Auslieferungsverfahren von Watson stoppen

GRÜNE zeigen sich besorgt über die Verhaftung und die drohende Auslieferung des Umweltaktivisten und Sea Shepherd Gründers Paul Watson. Es ist zu befürchten, dass Watson in Costa Rica kein faires, sondern ein politisch motiviertes Verfahren erwartet.

Paul Watson mit weißen Haaren und Bart., Foto: Witty Lama/wikimedia commons (CC BY SA 3.0)
Paul Watson, Gründer von Sea Shepherd. Foto: Witty Lama/wikimedia commons (CC BY SA 3.0)

Am 13. Mai wurde der Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd und Mitbegründer von Greenpeace, Paul Watson, am Frankfurter Flughafen festgenommen. Grundlage ist ein internationaler Haftbefehl aus Costa Rica aus dem Jahr 2011, ausgestellt wegen einer vermeintlichen Tat im Jahr 2002, als Watson und seine Crew sich Haifängern aus Costa Rica mit ihrem Boot entgegenstellten.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren die Verhaftung und drohende Auslieferung an die costa-ricanischen Behörden. Das plötzliche Zustandekommen des Haftbefehls neun Jahre nach der angeblichen Tat und der Umstand, dass 2002 nach richterlichen Anhörungen und der Vorlage von Beweismitteln das damalige Verfahren nicht weiterbetrieben wurde, lässt zumindest nicht ausschließen, dass Paul Watson in Costa Rica kein faires Verfahren erwarten würde.

Bereits am Tag nach der Verhaftung am 14. Mai hat sich der Parlamentarische Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck, in einem Schreiben an die Bundesjustizministerin gewandt und um eingehende Prüfung gebeten. Bisher blieb dieser Brief leider unbeantwortet. Auf europäischer Ebene kritisierte der Vorsitzende der grünen Fraktion im Europäischen Parlament, Dany Cohn-Bendit, das Vorgehen der deutschen Behörden und forderte eine Freilassung.

Es ist ein erstes, erfreuliches Signal, dass der Haftbefehl gegen Kaution ausgesetzt wurde und der costa-ricanische Außenminister Enrique Costilla sich in der Zwischenzeit mit Paul Watson getroffen hat. Es liegt nun an den deutschen und costa-ricanischen Behörden dieses absurde Auslieferungsverfahren schnellstmöglich einzustellen und auf das Angebot der Zusammenarbeit mit den costa-ricanischen Behörden seitens Paul Watson einzugehen.

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Kommentare

Martin
30-05-12 19:44
Liebe Grünen, vieleicht gibt es noch ein paar unter euch die noch nicht vom Politik System absorbiert und zu Sesselp...ern transformiert sind. Paul Watson ist jemand der nicht vergessen hat das Handeln wichtiger ist als nur reden. Erinnert euch bitte auch mal wieder daran. Trotzdem Danke das wenigstens ihr ein paar dünne Statements abgegeben habt, im Gegensatz zu unserer Justizministerin und dem Herrn Westerwelle.
Redaktion
30-05-12 15:02
Das Büro von Volker Beck hat heute noch einmal das BMJ kontaktiert und nachdrücklich um eine Antwort bis Ende der Woche gebeten. Es ist vollkommen unüblich, dass ein Ministerium einen Brief eines Abgeordneten mehr als zwei Wochen lang unbeantwortet lässt.
Christiane
30-05-12 15:00
@Willie Wutz: Du sprichst mir aus der Seele.

@Die Grünen: Als jahrelange bekennende Grüne-Wählerin bin ich enttäuscht!

V. Beck schreibt:"Ich habe großes Vertrauen in die zuständigen deutschen Behörden, dass sie alle in Betracht kommenden rechtlichen Erwägungen genau prüfen.(...)Ich habe deshalb die Bundesministerin für Justiz, Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, in einem Brief darum gebeten, etwaige Abschiebungshindernisse genau prüfen zu lassen (...)."

Bitte? Soll' das ein Scherz sein? Frau L-Schn. darum -> gebeten <- ihre Arbeit zu tun?

Ich gehe mal davon aus, dass Frau L-Schn. das auch tut, ohne von V. Beck darum gebeten zu werden!

Ich muss erkennen, dass auch ihr, Die Grünen, soweit seid, Seife zu sein. Glibschig wenn es darum geht, 'Zunge' zu zeigen.
Wo sind eure Ecken, der kämpferische Geist?
Wann war es, als ihr euren Mut verloren habt?
Als ihr aufgehört habt, Druck zu machen?

Wo seid ihr Grüne, denen der Inhalt wichtig ist und nicht die political correctness?
Werdet wach!
Meldet euch und lasst den Mann nicht alleine!
Meldet euch und lasst nicht zu, dass ich euch auch nicht mehr glauben kann!
romain becker
30-05-12 14:18
... schade dass das soooo lange gedauert hat bis die Grünen überhaupt in dieser Sache von sich hören gelassen haben - ... schade dass sogar Paul Watson selbst sich ein bisschen mehr Engagement von den Grünen, gerade in Deutschland, erwartet hat, ... schade dass die Grünen sich nicht mit mehr Vehemenz um eine Freilassung von Paul Watson bemühen und einfach so hinnehmen dass er nach Costa Rica ausgeliefert wird ..., schade um die Grünen - wirklich schade
Rafael Kosciolek
30-05-12 14:05
Auch, wenn man es nicht glauben kann, diese Sache ist sicherlich wichtig für die Politik der Grünen. Deshalb sollten sie sich dafür so gut es geht einsetzen. Ich hoffe das ich den imaginären Wurm der in der Partei steck nur einbilde. Es geht hier mehr als um Geld. Es gibt noch Helden die ihr Leben für eine gute Sache einsetzen. Mit so einem Geist, wie Paul Watson an die Sache gegangen ist sollten die Grünen politik machen, den wäre die Korruption in der Politk vorbei. Werde zum Paul Watson der deutschen Politk und ihr werdet alles als Helden sterben. Was wollt ihr den sonst?
Franziska Feist
30-05-12 09:36
Wird ja Zeit, dass die Grünen endlich auch mal wachwerden. Na, besser spät als nie... Bitte legt Euch richtig ins Zeug! Wäre toll, wenn die Grünen hier mal beweisen würden, dass sie noch immer den Mumm von früher haben.
jochen gold
29-05-12 22:09
meiner meinung nach hätte die grüne partei heftiger und vor allem viel früher zur inhaftierung von Paul Watson stellung beziehen müssen. aber wie heisst es : besser spät als nie !
Jutta
29-05-12 21:06
Lange genug hat es ja gedauert, trotzdem ist es noch viel zuwenig!
Bitte etwas mehr Engagement und etwas mehr Druck auf die Medien, denn dort kommt dieses, für Deutschland und dessen Ansehen in der Welt, so blamable Geschehen ja überhaupt nicht vor!
Willi Wutz
29-05-12 20:33
Paul Watson ist in Deutschland und darf das Land vorerst auch nicht verlassen. Zeigt, dass Ihr in punkto Umweltpolitik das "Original" seid! Bekennt Farbe! Setzt ein Zeichen und trefft euch mit ihm! Mit der Presse, mit den Medien! Zeigt den Menschen in unserem Land und überall auf der Welt, dass aktive Umweltschützer wie Paul Watson keine Angst vor deutschen Behörden, der deutschen Justiz oder untätigen deutschen Politikern haben müssen!
Wolfgang Zimmer
29-05-12 20:18
Na endlich! Vielen Dank an Volker Beck und Hans-Christian Ströbele für ihre Statements und die Schreiben an Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger. Aber der Druck muß jetzt erhöht werden, denn die macht in dieser Angelegenheit echte Vogel-Strauss-Politik (Kopf in den Sand stecken und aus allem raushalten) - unglaublich! Dabei könnte sie dem Spuk mal eben auf die Schnelle ein Ende machen, denn die Entscheidung ob Paul Watson ausgeliefert wird oder nicht, liegt bei ihr.
Zuviel Macht in den Händen eines einzelnen Politikers, vor allem dann, wenn er sie nicht zum Wohle der Menschen und der Umwelt nutzt!
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