus (der gerechte)
Gast
10-05-12 18:55
Indianer (mit schwarz weiß roter Kriegsbemalung) hatten gegen die weißen Zuwanderer aus Europa gewettert und behauptet, dass die Weißen, besonders durch ihren unaufhaltsamen Zustrom, irgendwann die Indianer einmal verdrängen und Ihnen das Land wegnehmen würden. Es gäbe dann kein Raum mehr für die Lebensweise und Kultur der Indianer.

Aber der alte Häuptling mit den grünen Federn sprach:
"Wir müssen die Weißen tolerieren auch wenn Sie ein bisschen anders sind als wir. Sie sind eine Bereicherung für uns egal wie viele kommen und wie sie sich benehmen. Weil anders einfach schön ist."
"Unser Land ist so groß und es gibt soviel Gras und so viele Büffel, das reicht für alle. Die werden uns respektieren und viel von uns weisen Indianern lernen" war er überzeugt...
...bis die Einweisung ins Reservat kam.
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