Vollbremsung beim Klimawandel

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Die internationale Gemeinschaft hat zwar die Gefahr erkannt, ihre Maßnahmen zur Bekämpfung dergleichen sind aber mehr als beschämend. Bis 2050 muss die durchschnittliche Erderwärmung auf zwei Grad Celcius begrenzt werden, um das Klima in den Griff zu bekommen. Das Kyoto-Protokoll von 1997 war der erste wichtige Schritt den jährlichen Treibhausgas-Ausstoß in den Industrieländern zu senken. Im Jahr 2012 wird das Abkommen auslaufen, obwohl nur die wenigsten Länder ihre Reduktionsziele bisher erreicht haben.

In diesem Jahr wird auf der Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen über die Fortsetzung des Abkommens verhandelt. Nicht weniger als die Zukunft der Erde steht auf dem Spiel. Zu Gast auf der grünen Bundesdelegiertenkonferenz in Rostock war Dirk Messner, stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltveränderungen, der die Bundesregierung berät. "Dass wir die zwei Grad halten können und nicht darüber hinausschießen, ist bereits unglaublich anspruchsvoll", sagt Messner. Aber wir müssen schnell damit beginnen, um überhaupt noch eine Chance zu haben, warnt der Klimaexperte.

Die Schwierigkeit in Kopenhagen wird sein, die teilnehmenden Länder auf konkrete Reduktionsziele zu verpflichten. Wer muss aber wieviel leisten? Wie kann Klimagerechtigkeit zwischen den Industrieländern, die in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich zur Erderwärmung beigetragen haben, und weniger entwickelten Ländern, die jetzt erst anfangen Treibhausgase auszustoßen, gefunden werden?

Der wissenschaftliche Beirat schlägt ein einfaches System vor. Wenn wir das zwei-Grad-Ziel erreichen wollen dürfen wir global bis 2050 nicht mehr als 750 Gigatonnen Kohlendioxid emittiert haben. Somit bekommt jeder Staat ein Budget nach der Größe seiner Bevölkerung, mit dem er haushalten muss. Dank dieser Formel muss nicht mit jedem Land einzeln auf Punkt und Komma verhandelt werden, sondern man kann das Treibhausgasbudget für jedes Land berechnen. Länder, die mit ihrem Budget nicht haushalten können, müssen folglich bei anderen Staaten einkaufen. Dies würde gerade auf die USA, die EU, Japan, aber auch China zutreffen.

Der Budgetansatz funktioniert aber nur, wenn wir es schaffen unsere Wirtschaft bis 2050 Treibhausgas-frei zu organisieren. Aber wie bauen wir eine klimaverträgliche Weltwirtschaft auf? "Es gibt keine Chance für nachholende Entwicklung für die armen Länder auf fossiler Grundlage", betont Messner. Deshalb ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit weniger entwickelten Ländern beim Technologietransfer wichtig. In den industrialisierten Ländern müssen vor allem die Energiesystem umgekrempelt werden. Bis 2050 brauchen wir annähernd 100% Erneuerbare Energien. "Und wir müssen die Städte klimaneutral machen. Da kann Lokalpolitik unendlich viel tun", betont Messner.

Momentan steigt unser Ausstoß täglich an. In den nächsten fünf Jahren müssen wir aber den Peek-Point erreicht haben. Danach müssen unsere Emissionen sinken. "Wenn uns das bis 2015 oder 2017 nicht gelingt, dann sind danach die Reduktionszahlen so hoch, dass das technologisch, ökonomisch und gesellschaftspolitisch nicht mehr machbar sein wird", warnt Messner. Um diese globale Kraftanstrengung hinzukriegen, müssen wir in Kopenhagen die Vollbremsung einleiten.

Bei Kopenhagen geht aber nicht allein um die Reduktion von Treibhausgasen. In einem grünen Parteitagsbeschluss heißt es, dass es auch "eine Frage der globalen Gerechtigkeit und der internationalen Krisenprävention" sei. Schließlich verstärkt die Erderwärmung auch die Ressourcenkonflikte. Und die Folgen des Klimawandels treffen als erstes die wirtschaftlichen Ärmsten, die am wenigsten zu den Veränderungen beitragen. Ein höheres Maß an internationaler Kooperation ist folglich notwendig, das in Kopenhagen erreicht werden muss.

Unter der großen Koalition hat Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz verloren, mit schwarz-gelb drohen jetzt weitere Rückschritte. Die Grünen werden deshalb in Kopenhagen mit auf die Straße gehen und für ambitionierte Ziele im Kampf gegen den Klimawandel streiten. Der Bundesvorstand ruft alle Gleichgesinnten auf, sich an den Protesten beim UN-Klimagipfel zu beteiligen: "Klimaschutz braucht starke Grüne! Klimaschutz braucht euch!"

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"Wir müssen sofort beginnen!"

Auf der BDK haben die Grünen ihren Schwerpunkt Klimaschutz erneut geschärft.

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Start der globalen Klimabewegung

100.000 Menschen gehen in Kopenhagen auf die Straße. Die Zeit zu Handeln drängt!

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Rettungsring für das Klima

Noch fehlen konkrete Schritte zur CO2-Reduzierung. Aber eine Einigung beim Klimagipfel muss kommen

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Auf nach Kopenhagen!

Unterstützt den Klimaaktionstag am 5. Dezember und die Demonstration am 12. Dezember in Kopenhagen!

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Ein Schritt - aber kein großer Wurf

Claudia Roth über die Ergebnisse der Klimakonferenz in Cancún und die zukünftige Vorreiterolle Europas.

Kommentare

vereinigung faktenresitenter ökofaschisten
02-12-09 20:40
wieviele milliarden kostet die klimalüge den steuerzahler jährlich? solchen realitätsfernen subjekten sollte man umgehend den strom abdrehen!
Andreas
25-11-09 16:21
Wer sich einen Überblick verschaffen will, wie die sogenannten Wissenschaftler im IPPC den Umgang mit der Öffentlichkeit und anderen Wissenschaftlern pflegen, kann dies auf http://www.eastangliaemails.com/index.php tun.
Leider schweigen die deutschen Medien zu diesem Skandal. Ich bin gespannt, wie die Grünen sich dazu stellen und wieviel Enttäuschungen es unter denen geben wird, die in guter Absicht zu leichtgläubig gewesen sind.
Es bleibt zu hoffen, dass der Weg zu einer energetischen Kreislaufwirtschaft durch diesen Missbrauch öffentlicher Besorgnis nicht noch weiter in die Ferne gerückt wird.
Onkel M
24-11-09 12:02
Aha - Dirk Messner ist "Klimaexperte"?
Ich denke, der Mann ist Soziologe.
Hanno Krzak
07-11-09 19:50
Mit positiver Motivation geht alles - ganz von allein, sehr schnell - und vor allem: Es kostet nichts, ist dabei sozial sichernd, gerecht, und bringt gleichzeitig die Wirtschaft auf Trab.
Wie kann, wie soll das funktionieren :
Kostenloser Strom für alle!
Für jeden ein Kontingent z.B. auf Höhe des derzeitigen Sozialhilfeniveaus.
Da es für jeden verfügbar ist, wird allein dadurch der "Verteilungskampf" zwischen Arm und Reich an dieser Stelle beseitigt. Einerseits ist es so ein Teil der sozialen Sicherheit, andererseits Motivation für Investitionen in energieeffiziente Technik. Soziale Absicherung einerseits, und wer mehr verdient, kann sich komfortabler Ausstatten - Leistung, dabei absolut klimarettend, lohnt sich also wieder. Und niemand wird ungleich benachteiligt oder bevorteilt.
Die Finanzierung erfolgt im positiv ausgabenneutralen Umlagesystem (Staatshaushalt gewinnt also dabei, Schulden werden sofort abgebaut !), dynamisch angepasst mindestens an den Stand der Technik und an die Wirtschaftsleistung.

Der Grenzen eines Umlagesystems sind natürlich eng - es wird sicher am Anfang dazu führen, dass einige durch schlichtes Lichtausschalten ihr Kontingent nicht überziehen wollen.
Aber die Entschädigung dafür kommt prompt: Das Einsparvolumen allein der privaten Haushalte könnte bereits im ersten Jahr 50% betragen !
Das ist so gewaltig, damit wäre Klimaschutz nicht mehr nur ein Phrase, sondern in dieser Dimension auch sichtbar - für jeden Einzelnen UND für unsere ganze Gesellschaft - wir hätten etwas sehr gutes allein und gleichzeitig auch gemeinsam erreicht. Also eine positive Gemeinschaftsleistung. Was will man mehr ? :)

Was dies für Atomstrom und selbst für Kohlestrom bedeutet kann sich jeder selber ausmalen.
Durch das Einsparpotential steigt der Anteil regenerativer Energien sprunghaft an. Investitionen in energieeffiziente Technik würden im selben Maße zunehmen, wie Strom eingespart wird.



Hanno Krzak
Grüne - Edertal


P.S. :
Wasser ist ein weiterer heißer Kandidat für eine umlagebasierte Kontingentversorgung - z.B. Zisternen würden so motiviert und vor allem legalisiert (bisher wirken Abwassergebühren als Hemmschwelle).
Grundsätzlich ist ein Umlagesystem geeignet, alle Bereiche des Lebens zu erfassen, es ist dazu geeignet, GELDNEUTRAL eine Grundsicherung für jedermann zu realisieren. Der leidige Verteilungskampf ist dann beseitigt. Ein großes Stück Gerechtigkeit und Freiheit :)
Gar eine Evolution unseres geldbasierten, leistungsorientierten Gesellschaftssystems ...
markus
05-11-09 10:42
Imprinzip müssen wir us entscheiden was wir wollen einen guten lebensstandart über 10 jahre, oder ein null bzw. leichtes minuswachstum was als folge einer guten umweltpolitik folgt. Ich zb fände es gut eine co2 steuer einzuführen um klimasünder direckter zu treffen. Ich mein sonst profitieren sie auf kosten der welt.. neben bei finde ich das 2 grad begrenzung nicht reicht, weil da die Szenarien schon schlimm genug sind.
miky
04-11-09 22:17
Guter Beitrag
Vielen Dank!
Rosina
03-11-09 21:46
Sehr gute Rede!
Nur eine kleiner Anmerkung zu eurem Einführungstext. Wir gehen davon aus, dass das Klima unter präindustiellen Bedingungen stabil wäre. Der anthropogene CO2 Ausstoß bewirkt eine Erhöhung der CO2 Konzentration in der Atomsphäre und verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt. Erst dies führt zu einer Veränderung des Klimas.
Kommentar

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