Hände weg vom Mittelmeer!

Kaum hat der Konzern den Golf von Mexiko verseucht und das Bohrloch notdürftig abgedichtet, strebt BP zu neuen Ufern und knöpft sich das Mittelmeer vor. Grüne fordern ein grundsätzliches Verbot von Ölbohrungen in der Tiefsee.

Bohrplattformen wie diese sollen bald tief im Mittelmeer nach Öl suchen. Foto: mikebaird/flickr.com (CC BY 2.0)

Der Protest wirkt. Der britische Ölkonzern hat erklärt, nicht mehr für eine Bohrlizenz vor der Küste Grönlands zu bieten. Außerdem kündigte ein Sprecher an, man werde die geplanten Ölbohrungen im Mittelmeer auf Ende des Jahres verschieben.

Das ist ein großartiger Teilerfolg, doch wir dürfen jetzt nicht locker lassen und müssen weiterhin auf BP Druck machen, die Ölsuche vor Libyens Küste komplett abzusagen.

Verendende Pelikane, schwarze Strände, arbeitslose Fischer ... der Ölkonzern BP hat im Golf von Mexiko die größte Umweltkatastrophe seit Tschernobyl verursacht. BP hat geschlampt, getrickst, gelogen und bestochen - und aus dem Unglück offenbar nichts gelernt:

Wie jetzt bekannt wurde, will BP in wenigen Wochen hochriskante Tiefseebohrungen im Mittelmeer starten. Die Ölquelle vor der libyschen Küste befindet sich 1750 Meter unter dem Meeresspiegel - noch 250 Meter tiefer als das Bohrloch der "Deepwater Horizon"!

"Kaum hat der Konzern den Golf von Mexiko verseucht und das Bohrloch notdürftig abgedichtet, strebt BP zu neuen Ufern und knöpft sich das Mittelmeer vor," sagte Claudia Roth am Montag. Die Grünen-Vorsitzende fordert einen sofortigen Stopp der Bohrpläne. "Tiefseebohrungen unterhalb von 500 Metern müssen grundsätzlich verboten werden, denn diese Risikotechnologie ist so wenig beherrschbar wie die Atomkraft".

Um Ölkatrastophen in der Zukunft zu verhindern, fordern die Grünen außerdem:

  • Die Gewinnung von Erdöl aus Ölsand muss gestoppt werden. Hohe CO2-Emissionen und Naturzerstörung durch die Förderung stehen in keinem hinnehmbaren Verhältnis zum Ertrag.
  • Wir brauchen ein internationales Sicherheitsmonitoring für Ölbohrungen auch und gerade für Bohrungen in der Nordsee.
  • Die Haftungsfrage bei Ölkatastrophen muss geregelt sein und die Konzerne entsprechende Versicherungen vorweisen können. BP muss für die sozialen und ökologischen Folgekosten der Katastrophe in vollem Umfang aufkommen.
  • Katastrophen wie die im Golf von Mexiko können nicht nur die Angelegenheit von einzelnen Nationalstaaten und Konzernen sein. Wir brauchen eine schlagkräftige UN-Umweltorganisation, die in solchen Katastrophenfällen einschreitet und auch in der Prävention weitreichende Befugnisse hat. Eine Aufwertung der UNEP ist dringend notwendig.

"Wir brauchen aber vor allem auch eine langfristige Strategie, um unser Leben unabhängiger vom Erdöl machen," sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir. "Dafür muss die ökologische Modernisierung der Wirtschaft stark beschleunigt werden. Hohe Rohölkosten erzeugen auch den Druck, ressourcenarm und ölunabhängig zu produzieren und zu konsumieren." Das gilt neben dem gesamten Verkehrsbereich, für den Grüne bereits Konzepte „Weg vom Öl“ vorgelegt haben, auch für die Petrochemie. Im Wärmebereich ist „Weg vom Öl“ schon binnen weniger Jahre möglich.

Du willst nicht, dass BP jetzt auch noch im Mittelmeer hochriskante Tiefseebohrungen beginnt? Dann protestiere gegen diesen Bohrirrsinn und fordere BP auf, das Bohrprojekt im Mittelmeer sowie alle weiteren Tiefseebohrungen zu stoppen. Für Deinen Protest stellen wir Dir einen Musterbrief zur Verfügung. Schicke ihn an den Boss von BP und zeige ihm, dass wir als Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatenlos zuschauen, wenn profitgierige und kurzsichtige Konzerne unsere Zukunft aufs Spiel setzen! Nimm jetzt an der Aktion teil!

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Kommentare

Andreas
26-07-10 18:24
Tiefseebohrungen darf es nicht geben.
Aber es heißt immer noch "libysch", nicht "lybisch".
Kommentar

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