Auf gelbem Hintergrund steht zwischen zwei Balken: "Urwahl: Basis ist Boss" und darunter "Bis zum 1.11. Mitglied werden und mitbestimmen!". Daneben vier hoch gehaltene Arme.
Drei Menschen halten Schilder hoch. Darauf steht "Impfen schützt Dich, Deine Kinder und deren Freunde.
Foto: gruene.de (CC BY 3.0)

Wer impft, schützt sich und andere

Vor dem Hintergrund von über 500 Masern-Fällen in Berlin, ist die Debatte um eine Impfpflicht wieder einmal aufgeflammt. Die Fälle werden bekannt, weil es seit dem Jahr 2001 eine Meldepflicht für Masernerkrankungen gibt. Hier zeigt sich schon, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind. Sie können schwerwiegende Komplikationen auslösen und sie sind hochansteckend.

Vor dem Hintergrund von über 500 Masern-Fällen in Berlin, ist die Debatte um eine Impfpflicht wieder einmal aufgeflammt. Die Fälle werden bekannt, weil es seit dem Jahr 2001 eine Meldepflicht für Masernerkrankungen gibt. Hier zeigt sich schon, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind. Sie können schwerwiegende Komplikationen auslösen und sie sind hochansteckend.

Impfungen sind ein wichtiges Vorsorgeinstrument, um Krankheiten zu verhindern. Das Hauptargument dafür ist, Kinder und Erwachsene vor dem Risiko zu schützen durch Infektionen dauerhafte Gesundheitsschäden davonzutragen oder sogar zu sterben. Deshalb ist ein verantwortungsbewußter Umgang mit der Problematik gefragt.

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die den aktuellen Masernausbruch in Berlin begünstigt haben. Ein Faktor ist das abnehmende Bewusstsein der Bevölkerung über die Gefährlichkeit von Infektionskrankheiten und die Bedeutung von Schutzimpfungen. Dazu kommt auch eine höhere Mobilität durch Reisen und Migration. Die Masern in Berlin sind laut offiziellen Angaben in zwei Gebieten ausgebrochen in denen es offenbar größere Impflücken gibt. Das mag auch etwas mit dem soziokulturellen Umfeld zu tun haben.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Impfquote gegen Masern bei Schulkindern insgesamt eher gestiegen. Lag sie zum Schuleingang im Jahr 2004 bei 93,5% für die erste Dosis und 65,7% für die zweite Impfstoffdosis, so wurden im Jahr 2012 schon 96,7% und 92,4% der Kinder geimpft. Damit wurde der WHO-Indikator von einer Impfquote von 95% für beide Dosen zumindest für die Schulkinder fast erreicht.

Wir haben in Deutschland aus guten Gründen keine Impfpflicht. Impfungen sind stets mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden, zu deren Inkaufnahme niemand gezwungen werden kann. Deshalb muss hier das Selbstbestimmungsrecht Vorrang haben. Eine umfassende Beratung ist aber notwendig und kann Eltern die schwierige und verantwortungsvolle Entscheidung erleichtern.

Impfungen unterscheiden sich grundsätzlich von anderen ärztlichen Eingriffen. Sie dienen nicht der Behandlung einer akuten Krankheit und zielen nicht nur auf den persönlichen Nutzen. Impfungen diesen auch dem Schutz der Bevölkerung vor größeren Infektionsausbrüchen und sie stellen ein Solidarschutz für kranke Menschen dar, die nicht geimpft werden dürfen.

Wir GRÜNE sind der Auffassung, dass wir mit gesetzlichen Verpflichtungen in Gesundheitsfragen vorsichtig sein sollten. Zum einen ist eine Kontrolle schwierig - man kann die Einschulung z.B. nicht von einer erfolgten Impfung abhängig machen, das kollidiert mit der Schulpflicht. Und bei der Frage der Sanktionen tut sich schnell ein Fass ohne Boden auf, wenn man an vergangene Debatten um nicht hinreichend gesundheitsbewußtes Verhalten denkt. Wir halten Impfungen für sehr
sinnvoll, halten eine Impflicht aber nicht für einen geeigneten Weg die Impfquoten weiter zu erhöhen. Aufklärung und Transparenz haben sich als Grundlage für verantwortungsbewußte Entscheidungen bewährt und werden das auch in der Impffrage tun.

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