Ein Schritt - aber kein großer Wurf

Die internationale Gemeinschaft habe mit einem Kompromiss zur Weiterführung des Kyoto-Protokolls Handlungsfähigkeit bewiesen, erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Der Klimawandel könne mit dem Ergebnis aber nicht eingedämmt werden. Deswegen müsse jetzt vor allem Europa noch entschiedener beim Klimaschutz vorangehen.

Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Claudia Roth erklärt: „Die internationale Gemeinschaft hat bei den Klimaverhandlungen in Cancún das Schlimmste abgewehrt. Nach der herben Enttäuschung der Klimakonferenz in Kopenhagen hat man in Mexiko Handlungsfähigkeit bewiesen und den UN-Prozess nicht scheitern lassen. Dass am Ende ein Kompromiss zur Weiterführung des Kyoto Protokolls über 2012 gefasst wurde, geht auf die bemerkenswerte Verhandlungsführung Mexikos zurück. Damit wurde ein wichtiger wenn auch zu kleiner Schritt nach vorne getan.

Die Ergebnisse von Cancún reichen noch lange nicht, um den Klimawandel eindämmen zu können. Dafür braucht es endlich einen großen Wurf. Für ein verbindliches Abkommen, um die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, muss auf dem Weg nach Durban deshalb noch viel getan werden. Dazu gehört, die Absichtserklärungen von Cancún jetzt mit konkreten Maßnahmen zu unterfütterten. Wichtig ist die Einrichtung eines Klimafonds, mit dem die Länder unterstützt werden, die am wenigsten zum Klimawandel beitrugen, aber am härtesten von ihm betroffen sind. Allerdings muss eine Finanzierung dieses Fonds verbindlich sichergestellt und müssen die Mittel dann auch für wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden.

Insbesondere Europa muss jetzt beim Klimaschutz noch viel entschiedener vorangehen. Das Europäische Parlament hat bereits beschlossen, das Minderungsziel von Treibhausgasen von 20 Prozent auf 30 Prozent bis 2020 heraufzusetzen. Es hat damit ein wichtiges Signal an die Welt gesendet, dass Europas Bürgerinnen und Bürger mehr Klimaschutz einfordern. Die Bundesregierung hat sich dagegen ihrerseits längst von einer aktiven Klimaschutzpolitik verabschiedet: Sie blockiert ein ehrgeizigeres Minderungsziel in Brüssel, legt in der Energiepolitik hierzulande den Rückwärtsgang ein und bremst mit dem Setzen auf Atomkraft und Kohlestrom die Erneuerbaren Energien aus.

Norbert Röttgen kehrt als Laienschauspieler aus Cancún zurück, der versucht hat, den klimapolitischen Vorreiter zu mimen – den ihm aber aufgrund seiner dürftigen Politik vor der eigenen Haustür niemand abgenommen hat. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der deutsche Umweltminister bei den Verhandlungen in Mexiko keine relevante Rolle gespielt hat.“

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Ökologie als soziale Frage

Wie verbindet sich für uns Grüne eine ökologische Wirtschaftsweise und nachhaltiges Wachstum mit den Erfordernissen von sozialer Gerechtigkeit?

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Im Zweifel ohne die USA

Als Lehre aus den Klimagipfeln von Kopenhagen und Cancún fordert der grüne Klimaexperte Hermann Ott eine "Klimapolitik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten".

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Enttäuschend, ernüchternd, entlarvend

"Klimaschutz braucht bessere und schnellere Antworten", resümiert Claudia Roth die Ergebnisse des Klimagipfels von Durban.

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Deutsche Europapolitik nicht existent

Grüne Woche mit Cem Özdemir: Über den EU-Gipfel und die Rettung des Euro, den Klimagipfel in Cancún und die Hartz-IV-Reform der Regierung

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Liebe Investmentbanker,

uns sind nicht viele Gründe eingefallen, warum Sie uns wählen sollten

Kommentare

SysHH
26-12-10 19:11
Zitat >>>Denn, ausgehend von heutigen Stand, braucht es nur eine 5 Grad-Erwärmung, um die Methanhydrat-Vorkommen am Meeresgrund dazu zu veranlassen, enorme Mengen Methan freizusetzen, die dann weitere 5 Grad Erwärmung verursachen würden... Das wäre katastrophal... <<<

Ach wäre das so? Neues Leben entsteht im Meer, wenn's wärmer ist. Wenn Arten aussterben (was ja normal ist), müßen neue entstehen.

Was daran verkehrt? Gut das wir das Klima nicht verändern können.
Momme
26-12-10 18:54
Danke den Grünen für die weiße Weihnacht !

Ihr macht Klima !!!

Loooool
Doc Stuttgart
14-12-10 19:19
Liebe Mitgrüne - diese klimapolitische "Bewegung eines kleinen Zehen oder zwei" (nicht mal´n kleiner Schritt) - einschließlich der nichtvorhandenen Rolle des deutschen "Klima-Laienschauspielers Norbert Röttgen" - ist eine Steilvorlage für uns im ganzen Land: Schreibt Leserbriefe (mache ich auch) & bringt Euch als Grüne offensiv ein! Grade in den Bundesländern wo 2011 Wahlen anstehen. Oben Bleiben & Gruß
Jugend
14-12-10 09:59
Ein "Schritt" ist das sicherlich nicht, sondern eher nur eine zaghafte Bewegung eines kleinen Zehs.
Dass die Regierungen hier "Handlungsfähigkeit" bewiesen haben, wie Claudia meint, davon kann meiner Meinung nach keine Rede sein.
Die Stellungnahme der GRÜNEN JUGEND (http://www.gruene-jugend.de/show/764714.html) finde ich da schon besser als das moderate Gequatsche von Claudia.
Ich bezweifle, ob Regierungen der kapitalistischen Nationalstaaten überhaupt in der Lage sind, irgendetwas zum Klimaschutz beizutragen. Vielleicht hilft es wirklich nur noch, die Machtverhältnisse revolutionär umzuwerfen und direkte Aktionen zum Klimaschutz zu ergreifen.
Schwall im All
13-12-10 12:33
Na zumindest hatten diese ganzen Klimadeppen einen schönen Urlaub mit Badestrand und all inclusive Cocktailsaufen ...
Colanuss
12-12-10 20:12
Was den Gruenen wirklich helfen würde, das wäre ein gruener Fernsehsender... :-)
Andreas W.
12-12-10 19:41
Auch dieser Klimagipfel verspricht keine Konsequenzen für die nahe Zukunft. Die sogenannten Entscheidungträger die dort sitzen, haben alle Lobbyhintergründe, die sie irgendwie bedienen müssen. Dadurch werden keine radikalen Ergebnisse beschlossen, die unbedingt nötig wären, unsere Umwelt weniger zu belasten. Alles entsprechend scheinheilig. Wie ein anderer Andreas bereits kommentiert hat, wir Grünen müssten mit noch viel mehr Power und kritischen Berichten auf die Probleme hinweisen. Jeden Tag müssten Kommentare dazu in den Zeitungen stehen u.s.w.. Das setzt voraus, dass wir uns noch mehr zusammentun müssen, gemeinsame Aktionen durchzuführen. Ich habe mir vorgenommen, trotz hoher beruflicher Belastung, mich für die Zukunft so zu organisieren, dass ich aktiver werden kann.
Colanuss
12-12-10 18:25
Naja, sicher wäre ein großer Wurf notwendig...
Trotzdem wurde etwas erreicht!
Allerdings macht man sich schon Sorgen... Denn, ausgehend von heutigen Stand, braucht es nur eine 5 Grad-Erwärmung, um die Methanhydrat-Vorkommen am Meeresgrund dazu zu veranlassen, enorme Mengen Methan freizusetzen, die dann weitere 5 Grad Erwärmung verursachen würden... Das wäre katastrophal...
Andreas
11-12-10 17:40
Warum trauen sich nicht einmal die Grünen das Scheitern, das Desaster von Cancun beim Namen zu nennen?! Die Zeit lauer Kompromisse ist längst verstrichen. Das 2-Grad-Ziel ist keines mehr weil wir dies schon sehr bald erreicht haben werden. Wahrscheinlich werden die Völker der Nordhalbkugel erst dann richtig aufwachen, wenn uns der Arsch buchstäblich auf Grundeis geht. Ich werde dennoch weiter kämpfen!

Andreas
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