Ei, wo kommst du her?

Wenn der Osterhase jetzt wieder seinen Weidenkorb mit frischen Eiern füllt, greift auch er im Supermarkt zu den Eiern aus Boden-, Freiland- oder Bio-Haltung. Aber nicht nur, weil er ein hühnerliebender Öko-Hase ist.

Die im Handel erhältlichen, bemalten Ostereier kommen meist aus Käfighaltung. Foto: Toelstede/Flickr

Es ist einfacher geworden, Käfig-Eier liegen zu lassen. Erstens haben die Verbraucher die Wahl, aus welcher Produktion sie ihre Eier kaufen möchten, denn seit 1. Juli 2005 gilt die Kennzeichnungspflicht für alle unverarbeitet in den Handel gebrachten Eier. Die „3“ an der ersten Stelle des aufgedruckten Codes steht für die Käfighaltung, mit einer „0“ werden Eier aus ökologischer Erzeugung gestempelt, „1“ steht für Freilandhaltung und „2“ bezeichnet die Bodenhaltung.

Zweitens ist die konventionelle Käfighaltung, wie wir sie bisher kannten, seit Anfang des Jahres in Deutschland verboten.

Dass es überhaupt noch hierzulande Käfigtiere gibt, liegt an der sogenannten Kleingruppenhaltung. Diese Haltungsmethode schreibt größere Käfige (statt der Fläche von etwa einem DIN A4-Blatt wie bei der konventionellen Käfighaltung sind es hier eineinhalb DIN A4-Blätter), Sitzstangen, Legenester und Einstreu vor.

Für den deutschen Tierschutzbund ist diese Methode jedoch nichts anderes als eine neue Käfigform und wird deswegen als „Kleingruppen-Käfig“ bezeichnet. Nicht umsonst müssen die Eier aus der Kleingruppen-Haltung ebenfalls mit der Kennziffer „3“ gestempelt werden.

Wenn die Verbraucher die Wahl haben, lehnen sie meist sowieso die „3“-Eier ab. Auch viele Einzelhändler haben sich auf diese Nachfrage eingestellt, schon 2009 die Eier aus Legebatterien aus ihrem Programm genommen und jetzt auch keine Eier aus Kleingruppen-Käfigen in die Regale gestellt. Um 60 Prozent ist 2009 der Anteil der Hühner in Legebatterien gesunken. Der Anteil der Hühner in Bodenhaltung hat mit 13 Millionen Tieren erstmals die Käfighennen (7,5 Millionen Tiere) übertroffen.

Also alles auf einem guten Weg? Glückliche Hühner, friedliches Ostern? Nicht ganz. Es fängt schon damit an, dass bei den im Handel angebotenen, bemalten Eiern die Kennzeichnung entfällt. Laut foodwatch stammen industriell gefärbte Eier fast ausschließlich aus Käfighaltung.

Aber wer kauft schon bunte Eier und lässt sich das Vergnügen einer Malaktion am heimischen Küchentisch entgehen?

Schwieriger wird es, wenn am Ostersonntag die Eiernudeln, am Nachmittag der Fertigkuchen und später irgendwann noch der Eierlikör auf den Tisch kommen. Welche Eier hier verarbeitet sind, wissen die Käufer nicht. Die Industrie muss bei Teig- und Backwaren oder auch bei Eiscreme keine Angaben zu der Herkunft der enthaltenen Eier machen. Von den 10 Milliarden in Deutschland produzierten Eiern werden 50 Prozent von privaten Haushalten, 30 Prozent in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und 20 Prozent in Großküchen und Bäckereien verbraucht.

Bei der Hälfte der deutschen Eier haben wir beim Essen also kein Wahl. Dazu kommt, dass wir nicht nur die heimischen Eier verputzen, sondern auch die Produkte aus den Nachbarländern. Denn unser Eihunger sorgt dafür, dass pro Jahr fast 17,5 Milliarden Eier – das macht 214 Stück pro Einwohner – benötigt werden. Die Import-Eier können also durchaus aus konventioneller Käfig-Haltung stammen, denn diese ist noch bis 2012 in der Europäischen Union erlaubt.

Insgesamt wandert etwa jedes dritte, in Deutschland konsumierte Ei in die Lebensmittelherstellung und kann somit nicht zu seinem Ursprung verfolgt werden.

Laut foodwatch schätzen Experten den Anteil von Käfigeiern in den Produkten der Lebensmittelindustrie und bei den Großverbrauchern auf rund 90 Prozent. foodwatch fordert deswegen als Symbol auf Lebensmittelverpackungen ein Huhn im Käfig, wenn im Produkt Käfigeier verarbeitet sind.

Auch DIE GRÜNEN wollen eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf verarbeitete Eier, damit die Konsumenten eine bewusste Entscheidung treffen können. Diese Forderung wurde jüngst auch vom Umweltausschuss des europäischen Parlaments unterstützt. Es bleibt zu hoffen, dass nun alle EU-Parlamentarier diesem Vorstoß folgen werden.


Tierschutz mit dem Einkaufskorb. Was beim Eierkauf zu beachten ist.
(PDF)

 

Quellennachweis der Bilder

Mitte:
Legehennen in Käfighaltung, Niedersachsen (2004) - Dieses Bild basiert auf dem Bild Legebat.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist GULLI.ver .

Unten: Ein Ei - Foto von Ren West/Flickr

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Verbraucherpolitik

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Eure 25 Fragen für die KandidatInnen

Bis 12. Oktober werden die BewerberInnen für das Spitzen-Duo diese Fragen beantworten.

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Wir kämpfen für den Schutz der Tiere als Lebewesen, für die Erhaltung ihrer Lebensräume und für die Artenvielfalt.

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30 grüne Jahre (6): GRÜNE in Aktion

Während sich die etablierten Parteien auf Pressemitteilungen und Infotische konzentrieren, sorgen DIE GRÜNEN mit spektakulären politischen Aktionen für Aufsehen.

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Wir haben es satt

Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten. Demonstration am 19. Januar 2013 in Berlin.

Kommentare

Kai
08-05-12 09:51
Wie wäre es, wenn Sie nicht solche Nebelkerzen zur Ablenkung werfen, sondern die engagierten Menschen auf echte Probleme hinweisen würden. Das wären aus meiner Sicht:

Echte Umweltprobleme wie z.B.:
Massives Bienensterben durch Bayer "Pflanzenschutzmittel" weltweit. (Bienen sind wegen der Bestäubung Grundlage des Lebens)

Die Ursachen für viele Umweltprobleme:
private Geldschöpfung und Zinsen (zusammenbrechendes Schneeball-Geldsystem) und dadurch Machtkonzentration in Banken und Konzernen, massive Umverteilung von arm nach reich und Wachstumszwang (wobei das "Wachstum" nicht die Bevölkerung erreicht)

Die Nebelkerzen wie:
"Klimawandel"
"Atomkraft"
"Benachteiligung"
"Tierhaltung"
usw.
bewirken gar nichts und sind aufgebauschte "Gefahren"

Die "Problemlöser" wie UNO, Regierungen, NGO´s, Konzerne, Banken sind überwiegend der Auslöser für die Probleme. Von denen ist keine Hilfe zu erwarten auch nicht wenn die Probleme angeblich "global gelöst" werden.
Stefan
04-05-12 00:41
Wann endlich vegan? Wann hat die Sklaverei ein Ende?

Tiere essen hat nichts mit einer modernen, emanzipierten und nach Gerechtigkeit strebender Gesellschaft zu tun.
Antje
06-04-12 10:05
Sie legen nur zu Ostern Eier, doch für ihre Haltung gibt es gar keine Gesetze - ich hätte es gut gefunden, wenn bei dieser Gelegenheit auch die Käfighaltung in der Kaninchenmast mit thematisiert worden wäre... die scheint aber so akzeptiert, dass sie auch weiterhin in Kinderzimmern stattfindet...
gustav moor
23-06-10 15:51
warum tut nur keiner was gegen diese moderne tierquälerei????ß
Warum schaut ihr politker immer nur weg!!!!
Tut was !
jetzt!
Gustav Moor
16-06-10 14:42
max und rainer, ihr hab recht! Wir sollten endlich die Legebatterie-industrie vernichten1 Die armen hühner werden von tag ihrer geburt an schon als kleine küken gequält!
Schade der Farmer Automatic Gmbh!!!!!!!!!!!!!
frau Roth, tun sie was gegen diese Verbrecher!
Rainer
16-06-10 14:34
Du hast vollkommen recht, Max. Auch ich bin für scharfe Kontrollen und ein Bauverbot für Legebatterien! Diese Maschinen dienen doch nur einem Zweck und zwar den hühnern ein unangenehmes und kurzes leben zu bescheren! max in den Bundestag
Max
16-06-10 14:31
Ich finde Legebatterien grundsätzlich falsch! Trotz des Verbots durch die Bundesregierung betreiben bestimmt noch Bauern in Deutschland diese "Maschinen"! Es fehlt einfach an Kontrollen! Auch werden in Deutschland immer noch diese Höllengeräte gebaut, unter anderem von Farmer Automatic GMBH; Meiner Meinung nach sollte man auch den Bau solcher Anlagen in Deutschland verbieten!
Jörn
08-04-10 10:46
Ich möchte noch auf folgendes Problem hinweisen:

Für die Produktion von Eiern werden andere Hünerarten verwendet als bei der Produktion von Fleisch, da die jeweiligen Erträge maximiert werden und sich das in einer Züchtung wohl nicht optimal kombinieren lässt.

Die männlichen Küken, die bei der Produktion von Legehennen unweigerlich auch mit das Licht der Welt erblicken, sind sowohl für die Eier- wie auch für die Fleischproduktion nicht geeignet (legen keine Eier und sind zu mager).

Aus Effizienzgründen werde die also direkt nach dem Schlüpfen aussortiert und geschreddert/vergast. Das ist selbst bei Bio-Eiern so und auch deshalb quasi flächendeckend wirksam, da die "Produktion" von Legehennen von wenigen spezialisierten Firmen durchgeführt wird.

Wer Eier isst hat deswegen von wenigen Fällen abgesehen zwangsweise das Blut der frisch geschlüpften und direkt entsorgten Brüder der Legehennen seiner Eier an den Händen.

http://www.youtube.com/watch?v=lGpJ7J8ReJ4

Grüße
Jörn
Veronika
05-04-10 14:34
Diese Inhalte sollten an allen Schulen Grund-,Haupt-,Realschulen und Gymnasien gelehrt werden. Ich bin dankbar für die Arbeit der Grünen, dass sie mich sensibilisiert haben für den Tier-und Umweltschutz, und auch für den Menschenschutz. Denn wenn die Tiere schon so unwürdig und ausbeuterisch behandelt werden, ist es nur ein kleiner Schrittt, dass man es auch mit Menschen so macht.

Und man behandelt Menschen auch schon so. Man schaue sich nur die Industrie an. Egal welcher Branche, es geht nur darum, dass die Führungsetage spitzenverdient, während Mitarbeiter, Tiere und die Kunden das Nachsehen haben. Verluste oder Schäden werden auf die Gesellschaft abgeschoben. Die Industrie ist das Negativbeispiel, wie es nicht sein soll. Für die Industrie fehlt jede Daseinsberechtigung. Abgesehen davon, dass Unfähigkeiten mit Geldgeschenken an Parteien ausgeglichen werden.

Hühner sind Lebewesen, die wie Maschinen behandelt werden.
Was für eine Verachtung gegenüber der Kreatur, aber Menschen geht es genauso, und das nur wegen dem leidlichen Geld. Eine Zeitbank wäre hier sinnvoller. Da lobe ich mir die Indianer. Die nehmen nur das von der Natur, was sie wirklich brauchen, verschmutzen die Umwelt nicht, und die Artenvielfalt bleibt erhalten. Eine kanadische Indianerin sagte: In Zukunft gibt es nur noch 3 Arten: Ratten, Krähen und Menschen. How.