Fleischeslust
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Am 31. Oktober 2000 wurde die Resolution 1325 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet. Sie soll die Einbeziehung und Berücksichtigung der besonderen Rolle von Frauen bei der Prävention und Beilegung von Krisen und Konflikten fördern. Doch auch nach zehn Jahren hat sich in Deutschland wenig getan. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN machen sich schon seit langem für die Umsetzung dieser Resolution stark. Wir wollen an dieser Stelle in einer Porträtserie Frauen aus Kriegs- und Krisenregionen wie Bosnien, Afghanistan und dem Iran selbst zu Wort kommen lassen, um auf die Notwendigkeit der Umsetzung der Resolution aufmerksam zu machen. Teil 3: Safiatou Samaké, die sich in Guinea politisch engagiert und für Frauenrechte einsetzt.

Mein Name ist Safiatou Samaké. Ich bin guineische Staatsbürgerin und lebe in N’Zérékoré. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Ihnen über die Stellung der guineischen Frau in der Politik im Allgemeinen sowie über meine aktuellen politischen Ambitionen im Besonderen zu berichten.
Wie auch in anderen Ländern Afrikas werden in der Republik Guinea Frauen von der allgemeinen Politik ausgegrenzt und nicht in politische Entscheidungsprozesse eingebunden. Dies zeigt sich auch darin, dass Frauen lediglich im häuslichen Bereich wahrgenommen oder auf diese Rolle reduziert werden. Allerdings haben die wenigen Frauen, die auf der nationalen politischen Bühne vertreten sind, immer eine hohe Effizienz bewiesen. Das politische Leben in Guinea ist bisher geprägt von Regionalismus, Sektierertum und chronischem Ethnozentrismus. Dies behindert die Entwicklung von Waren und Dienstleistungen.
Die schon lange zu beobachtende Nichtverfolgung von Straftaten hat im ganzen Land zu Vergewaltigungen von Frauen und Minderjährigen sowie zu Gewalt gegen Frauen und Kinder geführt. Aufgrund der Korruption, die das gesellschaftliche Leben vergiftet, sind die Justizbehörden in einer sehr schwachen Position. Dies hat zur Folge, dass die Stärkeren die Schwächeren unterdrücken. Das ist der Lauf der Dinge.
Es gibt nur sehr wenige Frauen, die am politischen Leben des Landes teilnehmen. Dazu kommt noch, dass diese Frauen mit zahlreichen Problemen zu kämpfen haben, wenn es darum geht, politische Entscheidungen zu treffen. Begriffe wie Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind für die politischen Entscheidungsträger nur Lippenbekenntnisse und sind weit davon entfernt, tatsächlich in die Tat umgesetzt zu werden. Aus diesen Gründen sind die Frauen Guineas nun fest entschlossen, einen wahrhaftig intellektuellen Kampf zu führen, um dieses Übel, dem sie tagtäglich ausgesetzt sind, auszumerzen.
Die afrikanischen Frauen im Allgemeinen und die Frauen Guineas im Besonderen sind Opfer von Rechtsverletzungen jeglicher Art und kämpfen im Verborgenen gegen die Unterdrückung, der sie sich häufig gegenübersehen.
Ich bin 1958 in N’Zérékoré geboren und habe im Jahr 1985 mein Studium der Agrarwissenschaften in Kankan abgeschlossen. Seitdem bin ich in meinem Land politisch aktiv.
Seit 2003 bin ich in der Partei RPG (Rassemblement du peuple de Guinée/Versammlung des guineischen Volkes) von Alpha Condé als Präsidiumsmitglied für die Region Guinée forestière (Waldguinea) tätig.
Die Gründe, aus denen ich mich in dieser Partei engagiere, sind folgende:
1. das klar formulierte Programm
2. der Mut, sich für die Entwicklung des Landes einzusetzen
3. die Vision für die Gegenwart und die Zukunft Guineas
4. die Hartnäckigkeit
5. und die Vaterlandsliebe.
Ich bin politisch aktiv, um der Herausforderung gerecht zu werden, Frauen den Platz in der Gesellschaft zu verschaffen, den sie sich wünschen. Sie werden von den Männern, die als das starke Geschlecht angesehen werden, immer an das untere Ende der gesellschaftlichen Leiter verbannt. Die Ernennung von Ellen Johnson Sirleaf zur Staatspräsidentin unserer Schwesterrepublik Liberia hat mich besonders ermutigt. Es ist mir zudem wirklich bewusst geworden, dass mein Kampf nicht vergebens ist. Auch in Guinea gibt es viele andere Frauen, die sich dafür einsetzen, die Ehre der Frauen zu retten. Dazu gehören Saran Daraba Kaba vom REFMAP (Réseau des Femmes du Fleuve Mano pour la Paix / Netzwerk für den Frieden der Frauen aus der Region des Mano-Flusses), die gleichzeitig auch eine führende politische Rolle inne hat und Rabiatou Serah Diallo des CNT (Conseil national de la transition / nationaler Übergangsrat). Sie sehen ihre Aufgabe in der Wiederherstellung des Friedens in Guinea und der Subregion und - nicht zu vergessen - in der Emanzipation der Frauen.
Meine Ambition bestand darin, durch meine Mitgliedschaft in der RPG am politischen Leben meines Landes – Guinea – teilzunehmen und außerdem zur Emanzipation der Frauen in Guinea beizutragen.
Seit der Unabhängigkeit Guineas haben die Frauen im Zusammenspiel der Nation nie den Platz eingenommen, den sie sich gewünscht haben. Sie wurden, wie schon früher im Text erwähnt, nur auf ihre Rolle im häuslichen Bereich reduziert. Die Rechte der Frauen wurden in keiner Weise von der öffentlichen Verwaltung und der Politik respektiert. Erst gegen Ende der Diktatur des verstorbenen Präsidenten, General Lansana Conté, wurde die Emanzipation der Frauen tatsächlich erstmalig angestrebt, um so der Unterdrückung entgegenzuwirken. Ich habe insbesondere diese Situation vor Augen, weil ich einen moralischen Schmerz in mir verspüre, wenn ich mich daran erinnere.
Die Vorteile einer starken Einbindung der Frauen in die Politik ihres Landes sind enorm. Es gilt festzuhalten, dass Frauen politische Spannungen abmildern können und außerdem als Barometer der Gesellschaft fungieren. Sie liefern realisierbare Lösungen für Krisen zwischen Ethnien und Nationen. Sie setzen sich für dauerhaften Frieden ein und streben den Aufbau einer Nation an. Denn sie sind die Mütter der in dieser Nation lebenden Kinder, und sie fordern das für ihr Land ein, was sie auch für ihre Kinder beanspruchen. Wir, die Frauen in Guinea, spielen eine entscheidende Rolle bei der Lösung der Krise, die Guinea gerade durchlebt. Wir geben unseren Kindern und Männern Ratschläge, damit uns trotz unserer ethnischen und religiösen Vielfalt der Übergang in eine gerechtere Gesellschaft gelingt.