Der Widerstand geht weiter

Wasserwerfer, Schlagstöcke, Tränengas - das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 wurde von führenden Grünen in Land und Bund scharf kritisiert. Der breite Widerstand der Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart wird sich nicht in eine radikale Ecke treiben lassen. Am 1. Oktober gingen bundesweit tausende Menschen auf die Straße und demonstrierten friedlich - ein Signal der Solidarität. Die nächste Demo findet am 9. Oktober um 16 Uhr in Stuttgart statt.

Unter diesem Gebäude sollen für den neuen Tunnelbahnhof sechs Milliarden Euro verbuddelt werden.

Bei der Absperrung von Teilen des Stuttgarter Schlossgartens für Bauarbeiten zum umstrittenen Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" ist es zu einem brutalen Polizeieinsatz gekommen. Die Polizei setzte auch Wasserwerfer, Schlagstöcke, Tränengas und Pfefferspray ein, um Blockaden von Demonstranten aufzulösen. Betroffen war auch eine seit langem angemeldete Schülerdemo. Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten - darunter Kinder und Jugendliche - wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Polizei hatte am Morgen begonnen, ein für die Bauarbeiten vorgesehenes Gelände freizuräumen und abzusperren. In dem Gebiet müssen 25 Bäume gefällt werden.

Winfried Kretschmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, bezeichnete den Polizeieinsatz als eine völlig unangebrachte Demonstration der Macht. „Es gibt keinen erkennbaren Grund, ausgerechnet zum Zeitpunkt einer angemeldeten und genehmigten Schülerdemonstration den Baumfällertrupps mit einem unangemessenen Großeinsatz der Polizei den Weg freizuräumen.“

"Völlig unangemesse Machtdemonstration"

Der Bundesvorsitzende Cem Özdemir forderte angesichts des Großeinsatzes der Polizei die baden-württembergische Landesregierung und die Bahn auf, den Konflikt um Stuttgart 21 nicht weiter zu eskalieren. "Mit einer brutalen
Bulldozer-Politik wird die Auseinandersetzung nur schärfer und noch
schwieriger werden." Die Strategie von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), mit gezielten Provokationen die Stuttgart-21-Gegner zu emotionalisieren, um sie anschließend möglichst kriminalisieren zu können, sei offenkundig und zynisch. Nötiger denn je sei jetzt ein sofortiger Baustopp. 

Der friedliche Widerstand gegen Stuttgart 21 ging auch nach dem brutalen Einsatz mit unverminderter Kraft weiter. Am 1. Oktober fand nicht nur die bislang größte Demonstration in Stuttgart mit bis zu 100.000 Menschen statt, sondern als Solidaritätsbekundung auch sogenannte "Schwabenstreiche" in ganz Deutschland.

Einmalige Schwabenstreiche gibt es an folgenden Terminen:

Münster, Samstag 16.10., 15 Uhr, Hauptbahnhof - Haupteingang

Edingen-Neckarhausen, Samstag, 16.10., 12 Uhr, Rathaus (Bürgermeister-Reinle-Platz)

Wöchentliche Schwabenstreiche gibt es an folgenden Terminen:

Ravensburg, immer montags, 19 Uhr, Bahnhof

Ravensburg, immer freitags, 19 Uhr, „mobiler“ Schwabenstreich: Jede Woche an einem anderen Bahnhof der Südbahn Ulm-Friedrichshafen – aktuelle Infos jeweils unter www.gruene-ravensburg.de

Hamburg, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Ausgang Spittaler Straße

Bremen, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof, Südeingang

Cuxhaven, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Düsseldorf, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Köln, immer montags, 19 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Rüdesheim, immer montags, 18.30 Uhr, Grabengasse

Marburg, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Frankfurt a.M., immer montags, 17.30 Uhr, Konstabler Wache

Fulda, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Bad Hersfeld, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

Dresden, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof – Haupteingang

München, immer montags, 19 Uhr, Richard-Strauss-Brunnen, Neuhauser Str. 8

Leipzig, immer montags, 18 Uhr, Nikolaikirchhof

Bielefeld, immer montags, 18.30 Uhr, Jahnplatz

Bochum, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof - Südeingang

Giessen, immer montags, 18.30 Uhr,  Hauptbahnhof - Haupteingang 

Passau, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof - Haupteingang

Wiesbaden, immer montags, 18.30 Uhr, Hauptbahnhof - Haupteingang

Esslingen, immer dienstags und donnerstags, 19 Uhr, Bahnhof

Mühlacker, immer donnerstags, 17.30 Uhr, Bahnhof

Perl/Mosel, immer montags, 18.00 Uhr (Montag, 18.10.: 17.30 Uhr), Rathaus, Trierer Straße

Wenn ihr von weiteren von Grünen organisierten Schwabenstreichen wisst, dann schreibt einen kurzen Hinweis an buero.lemke@gruene.de

Für den 9. Oktober sind neben der Demonstration in Stuttgart um 16 Uhr wieder bundesweite Schwabenstreiche geplant. Registriere Dich als Teilnehmer für den Schwabenstreich am 9. Oktober über Meine Kampagne. Wir schicken Dir dann im Laufe der Woche Informationen darüber, welche Schwabenstreiche in Deiner Nähe stattfinden.

Hier gibt es unseren aktuellen Flyer: STUTTGART 21 STOPPEN! KEINE GEWALT! (PDF)

Mehr Infos zum Widerstand gegen das Projekt Stuttgart 21 gibt es auf der Seite gruene-gegen-stuttgart21.de.

Warum der Widerstand gegen Stuttgart 21 ein bundesweites Anliegen ist, erklärt dieser Flyer.

Cem Özdemir im ARD-Morgenmagazin

Aktuelles Videostatement von Renate Künast zum Polizeieinsatz.

Bitte ladet Eure Bilder der bundesweiten "Schwabenstreiche" in Euren Flickr-Stream hoch und verknüpft sie mit unserer Flickr-Gruppe Bundesweite "Schwabenstreiche" gegen Stuttgart 21.





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Zeitplan & Termine der Urwahl

Wann passiert was bei der Urwahl?

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Arbeit. Geschlecht. Gerecht.

Wie sieht ein geschlechtergerechter Arbeitsmarkt aus? Grüne Frauen tagen Mitte September in Leipzig auf der Bundesfrauenkonferenz.

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Unsere Gedanken sind bei den Opfern

In Japan droht die nukleare Katastrophe. Wir beteiligen uns aus Solidarität an den bundesweiten Mahnwachen.

Organisatorisches für Kopenhagen

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Aussteigen statt aussitzen

Am 26. März finden in Deutschland parallele Großdemos in Berlin, Hamburg, Köln und München gegen Atomkraft und für eine nachhaltige Energiepolitik statt.

Kommentare

somaka
14-10-10 07:46
40 Millarden an die real estade bank, griechenland usw.
Rente ab 67
vorkasse beim Arzt
das ist alles ok für die grünen
ein bahnhof der viel arbeit für die menschen bringt, den parkt von den hässlichen schienen befreit und danach sehr viel grösser wird, will man auf einmal nicht mehr haben obwohl beim beschluss dieses projekts die grünen es als dringlich eingestuft hatten.

nur verarschung, wählerstimmen erhaschen, kohle machen wollen
pfui
übel
14-10-10 00:22
Der Widerstand der Grünen gegen die Atomkraft ist doch längst zur bloßen Pose verkommen. Damit, dass die Nato im Kosovo und in Afghanistan radioaktiven Müll in Form von abgereicherter Uranmunition verballert hat und es in Afghanistan immer noch tut, habt ihr kein Problem. Ebensowenig damit, dass dort im Auftrag der Bundeswehr Jugendliche und Kinder in die Luft gesprengt werden.
Im Kosovo haben die Amis jetzt ihren fettesten Stützpunkt Europas unweit der Nabucco-Pipeline. Welch Zufall.
Sicherung der Rohstoffversorgung und Handelswege hätte das wohl unser ehemaliger Bundespräsident genannt.
Und wer ist der Propoagandaminister von Nabucco? Ach der Joschka, nanu?

Denk ich an die Grünen wird mir kotzübel.
s21
13-10-10 08:15
glaubt ja eh keiner - bis jetzt gib es ja keine klare kante - oder liege ich falsch?
tagle
12-10-10 22:23
Zeitungsausschnitt so wie es ist...

Rot-Grün handelt unehrlich und skrupellos

Wenn jetzt die Grünen und die SPD in Baden-Württemberg die Bürger Stuttgarts zu medienwirksamen Demonstrationen gegen den beschlossenen Tiefbahnhof auf die Straße rufen, handeln die dafür verantwortlichen Politiker dieser Parteien skrupellos und unehrlich. Skrupellos, weil sie ganz offen und ohne Hemmungen rechtsstaatliche Gebote eigenen politischen Zielen unterordnen; unehrlich, weil sie damit empörten Stuttgartern vorgaukeln, man müsse bei der kommenden Landtagswahl im Frühjahr nächsten Jahres nur die gegenwärtige Regierung davon jagen, durch Grün/Rot ersetzen und schon sei das ungeliebte Bahnhofsprojekt vom Tisch gewischt.
tagle
12-10-10 22:18
stimmt nicht dieser Bahnhof wird nicht verbuddelt, was soll diese Falschinformation
s21
12-10-10 18:49
aber wir wähle euch trotzdem
s21
12-10-10 17:34
hoffe nur die grünen fahren nicht nur zum fußballspiel nach afrika wie eine gewisse frau... wäre schon schön hier und zu s21 mal ne klare kante zu sehen!
friedlich gegen s21
12-10-10 14:03
oben bleiben! deutschland - kommt alle nach stuttgart!
Michael
11-10-10 22:47
Hallo! Heute in Köln vor dem Hbf. gab es doch ziemlich viel Verwirrung, weil anscheinend der Schwabenstreich ohnehin immer um 19.00 statt findet, sich aber um 18.30 kein Grüner (außer wohl mir) einfand. Ich hoffe das wird nächste Woche anders!!!
lars willen
11-10-10 13:37
Tickt denn hier keiner mehr richtig? Ich als Grüner werde doch keinen Bahnhof boykotieren,und zwar nie! Ich sag euch jetzt mal was getan wird,wir verhindern AKWs und die Schwaben regeln Stuttgart21 ohne uns und in aller Stille.Und die EU kümmert sich um Banker und nicht um Raucher.Alle balla balla,nur Ich nich
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