Wie erklärst Du Opa das Sperrgesetz?

Manche haben immer noch nicht verstanden, was Netzsperren für die Bürgerrechte bedeuten. Wir sammeln hier einfache Vergleiche aus der Alltagswelt

Viele Menschen verstehen nicht, welche Folgen das Sperrgesetz haben wird. Foto: © Maren2006/photocase.de

Am 18.6.2009 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, mit dessen Hilfe die Verbreitung von Kinderpornographie im Netz erschwert werden soll.

Mehr als 130.000 Menschen hatten zuvor eine Online-Petition gegen das Vorhaben unterschrieben. Ihre Vorbehalte wurden jedoch im Parlament, in einigen Massenmedien und in der breiten Öffentlichkeit kaum gehört.

Wie können wir das Netz erklären?

Warum? Eine mögliche Erklärung ist, dass viele Menschen zu wenig von der Technik des Internets verstehen. Sie durchschauen nicht, welche Folgen das Sperrgesetz in der Zukunft haben kann – für das Netz selbst und unsere Bürgerrechte insgesamt.

Wie aber kann man das Prinzip der DNS-Sperre so erklären, dass auch Oma und Opa es verstehen? Wir suchen nach treffenden und alltagsnahen Vergleichen. Zum Beispiel so:

Stell Dir vor...

Jedes Mal, wenn Du mit der U-Bahn fahren willst, müsstest Du einem fremden Mann sagen, zu welcher Station Du fahren möchtest. Der Mann schaut dann auf eine Liste (deren Inhalt Du nicht kennst) und sagt: „Dahin dürfen Sie nicht, ich werde für unbestimmte Zeit zu meinen Akten nehmen, dass Sie dorthin wollten. Die Papiere bitte.“

Oder einfach so: Stell Dir vor, in einem Telefonbuch reißt jemand Seiten raus. Die Anschlüsse bleiben aber bestehen - das heißt, wer die Nummern kennt, kann sie auch weiterhin erreichen.

Wozu das Ganze?

Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass wir noch viel erklären und diskutieren müssen – sogar in der eigenen Partei.

Wir wollen mit einfachen, überzeugenden Argumenten gegen die Netzsperren kämpfen – vor und nach der Bundestagswahl.

Schreibt Eure Erklärungen hier in die Kommentare – wir werden die besten  sammeln und in einer Galerie hier auf www.gruene.de zeigen.

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Kommentare

Heike Reimers
29-12-10 18:52
Hallo und liebe Grüße und Sorry! Muss etwas Kritisches zur Aufmachung sagen. 'Wie erklärst Du Opa das Sperrgesetz. Sperrgesetz für Dummies.' Als Oma fühle ich mich davon für dumm verkauft. Bitte ändern Sie das. Vielen Dank!
Wie erklärst Du einer Frau das Sperrgesetz oder wie erklärst Du einem Türken das Sperrgesetz, das können wir heute hoffentlich und glücklicherweise nicht mehr schreiben. Die Grünen haben viel dafür getan, dass wir alle aufmerksamer werden im Umgang mit Diversität, wofür ich sehr dankbar bin. Wer weiß, ohne diese Bewegung hätte mir diese Überschrift vielleicht nur einen Stich versetzt, ohne dass ich gewußt hätte warum. Auch dafür vielen Dank und liebe Grüße hr
Jan
06-11-10 10:14
Es geht bei diesem Gesetz keinesfalls um Kinderpornographie!
Alle ernstzunehmenden Sachverständigen bescheinigen dem Gesetz weitgehende Wirkungslosigkeit in der Sache. Es geht darum eine Zensur-Infratstruktur zu etablieren und erste Anzeichen sind bereits zu sehen. Der Verband er Musikindustrie hat bereits angekündigt, dass diese Sperren zu weit mehr "gut" seien als für ihren vorgeblichen Zweck.
Wenn die Liste der geperrt Webseite öffentlich einsehbar wäre bzw. es klare Informationswege bezüglich der Sperren gäbe hätte ich weniger Probleme aber gerade die Intransparenz macht die Gefahr aus.
Wenn der Staat einfach mal so Webseiten "verblenden" darf und diese Verblendung dann auch noch als Falle dient hat das mit Demokratie nichts mehr zu tun und auf blosse Zusagen, dass diese Mechanismus nur für Kipo genutzt wird lasse ich mich nicht ein.
ugg boots
14-09-10 09:42
11-04-10 23:43
Ich kann Dennis nur zustimmen. Wo ist das Problem? Löschen oder Sperren? Meiner Meinung nach sind solche Fragen nichts weiter als Ausdruck ideologischer Grabenkämpfe. Sie führen zu nichts. Ich habe nie verstanden warum eine Sperrung als Zensur gebrandmarkt, eine Löschung hingegen als Wundermittel im Kampf gegen Kinderpornographie stilisiert wird. Denn beides kann im engeren Sinne als Zensur betrachtet werden. Wer sagt mir denn, dass Löschgesetze nicht genauso missbraucht werden können wie Sperrgesetze? Zudem unterliegt nicht nur der Sperrung, sonder auch der Löschung solcher Inhalte gravierende Grenzen (Kinderpornographie wird weltweit rechtlich höchst unterschiedlich definiert). In einer globalen Welt muss es heissen: "Löschen VOR Sperren", statt "Löschen STATT Sperren"!
Intellektuell ist diese Debatte wirklich auf unterstem Niveau.

Es geht hier überhaupt nicht darum Verbrechen direkt zu verhindern, sondern ein Zeichen zu setzen. Natürlich können Internetsperren in kürzester Zeit umgangen werden. Ich gehöre auch zur Generation "C-64", und weiss über die Möglichkeiten des Internet sehr wohl bescheid.
Aber es geht hier um mehr. Es geht darum ein Bewusstsein gegen Kinderpornographie zu schaffen,
Peter
02-09-10 19:25
Ich finde es auch falsch, dass man Internetsperren einführt. Doch in diesem Artikel finde ich keine einzige Erläuterung, was die irgendwelche Bürgerrechte damit zu tun haben. Wie wäre es denn mit Ergänzen?
Seppi
19-07-10 19:08
Warum machen sich die Grünen hier total unglaubwürdig?
Gegen die Sportschützen und Jäger ziehen sie her, mit Hilfe des BdK, einer kleinen (der kleinsten - verglichen mit GdP und DPolG) Polizeigewerkschaft und ihrem Vorsitzenden Jansen.
Dieser gleiche Jansen fordert, dass Computerbenutzer sich erst (bei ihm?) registrieren müssen, bevor sie etwas im Internet kaufen dürfen. Ebenso will er das Recht, auf die Rechner der Bürger zuzugreifen, um dort vermeintliche Malware zu entfernen.
Solche Menschen haben weder das Internet, noch Bürgerrechte noch die Demokratie verstanden. Wer sich mit solchen Polizeistaatsfanatikern gemein macht, verspielt seine Glaubwürdigkeit!
Marc
11-04-10 23:43
Ich kann Dennis nur zustimmen. Wo ist das Problem? Löschen oder Sperren? Meiner Meinung nach sind solche Fragen nichts weiter als Ausdruck ideologischer Grabenkämpfe. Sie führen zu nichts. Ich habe nie verstanden warum eine Sperrung als Zensur gebrandmarkt, eine Löschung hingegen als Wundermittel im Kampf gegen Kinderpornographie stilisiert wird. Denn beides kann im engeren Sinne als Zensur betrachtet werden. Wer sagt mir denn, dass Löschgesetze nicht genauso missbraucht werden können wie Sperrgesetze? Zudem unterliegt nicht nur der Sperrung, sonder auch der Löschung solcher Inhalte gravierende Grenzen (Kinderpornographie wird weltweit rechtlich höchst unterschiedlich definiert). In einer globalen Welt muss es heissen: "Löschen VOR Sperren", statt "Löschen STATT Sperren"!
Intellektuell ist diese Debatte wirklich auf unterstem Niveau.

Es geht hier überhaupt nicht darum Verbrechen direkt zu verhindern, sondern ein Zeichen zu setzen. Natürlich können Internetsperren in kürzester Zeit umgangen werden. Ich gehöre auch zur Generation "C-64", und weiss über die Möglichkeiten des Internet sehr wohl bescheid.
Aber es geht hier um mehr. Es geht darum ein Bewusstsein gegen Kinderpornographie zu schaffen, welches so im Netz noch nicht existiert. Meiner Meinung gibt es einige Trittbrettfahrer, die mal ausprobieren wollen wie das ist, Kinderpornos anzuschauen. Diese Leute kokettieren mit dieser Perversion, konsumieren diese Inhalte und bestreiten hinterher dessen "reallen" Gehalt. "Ach das war doch eh nur fake! Und illegal war es ja auch nicht, oder doch?" Auf diese Leute hätte das Sperrgesetz sehr wohl eine deutliche Wirkung. Und wenn es nur 2-5% der Kinderporno- Konsumenten wären. Es wäre ein Gewinn.

Ach ja und noch was. Ich finde es abartig wie hier ältere Menschen dargestellt werden. Das sind keine Kinder, und nicht jeder 80jährige ist geistig senil. Also was soll das?? Es wird doch Zeit auszutreten. Der Bogen ist überspannt.
Muhamet
10-11-09 11:01
Ich bin mit dem System der Grünen nicht einverstanden !
Einfach peinlich seine einen Opa so darzustellen !!!
Ich finde dieses nicht oke , da man sie allgemeiner über das
Speergesetz lehren koennte , wie ´Kinder und BlümchenSex !
Janosch
22-08-09 18:49
Es gibt in Deutschland noch zuviele weitere rechtsfreie Räume, bzw. Netze: z.B. das Straßennetz! Ich möchte den Tag erleben, an dem jedes Auto durchgehend per On-board-unit (s.Maut) auf StVO-Verstöße überwacht wird, alle Daten 1 Jahr gespeichert werden, und die Polizei jederzeit aus der Ferne die Fahrtrichtung und Geschwindigkeit einstellen kann. Gleiches Vorgehen wie beim Internet. Am besten fängt man an den Unfallschwerpunkten an, die Kontrolle zu übernehmen. Dann gibts endlich keine Verkehrstoten mehr durch falsches Abbiegen oder Raser! Toll. Und das wäre doch höchstens eine "Erschwerung der Fortbewegung". Das Straßennetz wäre nach über 100 wilden Jahren endlich kein rechtsfreier Raum mehr... und jeder der die Online-Petition dagegen unterzeichnet, ist bestimmt ein übler Verkehrssünder!
Bin jedenfalls auf den ersten Fall gespannt, wo jemand per "Scherz"-TinyURL auf das berühmte Stoppschild geleitet wird...
j0sh
20-08-09 11:10
Illegale Inhalte wie kinderpornographische inhalte werden im Netz nicht durch webserver transaktionen sondern meist durch anonymisierende Netze wie zum Beispiel TOR (http://torproject.org), freenet (http://freenetproject.org/) oder aber auch durch private VPN zugänge oder Proxy Ketten geschützt. Bei dieser Art der Verbreitung digitaler Inhalte (durchaus auch mit komerziellem Interesse) spielen selbst die ausgeklügeltsteb DNS Sperren keinerlei Rolle.
Die Websperren können also an der digitalen Veröffentlichung solcher illegalen Materialien nichts ändern.
Die komerzielle Verbreitung kann nicht durch Sperrung, sondern nur durch aktive kriminalistische Arbeit (natürlich auch mit manchmal schwieriger Internationaler Kooperation) verhindert bzw verfolgt und bestraft! werden.
Wenn etwas unter Strafe steht muss es auch verfolgt werden !
und kann nicht mit einem virtuelle Schild einfach abgedeckt werden.

An der Verfolgung und Aufklärung dieser Verbrechen ändert eine DNS Sperre also nichts.

Im Gegenteil. Betroffene kriminelle Pädophile werden durch neue Gesetze geradezu darauf AUFMERKSAM gemacht, die herkömlichen (durch Kriminalisten verfolgbare) digitalen Distributionswege zu meiden, und vermehrt andere Methoden (tor,vpn,etc wie oben geschildert) benutzen, die verfolgungen NICHT mehr(bzw extremst erschwert)ermöglichen.

Nun kann eigentlich nur noch mit einem Argument für eine dns Sperre argumentiert werden:

Oma Oswald und Opa Kunz, aus Grevenbroich, die in Ihrem Alterswohnheim zum ersten mal "googeln", sollen mit anrüchigen Inhalten erst gar nicht in Kontakt geraten. "Was bei uns in der Nachbarschaft nicht geduldet wird, des soll in diesem Internetz auch verboten werden !" (was is ja schon längst ist.) Ebenso wie Enkelsohn Thomas, der zu einem mündigen, informierten bürger herannwächst, dem einerseits ungetestete chemisch drogen gespritzt (schweingerippe impfung) andererseits natürliche kräuter (cannabis) unter strafe verboten werden.

Anstatt also Ihren Enkelsohn beim surfen zu beobachten und über Gefahren, über Vorteile und Nachteile zu unterrichten und zu diskutieren, kann sich Oma Oswald entspannt in ihren Sessel zurücklehnen und hoffen dass die BKA Liste sekündlich aktualisiert wird und alle Schandtaten unserer (virtuellen) Welt umfasst. Die Welt ist doch noch in Ordnung...
Zumindest in Grevenbroich

=)
T.
03-08-09 12:02
@Dennis: "Aber niemand kann mir erklären, welche Bürgerrechte dadurch eingeschänkt werden. Die der Pädophilen? Wer kann mir das erklären?"

1. Artikel 5 GG: "Eine Zensur findet nicht statt"
2. Das muss man im Ganzen sehen. Es geht gar nicht primär darum, dass auf einmal die Informationsfreiheit oder das xy-Recht dahin ist, sondern dass dieses Sperrgesetz NICHT die "Pädophilen" trifft, sondern den unbescholtenen Bürger (wenn unklar, bitte über technische Wirkungsweise informieren) und dass hier v.a. in erster Linie eine Lanze gebrochen wird für zukünftige (!) Bürgerrechtsverletzungen.

Dieses Gesetz gesellt sich zur Vorratsdatenspeicherung, dem "Lauschangriff", der heimlichen Online-Durchsuchung, kommenden Sperren um den Lobbyisten der staatlichen Lotterie und der Musikindustrie zuzuspielen und weiteren zukünftigen Maßnahmen.

Die Bürgerrechtsverletzungen die du jetzt nicht siehst, werden dann erst rückwirkend "im Ganzen" sichtbar.
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