Das Netz ist nicht bürgerrechtsfrei

Stellungnahme des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Beitrag des Bremer Abgeordneten Matthias Güldner

Screenshot des Beitrages von Matthias Güldner auf Welt Online

Am vergangenen Sonntag veröffentlichte Matthias Güldner, grüner Fraktionsvorsitzender in der Bremer Bürgerschaft, einen Beitrag im Debattenforum von Welt Online.

Wir veröffentlichen eine Stellungnahme des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, aber auch kein bürgerrechtsfreier Raum!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben sich intensiv an der Debatte um die effektive Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet beteiligt und einen klaren Beschluss dazu auf dem letzten Parteitag gefasst, der die Pläne der Bundesregierung hier mit guten Gründen ablehnt.

Das Vorhaben von Frau von der Leyen und der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD den Aufbau einer umfassenden Sperrinfrastruktur umzusetzen haben wir klar abgelehnt. Auch im Kampf gegen Kinderpornografie gelten rechtsstaatliche Grundsätze, diese werden jedoch mit dem jetzt beschlossenen Gesetz nicht gewahrt.

Das Bundeskriminalamt bekommt eine nahezu unkontrollierte Befugnis und Telekommunikationsunternehmen werden erneut als Hilfssheriffs herangezogen. Wir Grüne kämpfen für ein rechtsstaatliches Vorgehen und einen wirkungsvollen Kampf gegen solche widerlichen Taten.

Daher ist unser Ziel, die Betreuung und Hilfe für die Opfer zu verbessern, die Verfolgung zu intensivieren und solche Inhalte konsequent aus dem Internet zu entfernen. Wir sagen: Löschen statt Sperren!
 
Der Beitrag von Matthias Güldner vom 27. Juli 2009 in der WELT widerspricht deshalb nicht nur unserer grünen Programmlage, sondern schlägt gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagieren, einen aus unserer Sicht nicht akzeptablen Ton an.

Das Internet war nie und darf auch nie ein rechtsfreier Raum sein. Es geht aber nicht um ein rechtsfreies Internet, sondern um ein freies Internet, ohne Filter und permanente staatliche Überwachung, selbstverständlich im rechtsstaatlichen Rahmen und mit rechtsstaatlicher Verfolgung von Straftaten.

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

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Anmerkungen zum Sperrgesetz

Malte Spitz zur Abstimmung im Bundestag

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Revolution für freies Wissen

Sie ist die größte freie Wissensdatenbank der Welt und das Musterbeispiel für Schwarmintelligenz. Malte Spitz über die Zukunft von Wikipedia.

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Eine überfällige Entscheidung

Die Bundesregierung will das Netzsperrengesetz zurücknehmen. Sie hat eingesehen, dass Netzsperren wirkungslos sind.

Nazis im Internet

Nicht nur auf der Straße und im öffentlichen Leben ist es wichtig, aktiv gegen rechtsextremistische und menschenfeindliche Ideologien vorzugehen. Auch im Internet dürfen solche Parolen nicht hingenommen werden. Sei es auf Facebook, Youtube, in Foren oder auf eigenen Seiten - gerade im Netz fühlen sich viele Personen ermutigt, ihre Hasstiraden in die Welt zu posaunen. Auch hiergegen könnt ihr etwas unternehmen.

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Das Netz wählt grün

Kulturflatrate einführen statt Internetuser verfolgen, fordert Europakandidat Jan Philipp Albrecht

Kommentare

Nasoo
17-11-12 02:42
oh viele dieser Verpackungen werudn mir bei unserem Trendforschungsworkshop im Sommer in der Uni gezeigt echt toll was sich manche Menschen einfallen lassen, wirklich genial. Hoffentlich bring ich auch irgendwann mal sowas geniales :3
26-08-09 19:06
@stefan: Deine Postings erkennt man (leider) auch ohne Namen.

Bevor du deine Unterstellung nicht zurücknimmst und dich entschuldigst statt einfach mal schnell das Thema zu wechseln, erübrigt für mich jede weitere Diskussion mit dir.

Und auf Basis von weiteren diffamiereden Pauschalisierungen lässt sich sowieso nicht vernünftig diskutieren. Aber daran hast du ja sowieso kein Interesse, gell?
Stefan
26-08-09 08:51
Sorry,
habe meinen Namen im letzten Posting vergessen.
26-08-09 08:50
Och Leute, das ist ja auch mal wieder ein gutes Beispiel für diese zerfasernden Netz-Diskussionen, bei der am Ende eine genauso zerfaserte Realitätswahrnehmung rauskommt. Der Begriff "KiPo" war ja nun nur ein kleines ziemlich unwichtiges Beispiel für Entartung und Abkopplung dieser Diskussion innerhalb der Szene in Bezug zum Rest der Republik. Von außen fällt es nunmal auf, dass diese verniedlichende "Abkürzung" ausschließlich innerhalb der Szene verwendet wird. Aber wieso das so ist, darüber läßt sich nur spekulieren, war mein Fehler hier mit Spekulationen zu kommen.
Dass mir aber immerhin zwei Leute erzählen wollen, dass Kinderpornographie das längste Wort der Welt ist und deshalb ausschließlich von den Weltabkürzungsmeistern(also euch alleinigen Internet-Wissern) abgekürzt werden muss, finde ich auch wieder bezeichnend.
Aber egal, was ist mit diesem unrealistischen Verfolgungswahn, der Reduktion der Weltwahrnehmung auf das Internet, den aberwitzigen Verschwörungstheorien?
Thomas J
25-08-09 16:05
@Stefan:
Erstens befinden wir uns im deutschen Sprachraum, daher auch KiPo und nicht CP, daher Bilder und nicht Pics.
Zweitens werden i.d.R. kurze Begriffe deutlich seltener abgekürzt als längere.
Drittens werden Abkürzungen häufig benutzt, wenn der dahinter stehende Begriff allen bekannt ist und häufig benutzt wird. Da wir hier über KiPo diskutieren und nicht über Egoshooter, wird ersteres eben oft abgekürzt und letzteres nicht.
Viertens hat KiPo überhaupt nichts mit Asylant zu tun. Das eine ist eine Abkürzung(!) und das andere ein diffamierendes Schimpfwort.

Folglich ist deine "Argumentation" nichts als eine an den Haaren herbeigezogene, pauschalierende und böswillige Unterstellung gegen die ich mich hier ausdrücklich verwahre.
Kai
25-08-09 09:19
@Stefan


KiPo ist eben nicht so ellen lang ale würde ich dauernt Kinderpornographie komplett dahin schreiben.
Mit einer verharmlosung hat es überhaupt nichts zu tun.
Aber ey alter um jetzt mal deine Prollsprache zu benutzen ....es ist doch schnurtzpiep egal hauptsache jeder weiss was man meint-
Stefan
24-08-09 20:24
lol @Thomas J,
nicht nur im Internet werden gerne Abk. benutzt - und im Internet nutzt nicht jeder immer Abkürzungen. Z.Bsp. der Kai hier drei Postings vor deinem: Der kürzt eigentlich gar nicht ab, nicht "Egoshooter" (mit FPS z.Bsp.) und noch nicht mal "Internet" (mit Inet, Netz oder wdT). Zufällig kürzt er nur KiPo ab.
Oder werfen mir mal ein Blick ins Forum der Piraten:
http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=31&t=8657
Wo nutzen da die großen Netzexperten groß Abkürzungen? Die schreiben echt "KiPo-Bilder" anstatt "KiPo-Pics" o.ä..
Sorry Alter, aber das war jetzt reiner Blödsinn von dir. Der Terminus "KiPo" hat sich in der Szene wahrscheinlich wirklich nicht aus Schreibfaulheit eingebürgert, sondern weil er einfach harmloser klingt. "KiPo" ist ein Unwort so wie z.B. "Asylant".
Thomas J
24-08-09 11:25
@Stefan:
So so, der Begriff "KiPo" stellt also eine Verharmlosung und Verniedlichung dar. Wenn einem keine Argumente mehr einfallen, dann attackiert man eben mal kurz die Schreibweise und unterstellt nebenbei noch mal kurz was, gell?

Dass du in deiner "Restwelt" leider nicht mitbekommen hast, dass man im Netz nunmal gerne Abkürzungen benutzt, weil man einfach schreibfaul ist, ist entlarvend für deine völlige Inkompetenz in diesem Bereich.

Peinliches Eigentor!
Stefan
20-08-09 20:11
@ Redaktion

Es ist ja schön, wenn Ihr euch um eine differenzierte Diskussion bemüht, aber so ist das doch lächerlich. Es greift natürlich etwas zu pauschal, wenn ich alle harten Nutzer von allen Blogs und sonstigen kommunikativen Internet-Netzwerken als psychopathisch bezeichne, aber das war natürlich nicht gemeint. Es geht hier doch um diese selbstreferentielle Szene, die deutsch-internetweit die "Diskussion" um die Sperrgesetzgebung im Internet dominiert, und dabei jedes Maß und jeden Bezug verloren hat. Und diese Szene darf man ja wohl mal als "Horrorkabinett" bezeichnen, das ist immer noch weniger diffamierend und dabei treffender als "Zensursula" o.ä..

Es ist objektiv ein Horror, wenn diese Szene für normale Diktion hält, die Darstellung von Vergewaltigungen von kleinen Kindern verniedlichend und verharmlosnd als "KiPo" zu bezeichnen. Ich habe diesen Ausdruck in der Restwelt allerdings noch nie gehört, ausschließlich in Blogs und in Diskussionen innerhalb dieser Szene.

Es ist auch horridable, wenn diese qwertz-Bürgerrechtler in den völlig absurden und mit nichts zu begründenen Wahn verfallen, vorallen und überwiegend im Internet würde es mal eine Zensur geben. Es gibt in ganz Deutschland in keiner Zeitung und in keinem Fernsehen oder in keinem Kino, NIRGENDS beispielsweise ein Bürgerrecht auf Rassenhass-Scheiße, auf Kriegshetze, auf Verleumdung, auf Kinderpornographie. Es gibt im Gegenteil Bürgerrechte (=RECHTE) die die potentiellen Opfer vor dieser Scheiße schützen. Und diese (Bürger-)Rechte könnten auch im Internet teilweise mal besser geschützt werden,
meiner bescheidenen Meinung nach.
Wer anderer Meinung ist, kann ja mal Argumente vorbringen, aber keinen absurden Opfermythos wiederkäuen, der seinen Ursprung nicht in der Realität, sondern nur in massenhaften Trackbacks hat.
In Ter Net
20-08-09 11:19
Ja, so ganz haben wir es noch nicht verstanden, das In-Ter-Net, lieber Herr Güldner. Auch das neueste Interview ist leider wieder ein Schuß in den Ofen.

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Politik/22776/Matthias+Gueldner+fordert+klare+Grenzen+fuers+Internet.html

Es gibt keine "Internet-Szene". Das Internet ist für Milliarden Menschen selbstverständlicher Teil ihres Lebens wie Zeitung, Radio und Kugelschreiber. Oder haben Sie etwa auch gute Kontakte zur "Szene" der Radiohörer oder Zeitungsleser?

Das Internet ist, wie Parkhäuser, Bücher oder Schulen schon deshalb kein rechtsfreier Raum, weil es in keinem Gesetz heißt "gilt nicht im Internet".

Das Internet wird aber zunehmend zum bürgerrechtsfreien Raum, weil der Bundestag Rechte zunehmend abschafft, die in allen anderen Bereichen des Alltags bisher noch gelten (etwa: "Zensur findet nicht statt"). Daran sind leider Parteien wie die Ihre mit schuld.

Ich muß im Internet nicht vor "Auswüchsen" geschützt werden. Es ist ja nicht so, dass hinter irgendeinem Link (Achtung-Gefahr: Ein Link !!!) Inhalte lauern, die ich nicht will. Ich möchte aber im Internet vor Besserwissern geschützt werden, die mir erklären, welche Inhalte ich sehen darf und vor welchen Inhalten (die ich ja selber aktiv angeklickt habe) ich besser geschützt werden soll. Wenn Inhalte illegal sind, dann bitte entfernen, aber nicht den mündigen Bürger bevormunden.
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