Luftangriff ohne Folgen?

Dutzende Menschen starben, unter ihnen vermutlich auch viele Zivilisten. EU, Nato und die Vereinten Nationen sind verärgert, weil die Bundeswehr zwei Laster bombardieren ließ. Frankreichs Außenminister nannte den Angriff einen "schweren Fehler". Und was tut die Bundesregierung? Nichts, sie informiert nicht einmal.

Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung uns nicht informiert und keine Transparenz über das geschehene schafft. Wir verlangen lückenlose Aufklärung.

Man muss sich das mal vorstellen: Die NATO verlangt von der Bundesregierung Aufklärung durch das Verteidigungsministerium, weil nicht einmal die Militärs dort das Gefühl haben, dass sie von Deutschland alle Informationen bekommen. Die Vereinten Nationen schicken einen Beauftragten, um vor Ort zu überprüfen, was passiert ist.

Gefährliche Tragödie

Ich möchte wissen: Wer hat die Luftangriffe auf die zwei Tanklastzüge in Auftrag gegeben? Wie kann unser Bundesverteidigungsminister sagen, dass es keine zivilen Opfer gegeben hätte? Die Angaben, die wir aus Afghanistan bekommen, hören sich ganz anders an.

Strategiewechsel jetzt

Das wirklich gefährliche an dieser grauenhaften Tragödie ist, dass sie in einer Zeit geschah, in der USA sich wirklich bemühen, es besser zu machen. Weg vom Krieg gegen Afghanistan, hin zum Schutz der Zivilbevölkerung. Und ausgerechnet dann lässt die Bundeswehr einen Luftangriff fliegen, der offensichtlich sehr, sehr viele zivile Opfer gefordert hat.

Wann - wenn nicht jetzt - kommen wir zu einem wirklichen Strategiewechsel? Es darf keine weitere militärische Eskalation mehr geben, sondern eine zivile Offensive. Alles andere birgt die Gefahr, dass die Bundeswehrsoldaten nicht mehr als Hilfe beim Wiederaufbau gesehen werden, sondern als Besatzer, die gegen die Regierung Krieg führen.

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Jung geht - Krise bleibt!

Was lernt die Bundesregierung von Jung? Merkel muss ihre Afghanistanstrategie ändern, fordern Renate Künast und Jürgen Trittin.

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Truppenaufstockung ist keine Lösung

Was ist Merkels Plan für Afghanistan? Claudia Roth zur Afghanistan-Strategie kurz vor der Londonkonferenz

30 grüne Jahre (26): Ein Interview mit Claudia Roth über die Afghanistan-Debatte

Ein Interview mit Claudia Roth über die Afghanistan-Debatte vom Parteitag in Rostock 2001 bis heute. Teil 26 der "Grünen Geschichte(n)".

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Eine letzte große Chance

Kann Militär Frieden schaffen kann? Dürfen wir uns vornehmen, die Lage der Frauen in Afghanistan zu verbessern? Fragen an unseren Experten Winfried Nachtwei

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Bildung für alle!

Rund 240.000 Menschen haben bundesweit für ein besseres Bildungssystems protestiert

Kommentare

Klaus Themsfeldt
06-09-09 19:52
Liebe Grünen.
Außer einem grünen Daumen habe ich schon ab und zu ein wenig Sympathie für Euch.
Was sich aber jetzt abspielt, haut dem berühmten Faß den Boden raus, weil soviel Heuchelei nicht hinein paßt.
Jedes Mal, wenn ein Mandat für einen Auslandseisatz verlängert werden muß, seid Ihr voll dabei. Wenn aber jetzt im Afghanistan Krieg !!!! leider etwas "schief" geht, dann kneift ihr den Schwanz ein nach dem Motto: jetzt ist Wahl - wir sind die Friedfertigen und die größten Pazifisten. Ottonormalverbraucher sieht nicht das Drama, sondern nickt die Worte Eurer Chefin ab. Schade!!!!
Mein Motto als ehemaliger Berufssoldat und vieler meiner ehemaligen Kameraden war von Anfang an:
Raus aus Afgahnistan!!!! Mir liegen noch heute die Worte des Peter Struck im Ohr - Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt! Leider nimmt unsere ach so aufgeschlossene Bevölkerung solch schwerwiegende Worte desinteressiert auf.
Wenn Ihr wieder in Zukunft glaubwürdig sein wollt, dann nehmt die Worte des Herrn Gisy zu diesem Thema auf.
Ps.: Auch Links nein Danke!!!!!
H. Prinz
06-09-09 18:52
Hört doch endlich auf mit der "vermutlichen" Berichterstattung und den unsachlichen Interviews. Vorschlag: Besucht auf privater Basis - damit es dem Steuerzahler kein Geld kostet - die Soldaten in Afghanistan und stellt Euch mit den Fähnchen vor die Taliban - wir würden sehen, dass die Berichte sachlicher ausfallen.
Robert Heinrich
06-09-09 18:00
In einem demokratischen Land ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man Militäreinsätze kritisch begleitet, gerade wenn man grundsätzlich hinter ihnen steht. Ich kann da keine Heuchelei erkennen. Die Grüne Position zum Afghanistan-Krieg wird übrigens in diesem Interview sehr gut dargestellt:
http://gruene.de/einzelansicht/artikel/ducken-und-schweigen.html
Robert Heinrich (Redaktion Gruene.de)
Peter F Hammer
06-09-09 17:19
Liebe Gruene,

ihr habt doch damals als urspruengliche Friedenspartei , erst dem Einsatz in Sued Europa zugestimmt und auch dem Einsatz in Afganistan .

Muessen wir jetzt alle Die Linke waehlen, damit dieser Wahnsinn endlich gestoppt wird.

Mit Atomausstieg alleine ist es nicht getan - dieser Krieg ist untragbar , die scheinheilige Rueckfrage der Frau Roth hilft da auch nicht mehr.
perry hagedorn
06-09-09 15:49
Peinlich Peinlich dieses Interview. Wie geheuchelt.
Warum nehmen die Grünen nicht eine pazifistische Position ein.
Mir wird heute noch übel wenn ich an den Krieg in Serbien denke den die Grünen ja auch mitgetragen haben. Scheisse ich kann doch nicht die LINKEN wählen.
J. Scholl
06-09-09 13:36
Es ist ja wohl unglaublich, IHR habt doch die Soldaten mit nach Afghanistan geschickt, und jetzt fallt ihr ihnen in den Rücken, weil ihr keine Ahnung habt, was eigentlich ein Krieg ist. Wer nicht bereit ist, einen Krieg zu führen, sollte seine Soldaten auch nicht in einen solchen schicken, denn die Frauen und Männer halten IHRE KÖPFE für euch hin.

Und überhaupt ist es schon erstaunlich, dass jeder getötete Taliban im Moment seines Ablebens automatisch zum Zivilisten mutiert. Im Krieg sterben auch Zivilisten, das wäre auch klar gewesen, wenn ihr vor dem Afghanistan-Einsatz einmal eure Köpfe benutzt hättet, jetzt ist es zum Jammern zu spät.

Und wer den Afghanistan-Einsatz mit dem Einmarsch in Polen vergleicht, hat offensichtlich einen Nazi-Komplex @Luettke. ich empfehle ein nicht populärwissenschaftliches Geschichtsbuch oder einen Psychologen. Wie stellt er sich denn das Leben vor? Wir trinken Tee und alle Tiere der Savanne machen mit? Willkommen in der Realität!
T. Luettge
06-09-09 12:29
Skandal: Deutschland ist im Angriffskrieg, pünktlich zum Jahrestag des Amgriffs auf Polen !! Keiner demonstriert. Nun brauchen wir nur noch zu warten, bis als Rache ein Terroranschlag in Berlin erfolgt. Und der ist nun so sicher wie das Amen in der Kirche. Nach 30 Jahren Grün- wählen habe ich meinen Wahlzettel in den Mülleimer geworfen. " Ja aber was wird denn dann aus der Demokratie ??? !!!" Tja... eine Demokratie in der Rolle von Besatzern USA( --> Irak) oder Deutschland in Afghanistan. Das sind mir denn doch zu viel teuflische Implikationen für mein Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Wenn in einer Demokratie eine halbe Billion € die von ausgebeuteten Chinesen stammt an "notleidende" Kapitalisten verteilt wird, ( die dann auch noch unsere Kinder zurückblechen sollen ), ist es dann nicht bald egal, wie wir die Regierungsform nennen? Der Wähler hat mit diesen Machenschaften schon lange nichts mehr am Hut.
Ich bin Stink Sauer
06-09-09 11:49
Was soll dieses weichgespülte Strategiewechsel Gequatsche?
Da verübt die Bundeswehr Massaker und die Grünen reden von Strategiewechsel. Wir sind Verbündete des "War on Terror" und die Grünen reden von Ziviler Offensive. Bäh es ekelt mich euch jemals gewählt zu haben.
R.Lurati
06-09-09 10:37
Die Grünen haben das Desaster in Afghanistan mit zu verantworten, also lasst dieses heuchlerische Getue!
Thorsten Latz
06-09-09 10:13
Ich winde es beschäment wie diese Partei mit unseren Soldaten umgeht. In den Nachrichten gestern war nicht die Rede von einem Luftschlag sondern von einem Anschlag den unserer Soldaten durgeführt haben sollen. Anstatt den Soldaten den Rücken zu stärken trettet ihr sie noch. Ihr habt unserer Soldaten mit in diesen Krieg geschieckt und das vergessen die Meisten wohl.

Zu dieser Aufklärung gehört wohl auch einen Endschuldigung von Frau Roth.
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