Auf gelbem Hintergrund steht zwischen zwei Balken: "Urwahl: Basis ist Boss" und darunter "Bis zum 1.11. Mitglied werden und mitbestimmen!". Daneben vier hoch gehaltene Arme.
Ein Mann steht vor Publikum am Redepult und zeigt mit dem Finger nach vorne.
Foto: © Torsten Silz/gruene.de (CC BY 3.0)

Der Wohlstand von morgen

Wie unsere Wirtschaft zukunftsfähigen Wohlstand für alle schafft, haben wir auf dem grünen Kongress für nachhaltiges Wirtschaften diskutiert. Gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen und Verbänden waren wir uns einig: Ökologie und Nachhaltigkeit sind der Markt der Zukunft.

"Wohlstand für alle!“ Mit dieser Botschaft von Ludwig Erhard empfängt Cem Özdemir die rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle am Mainzer Rheinufer. Gemeinsam mit ihnen haben wir unter dem Motto „Die neue GRÜNderzeit“ diskutiert, wie unsere Wirtschaft zukunftsfähigen Wohlstand schafft. Özdemir sieht den Traum vom Wohlstand in Gefahr. Mit Blick auf die Klimakrise und den fortschreitenden Raubbau an Mensch und Natur konstatiert er: „Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen."

Doch er ist überzeugt: „Wir können besser wirtschaften!“ Erfolgreiche Beispiele, wie mit grünen Ideen schwarze Zahlen geschrieben werden, gebe es viele. Allein im Bereich Energieeffizienz würden rund 800.000 Menschen arbeiten, einen Umsatz von 160 Milliarden Euro jährlich erzielen. Und gute grüne Ideen gibt es zahlreich – das zeigt sich auf dem Kongress. Von fair produzierten Computermäusen bis zum Schokoladen-Start-Up, das die Kakaobauern weiterbildet. Solche Ideen will grüne Wirtschaftspolitik unterstützen.

Damit es mit der neuen „GRÜNderzeit“ klappt, möchten wir Start-Ups besser fördern, indem Investoren die Verluste eines jungen Unternehmens steuerlich geltend machen können. Auch wollen wir die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen durch gezielte Forschungsförderung unterstützen. Nicht ohne stolz berichtet Tarek Al-Wazir als grüner Wirtschaftsminister aus der Praxis, dass sein Bundesland Hessen das Flächenland mit der besten Gründerquote sei – knapp gefolgt von Rheinland-Pfalz und seiner grünen Amtskollegin Eveline Lemke.

Dabei gibt es auch Kontroversen. Als Unternehmer Ulrich Dietz anmahnt, dass die Energiewende zwar wichtig sei, die Industrie aber Energie zu einem Preis benötige, mit dem sie wettbewerbsfähig bleibe, entgegnet Regine Günther vom WWF bestimmt, dass Industriestrompreise in Deutschland sehr niedrig seien und Unternehmen auf Kosten der Privatleute subventioniert würden. Das sei ebenso unverständlich, wie das Festhalten an der dreckigen Kohleenergie.

Neben den Herausforderungen des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung betont Winfried Kretschmann vor allem die Chancen für die ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft: Ob mit Elektroautos, Car-Sharing oder Verfahren, die durch die Digitalisierung intelligenter und effizienter geworden sind. Ähnlich sieht es Kardinal Marx, der sich für ein Wachstum ausspricht, das die nächste Generation im Blick hat und Chancen für alle fordert. So ist sich Özdemir schließlich sicher – Ludwig Erhards heutige Botschaft wäre: „Nachhaltiger Wohlstand für alle.“

Diskussionspapier zum Wirtschaftskongress von Cem Özdemir, Toni Hofreiter u.a.

Hier findet ihr das vollständige Kongress-Programm mit weiteren Informationen.

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