Raus aus der Gema!

Einst wurde die Gesellschaft gegründet, um Künstler zu schützen. Heute hilft sie den Reichen und schadet kleinen Künstlern, den Clubs, den Käufern. Da hilft nur: gehen. Ein Gastbeitrag von Zoe.Leela für die Süddeutsche Zeitung, 19. September 2012.

Die Musikerin Zoe.Leela steht auf einer Straße, Foto: © TOMPIGS.COM
"Ich werde immer für meine Freiheit kämpfen und nie die Rechte an meinem Werk an andere abtreten", sagt Zoe.Leela. Foto: © TOMPIGS.COM

Die Gema im Herbst. Ein zermürbender Dauerzwist zwischen der Verwertungsgesellschaft und YouTube hat die Musiktausch-Kultur auf der Plattform weitgehend eliminiert. Tausende Menschen gehen auf die Straße, um gegen eine Gebührenreform zu demonstrieren, die Deutschlands Clublandschaft bedroht. Der ganzen Struktur der Gema haftet der Ruch des Undemokratischen an. Unter anderem, weil nur die fünf Prozent beitragstärksten Mitglieder überhaupt Stimmrecht haben.

Ich treffe während der Berlin Music Week einen dieser fünf Prozent Begünstigten. Ich kann meine Aufregung kaum verbergen, habe ich doch tatsächlich die Chance, endlich ein Exemplar der seltenen Gattung 'Ordentliches Mitglied' kennenzulernen. Einen aus dem innersten Zirkel des polarisierenden Rechteverwerters. Einen, dessen Stimme die Kraft hätte, die Dauerdiskussion um die Gema positiv zu beeinflussen. Wie wird er die Situation beurteilen? Wird er alte Vorurteile bestätigen oder mit neuen Einsichten verblüffen?

Die Antwort ist leider wenig überraschend. Zunächst beklagt er die entfesselten, anmaßenden Demonstranten, derentwegen sogar Verwaltungsgebäude in Berlin von der Polizei hätten bewacht werden müssten. 'Wie konnte es so weit kommen?' fragt er kopfschüttelnd. Ich behalte die Gegenfrage für mich, ob er sich auch wundere, dass die Clubgänger empört demonstrieren und nicht einfach Kuchen essen gehen. Und frage stattdessen: Wie ist es mit dem Stimmrecht? Auch hier Unverständnis. Wieso sollte es falsch sein, dass nur rund 3 200 von 64 000 gebührenpflichtigen Mitgliedern Mitspracherecht haben? Schließlich würden diese fünf Prozent ja den Rest finanzieren, der ohnehin nichts verdiente. Der berühmte Musiker schließt mit der Bemerkung, dass er prinzipiell in jede Verwertungsgesellschaft gehen würde, die ihm die gleichen finanziellen Vorteile biete, und verabschiedet sich höflich. Ich bleibe sprachlos zurück.

Die Gema hat ihr Gründungsideal ins Gegenteil verkehrt

Was ist das für ein Verein, der 1903 mit dem hehren Ziel angetreten ist, für mehr Gerechtigkeit im Kulturbetrieb zu sorgen? Der heute den gesamten deutschen Musikmarkt kontrolliert und dabei von einer kleinen Elite gesteuert wird, deren Sichtweise nie über den eigenen Kontoauszug hinauszugehen zu scheint? Tatsächlich hat die Gema mit bewundernswerter Zielstrebigkeit ihr Gründungsideal ins Gegenteil verkehrt. Als Gema-Mitglied bekommt man erst einmal nichts, sondern zahlt kräftig drauf. Von jeder Platte oder jedem Download gehen bis zu 14,7 Prozent an den Künstlervertreter. Verlierer sind der Künstler wie der Käufer. Denn damit sind die Titel im Netz nicht mehr verfügbar, womit die Gema auch die Vermarktungsmöglichkeiten des Urhebers erfolgreich torpediert hat. Bietet dieser sein Werk trotzdem gratis im Netz an, riskiert er eine Nachforderung. Das im Jahr 2012. Und das am Wirtschaftsstandort Deutschland.

Pikanterweise richten sich die Gebühren bei Majorlabels nur nach der Zahl der verkauften Platten, während kleinere Labels für jede produzierte Kopie zahlen. So werden Karrieren zerstört, bevor sie begonnen haben und Mainstream brutalstmöglich gefördert. Die Gema ist in der Tat vom Verteidiger der Schwachen zum Anwalt der Reichen geworden.

Die spontane Frage, warum sich 64 000 Mitglieder das gefallen lassen, ist mit der ungerechten Stimmrechtsverteilung schnell beantwortet - entweder man macht als kleiner Künstler mit oder man geht. Nur gut, dass die Gema noch kein Staat ist. Dann müssten alle Steuern zahlen und nur die fünf Prozent Reichsten hätten Wahlrecht.

Verteilung von Gelder ist völlig unübersichtlich

Auch die Ausschüttungspraxis der Gema ist unglaublich. Die Verteilung von Gelder ist völlig unübersichtlich; lediglich viereinhalb Juristenstellen stehen für die Kontrolle zur Verfügung. Diese Juristen entscheiden nach Gutsherrenart über die Rechtmäßigkeit des Verteilungsschlüssels. Es gibt keinerlei unabhängige Kontrolle über das komplexe System Gema.

Neben unübersehbaren Ungerechtigkeiten in der Struktur nutzt die Gema ihre Position nicht, um die festgefahrene Urheberrechtsdiskussion positiv zu beeinflussen, sondern gießt beständig Öl ins Feuer. Sie behindert das Verwenden, Modifizieren und Weitergeben von Kunst, die für alle gemacht wurde. Sie beschränkt den Künstler in seinen Entwicklungsmöglichkeiten und kriminalisiert eine ganze Generation.

Dass es auch anders geht, beweist die Initiative zur Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheber, C3S (Cultural Commons Collecting Society). Gemeinsam mit anderen selbstbewussten Urhebern treten wir dort an, um eine demokratische Alternative zum Monopolisten Gema möglich zu machen - mit durchschaubaren Tarifstrukturen, Eins-zu-eins-Ausschüttungen, gleichem Stimmrecht für alle ohne Vorabzahlungen bei voller Kontrolle des Künstlers über sein Werk. Ich liebe die Freiheit und glaube an die Demokratie, in der wir leben. Ich hasse Diktaturen und jegliche Art von Machtkonzentration. Ich lehne Kontrolle bei der Nutzung von Kultur strikt ab, weil Unabhängigkeit das Wesen der Kunst ausmacht.

Deshalb kann ich auf die Ungerechtigkeit, Intransparenz und Inkompetenz der Gema nicht mit Apathie reagieren. Dass mein Widerstand gegen das totalitäre Regime der 'Schutzorganisation' anfangs belächelt wurde, hat mich noch bestärkt. Als klar wurde, dass ich nicht aufgeben würde, wurde ich ignoriert, isoliert und an den Rand gedrängt. Dieses Gefühl, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, drückt sich auch in meinem Debütalbum 'Digital Guilt' aus - eigentlich sind wir alle Kriminelle.

Veröffentlichen unter Creative Commons

Ich werde immer für meine Freiheit kämpfen und nie die Rechte an meinem Werk an andere abtreten. Deshalb veröffentliche ich unter Creative Commons (Schöpferisches Allgemeingut) und bleibe unabhängig. So bin ich seit 2009 auch kommerziell erfolgreich.

Ebenso wenig wie ich mich vereinnahmen lasse, möchte ich andere vereinnahmen. Ich lade ein, an meinem Material zu partizipieren, meine Musik hochzuladen, Remixe zu erstellen, Videos mit meinen Songs zu unterlegen und diese im privaten Raum zu tauschen. Kunst braucht Rezitation und Partizipation, um Kunst zu bleiben. Wird meine Musik kommerziell genutzt, komme ich wieder ins Spiel und es wird verhandelt. Damit biete ich auch einen Lösungsansatz für die Urheberrechtsdiskussion, bei der die Politik zwar nicht stumm bleibt, aber sehr verhalten reagiert. Eine ganze Generation von Urhebern steht an der Schwelle und möchte am gesamten Markt teilhaben, ohne sich vom bürokratischen Kraken Gema gängeln zu lassen. Ich bin der Beweis, dass dies möglich ist.

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).

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Kommentare

AK
01-10-12 12:18
Es ist stumpfer Populismus, der da von Zoe Leela und leider Vertretern aller politischen Parteien betrieben wird. Es stimmt so ziemlich nichts an den suggerierten sachlichen Argumenten. Es geht nur um ein neues Geschäft, an dem die Dame sich beteiligen möchte und das massig Unterstützer braucht. Was da betrieben wird, ist ein Spiel mit der Frustration oder Ahnungslosigkeit vieler, die ins Musikgeschäft als Urheber einsteigen wollen. Dass es (noch!) nicht klappt, liegt natürlich (!) an der Gema. Da hat man einen tollen Sündenbock. Mehr dazu: https://neuemodelle.wordpress.com/2012/09/16/horror-alle-parteien-finden-gema-cool/
Dirk Leibenguth
01-10-12 11:20
Im Sinne eines echten und fairen Meinungsbildungsprozesses frage ich mich ernsthaft, was euch geritten hat, diesen Gastbeitrag so unkommentiert und exponiert auf eurer Seite zu präsentieren.
Hier profiliert sich doch eine Person ähnlich wie Bruno Kramm zu Lasten eines populistisch geführten Anti GEMA Feldzuges.
Dies ist keine echte inhaltliche und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema Urheberrecht bzw. faire Vergütungsmodelle sondern billiges GEMA Bashing, um selbst über diese Schiene populärer zu werden.
Bei dem Abschnitt zum Thema Freiheit und Demokratie wird mir dann endgültig schwindelig. Selten so einen Unsinn gehört. Wenn ich mir diesen Propagandafeldzug im Netz und allerorten voller Falschdarstellungen, Agitation und Diffamierung der letzten Monate anschaue, dann lässt gerade das mich an dem Verständnis von Demokratie und Freiheit zweifeln.
Hört doch mal auf eure eigenen Leute wie z.B. Agnes Krummwiede, die WIRKLICH wissen, wovon sie sprechen und nicht einfach nur die Anti GEMA Welle reiten.
Was wir brauchen ist eine Reformdiskussion mit gerechten Regelungen und keine quasi Enteignung und in die Hände spielen von Google & Co Propaganda.
Hans Hafner
01-10-12 11:18
Zwei Dinge:

1. Warum habt ihr den inhaltlich VIEL interessanteren Beitrag von mir _nicht_ öffentlich gemacht? Da wird von Eurer Seite wohl offensichtlich ganz klar eine Meinung vertreten und veröffentlicht, wie's zur Meinung passt!! Das ist unmöglich und wird mit einer Mitteilung an der Vorstand bemerkt werden.

2. Und das ist jetzt nochmal zum Thema GEMA und Zoe.Leela:

Hier ist die direkte Verbindung von Zoe.Leela zu Google:

Wolfgang Senges ist consultant für Zoe:
https://img.skitch.com/20120930-xu8kpk4644qnethyy2cemqcp8d.jpg

Wolfgang Senges nimmt im Auftrag des OpenMusicContest e.V. die Absichtserklärungen für die neu zu gründende Creative Commons Verwertungsgesellschaft entgegen
https://skitch.com/hanshafner/esdej/wolfgang-senges-c3s-absichtserklarung

Lawrence Lessig (bekanntlich von Google finanzierter Lehrstuhl in Stanford!) ist Schirmherr des OpenMusicContest e.V.
https://skitch.com/hanshafner/esde8/open-music-contest-lessigq.e.d.

Ihr seid da einer ganz klar strukturierten PR-Kampagne aufgessen, die nichts anderes zum Ziel hatte, als Zoe.Leela einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen. Weil über ihre Musik redet ja keiner, sondern nur über die politische Agenda.
Martin Nastelski
29-09-12 22:04
Was soll auf dieser Seite dieser unsägliche Artikel?Wie Zoe.Leela bleibe ich sprachlos zurück.
Hans Hafner
29-09-12 17:09
@Kai

Ich bin ein musikalischer Urheber mit nicht unerheblichem Erfolg.

Warum werde ich weniger Ernst genommen, als Zoe Leela, die eben offensichtlich in diesem Thema, den Ton spielt, den der Wind im Netz gerade so schön anbläst? Während andere Musiker wie ich zum Beispiel, obwohl sie es noch _viel_ weiter gebracht haben und schon _viel_ länger nachweislich im Netz, mit dem Netz und nach Philosophie des Netzes gehandelt haben:

http://www.mininova.org/tor/1796372

http://web.archive.org/web/20010507061950/http://www.hanshafner.de/deutsch/about.html

http://www.mysherpas.com/de/projekt/The-Good-Life/daten/uebersicht.html

Diese Tatsache (dass die Aussagen bestimmter Leute ignoriert werden während andere gehyped sind) zeigt für mich überdeutlich, dass es hier eine klare Agenda gibt.

Und dagegen wehre ich mich!
Hans Hafner
29-09-12 16:54
Das größte Problem, das ich mit Zoe Leela und ihren Aussagen habe ist, dass diese Frau eben gerade _nicht_ über ihre künstlerische Leistung an die Öffentlichkeit kommt, sondern über eine clever inszenierte Kampagne, die ausschliesslich das Thema GEMA und deren vermeintliche Ungerechtigkeiten hat.

Es gibt aber auch faktische Fehler in ihrer Darstellung, die den meisten Menschen, die nicht in diesem Geschäft arbeiten nicht klar sein dürften. Ich kopiere mal, was ich heute schon einem Freund geschrieben habe:

ja, es gibt unterschiedliche Mitgliederstatusse, Leute, die in 5 Jahren insgesamt € 30.000,- , pro Jahr aber mindestens € 1.800 (bin nicht ganz sicher) an Lizenzen eingenommen haben werden als ordentliche Mitglieder geführt. Das sind Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Musiklizenzen verdienen. Diese Grenze ist relativ niedrig mit ca. € 6.000,- (!!) pro Jahr.Diese Mitglieder bestimmen die wirtschaftlichen Belange des Vereins nicht weil sie Diktatoren sein wollen, sondern weil sie diejenigen sind, deren Werke die Lizenzeinnahmen überhaupt erst generieren.

- Ausschüttungen finden immer und für alle gleich statt, wenn sie der GEMA richtig (!) gemeldet werden. Die Genauigkeit und Abdeckung der Aufführungslisten im Livebereich ist in den letzten 10 Jahren von 15% auf ca 45% gegangen, das heißt aber immer noch, dass die GEMA bei 55% aller Veranstaltungen überhaupt nicht wissen _kann_ (!)

- jedes Mitglied bekommt haargenau die gleiche Ausschüttung für die gleiche Nutzung. Herr Zimmer bekommt für eine Minute in der ARD genau gleich viel Geld wie Herr Hafner. Das ist gerecht. Oder wie soll man sich das sonst vorstellen?

- Ausschüttungen können nur stattfinden, wenn Nutzungen stattfinden. Wenn von einer CD 1000 Stück gepresst werden, dann generiert das natürlich weniger Lizenzen, als wenn bei einer Tour 500.000 Personen Tickets kaufen oder wenn 3 Millionen Leute eine Sendung schauen. Das ist doch wirtschaftlich nachvollziehbar und auch völlig normal.Bei einer Tour mit 15 Auftritten und ca 30 Personen pro Auftritt entsteht halt nunmal nicht die gleiche Einnahme. Das ist keine gestaltungsbedingte Ungerechtigkeit innnerhalb der GEMA!

Ich würde mir wünschen, dass Politiker, sich über die Tatsachen in diesem Geschäft auch von Leuten informieren lassen, die seit Jahren ihren Lebensunterhalt damit verdienen und nicht mit Leuten, die zwar neue Modelle propagieren, die aber zu keiner tragfähigen wirtschaftlichen Basis führen.

Ich kenne beide Seiten: Ich habe CC Veröfentlichungen gemacht, ich habe Crowdfunding gemacht, ich bewege mich seit Jahren im Untergrund-Bereich, aber wenn ich nicht gleichzeit für ein paar äußerst erfolgreiche TV Serien mit großem Publikum gearbeitet hätte, dann hätte ich keine wirtschaftliche Basis. Das ist die Realität. Und ich wünsche, dass gerade die grüne Politik anfängt, das wahrzunehmen und aufhört, die technologie-affinen Argumente als Wahrheiten und das andere als rückständig zu sehen.

Ich hoffe, das beantwortet ein paar Fragen und stehe für weitere Fragen und Erklärungen jederzeit zur Verfügung!

Mit besten Grüßen
Hans Hafner
www.hanshafner.de
Angelo D'Angelico
29-09-12 13:02
@Malte, wenn es notwendig und gewünscht ist, mache ich gerne den Kontakt zu tatsächlich bekannten Musikern die sich schon seit einen Jahrzehnt erfolgreich auf die neuen Mechanismen und positive Möglichkeiten im Netz eingestellt haben. Die Kommerzialisierung des eignen Musikwerkes findet längst mit erfolgreicher Nutzung des Vertriebsweges Internet statt. Z.B auf eine gekaufte Musik CD kommen z.b in Russland geschätzte 10.000 umsonst Kopien an andere. Aber , die Musiker finde das gar nicht schlecht, den Tourneen in Russland für Deutsche Bands sind bis hin zur mittleren Liga der Musiker von San Petersburg bis Sibirien ausverkauft. Auf den Konzerten verkaufte CDs bringen guten Umsatz, anstatt irgendwie um die 6 % des Verkaufspreises über ein Label, 100 & nach Abzug der Steuern in die eigene Tasche. Dazu kommt das Merchandising Business, das im Regelfall selbst wahrgenommen wird, und für das sich das Internet hervorragend eignet. Es ist ein Witz, diesen Musikern mit fehlender Einschätzung und mangelnder Kompetenz der Netz Vertriebsstruktur zu kommen. Dem ganzen liegt aber eins zugrunde, die Eigenbestimmung des eigenen Werkes und Schaffens. Da fehlt mir auf Deiner Seite ein klares Bekenntnis dazu. Natürlich kann Zoe verschenken was Sie will, soll Sie doch, wenn Sie den Wind, denn einige daraus zum eigenen Selbstzweck machen, für sich zudem kommerziell nutzen kann, umso besser. Solange das nicht andere verpflichtend auch machen müssen, und solange (aber das ist nun wirklich nur meine persönliche Ansicht)Sie nicht Ihre Leistung zur Gewinnmaximierung Dritter verschenkt, aber selbst aktuell oder später der Sozial Solidargemeinschaft auf der Tasche liegt. Aus dieser Denke heraus haben wir uns in unserem Berliner Papier zur Reform des Urheberrechts in Einklang diverser Landesarbeitsgemeinschafen entschlossen, dass wir unabhängig des eigenwilligen Verschenkens von Inhalten an Netzanbieter durch Urheber , sei es CC oder sonst was anderes, die Content Provider auf alle Fälle eine Abgabe dafür zu bezahlen haben, denn diese Steigern, oder gar generieren erst, durch diese Inhalte Profit. Und wieso hier nicht die immer beschworene Nutzersicht ins Spiel bringen ? Wieso soll eine derzeit völlig richtig diskutierte Pauschalabgabe durch die Nutzer bezahlt werden, anstatt von den Firmen, deren Profit sich durch den Austausch von Urhebern und Nutzern generiert? Wir sollten, bzw. ich schlage vor, die Pauschlabgabe durch die Contentprovider finanzieren zu lassen, zb. könnte man einen Schlüssel des Ertragsgewinns in Deutschland durch fremde Inhalte definieren, und daraus eine Unternehmer Steuer ansetzen. Setzen wir hier 30 - 50 % an, so bleiben die absurden Gewinnmargen der Firmen immer noch erhalten, es wird genügend Geld für einen fairen Ausgleich eingesammelt, und sowohl Urheber als auch Nutzer werde das prima finden.
Oliver T
29-09-12 11:37
Ganz großes Kino! Hoffentlich gehen viele diesen Schritt und weisen die Gema in ihre Schranken.
Gast
28-09-12 14:44
Ja das ist wie mit so vielen Dingen die mal mit großen Zielen ins Leben gerufen wurden. Sei es der Euro, die EU, die Demokratie die Marktwirtschaft, der Umweltschutz, die Zentralbanken usw. Letztendlich maßt sich eine kleine Elite an die anderen zu bevormunden und sich die Taschen vollzustopfen.
Malte Spitz
28-09-12 10:14
Danke für die Kommentare. Der Beitrag wurde zweitveröffentlicht, da er eine Debatte spiegelt die aktuell stattfindet, sowohl in der Öffentlichkeit wie in unserer Partei. Der Beitrag spricht viele Punkte an, die auch in grünen Parteibeschlüssen diksutiert oder vorgeschlagen werden.

@Angelo Der Vorwurf Leute haben keine Ahnung, kann immer schnell gesagt werden, finde ich aber ehrlich gesagt zu einfach und unpolitisch. Die Autorin mischt sich seit längerem vielseitig in die Debatte ein. Gute Alternativbeiträge sind immer möglich.

@Till Waidmeyer Wir kümmern uns sehr wohl um die Interessen von KünstlerInnen. Aber anscheinend gibt es nicht das eine Interesse, sondern die Szene ist vielseitig. Der Vorwurf des Google Lobbyings finde ich ehrlich gesagt platt und falsch, weil er nicht zutrifft, und einfach als unhaltbarer Vorwurf schnell gesagt ist ohne ihn irgendwie zu unterfüttern. Diskutiert inhaltlich, wiederlegt die Positionen von Zoo.Leela, wieso sie falsch liegt. Platter Populismus hilft nie in solchen Debatten. Zudem haben wir Positionen, die mit 90% vom höchsten beschlussfassenden Gremium unserer Partei verabschiedet wurden.
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