Gentechnik

Die Gentechnik bietet in Medizin und Lebensmittelproduktion weitreichende Möglichkeiten. Doch nicht alles was machbar ist, ist auch ethisch und politisch legitim.

Wahlplakat "geGEN" aus dem Bundestagswahlkampf 2009 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Die medizinische Forschung muss die Menschenwürde achten. Wir lehnen verbrauchende Embryonenforschung genauso ab wie Versuche, mit Hilfe der Gentechnik den "perfekten Menschen" zu schaffen. Individuelle genetische Daten müssen geschützt werden.

Wir wollen die Risiken der Gentechnologie begrenzen und Verantwortungen festschreiben. Deshalb fordern wir Transparenz und eine klare Verursacherhaftung für Unternehmen und Forschungsinstitute, die medizinische oder Agro-Gentechnik betreiben. Patente auf Gene, gentechnisch manipulierte Pflanzen und Tiere darf es nicht geben.

Wir wollen eine gentechnikfreie Landwirtschaft, denn die ökologischen und gesundheitlichen Risiken sind längst nicht ausgeleuchtet. Außerdem erhöht die monopolistische Agro-Industrie die Abhängigkeit der Landwirte von Saatgutherstellern und bedroht die Agrarstrukturen in Entwicklungsländern. Gentechnik befördert weltweit Monokulturen, gefährdet die Umwelt und bedroht die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, sich für gentechnikfreie und auch ökologische und mit Nährwerten gekennzeichnete Lebensmittel entscheiden zu können. Agro-Gentechnik birgt Abhängigkeiten von großen Chemiekonzernen und Risiken für Mensch und Umwelt.

Die gentechnikfreie Erzeugung von Lebensmitteln muss Vorrang haben und vor Kontaminierung geschützt werden. Gentechnisch erzeugte Lebensmittel müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Wir unterstützen die Forderung und Umsetzung, gentechnikfreie Regionen auszurufen und sich gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu wehren.

Agro-Gentechnik widerspricht dem grünen Ziel einer zukunftsfähigen, umweltgerechten Landwirtschaft, die sich an biologischer Vielfalt und an den Verbraucherwünschen orientiert.

Grünes Ziel ist es, den Durchmarsch der Agro-Gentechnik sowohl bei Lebens- und bei Futtermitteln dauerhaft zu stoppen.

Wir wollen:

  • ein Verbot von Gentech-Pflanzen, die Menschen, Umwelt und die gentechnikfreie Produktion gefährden.

  • mehr Rechtssicherheit für gentechnikfreie Regionen, so dass sich Landwirte und Imker in den Regionen besser vor einem unerwünschten Gen-Pflanzenanbau schützen können.

  • dem Filz zwischen den Experten in den nationalen und europäischer Prüf- und Zulassungsbehörden mit der Agro-Gentechnik-Lobby beenden.

  • die Lücke bei der Gen-Kennzeichnung für tierische Produkte schließen. Verbraucherinnen und Verbraucher können derzeit nicht erkennen, ob das Fleisch, die Milch oder der Käse von Tieren stammen, die mit Gensoja oder Genmais gefüttert wurden.

  • ein Verbot von Biopatenten auf Pflanzen, Tiere und biologische Züchtungsverfahren. Biopatente führen zu Monopolansprüchen weniger Konzerne auf Pflanzen und Tiere, zu Abhängigkeiten von Landwirtinnen und Landwirten und blockieren innovative Züchtungsfortschritte.

Hintergrundinformationen als PDF:

2011: Gentechnikfrei! - Parteitagsbeschluss 2010

Keine Patente auf Pflanzen, Tiere und Züchtungsverfahren in Europa - Parteitagsbeschluss 2009

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Ernährung

Wir wollen kein Gen-Food auf unseren Tellern. Dafür setzen wir GRÜNE uns ein.

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Landwirtschaft

Unsere Position zum Thema Landwirtschaft.

Dagegen: Agrarfabriken und Genfood

Dafür: Gesundes Essen

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"Kaum mehr als Symbolik"

Dem Genmais-Verbot müssen weitere Schritte folgen, fordert Steffi Lemke.

Kommentare

Genetiker
15-10-12 16:00
Lobet die Gentechnik sie ist unser heilsbringer
Philipp Schmagold
01-02-12 19:38
Bisher erwähnen wir das offensichtlich noch nicht explizit, aber auch die Freisetzung gentechnisch veränderter Lebewesen lehnen wir natürlich ganz entschieden ab.

Dazu gibt es einen aktuellen Anlass: "Eine Biotech-Firma setzt eine umstrittene Waffe im Kampf gegen das Dengue-Fieber ein: Genetisch veränderte und sterile Moskitomännchen sollen ihre Art selbst ausrotten und so die Übertragung des tödlichen Virus stoppen." http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,794928,00.html
Kommentar

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