Enttäuschend, ernüchternd, entlarvend

Der UN-Klimagipfel in Durban ist vorbei. Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zieht ein erstes kritisches Fazit: "Klimaschutz braucht bessere und schnellere Antworten", sagte Roth am Sonntag in einer Presseerklärung. Der Gipfel habe dem monströsen Ausstoß an CO2-Emissionen und dem Klimawandel mit all seinen dramatischen Folgen keinen Einhalt geboten, weil er zügige, konkrete Verpflichtungen schuldig blieb. "Der Klimawandel wartet nicht auf einen erneuten, langen Verhandlungsprozess".

Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Erklärung von Claudia Roth im Wortlaut:

"Die Ergebnisse von Durban sind enttäuschend, ernüchternd und entlarvend. Der längste Gipfel der Geschichte hat dem monströsen Ausstoß an CO2-Emissionen und dem Klimawandel mit all seinen dramatischen Folgen keinen Einhalt geboten, weil er zügige, konkrete Verpflichtungen schuldig blieb. Auch in Durban ist es nicht gelungen, die Erderwärmung auf unter 2 Grad einzudämmen. Das ist zweifellos ein Verhängnis für uns alle.

Bescheidenheit ist nicht immer eine Zier. Der Klimawandel wartet nicht auf einen erneuten, langen Verhandlungsprozess, und er begnügt sich nicht mit diplomatischen Wolken wie einer so genannten ,Vereinbarung mit Rechtskraft‘.

Ein grüner Klimafonds, der ab 2020 mit 100 Milliarden Euro in Kraft treten soll, ist erstens nicht neu, und kommt zweitens viel zu spät. Schon heute sind die Entwicklungsländer die größten Verlierer der Klimakrise – ausgerechnet diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Durban hat auf die inzwischen schon 25 Millionen Klimaflüchtlinge und auf heute schon eine Milliarde Menschen, die vom Hunger bedroht sind, keine Antwort gefunden.

Es reicht nicht aus, das Verhindern eines totalen Scheiterns der Konferenz zu greenwashen. Wir brauchen eine Koalition der Verantwortung, eine Koalition der Vorreiter. Dazu ist ein Strategiewechsel hin zu einer Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und parallel zum weiteren UN-Prozess notwendig.

Nach Durban darf der Klimaschutz jetzt nicht auf die Warteschleife gelegt werden. Wir fordern Herrn Röttgen auf, für das kommende Jahr zu einer Konferenz einzuladen, die die Beschleunigung des Prozesses durch die Vorreiter verbindlich macht. Klimapolitik fängt zu Hause an. Feierliche Worte und Absichten sind unglaubwürdig, wenn die Bundesregierung de facto die Energiewende hintertreibt und weiterhin Energiefresser subventioniert, Großkonzerne privilegiert und Verbraucher belastet. Allen voran Wirtschaftsminister Rösler scheint von allen guten Klima-Geistern verlassen, wenn er sich zum Chefpromoter für neue Kohlekraftwerke aufspielt."

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Ein Schritt - aber kein großer Wurf

Claudia Roth über die Ergebnisse der Klimakonferenz in Cancún und die zukünftige Vorreiterolle Europas.

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Europa hängt am seidenen Faden

Im Interview kritisiert Claudia Roth das unzureichende Krisenmanagement von Merkel bei Eurokrise, Klimawandel und Rechtsextremismus.

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Deutsche Europapolitik nicht existent

Grüne Woche mit Cem Özdemir: Über den EU-Gipfel und die Rettung des Euro, den Klimagipfel in Cancún und die Hartz-IV-Reform der Regierung

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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Rettungsring für das Klima

Noch fehlen konkrete Schritte zur CO2-Reduzierung. Aber eine Einigung beim Klimagipfel muss kommen

Kommentare

Reimund
15-04-12 11:31
Moinsen,
der Ätna ist im diesem Jahr schon das 5te mal ausgebrochen.
In einem Jahr liefert er ca. 25 Mio. Tonnen CO2.Aber diese Menge kann auch bei einem einzigen Ausbruch freigesetzt werden.Aus natürlichen Quellen werden im Jahr etwa 4x10^11 Tonnen CO2 ausgestoßen.
DAS SIND 10X SOVIEL WIE AUS MENSCHLICHEN AKTIVITÄTEN.
DIE MENSCHEN LIEFERN CA. 1500 MIO. TONNEN CO2 IM JAHR:

Diese ganze IPCC,KLimaschutz usw. ist Volksverdummung,Politik mit Angst der Bürger machen.

Ich könnte noch mehr nennen.

Ich glaube dem ganzen nicht.
Die wollen nur mein Geld.
Die ganzen Milliarden,die für diesen Klimaschutzwahn verballert wurde,hätte man sinnvoller einsetzen können.
Helmut
12-01-12 14:10
2012-01-12 Durban ist vorbei. Wen kümmert es?. Soeben fördert die Thüringer Landesregierung die Umwidmung einer Trinkwassertalsperre mit Milliardenaufwand zu einem unbedeutenden Pumpspeicherkraftwerk. Hochwertiges Trinkwasser,ein Lebensmittel,zu dem viele Mitmenschen keinen Zugriff haben,soll dauerhaft verunreinigt und seiner Bestimmung entzogen werden. Artikel 31 der Thüringer Verfassung sieht die Erhaltung solcher Ressourcen vor. Welches Bundesland hat Interesse an hochwertigem, kalkarmen und naturbelassenem Fernwasser, das noch nicht durch Antibiotika und Siedlungsabwässer belastet ist? An Brauchwasser zur Realisierung von PSW besteht in Thüringen kein Mangel!
Kai
15-12-11 02:11
Kann man als Weltretter das folgende mit seinem Gewissen vereinbaren?

Durban, Südafrika – Der südafrikanische Experte für Entwicklungsfragen Leon Louw erklärte,dass der neue „Öko-Klimafonds“ der Vereinten Nationen nichts weiter als ein Versuch der reichen Länder sei, die armen Nationen davon abzuhalten, ihre Wirtschaften weiter zu entwickeln und auszubauen.
Die Vereinten Nationen erklären den armen Ländern: "Wir werden all jenen von euch mehr Geld geben, die unter dem Vorwand des Umweltschutzes mehr wohlstandsfeindliche, arbeitsplatzfeindliche und wachstumsfeindliche Strategien übernehmen. Solange ihr nur Armut schafft, ist alles andere egal, dann werdet ihr auch Geld bekommen...
Matthias
13-12-11 23:14
Das Ergebniss seit 1997 Kyoto bis heute Durban zeigt, das wir ungebremmst in eine selbstherbeigeführte Veränderung herein manövrieren, die wir erst einschätzen können wenn sie bereits da ist. Was auf uns zu kommt kann uns die Wissenschaft nicht weissagen und wenn sie es könnte würde es auch nichts nützen.

Ich vertrete die Meinung, dass selbst eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes letztlich nur die Veränderung verlangsamen aber eben nicht aufhalten wird. Für die Erde ist dies "lächerlich".

So lange die fossielen Energieträger verbrannt werden ist es ziemlich egal in welcher Zeit dies geschieht. Dies gilt zwar nicht für die Menschen und Tiere, da sie sich in einer kürzeren Zeit auf Veränderungen anpassen müssten aber für Mutter Natur im allgemeinen Sinne ist das egal. Wo ist der Unterschied? Ob wir nun 150 Jahre benötigen die fossilen Energien zu verheizen oder 500 Jahren. Das emittierende CO2 in der Atmosphäre wäre annähernd das selbe.

Ich stelle mir die Frage ob es überhaupt noch aufzuhalten ist. Ist es möglich die Ausnutzung der fossielen Energieträger Weltweit zu stoppen? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Allerdings sollte dies unser Ziel sein.

Es tut mir leid wegen meiner "schwarzmalerei" aber ich finde das Thema zu wichtig als es zu beschönigen.
Maya
12-12-11 12:32
Leider denken immer all diese "großen Leute" nur an sich und nicht an die Zukunft unserer Kinder. Es ist eine Schande!
Es müssen wirklich junge Leute an die Macht. Die noch etwas länger als voraussichtlich 20 Jahre leben.
Erich
11-12-11 17:30
Klimagipfel hin, - Klimagipfel her, es muß eine schnellere Lösung her!! Seit fast 20 Jahren leidet dieser Planet unter den Klimawandel, gibt sie uns noch 9 Jahre lang die Chance ??
Wenn man das geschehen in vielen Ländern betrachtet,sage ich:
"Nein!!" Betimmte Regionen auf diesem Planeten sind schon gebeutelt, durch den Wandel des Klimas,überleben sie noch die nächsten 9 Jahre?? Ich kann die Naturschutzorganisationen gut verstehen,das da protestiert wird!! Ob uns unser Planet noch diese 9 Jahre gibt,muß hier in Frage gestellt werden!!

Blu Bin - wie das Wasser, -
was allen das Leben geschenkt hat.

Red - Bin - wie das Feuer, -
was alles vernichtet !!

Green - Bin, -
was allen neues Leben schenkt!!

Fazit: Die Natur braucht uns nicht,
aber wir die Natur !!

E. Heeder - Stadtteilkünstler - Autor - und Dichter
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