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Text: "Zweitstimme Grün am 24.9.: Für Umwelt und Gerechtigkeit." Daneben ein Kreis mit einem blauen Kreuz drin.

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"Es gibt zu viele Arme in diesem reichen Land"

Wie können Einkommen und Vermögen gerecht verteilt werden? Was bedeutet das für die Steuerpolitik? Wie schaffen wir es, allen Menschen gleiche Chancen zu verschaffen? Ist Bildungsgerechtigkeit der Schlüssel? Was bedeutet das? Wie erreichen wir Geschlechter- und Generationengerechtigkeit? Diese und noch viel mehr Fragen, haben wir auf dem grünen Gerechtigkeitskongress diskutiert. Auch auf Twitter wurde eifrig gezwitschert.

Der Kongress ist eines der Highlights im diesjährigen Programmprozess Gerechtigkeit, den wir zum Jahresende auf der BDK mit einem Beschluss zur grünen Sozial- und Finanzpolitik abschließen wollen. Unter dem Motto "Es ist genug für alle da" haben wir am 17. und 18. Juni 2016 in Berlin kräftig diskutiert - und führen die Diskussion auf dem Debattenblog Gerechtigkeit weiter.

Den Auftakt machte Cem Özdemir, der in seiner Rede den grünen Gerechtigkeitsbegriff umriss und betonte, dass alle die gleichen Chancen haben müssten, sich zu verwirklichen:

Uwe Hück, Betriebsratsvorsitzender der Porsche AG, erzählte mit Blick auf seine Biografie wie wichtig es ist, benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen gute Bildung zu ermöglichen. So wuchs er in einem Kinderheim auf und erlernte den Beruf des Autolackierers ehe er professioneller Thaiboxer wurde und später vom Lackierer bei Porsche zum Betriebsratsvorsitzenden aufstieg. Heute unterstützt er mit einer Lernstiftung benachteiligte Kinder und sprach sich dafür aus, Flüchtlingen zu helfen - es sei genug für alle da:

In seiner Gastrede setzte sich Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, für eine gerechte Sozial- und Verteilungspolitik ein. Es gebe zu viele Arme in unserem ansonsten reichen Land. Insbesondere die große Kinderarmut sei ein Skandal:

Die Bedeutung von Bildung und gerechter Chancenverteilung stand im Mittelpunkt der Diskussion mit Bettina Jarasch, Mitglied des Bundesvorstands der GRÜNEN, Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre sowie Julia Friedrichs und Marco Maurer, die in ihren Veröffentlichungen unter anderem die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland kritisieren:

Simone Peter forderte in ihrer Rede eine gerechtere Verteilung von Chancen, Einkommen und Vermögen. Wichtig seien außerdem ökologische Investitionen:

In der folgenden Diskussion wies Prof. Uwe Schneidewind darauf hin, dass gerade Besserverdienende über ihren Lebenstil für mehr CO2-Ausstoß verantwortlich seien als ärmere Menschen. Gerechte Politik versuche die Folgen der Klimakrise beherrschbar zu halten. Auch Frank Bsirske, Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, hinterfragte die Wachstumslogik und forderte eine höhere Besteuerung von Vermögen und großen Erbschaften:

Den zweiten Kongresstag eröffnete der neue grüne Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, Manne Lucha. In seinem Grußwort berichtete er davon, wie grüne Sozialpolitik in der Praxis aussieht:

Als zentrales Gerechtigkeitsthema wurde außerdem intensiv über die Renten- und Pflegepolitik diskutiert, nachdem die grüne Rentenkommission zwei Wochen zuvor ihr Konzept zur Altersvorsorge vorgestellt hatte:

Für Kontroversen sorgte Gastredner Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, der ebenso wie seine Vorrednerinnen und Vorredner soziale Ungleichheit in Deutschland kritisierte, Umverteilung aber nicht als richtige Lösung sieht:


Neben Reden und Podiumsdiskussionen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zehn Workshops zu unterschiedlichen Gerechtigkeitsthemen einbringen: