Grüne lehnen Staatsvertrag zu Jugendmedienschutz ab

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen wird dem Entwurf des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrages nicht zustimmen.

Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag (Foto) lehnen JMStV ab.

"Grund für die Ablehnung sind die inhaltlichen Schwächen des Vertrages
und die aus ihm resultierende massive rechtliche Unsicherheit. Der
Staatsvertrag hätte mehr geschadet als genutzt", erklärt der NRW- Landesvorsitzende Sven Lehmann. Nordrhein-Westfalen war das letzte Bundesland, das dem Vertrag noch hätte zustimmen müssen. Der Entwurf, zu dem schon im Vorfeld massive Bedenken geäußert wurden, war noch unter Beteiligung der schwarz-gelben Koalition, die bis Juli regierte, verhandelt worden. Der damalige CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte ihn unterzeichnet.
Ebenso wie die Grünen lehnen mittlerweile neben dem Regierungspartner SPD auch die Fraktionen von CDU, FDP und Linken in NRW die Ratifizierung ab. Diese Entscheidung bedeutet aus grüner Sicht keine Absage an einen verbesserten Jugendschutz im Internet: "In einem breit angelegten Prozess werden wir ab sofort an einer Verbesserung des jetzt abgelehnten Staatsvertrages arbeiten. Sein Ziel dürfen wir nicht aus den Augen verlieren“, sagt die NRW- Landesvorsitzende Monika Düker. Der Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt die Entscheidung. Der bisherige Staatsvertrag wie auch der neue Entwurf kollidieren mit den technischen Gegebenheiten und der Struktur des Internets. Die beabsichtigte Alterskennzeichnung der Inhalte ist von vielen kleineren und privaten Anbietern nicht zu leisten, die vorgeschlagenen Lösungen, mit User Generated Content umzugehen, halten wir für schwer umsetzbar. Der Staatsvertrag wird den diffizilen und sich schnell ändernden Realitäten der vielen unterschiedlichen Anbieter im Netz nicht gerecht, er verkennt die Internationalität des Internets und führt zu großer Rechtsunsicherheit bei den betroffenen Akteuren.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN treten für einen effektiven, verhältnismäßigen und
zukunftsfähigen Jugendmedienschutz ein. Wir wollen gemeinsam mit allen betroffenen Akteuren im Dialog unter diesen Vorgaben den Jugendmedienschutz weiterentwickeln.

Zum JMStV hat der Bundesvorstand am 8.12.2010 diesen Beschluss gefasst.

 

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Kommentare

23-12-10 19:52
schön das die Grünen in NRW sich dagegen entschlossen haben. Aber noch schöner wäre es wenn sie ihre Kollegen(z.B. Thüringen) auch dazu gebracht hätten.

[Durch die Zustimmung zur Änderung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags haben die Grünen...]
Quelle: http://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung-101014-PIRATEN-Thueringen-beenden-die-Kooperation-mit-Buendnis-90-Die-Gruenen

Bitte verallgemeinert die Meinung in NRW, wie in der Überschrift geschehen nicht auf alle Bundesländer, denn diese Meinung ist offensichtlich nicht gleich.
Tobias
19-12-10 13:32
Der Dank geht wohl eher an die CDU in NRW.. wir werden nie vergessen, wie sich die Grünen da angestellt haben. Niemals.
Vince
17-12-10 07:45
Das Traurige ist, dass es erst im letzten Bundesland scheitert, und dass die Politiker nicht vorher merken, was sie da für einen Quatsch verzapfen. Dass sowas unseren Politikern nicht peinlich ist …
André
15-12-10 19:49
wenigstens auf unsere Grünen Freunde in NRW ist verlass!

Dieses JMStV ist ein Verwaltungsmonster der keinerlei Schutz bietet!
Anonym
15-12-10 17:50
Mein Dank geht an die Fraktionen von Linken, CDU und FDP,
so wie den Piraten, der Grünen Basis und jeglichen anderen Netzaktivisten,

dass die Landtagsfraktionen von SPD und Grüne doch noch zur Vernunft fanden.
Timo
15-12-10 16:42
Richtig so! Zu diesem Quatsch gab es einen interessanten Artikel in der c`t.
Kommentar

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